Spenden und Helfen

Therapiemöglichkeiten und Verlaufsformen

Wirksamkeitskategorien von MS-Therapien

Das aktuelle Therapieschema nach den neuen Leitlinien zur Diagnose und Therapie der MS der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) teilt die verfügbaren zugelassenen Medikamente zur Behandlung eines Multiple Sklerose-Verlaufs in drei Wirksamkeitskategorien ein.

 

Wirksamkeitskategorie I:

In diese Kategorie gehören Medikamente, die eine relative Verringerung (Reduktion) der Schubrate im Vergleich zu Plazebo von 30-50% haben. Dazu zählen:

  • Beta-Interferone einschließlich Peg-Interferon 
  • Dimethylfumarat
  • Glatirameroide
  • Teriflunomid

 

Wirksamkeitskategorie II:

In diese Kategorie gehören Medikamente, die eine relative Verringerung (Reduktion) der Schubrate im Vergleich zu Plazebo von 50-60% haben. Dazu zählen:

  • Cladribin 
  • Fingolimod 
  • Ozanimod

 

Wirksamkeitskategorie III:

In diese Kategorie gehören Medikamente, die eine Verringerung (Reduktion) der Schubrate um mehr als 60% im Vergleich zu Plazebo oder mehr als 40% im Vergleich zu Substanzen der Kategorie 1 haben. Dazu zählen:

  • Alemtuzumab
  • CD20 Antikörper (Ocrelizumab, Rituximab)
  • Natalizumab

Verlaufsformen der Multiplen Sklerose

Die Verläufe der Multiplen Sklerose lassen sich in die drei Hauptformen unterteilen

  1. Schubförmig remittierende MS (RRMS)
  2. Primär progrediente MS (PPMS)
  3. Sekundär progrediente MS (SPMS)

2013 wurde diesem Klassifikationsschema das Klinisch Isolierte Syndrom (CIS) hinzugefügt.

Von den Zulassungsbehörden wurde diese Unterteilung um eine weitere Verlaufsform ergänzt, die RMS, so dass seit Dezember 2020 die folgenden fünf Verlaufsformen der Multiplen Sklerose unterschieden werden:

 

CIS (Clinically Isolated Syndrome)

Das klinisch isolierte Syndrom ist das erste Symptom, das Verdacht auf eine MS aufkommen lässt wie z.B. Seh- oder Sensibilitätsstörungen, die schubförmig auftreten und mindestens 24 Stunden anhalten müssen.

RRMS (Relapsing Remitting Multiple Sclerosis)

Bei der schubförmig remittierenden MS bilden sich Beschwerden nach einem Schub ganz oder teilweise zurück. Bei bis zu 90% der Erkrankten beginnt die MS schubförmig. Kennzeichen sind: plötzliche Krankheitssymptome, die nicht anderweitig erklärbar sind, die mindestens 24 Stunden andauern, und seit dem Beginn des letzten Schubs sind mehr als 30 Tage vergangen.

 

SPMS (Secondary progressive Multiple Sclerosis)

Die sekundär progrediente MS entwickelt sich im Laufe der Jahre aus dem schubförmigen Verlauf der RRMS. Bei der sekundär progredienten MS können in der Anfangsphase Schübe auftreten, müssen aber nicht. Neuere Daten aus dem schwedischen MS-Register zufolge entwickelt sich bei 50% nach 23 Jahren die RRMS zu einer SPMS.

 

RMS (Relapsing Multiple Sclerosis)

Zu dieser Verlaufsform zählen die schubförmigen Verläufe der MS wie CIS, RRMS und die aktive sekundär progrediente MS, d.h. mit aufgesetzten Schüben, die SPMS.

 

PPMS (Primarily progressive Multiple Sclerosis)

Bei der primär progredienten MS nehmen die Symptome und Beschwerden der MS langsam und kontinuierlich zu. Bei weniger als 10% und überwiegend mit späterem Krankheitsbeginn, ab ca. 40 Jahren, beginnt die MS in dieser Verlaufsform, bei der es nicht zu Schüben kommt, sondern sich das Krankheitsgeschehen langsam fortschreitend entwickelt.

Letzte Änderung: 21.01.2021