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Zwillinge für Multiple Sklerose-Studie gesucht

Das Institut für Klinische Neuroimmunologie am Klinikum der Universität München bindet weiter Zwillinge, von denen nur einer MS hat, in seine Studie ein.

Multiple Sklerose (MS) ist ein komplexes Krankheitsbild. Die eine Ursache für MS wurde noch nicht entdeckt; vielmehr haben Forscher herausgefunden, dass bei der Autoimmunerkrankung wohl mehrere Faktoren zusammenkommen müssen: ererbte und erworbene.

Das heißt, es sind offenbar sowohl die Gene eines Menschen mit "schuld" am Entstehen einer MS als auch Einflüsse, die erst im Laufe des Lebens hinzukommen. Bei eineiigen Zwilingen ist die Chance, dass das Geschwister auch eine MS entwickelt, wenn bereits eines betroffen ist, höher als bei zweieiigen Zwillingen bzw. normalen Geschwistern (etwa 20 % gegenüber unter 5 %).

Umweltfaktoren der Multiplen Sklerose unter der Lupe

Um also herauszufinden, was denn noch - neben den Genen - an Faktoren MS-Auslöser sein könnte, sind eineiige Zwillinge mit MS besonders aufschlussreich; schließlich stimmen die Gene hier (nahezu) überein und man kann sich auf die anderen, später erworbenen Faktoren konzentrieren, etwa den Vitamin-D-Spiegel und durchgemachte Infekte wie Epstein-Barr.

Darum sucht das Institut für Klinische Neuroimmunologie am Klinikum der Universität München (LMU) nach weiteren Zwillingspaaren mit MS, eineiig wie zweieiig, die an der Studie teilnehmen wollen. Schon über 50 Zwillingspaare haben sich gemeldet. Je mehr Zwillinge teilnehmen, desto verlässlicher sind die Ergebnisse einer solchen Studie.

Der Einfluss der Darmflora sowie anderer Umweltfaktoren soll hier mittels ausführlichen Interviews, klinischen und MRT-Untersuchungen sowie Stuhl- und Blutproben geprüft werden. Dr. Lisa Ann Gerdes und Prof. Reinhard Hohlfeld (Direktor des Institutes und 2016 mit dem AMSEL Stiftung Ursula Späth-Preis ausgezeichnet) betreuen die langfristig angelegte Studie an der LMU.

Interessierte Zwillingspaare wenden sich bitte an:

Dr. Lisa Ann Gerdes
E-Mail: lgerdes[at]med.lmu.de
Tel.: 089-4400-74781

Quelle: Institut für Klinische Neuroimmunologie am Klinikum der Universität München, 19.11.2016

Redaktion: AMSEL e.V., 30.01.2017