Teriflunomid

Wirkstoff:

Teriflunomid ist ein selektives Immunsuppressivum mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Es ist ein Metabolit von Leflunomid, das aus der Therapie rheumatischer Erkrankungen bekannt ist.

Handelsname:

Aubagio®

Indikation:

RRMS

Teriflunomid ist zur verlaufsmodifizierenden Therapie für erwachsene MS-Patienten mit schubförmig remittierender MS (RRMS) zugelassen.

Zulassung:

2013

Wirksamkeitskategorie:

1

Verabreichungsform:

Tablette, oral

Teriflunomid wird einmal täglich als Filmtablette mit 14 mg Wirkstoff eingenommen.

Wirkweise:

Teriflunomid unterdrückt die Aktivierung und die Zellteilung von T- sowie B-Zellen. Damit wirkt es entzündungshemmend. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, beruht aber möglicherweise darauf, dass bei der Multiplen Sklerose die Anzahl aktivierter B- und T-Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) im Zentralnervensystem reduziert und somit die Entzündung begrenzt wird, die zu den Nervenschäden bei MS führt. Teriflunomid senkt das relative Risiko für neue Schübe, verlangsamt das Fortschreiten körperlicher Behinderungen und reduziert die Anzahl von Hirnläsionen im MRT.

Nicht geeignet bei/für:

Überempfindlichkeit/Allergie gegen den Wirkstoff, Schwangerschaft oder geplanter Schwangerschaft, Stillzeit und bei schweren Lebererkrankungen, schweren aktiven oder chronischen Infektionen, Beeinträchtigungen des Immunstatus oder der Knochenmarksfunktion, Hypoproteinämie, schweren dialysepflichtigen Nierenerkrankungen, speziellen Hauterkrankungen (Steven-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, toxisch epidermale Nekrolyse). Keine gleichzeitige Einnahme von Leflunomid (Arava®) oder anderen immunsuppressiven/immunmodulierenden Medikamenten.

Nebenwirkungen:

Anstieg der Transaminasen, insbesondere ALT (erhöhte Leberwerte), Kopfschmerzen, Haarausfall, Durchfall, Übelkeit, Infektionen (u.a. der oberen Atemwege, Herpes labialis, Grippe, Magen-Darm-Infekt, Bronchitis, Harnwegsinfekt), Missempfindungen, Schmerzen, Thrombozytopenien

Wissenswertes:

In den ersten sechs Monaten der Einnahme müssen alle zwei Wochen die Leberwerte der MS-Patienten engmaschig, danach in größeren Abständen kontrolliert werden.
Das Ausbleiben von lokalen Spritzennebenwirkungen/grippeähnlichen Symptomen wird von Patienten als „beträchtlicher“ Vorteil in Bezug auf den Zusatznutzen im Vergleich zu Interferon-beta 1a s.c. gesehen.

Letzte Änderung: 21.01.2021