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Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Nervenerkrankung. Betroffen sind die Nerven des Gehirns und des Rückenmarks, das sogenannte Zentrale Nervensystem (ZNS).

Entzündungsherde treten dabei an unterschiedlich vielen (vielfach = multiple) Orten auf und können zur Narbenbildung (Sklerose) führen. MS kann bisher nicht geheilt, aber behandelt werden. Die Erkrankung verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Deshalb wird MS auch die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern genannt.

Das Gehirn stellt mit Milliarden von Nervenzellen eine Art Schaltzentrale dar, von der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden. Die Signale werden von verschiedenen Nervenfasern weitergeleitet, die ähnlich wie elektrische Kabel mit einer Isolierschicht, Myelin, umhüllt sind. Eine von Myelin umhüllte Nervenfaser kann einen Impuls etwa zehnmal schneller weiterleiten als eine, der das Myelin fehlt.

MS schädigt in den Entzündungsherden diese Isolierschicht und behindert damit die reibungslose und schnelle Weiterleitung der Signale. Bildlich gesprochen wird aus einem ICE ein Regionalzug. Je nachdem, welche Nervenfasern betroffen sind, treten unterschiedlichste Beschwerden auf – von Sehstörungen über Blasenschwäche bis zum unsicheren Gang.

MS ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems im jungen und mittleren Erwachsenenalter, die zu einer dauerhaften Behinderung führen kann. Nach dem derzeitigen Stand ist die Multiple Sklerose eine Autoimmunerkrankung, bei der zusätzlich genetische und epidemiologische Faktoren eine Rolle spielen. Die genaue Ursache ist trotz vielfältiger Forschungsbemühungen der letzten Jahre, die zu neuen Erkenntnissen über Entstehungsursachen und damit auch zu neuen Therapieoptionen geführt haben, bis heute nicht bekannt.

Letzte Änderung: 24.05.2018