Die Behandlungsmöglichkeiten der Multiplen Sklerose sind in den letzten Jahren durch die Zulassung neuer Therapien und Therapiekonzepte und neue Erkenntnisse zu symptomatischen Therapien enorm gewachsen. Mit Stand April 2026 sind 18 Wirkstoffe und 25 Präparate zur verlaufsmodifizierenden Therapie der MS zugelassen, weitere Wirkstoffe sind in der Pipeline.
Gerade bei aktiven Verläufen hat sich dadurch die Lebensqualität von MS-Erkrankten in den vergangenen 20 Jahren stark verbessert, bis hin zu einem NEDA, also „No evidence of Disease Activity“, zumindest während der schubförmigen Phase der MS.
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Therapie des akuten Schubs

Die Behandlung eines akuten MS-Schubs erfolgt normalerweise mit einer hochdosierten Kortison-Therapie. Dabei wird an drei bis fünf aufeinander folgenden Tagen das Kortison mittels einer intravenösen Infusion (Tropf in die Vene) verabreicht. Dies kann stationär oder ambulant geschehen. Kortison hemmt den Entzündungsprozess, der einem Schub zugrunde liegt.
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Langfristige, verlaufsmodifizierende (immunologisch orientierte) Therapie der MS

Mit unterschiedlich wirkenden Medikamenten wird individuell angepasst versucht, Schübe zu vermeiden oder zumindest ihre Schwere und Häufigkeit zu verringern und das Fortschreiten der MS hinauszuzögern. Diese Substanzen verändern (durch Immunmodulation) oder unterdrücken (durch Immunsuppression) Immunzellen bzw. immunologische Vorgänge auf unterschiedliche Art und Weise und können dadurch die Entzündungsreaktionen verringern. Die Wirkstoffe der verlaufsmodifizierenden Therapie werden je nach Präparat als Spritze (unter die Haut oder in den Muskel), als Infusion oder als Tablette verabreicht. Sie sind in der Frühphase auch für die Langzeitentwicklung der Erkrankung am wirkungsvollsten.
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Therapie von MS-Symptomen einschließlich der Rehabilitation

Die symptomatische Therapie mit Medikamenten und/oder nicht-medikamentösen Therapien wie Krankengymnastik, die gezielt die verschiedenen Krankheitszeichen lindern soll. Die symptomatische Therapie hat in jedem Krankheitsstadium einen hohen Stellenwert. Sie lindert Beschwerden und beugt Folgeschäden vor. Die symptomatische Therapie arbeitet zum Teil mit Medikamenten, vorrangig aber mit aktivierenden nicht-medikamentösen Behandlungen wie Physio- und Ergotherapie, um Fähigkeiten zu erhalten und auch zu verbessern.
Die Behandlungsoptionen werden in der Regel in Kombination miteinander angewendet, individuell auf den Einzelnen zugeschnitten und in Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf und Krankheitsstadium unterschiedlich intensiv eingesetzt.
Eine Therapie-Empfehlung berücksichtigt die Krankheitsaktivität, den Krankheitsverlauf, die vorherrschenden Krankheitszeichen, das Krankheitsstadium, das Alter und Geschlecht, einen eventuellen Kinderwunsch und Begleiterkrankungen des Multiple Sklerose-Erkrankten. Die MS-Therapie wird daher immer wieder neu an seine aktuelle Situation angepasst.
- Video "Welches Therapiekonzept passt zu mir?" - Prof. Dr. med. Peter Flachenecker
Therapieänderungen oder -anpassungen ergeben sich darüber hinaus aus den Fortschritten der MS-Forschung, die neue Optionen bringt. Die studienbasierten anerkannten MS-Therapien können durch sogenannte komplementäre – ergänzende – Verfahren unterstützt werden.






