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Kann Schafgarbe den Effekt einer Multiple Sklerose-Therapie verstärken?

In einer kleinen Studie wurde untersucht, ob eine begleitende pflanzliche Therapie mit dem Extrakt aus der Schafgarbe die Effektivität einer Standardtherapie zur Behandlung der Multiplen Sklerose erhöhen kann.

In einer kleinen Studie wurde untersucht, ob eine begleitende pflanzliche Therapie mit dem Extrakt aus der Schafgarbe die Effektivität einer Standardtherapie zur Behandlung der Multiplen Sklerose erhöhen kann. In Tiermodellen haben die in der Schafgarbe (Achillea millefolium) enthaltenen Flavonoide Apigenin und Luteolin Effekte bei kognitiven Störungen und neurologischen Beschwerden gezeigt. Im Tiermodell der Multiplen Sklerose zeigte ein Achillea-Extrakt ebenfalls positive Wirkung. Diese Erkenntnisse waren Ausgangspunkt für die Arbeitshypothese der Wissenschaftler aus dem Iran. Sie haben in einer ersten kleinen Studie die Wirkung eines Achillea-Extrakts als adjuvante (zusätzliche) Therapie zu einer Standardtherapie bei MS-Erkrankten untersucht.

Dazu wurden 75 MS-Erkrankte mit schubförmig-remittierender MS (RRMS) nach dem Zufallsprinzip drei gleich großen Gruppen zugeteilt. Zwei Gruppen erhielten 1 Jahr lang neben ihrer medikamentösen Standardtherapie einen Achillea millefolium-Extrakt in unterschiedlicher Dosierung (250 mg/Tag bzw. 500 mg/Tag), eine Gruppe erhielt ein Placebo-Präparat. Der Achillea-Extrakt erhielt sowohl Luteolin wie auch Apigenin.

Mit ihrer Studie erhofften sich die Wissenschaftler Antworten darauf, ob und welche Auswirkungen die adjuvante Gabe eines Schafgarbenextrakts auf die Schubrate sowie auf Anzahl und Größe von Läsionen hat. Außerdem wurden mit mehreren Testverfahren neurologische und kognitive Parameter erhoben.

Das Studienergebnis zeigte positive Effekte bei beiden Fragestellungen. Allerdings, so die Forscher aus Rafsanjani, scheint ein frühzeitiger, adjuvanter Einsatz des Achillea-Extrakts nur in der Frühphase der Erkrankung sinnvoll. Auf bereits entstandene Schäden auf neurologischer Ebene zeigt der Extrakt keine Wirkung. Die Studie ist ein erster Anhaltspunkt zum Nutzen einer adjuvanten pflanzlichen Therapie zur Standardtherapie. Die alleinige Therapie mit einem Schafgarbenextrakt war nicht Gegenstand der Studie.

 

Quelle: Phytomedicine vom 27.06.18

Redaktion: AMSEL e.V., 16.08.2018