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Die Symptome der MS sind sehr vielfältig und sind bei keinem Erkrankten gleich. Sie können sich jederzeit im Verlauf stark ändern. Der eine hat vielleicht nur zwei Symptome, ein anderer sehr viel mehr. Es gibt sehr häufige und weniger häufige Symptome und manche Symptome können Folgesymptome, sog. sekundäre Symptome, auslösen. 

Häufige Symptome zu Beginn einer MS sind Gefühlsstörungen wie z.B. Taubheitsgefühl oder Kribbeln, mehrere Tage anhaltende Sehstörungen (Verschwommen- oder nur auf einem Auge sehen) und Schwäche in einem Arm oder einem Bein. Darüber hinaus finden sich sensible Symptome, häufig in Form von Kribbelparästhesien oder einem Taubheitsgefühl. Im weiteren Verlauf sind die drei häufigsten Symptome spastische Lähmungserscheinungen (Paresen) vor allem der unteren Extremitäten, Blasenstörungen und Fatigue. Blasenfunktionsstörungen können sich in verschiedener Weise zeigen und treten häufig gemeinsam mit motorischen Einschränkungen auf.

Einige schwerwiegende Symptome der MS sind nicht sichtbar. Dazu gehören die Fatigue (abnorme Erschöpfung), kognitive Störungen, die Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit sowie Konzentration, depressive Verstimmungen und Depressionen, Schmerzen, Schwindel und sexuelle Funktionsstörungen.

 

Primäre Symptome bei MS - häufig

Primäre Symptome bei MS - weniger häufig

Sekundäre Symptome bei MS

  • Blasenfunktionsstörungen,
  • Darmfunktionsstörungen,
  • Kognitive Störungen,
  • Depression,
  • Emotionale Veränderungen,
  • Fatigue,
  • Empfindungsstörungen,
  • Gefühls-/Sensibilitätsstörungen,
  • Schmerzen (Juckreiz),
  • Störungen der Sexualität,
  • Spastik,
  • Schwindel/Benommenheit,
  • Augenfunktionsstörungen,
  • Gangstörung und Mobilität,
  • Schwäche
  • Ataxie und Tremor,
  • Schwierigkeiten beim Atmen,
  • Hörverlust,
  • Geschmackverlust,
  • Krämpfe,
  • Sprechstörungen,
  • Schluckstörungen,
  • paroxysmale (anfallsartige) Symptome,
  • epileptische Anfälle.
  • Wiederholte Harnwegsinfektionen wegen Blasenfunktionsstörung.
  • Muskelverlust und verminderte Knochendichte wegen Inaktivität.
  • Druckstellen infolge von Lähmungserscheinungen.
  • Schmerzen infolge von Fehlbelastungen oder auch durch Medikamente.
  • Depressionen als direkte und indirekte Folge einer MS.

 

Primäre Symptome sind direkte Folge einer Schädigung des Zentralnervensystems. Sie können weitere, sekundäre Symptome verursachen. Sekundäre Symptome können nach Möglichkeit vermieden werden, indem die primären Symptome behandelt werden.

Für die Mehrzahl der Symptome gibt es medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten

  • Verschiedene Störungen der Bewegungskoordination von Kopf, Armen und Beinen. Mehr 

     

     

  • Atemstörungen treten meist im fortgeschrittenen Stadium der MS auf. Mehr

     

  • Doppelbilder, Unschärfe, Gleichgewichtsstörungen und visuelle Wahrnehmungsstörungen. Mehr

  • Neurogene Blasenfunktionsstörungen sind eine Folge fehlerhafter Funktion wichtiger Nervenbahnen. Sie unterscheiden sich in Symptom und Behandlung von nicht neurogenen Blasenstörungen. Mehr

  • Darmfunktionsstörungen sind eine Folge fehlerhafter Funktionen wichtiger Nervenbahnen. Sie unterscheiden sich in Symptom und Behandlung von nicht neurogenen Darmstörungen. Mehr

  • Eine Depression wird wahrscheinlich durch eine Funktionsstörung bestimmter Botenstoffe im Gehirn (sogenannte Neurotransmitter) verursacht. Sie stört das Gefühlsleben, beeinträchtigt die Leistungs- und Urteilsfähigkeit und kann sich auch in körperlichen Beschwerden äußern. Mehr

  • Epileptische Anfälle entstehen, wenn sich gleichzeitig eine größere Gruppe von Nervenzellen im Gehirn entlädt. Mehr

  • Die abnorme, erhöhte Erschöpfbarkeit (Fatigue) unterscheidet sich deutlich von der Müdigkeit gesunder Menschen. Fatigue ist mit Antriebs- und Energiemangel assoziiert, mit Auswirkungen auf die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Mehr

  • Die Ausführung präziser, koordinierter, willkürlicher Bewegungen - hauptsächlich Hände, Finger, aber auch Gesichts- und Mundmuskulatur ist beeinträchtigt. Mehr

  • Zeigt sich durch verminderte Gehstrecke oder -geschwindigkeit, Unsicherheit bei Gehen oder Stehen, (Beinahe-)Stürze. Mehr

  • Seltenes Symptom der MS, bei dem Hörprobleme sich meist als plötzlicher Hörverlust zeigen. Mehr

  • Durch MS beeinträchtigte kognitive Störungen können Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Rechenfähigkeit, Planen, Probleme lösen, Strukturierung und schlussfolgerndes, Urteil bildendes Denken betreffen. Mehr

  • siehe Spastik

  • Veränderte Sinneswahrnehmung, intensives Druck-, Enge- oder Schmerzgefühl um Brustkorb oder Bauch, das das Atmen erschweren kann. Mehr

  • Häufiges Symptom der MS bedingt durch MS-Herde oder verminderte körperliche Aktivität. Mehr

  • Paroxysmale (anfallsartige) Symptome ist der Sammelbegriff für Beschwerden, die überfallartig, kurz, aber wiederkehrend auftreten. Das häufigste paroxysmale Symptom ist die MS-bedingte Trigeminusneuralgie. Mehr

  • Schlafstörungen sind eine häufige Begleiterscheinung der MS. U.a. kann das Restless-Legs-Syndrom (RLS) den Schlaf beeinträchtigen. Mehr

  • MS-Herde im ZNS können den hochkomplexen Ablauf des Schluckens fester oder flüssiger Nahrung stören. Mehr

  • Schmerzen können als direkte oder indirekte Folge der MS auftreten. Auch Therapien können Schmerzen verursachen. Mehr

     

  • Schwindel und Benommenheit

    Schwindel und Benommenheit sind häufige Symptome der Multiplen Sklerose. Mehr

  • Sehstörungen

    Sehstörungen gehören häufig zu den ersten Symptomen einer MS. Mehr

  • Sensibilitätsstörungen

    Sensibilitätsstörungen sind sehr häufige Symptome der MS. Mehr

  • Spastik ist Folge einer Schädigung der Pyramidenbahn, einer in Hirn und Rückenmark verlaufenden Nervenverbindung, die alle Bewegungen steuert. Mehr

  • MS-bedingte Sprechstörungen beruhen auf der gestörten Koordination der verschiedenen zum Sprechen benötigten Muskeln und Organe. Mehr

  • Störungen der Sexualität können eine direkte Folge der MS sein  oder aber sekundär auftreten als Folge anderer MS-Symptome. Mehr

  • Vorübergehende Verschlechterung neurologischer Symptome der MS durch eine Erhöhung der Körpertemperatur. Mehr

Sind meine Symptome Zeichen einer MS? Du glaubst, dass Du MS hast?

Manche Menschen machen sich Sorgen, ob ihre Beschwerden Zeichen einer MS sind und wie man MS testen kann. Einen einfachen Test gibt es leider nicht. MS ist eine Ausschlussdiagnose. Um festzustellen, ob Symptome Zeichen einer MS sind, sind verschiedene Untersuchungen durch einen Facharzt nötig. 

Er erkundigt sich nach Beschwerden in der Vergangenheit, die für eine MS sprechen könnten (Anamnese). Anschließend erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Überprüft werden:

  • Hirnnerven (z.B. Sehschärfe, Augenbewegungen)
  • Sensibilität (z.B. Berührung, Schmerz, Vibration, Temperatur
  • Muskelkraft und Muskelspannung (z.B. an Armen und Beinen)
  • Reflexe (z.B. Patellarsehnenreflex am Knie)
  • Bewegungskoordination (z.B. Gangbild, Finger-Nase-Versuch)

Dazu kommen weitere Untersuchungen nach international festgelegten Kriterien wie evozierte Potentiale, die Magnetresonanztomografie (MRT) und eine Nervenwasseruntersuchung (Liquorpunktion). 

In der Virtuellen MS-Klinik der AMSEL werden die zur Diagnose erforderlichen Untersuchungen gezeigt und erklärt. 

Ein Kribbeln am Fuß kann auch durch Ablagerungen in den Gefäßen, eine Nervenschädigung (Neuropathie) oder andere Erkrankungen verursacht sein.