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Behandlungsoption bei Sekundär Progredienter Multipler Sklerose in Sicht

Siponimod zeigte in einer Phase-III-Studie Erfolge auch beim sekundär fortschreitenden MS-Verlauf. Dies zeigen die Ergebnisse einer internationalen Studie.

Es tut sich einiges in der MS-Forschung. Zuletzt war ein Meilenstein mit der Therapiemöglichkeit durch Ocrelizumab für den Primär Progredienten Verlauf erreicht worden (amsel.de hatte berichtet). Nun könnte mit Siponimod laut den Forschern die erste nachgewiesen wirksame Therapie für die SPMS (Sekundär Progrediente MS) vorliegen.

An der Studie nahmen 1.645 Patienten aus 31 Ländern teil. Interessant daran ist vor allem, dass die Mehrzahl der Behandelten bereits durchschnittlich 16 bis 17 Jahre an der MS litt und zu Beginn der Behandlung bereits deutlich behindert war. So benötigte über die Hälfte der Probanten eine Gehhilfe.

Das Forscherteam um Prof. Ludwig Kappos, Chefarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsspitals Basel sowie Sobek-Forschungspreisträger 2017, verglich Siponimod mit einem Scheinmedikament. Im Vergleich zu Placebo – Siponimod wird als Tablette verabreicht – zeigte sich nach durchschnittlich 18 Monaten Therapie bei 21 bis 26 % weniger oft eine Behinderungsprogression. Auch auf die Krankheitsläsionen laut MRT und die Abnahme des Hirnvolumens zeigte Siponimod eine signifikant messbare Verbesserung.

Siponimod gehört zu den sogenannten S1P-Modulatoren. Die Nebenwirkungen seien mit denen von Fingolimod, einem bereits für den schubförmigen Verlauf zugelassenen Medikament, vergleichbar. Bis zu einer möglichen Zulassung vergehen auch nach positiven Phase-II-Studien in der Regel Monate bis Jahre. Denkbar wäre, dass Siponimod ein Eilprüfverfahren erhält, sollte es als erster Wirkstoff für diesen Krankheitverlauf eingeordnet werden.

Der Sekundär Progrediente Verlauf tritt bei den meisten Patienten nach 15 bis 20 Jahren schubförmiger Multipler Sklerose auf. Klinisch fällt dann eine schleichende Verschlechterung – statt der bis dahin rein schubförmig-remittierenden Verschlechterung – auf. Sehr wohl können aber auch in diesem Verlauf noch aufgesetzte Schübe vorkommen.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsspitals Basel, 23.03.2018

Redaktion: AMSEL e.V., 25.03.2018