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Multiple Sklerose-Symptome behandeln, mit und ohne Medikamente

Neben den bekannten Medikamenten in verschiedener Dosierung darf man Ergotherapie, Physiotherapie, Kühlung etc. nicht vergessen. Dr. med. Walter Pöllmann mit konkreten Tipps im AMSEL-Expertenchat.

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, ab 19 Uhr antwortet hier Dr. Walter Pöllmann. Thema heute: Multiple Sklerose-Symptome mit und ohne Medikamente behandeln. Sie dürfen gern schon fragen.

Anni: Guten Abend, Herr Dr. Pöllmann Was kann man nicht medikamentös gegen brennende Beine machen?

Dr. Walter Pöllmann: Bei der MS kommen "brennende Beine" recht oft vor. Oft sind es Missempfindungen, die sich bei längerer Dauer verschlimmern können. Teilweise kann neben dem Brennen auch eine ansonsten eher verringertes Spüren von Berührung vorliegen - scheinbar ein Widerspruch. Sinnvoll ist eine neurologische Abklärung: Liegt z.B. ein Diabetes (Zuckerkrankheit) neben der MS vor, kann dies auch eine sog. Polyneuropathie sein. Durch lokale Messungen der Leitgeschwindigkeit der Nerven am Bein selbst und die ergänzende Untersuchung mit den "evozierten Potentialen (SEP)" kann man dies weiter abklären und dann gezielt behandeln. Dabei kann lokal eine Linderung durch Kühlung oder Stromreize versucht werden. Reicht das nicht, dann kommen Medikamente in Frage wie Gabapentin oder Pregabalin, die man langsam aufdosiert und so über den Tag verteilt, dass die Dosis an Tagesschwankungen angepasst werden kann. Reicht dies nicht, können auch andere für Schmerzen wirksame Medikamente (Amitriptylin u.a,.) oder auch bei schlimmen Schmerzen Opiate (Tilidin o.a.)

Dr. med. Walter Pöllmann

  • Seit 1988 in der Marianne-Strauß-Klinik tätig
  • Promotion 1979, Thema: Neurologische Symptome bei Kohlennmonoxid-Vergiftung
  • Mitgliedschaften
    Deutsche Gesellschaft für Neurologie DGN
    Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie DGKN
    Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft DMKG
    Deutsche Gesellschaft für Neurologische Rehabilitation
    International Headache Society IHS

Martin: Guten Abend Dr.Pöllmann, seit meinem letzten Schub sind noch sprachprobleme zurückgeblieben. Wie würden sie versuchen zu reparieren? Oder heilt das von alleine? (Schub im März)

Dr. Walter Pöllmann: Ist es eher das Sprechen, das nicht mehr so gut gelingt, oder die geordnete Sprache? Besprechen Sie das mit Ihrem Neurologen, eine logopädische Vorstellung (Sprechtherapeut/in) ist da zur weiteren Klärung und vor allem Therapie sinnvoll.

emma: Guten Abend Dr. Pöllmann! Ich habe von Beginn der Erkrankung (2003) mit Schwindelschüben zu tun, der letzte war mal wieder sehr heftig und ich habe schon lange das linke Innenohr im Verdacht - ist es überhaupt möglich das Ohr von MS abzugrenzen?

Dr. Walter Pöllmann: Schwindel ist ein sehr weites Symptom, das natürlich durch eine Störung im Gleichgewichtsorgan selbst oder als gutartiger Lagerungsschwindel z.B. nach einem Sturz vorkommt, wo "kleine Steinchen" losgelöst werden, die dann kurzzeitige Drehschwindelattacken hervorrufen. Durch einen einfachen Test bei Neurologen oder HNO-Arzt kann man dies sehr gut abklären - dazu braucht der Arzt aber eine "Frenzelbrille" (Vergrößerungsbrille) und man muss als Patient versuchen, die Augen offfenzuhalten, damit der Arzt sieht, was die Augen bei Seitlagerung machen. Durch ein wiederholtes Auslösen des Schwindels kann das Problem oft gelöst werden, wenn die losgelösten Steinchen wieder in eine feste Position finden.

emma: Ab welchem Alter ist Immunmodualtion bei RRMS nicht mehr so effektiv?

Dr. Walter Pöllmann: Das kann man nicht so allgemein sagen: Viele Menschen profitieren auch bei einem späten Krankheitsbeginn der MS (über 50 oder 60 Jahre) genauso gut von einer Schubprophylaxe wie junge. Problematisch können im Einzelfall Zusatzerkrankungen im Alter sein, die das eine oder andere Medikament weniger günstig erscheinen lassen. Das gute ist die heute hohe Zahl verschiedener Therapieansätze - das ist eine gute Chance auf Schubreduktion bzw. Schubvermeidung

Jutta: Guten Abend Herr Dr. Pöllmann, seit langer Zeit leide ich unter sehr starken elektrischen Schlägen in beiden Beinen. Sie sind so schlimm, dass ich oft echt schreien muss. Ich nehme lyrica was aber nicht wirklich Erleichterung bringt. Haben sie eine Idee, wie man dies lindern kann. Volon 40 hat man schon ausprobiert. Mittlerweile ohne Erfolg.. Dankeschön für eine Antwort

Dr. Walter Pöllmann: Kommen die Schmerzattacken beidseits vor oder nur in ein Bein und haben Sie den Eindruck, dass sie in einer bestimmten Höhe beginnen und dann ihren Weg zu einer bestimmten Stelle am Bein ziehen? Oder sind es Schmerzen, die beide Beine diffus oberflächlich oder in der Tiefe gleich betreffen?

emma: Ist TENS bei ausstrahlenden Schmerzen ins Bein, bei MS erlaubt?

Dr. Walter Pöllmann: Da spricht von Seiten der MS nichts dagegen - man muss es halt mit einem erfahrenen Therapeuten erproben und den Nutzen bewerten.

Allgemein - toni: Guten Abend allen die heute dabei sind. emma: Gibt es neue Ansätze zur muskulären Fatigue?

Dr. Walter Pöllmann: Der Begriff Fatigue ist ja sehr weit gespannt und kann eine breite Palette von Symptomen beinhalten.Dies kann die "geistige" Erschöpfbarkeit betreffen, aber auch verschiedenste körperliche Symptome ein-oder beidseitig (Armkraft, Gehausdauer, Geschicklichkeit, Gangsicherheit u.a.). In Frage kommen in erster Linie Fampridin (Fampyra), das die Leitfähigkeit der Nervenbahnen stabilisiert und damit das Ausmaß von - oft unvorhersehbarer Erschöpfung - reduziert. Leider profitiert nicht jeder MS-Patient gleich gut. L-Carmitin ist bei manchen Menschen ebenfalls hilfreich, ist aber in Studien bisher nicht gleich gut untersucht, hat aber dafür praktisch keine Nebenwirkungen. Bei einer "allgemeinen" (auch geistigen Erschöpfung muß unter Umständen auch an eine depressive Störung gedacht werden, dann können auch diesbezügliche Medikamente sehr hilfreich sein.

Lissi: Guten Abend Herr Dr. Pöllmann immar mal wieder habe ich ein Kribbeln in den Händen, vorallem links. Auch manchmal Schmerzen im linken Arm. Kann man dagegen etwas tun? Hände oder Arme trainieren oder so etwas?

Dr. Walter Pöllmann: Je nach der Art und Verteilung des Kribbelns kann es sich um ein MS-Problem handeln, möglicherweise könnte aber auch eine lokale Nervenstörung verantwotlich sein , z.B. ein Karpaltunnelsyndrom oder eine andere örtliche Problematik. Das kann Ihr Neurologe leicht abklären mit Leitgeschwindigkeitsmessungen und auch mit den evozierten Potentialen

emma: Mein Gedächtnis wird immer schlechter, ganz besonders bei ungeplanten Ereignissen und ab mittags. Was kann ich dagegen tun?

Dr. Walter Pöllmann: Es gibt ja heute eine neuropsychologische Testung, wo man genaueres klären kann. Besprechen Sie das am besten mit Ihrem Neurologen.

toni: Lieber Herr Dr. Pöllmann, mein Neuro sagt mir, dass eine Umbenennung der alten Bezeichnungen in milde, aktive und hochaktuell MS stattfinden soll. Fatigue wird dann gleichgesetzt mit einem Schub. Ergo funktioniert die Basistherapie (Copaxone) nicht soll, in meinem Fall Aubagio oder Gilenya helfen. Mein letzter Schub ist zwei Jahre her. Gilenya ist schon sehr heftig...stimmt das und was ist ihre Meinung zur dieser Umstellung? Danke vorab.

Dr. Walter Pöllmann: Die Überlegung einer Umstellung ist sicher eine Option, aber man kann nicht vorhersagen, mit welchem Medikament Sie eine deutliche Besserung Ihrer Fatigue erreichen werden. Also nochmal mit Ihrem Neurologen gemeinsam überlegen und dann entscheiden!

sally: Hallo Herr Dr. Pöllmann, haben Sie schonmal etwas davon gehört, dass MS einen Perikarderguss begünstigt? Ich war im Februar / März wegen einer Quetschung des Herzens durch das Wasser im Herzbeutel in stationärer (nicht neurologischer) Behandlung und da man andere Ursachen ausschließen konnte, war die MS eben schuld. Online findet man tatsächlich den Hinweis, dass ein Perikarderguss tatsächlich auch durch Autoimmunkrankheiten bedingt sein kann? Kennen Sie sowas von MS? Ich hatte zuvor noch nie von dem Zusammenhang gehört.

Dr. Walter Pöllmann: Ein sehr spezielles Problem - da kann ich Ihnen leider keine Erklärung für Zusammenhänge liefern. Alles Gute!

Jutta: Die elektr. Schläge beginnen vom Unterleib. Aus. Es sind beide Seiten betroffen. Es gibt Tage da sind die Schläge leicht zu spüren. Ohne ersichtlichen Grund, werden sie schlagartig heftig. Beim Auftreten ist es sehr schlimm, aber sie sind auch auslosbar bei Berührungen an den beiden. Sie sind tief wie ein Blitzeinschlag spürbar. In verschiedenen Bahnen verlaufend. Wie ein Blitz am Himmel. Mehrere Äste die dann bis zu den Zehen gehen. Ich bin sehr verzweifelt...

Dr. Walter Pöllmann: Da ist sicher auch eine internistische Sichtung nötig, wenn Sie auch unter Bauchschmerzen leiden. Besprechen Sie dann das weitere mit Ihrem Neurologen! Viel Erfolg!"

Josefa: Guten Abend Herr Dr. Pöhlmann, ich habe in beiden Beinen und Händen oft ein Brennen, als ob da jemand ein Lagerfeuer entfacht. Ich bekomme Lyrica und Sativex, um diese Schmerzen auszuhalten, aber, obwohl aufdosiert, habe ich das Gefühl, dass es nicht mehr so dolle hilft.Was kann ich tun?

Dr. Walter Pöllmann: Je nach Ihrer aktuellen Dosierung kann sinnvoll sein, die Verteilung der Einnahme Ihrem Schmerzverlauf über 24 Std. anzupassen - Pregabalin könnte man ja bis zu 600 mg aufdosieren. Lokale Maßnahmen mit Ihren Therapeuten sind wahrscheinlich schon versucht worden? Wenn nicht, unbedingt bei der physikalischen Therapie ansprechen und Optionen ausprobieren. Kombinationen mit Antidepressiva (Amitriptylin) vor allem bei abendlichen/nächtlichen Schmerzen können hilfreich sein. Wenn das alles auch ggf. kombiniertr nicht ausreichen sollte, mit Ihrem Neurologen Optioide (Tilidin?) erwägen. Viel Erfolg!

Martin: Guten Abend Herr Dr. Pöllmann, meine Hände zittern ein wenig und ich lasse oft Sachen fallen oder kann nicht richtig greifen. Wie erhalte ich die Kontrolle zurück?

Dr. Walter Pöllmann: Wenn vor allem die Geschicklichkeit betroffen ist, könnte es sich um eine sog. "Ataxie" handeln, was eher mit dem Gleichgewicht bzw. auch mit einer gestörten Bewegungssteuerung zusammenhängt. Ist das Zittern im Vordergrund, kann ein Behandlungsversuch mit einem sog. Beta-Blocker (Propranolol) oder auch einem Medikament wie Topiramat (Indikation eigentlich Migräne oder Epilepsie) sinnvoll sein. Sehr wichtig ist, dass Sie das Problem auch mit Ihren Ergotherapeuten ansprechen und Strategien zu einer Vermeidung herausfinden. Viel Erfolg!

run: Guten Abend Herr Dr Pöllmann, ich habe zunehmend stärkere Rückenschmerzen. Da ich Rollstuhlfahrerin bin und die Schmerzen im Laufe des Tages immer heftiger werden, gehe ich davon aus, dass ich „einfach“ schlecht sitze. Die sieht mein Orthopäde genauso. Einen MRT ergab keine Auffälligkeiten. Physiotherapie und Bewegung in dem für mich möglichem Rahmen, mache ich. Medikamente wie Neuralginsulfon und Ibuprofen helfen nicht oder nur mäßig. Haben Sie weitere Ideen, was ich tun kann?

Dr. Walter Pöllmann: Da es sich ja wohl um "Nervenschmerzen" handelt, ist ein Therapieversuch mit Pregabalin oder Gabapentin oder erfolgt? Wenn nicht, besprechen Sie das bitte mit Ihrem Neurologen

Allgemein - Maxi: bin leider spät dran, wird das Protokoll nachgeliefert? Martin: Wie würde man handeln, wenn es sich um eine Ataxie handelt? Die Geschicklichkeit funktoniert oft nicht.

Dr. Walter Pöllmann: Intensive Therapie bei erfahrenen Ergotherapeuten bietet große Chancen. Das ist auch neben einer medikamtösen Therapie sehr sehr sinnvoll!

Allgemein - toni: Gibt es eigentlich einen Überblick wo am WeltMS Tag was los ist? Jörg: Guten Abend Herr Dr. Pöllmann. Mir wurde gesagt, dass Aubagio die Fatigue mildern kann.

Dr. Walter Pöllmann: Prinzipiell können viele immunologische Therapien einen positiven Einfluss auf die Erschöpfbarkeit haben. Individuell lässt sich leider das positive Ausmaß einer Fatigue-Besserung nicht sicher vorhersagen. Besprechen Sie die Therapie mit Ihrem Neurologen am besten hinsichtlich Ihrer aktuellen Situation - eine Chance ist es prinzipiell!

Moderator Patricia Fleischmann: @toni: Auf die Frage hat die Moderatorin gewartet :-) Links folgen gleich. Vorab: Am 29.5. ist das AMSEL-Team der Landesgeschäftsstelle mit Beratern und Ehrenamtlichen und Prof. Wiethölter und Prof. Flachenecker in den Königsbaupassagen gegenüber Saturn zu finden: Das begehbare Gehirn ist mehr als ein Hingucker, das kann ich aus eigener Erfahrung berichten!

Maxi: Ich habe seit ein paar Wochen Schmerzen in beiden Füßen und kann meine Zehen nur ganz leicht krallen bei Wärme ist der Schmerz weniger vorhanden, ist das MS typisch oder kann es etwas anderes sein?

Dr. Walter Pöllmann: Das kann man ohne Untersuchung vor Ort nicht sagen. Stellen Sie sich am besten bald bei Ihrem Neurologen vor!

Moderator Patricia Fleischmann: @ toni und alle, die am und um den Welt MS Tag herum nach "Action" suchen: Hier ein paar Termine in Baden-Württemberg: https://www.amsel.de/multiple-sklerose/ms-themen/welt-ms-tag/welt-ms-tag-2019/termine-rund-um-den-welt-ms-tag-2019

Allgemein - toni: Dankeschön. Gibt es so etwas auch bundesweit?

Josefa: Vielen herzlichen Dank für ihre Antwort, die mir gleich eine Zusatzfrage entlockt! Wie kann ich Amioxid, das mir empfohlen wurde , mit Sativex am besten kombinieren? Ich werde dadurch sehr müde und wirke oft wie fernge- steuert! Soll ich evtl. Cannabis direkt nehmen?

Dr. Walter Pöllmann: Das sollten Sie am besten mit Ihrem Neurologen klären! Viel Erfolg!

Moderator Patricia Fleischmann: Welt MS Tag: Eine Karte mit weltweiten Terminen: https://worldmsday.org/events/

Allgemein - toni: Super toll Danke. emma: Ich habe schon länger heftige Zuckungen in den Beinen, wenn diese zu warm werden oder nach Einnahme von Medikamenten, die ich nicht vertrage. Was kann ich tun?

Dr. Walter Pöllmann: Passiert das vor allem im Ruhe oder wenn Sie liegen? Dann könnte es sich neben einschießenden Spastiken (Therapie z.B. mit Pregabalin) auch um ein "Syndrom der unruhigen Beine" handeln. Bitte besprechen Sie Ihre Beschwerden mit Ihrem Neurologen !

Marie: Guten Abend, was halten Sie von der Aussage, dass eine Kortison Schubtherapie bei akuten Schüben keinen positiven Einfluss auf die Langzeitentwicklung der MS hat?

Dr. Walter Pöllmann: Eine Schubbesserung ist doch ein entscheidender Erfolg, wenn hierdurch was erreicht wird. Das andere ist ja eher eine akademische Frage, die nicht weiterhilft.

Moderator Patricia Fleischmann: Gern, toni. Einen hab' ich noch: Link zu deutschlandweiten Aktionen: www.dmsg.de/welt-ms-tag/welt-ms-tag-2019/

Martin: Wie würde man handeln, wenn es sich um eine Ataxie handelt? Die Geschicklichkeit funktoniert oft nicht.

Dr. Walter Pöllmann: Intensive Ergotherapie ist wichtig! Viel Erfolg!

Jan: Guten Abend, vor etwa 10 Tagen hatte ich wie Muskelkater in beiden Waden, der nun weg ist und durch sehr nerviges Muskelzucken wie Faszikulationen abgelöst wurde. Sind das normale MS-"Nebenwirkungen" oder eher etwas schubverdächtiges? Bei mir hat erst vor 2 Wochen die Therapie mit Ocrevus begonnen.

Dr. Walter Pöllmann: Bitte stellen Sie sich am besten rasch bei Ihrem Neurologen vor. Das muss man sich genau ansehen und ggf. ergänzende Diagnostik (EMG?) veranlassen und kann dann einen vernünftigen Rat zur Behandlung geben.

Allgemein - toni: Dmsg schreibt auf der Seite von weltms tag 2018. na ja es Schein 2019 gemeint zu sein. emma: Ja, diese Zuckungen kommen tatsächlich meistens im liegen, am Abend und im Bett.

Dr. Walter Pöllmann: Bitte besprechen Sie Ihre Beschwerden mit Ihrem Neurologen ! Auf die Möglichkeiten einer Erklärung habe ich ja schon hingewiesen. Viel Erfolg!

Dagi: Guten Abend, ich habe an mehreren Stellen (Ellenbogen, Hüften) Schmerzen an den Übergängen der Sehnen zum Knochen. Außerdem sehr starke schmerzen beim Sitzen im Bereich des Ischias mit Schmerzen bis in den Knöchel, aber keinen Befund der LWS. Kann es hier auch einen Zusammenhang mit MS geben?

Dr. Walter Pöllmann: Die ausstrahlenden Schmerzen kann man neurologisch abklären, ob da eine Nervenwurzel belastet ist (EMG-Untersuchung). Die anderen Symptome sind nicht unbedingt neurologisch.

Moderator Patricia Fleischmann: @toni: Ja, 2019 ist gemeint :-)

emma: Ich weiß gerade nicht, ob dieses Problem als Symptom anzusehen ist? Ich hatte diese Art "Lachschläge" und wurde förmlich niedergestreckt bei Lachen, Schreck und Trauer - mußte Orexinspiegel bestimmen lassen (107) - kann MS so etwas auslösen?

Dr. Walter Pöllmann: Bisher haben wir in 30 Jahren MSK keinen derartigen Fall gesehen - da muss ich leider passen! Alles Gute!

Nikolaus: gibt es erfahrungen ob Bromelin oder Hanfoelprodukte positive Effekte auf die Entzuendungsherde im Kopf haben?

Dr. Walter Pöllmann: Wissenschaftlich liegen dazu noch keine ausreichenden Daten vor.

Maxi: Danke! Kann das mein HA auch feststellen da ich keinen Neurologen mehr habe, Rente.Lebe auf dem Land MS seit ca 20 Jahren und sonst keine schlimmen Ausfälle.

Dr. Walter Pöllmann: Ein Neurologe wird Ihnen da halt eher etwas genaueres sagen können. Wenn Sie stark belastet sind, halt notfalls einen Termin in der Umgebung bei einem Neurologen ausmachen! Viel Erfolg!

emma: Vielen Dank!

Dr. Walter Pöllmann: Gern geschehen, emma!

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, diese 90 Minuten gingen mal wieder ruckizucki vorbei. Da kann Dr. Pöllmann locker mit manchem Fußballspiel mithalten, finde ich. Der Chat ist ab nun für neue Fragen an den Experten geschlossen. Dr. Pöllmann beantwortet aber noch die ausstehenden Fragen. Eingschaltet bleiben lohnt sich also. Außerdem dürfen Sie gern über das untere Schreibfeld auch untereinander chatten. Das Protokoll geht im Laufe des Abends online (ca. 30 Minuten nach der letzten Antwort). Und ist außerdem unter www.amsel.de/chatprotokolle nachzulesen - das war auch die Frage von Maxi.
Ganz herzlichen Dank an Dr. Walter Pöllmann für seine fachkundigen Antworten! Ein herzliches Danke auch an alle Chatter für die interessanten Fragen. Allen miteinander wünsche ich noch einen schönen restlichen Abend!

Redaktion: AMSEL e.V., 21.05.2019