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Allergien und Multiple Sklerose

Amerikanische Wissenschaftler zeigen in einer Kohortenstudie, dass Lebensmittelallergien den MS-Verlauf negativ beeinflussen können.

Multiple Sklerose und bestimmte andere Krankheiten kommen gehäuft zusammen vor.  Längst bekannt und wenig ertaunlich ist das erhöhte Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen. Das heißt nicht, dass jeder MS-Erkrankte weitere Autoimmunerkrankungen wie etwa Allergien oder bestimmte Rheumaformen entwickelt, aber das grundsätzliche Risiko ist gegenüber Menschen ohne MS erhöht.

Ob nun jedoch Allergien, wenn sie denn in Zusammenhang mit einer Multiplen Sklerose auftreten, auch einen Einfluss auf den Verlauf der MS haben, das interessierte Wissenschaftler aus den USA. Sie untersuchten eine Gruppe von rund 1.500 MS-Patienten. Im ersten Schritt teilten sie die Gruppe in vier Untergruppen auf: Patienten mit Umweltallergien (z.B. auf Birken- oder Gräserpollen), Patienten mit Allergien gegen Arzneimittel (auch frei verkäufliche), Patienten mit Allergien gegen Lebensmittel und Patienten ohne Allergien.

Zusammenhang ja, Ursache nein

Und sie wurden bei den Lebensmittelallergikern fündig: Hier war die jährliche Schubrate gegenüber Nichtallergikern um das 1,38-fache erhöht. Die Anzahl der gadoliniumaufnehmenden Läsionen laut MRT war mehr als verdoppelt. Keine Auswirkungen waren in dieser Gruppe bezüglich EDSS-Wert und MSSS (MS Severity Score). Die Umwelt- und Arzneimittelallergiker zeigten keine signifikant veränderten Ergebnisse gegenüber den Nichtallergikern.

Die Forscher werten das Ergebnis bei MS und Nahrungsmittelallergien als reinen Zusammenhang. Von einer ursächlichen Beteiligung der Lebensmittelallergie an einer Multiplen Sklerose gehen sie nicht aus. Zukünftige prospektive Studien seien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen und zugrundeliegende biologische Mechanismen zu untersuchen, die dann möglicherweise neue therapeutische und präventive Strategien für MS aufzeigen.

 Quelle: Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry,18.12.2018.

Redaktion: AMSEL e.V., 18.01.2019