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Milde / moderate Multiple Sklerose

Bei einem "moderaten" Verlauf sollten weniger als zwei Schübe pro Jahr vorkommen und die Symptome sollten sich nach Behandlung mit Kortison gut zurückbilden, so Prof. Brigitte Wildemann im Expertenchat.

Moderator Patricia Fleischmann: Hallo liebe Chatter, heute geht's um die milde bzw. moderate Multiple Sklerose. Auf Ihre Fragen sind Prof. Wildemann und ich sehr gespannt !

Liba: Sehr geehrte Frau Prof. Wildemann, bei mir sind vor ca . 25 Jahren Doppelbilder aufgetreten. Ich war zwar in ärztlicher Behandlung, habe aber die Untersuchungen nach einigen Wochen beendet, hatte also keine Diagnose. Vor ca. 5 Jahren traten dann Gehbeschwerden auf und seit 2 Jahren habe ich die Diagnose MS. Jetzt meine Frage: Obwohl mir sofort zu einer Basistherapie geraten wurde, habe ich mich bisher für keine entschieden. Ich bin unsicher, welches Medikament bei meiner MS sinnvoll ist. Prophylaktisch erhalte ich 1/4-jährlich 3Tg. eine Infusion mit Urbason 1000mg. Können Sie mir einen Rat geben, wie ich künftig handeln soll ?

Prof. Brigitte Wildemann: ich kann Ihre Frage nur bedingt beantworten, da ich nicht alle Befunde kenne. Es wäre z.B. wichtig zu wissen, wann zum letzten Mal eine MRT-Untersuchung des Gehirns stattgefunden hat und wie der Befund war (z.B. Kontrastmittel anreichernde Entzündungsherde ja oder nein). Sofern die Gehschwierigkeiten langsam fortschreiten sollten, wäre es möglich, dass die Erkrankung im sekundär progredienten Stadium ist. Falls dies der Fall sein sollte und Sie auch schubförmige Verschlechterungen haben, wäre Betainterferone zur Prophylaxe geeignet und hierfür auch zugelassen. Die neueren Medikamente in Tablettenform sind ausschließlich dann zugelassen, wenn Schübe vorhanden sind. Die 3monatige Gabe von Urbason macht Sinn, wenn die Erkrankung aktuell progredient verläuft. Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage sinnvoll beantworten. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Prof. Dr. med. Brigitte Wildemann

Oberärztin, Neurologische Klinik, Universität Heidelberg

  • Wissenschaftliche und klinische Schwerpunkte
    Neuroimmunologie klinisch und experimentell
    Liquordiagnostik
  • Gremien
    Erweiterter Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie
    Multiple Sklerose Konsensusgruppe (MSTKG)
  • Ausbildung
    Neurologische Klinik der Universität Heidelberg
    Psychiatrische Klinik der Universität Heidelberg
    Department of Immunology Royal Postgraduate Medical School, Hammersmith Hospital, London
    Department of Neurology and Neuroscience, Johns Hopkins University, Baltimore (Research fellow)

Rita: Hallo Frau Fleischmann, hallo Frau Prof. Wildemann, Ich bekam 2008 die Diagnose MS, habe sie jedoch wahrscheinlich schon mindestens seit 2003. Ich hatte nur einen klinisch auffälligen Schub 2008 und spritzte seitdem bis Mitte 2014 Copaxone. Danach nahm ich Tecfidera bis heute. Da meine Leukozyten auf 2300 und die Lymphozyten auf 800 gefallen sind beende ich die Basistherapie. Nach 6 1⁄2 schubfreien Jahren habe ich vermutlich eine moderate MS und glaube auf eine Basistherapie verzichten zu können. Zumal ein Nutzen der Basistherapie auf eine schleichende Verschlechterung und nach dem Übergang auf die sekundär progrediente MS bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Natürlich habe ich Bedenken weil nur im Anfangsstadium der Erkrankung eine Behandlung Sinn machen soll und später der Verlauf nicht mehr beeinflusst werden kann. Aber bei meiner Dauer der Erkrankung bin ich über dieses Anfangsstadium wohl schon hinaus. Mein Neurologe sagt nach einem Jahr wird ein MRT gemacht zur Kontrolle des Verlaufs. Frage: Liege ich Ihrer Ansicht nach mit meinen Überlegungen richtig oder verpasse ich eine Phase in der ich mit Basistherapie noch Einfluss auf den Verlauf nehmen könnte? Wie schätzen Sie den Einfluss der Ernährung auf den Krankheitsverlauf ein? Eine Ernährungsberaterin hat mir vor 1 Jahr Butter als gesündeste Form des Streichfettes empfohlen. Bis dahin vermied ich weitest gehend tierische Fette wie Butter und verwendete stattdessen Pflanzenmargarine. Wie wichtig schätzen Sie die Vermeidung der gesättigten tierischen Fette für eine entzündungs- hemmende Ernährung ein?

Prof. Brigitte Wildemann: solange entzündliche Aktivität (z.B. Schübe oder neue Herde in der MRT) nachweisbar sind, macht eine Prophylaxe unbedingt Sinn, da durch antientzündliche Medikamente auch positiv das Fortschreiten von Behinderung zumindest partiell verhindert werden kann. Bzgl. der Ernährung gibt es keine durch Studien gesicherte Empfehlungen. Sinnvoll sind ungesättigte Fettsäuren, also z.B. die Verwendung von Olivenöl anstelle von anderen Speiseölen. Es verdichten sich Hinweise, dass ausreichende Blutkonzentrationen von Vitamin D den Verlauf der MS günstig beeinflussen können. Bei niedrigen oder niedrig normalen Spiegeln ist daher die Einnahme von Vitamin D Präparaten sinnvoll. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Lesaa: Sehr geehrte Frau Prof. Wildemann, wie erkenne ich denn überhaupt einen milden Verlauf?? Mein Initial MRT z.B. sah wohl nicht so prickelnd aus mit 10 Läsionen.... Der Neurologe im Klinikum sagte sowas wie: "Verlauf tendentiell eher schlechter" und dass ich in 5 Jahren auch schon im Rollstuhl sitzen könnte. Mein behandelnder, niedergelassener Neurologe sagt: "Leichter Verlauf". Ich habe jetzt seit 5 Jahren die Diagnose in der Zeit hatte ich auch 5 Schübe, alle mit Rückblidung von 99%. Sind das viele oder wenig Schübe? Habe noch keine Behinderung. Aber wie wird es weiter gehen?? Danke für Ihre Antwort.

Prof. Brigitte Wildemann: 1 Schub pro Jahr ist recht viel, entspricht aber nicht einem aktiven oder hochaktiven Verlauf, insbesondere auch nicht, da die Symptome sich bisher sehr gut zurückgebildet haben. Unbedingt ist eine Prophylaxe ratsam. Falls die jährlichen Schübe unter einer Langzeittherapie aufgetreten sind und auch das MRT neue Herde gezeigt hat, sollte man eine Umstellung überlegen auf ein Medikament, das stärker antientzündlich wirkt als z.B. Interferone, Copaxone und Aubagio. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Christel: Sehr geehrte Frau Prof Wildemann, ich hatte 2007 die erste Sehnerventzündung, kein weiterer Befund damals. 2012 die 2. Sehnerventzündung, Diagnose aufgrund der Wiederholung und es sollen winzige Läsionen zu sehen sein. Ich sehe nichts, mein Neurologe muss schon genauer hinsehen. Seidem spritze ich Copaxone, nehme Vitamin D und Weihrauch. Das MRT zeigte keine Veränderung bisher. Nun muss ich wieder ins MRT, und meine Frage ist : Sollte es wieder keine Veränderungen zeigen, kann ich dann Copaxone absetzen? Ich will nicht ständig Medikamente nehmen und ich bin auch vom Nutzen nicht überzeugt, schliesslich ist mir von 2007 bis 2012 auch nichts passiert und ich hatte beide Schübe in Zeiten schwerer Überlastung. Vitamin D und Weihrauch würde ich weiterhin nehmen.

Prof. Brigitte Wildemann: Die Mitteilung, dass man im MRT keine MS-typischen Entzündungsherde sieht, ist ungewöhnlich. Wurde bei Ihnen eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor?) vorgenommen und waren hier die Befunde typisch (insbesondere wurden oligoklonale IgG-Banden nachgewiesen?) Falls dies nicht der Fall ist, müssen auch andere Ursachen für die zweimaligen Sehnervenentzündungen in Erwägung gezogen und evtl. eine Testung auf bestimmte Antikörper im Blut vorgenommen werden (z.B. Aquaporin-4-Antikörper) sowie zusätzliche Bluttests. Sie sollten hier ggf. Ihren behandelnden Neurologen befragen. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

ursula: inwieweit wird untersucht, ob auch menschen mit benigner schubförmiger MS überhaupt von den basistherapien profitieren können? warum ich frage? fakt ist ja, daß schubförmige MSler mit sehr wenig schüben gar nicht in den medikamentenstudien mitmachen können, weil ihre MS nicht aktiv genug ist, sie also die einschlußkriterien nicht erfüllen. ehrlich gesagt, sehe ich das "alle über einen kamm scheren" kritisch. meiner meinung nach wird viel zu wenig untersucht, welche patientengruppen überhaupt von den ohnehin nur schwach wirksamen basistherapien profitieren.

Prof. Brigitte Wildemann: es wird sehr kontrovers diskutiert, ob eine "benigne" MS überhaupt existiert. Die Erkrankung ist sehr variabel, weshalb es sehr schwierig sein kann, im Einzelfall eine genaue Vorhersage über den weiteren Verlauf zu machen. Auch eine Erkrankung, die wenige Schübe erzeugt, zwischen denen viele Jahre liegen, kann irgendwann chronisch progredient werden und dann zunehmende Behinderung hervorrufen. Da für letztere die entzündliche Aktivität zu Beginn der MS mitverantwortlich ist, macht es sehr viel Sinn, frühzeitig eine Prophylaxe zu beginnen. In die Therapieentscheidung sollte auh der MRT-Befund einfließen. Je mehr Herde man hier nach Ausbruch der Erkrankung sieht, desto größer ist das Risiko, im Langzeitverlauf bleibende Behinderung auszubilden. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Tomate: Guten Abend Frau Prof. Wildemann, meine MS Diagnose bekam ich Anfang 2014 in einer MS Fachklinik. Das Mrt zeigte 5 Läsionen aber ohne Balkenbefall,auch im Rückenmark habe ich 3 kleine Läsionen.Der Liquor zeigte oligokonale Banden und eine IGG Synthese.Mein Neurologe sagte das es erst eine MS wäre wenn ich 9 Läsionen hätte.Was ist nun richtig?

Prof. Brigitte Wildemann: Nach den neuen Diagnosekriterien (2011) kann man die Erkrankung bereits sichern, wenn eine oder mehr Entzündungsherde in mindestens zwei krankheitstypischen Regionen nachweisbar sind, d.h. der Nachweis von nur zwei Läsionen kann genügen. Beim ersten Symptom kann man die Diagnose mit einer einzigen MRT-Untersuchung sichern, wenn zusätzlich eine Läsion Kontrastmittel anreichert. Diese darf dann aber die klinischen Symptome nicht erklären. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Annie: Guten Abend! Ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen Neurologen. Die Meisten raten sofort zur Basistherapie, aber ich habe Bedenken wegen der Nebenwirkungen. Diagnose 2010, seit dem 2 Schübe die sich dank Cortison zurückgebildet haben. Ich habe eine 1,5 jährige Tochter und stille noch. In der Schwangerschaft ging es mir blendend, jetzt ab und zu leichte Beschwerden. würden sie auf jeden Fall zur Basistherapie raten oder gibt es Alternativen?

Prof. Brigitte Wildemann: Man sollte den MRT-Befund in die Entscheidung mit einbeziehen, z.B. die Zahl der Herde und ggf. der Nachweis kontrastmittelanreichernder Läsionen. Der frühzeitige Beginn deiner Langzeittherapie macht unbedingt Sinn, da die insbesondere bei Beginn der MS vorhandene Entzündungsaktivität den langfristigen Gewebeschaden im Gehirn und im Rückenmark mitbestimmt. Es ist richtig, dass manche der verfügbaren Medikamente Nebenwirkungen haben, diese sind aber in der Regel sehr gut beherrschbar und es gibt viele Tipps, wie man die Behandlung sehr gut in den Alltag integrieren kann. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

anni: Sehr geehrte Frau Prof. Wildemann, die Bezeichnung "moderater Verlauf" hört sich ja recht positiv an. Kann man bei MS diesbezüglich eine Prognose abgeben bzw. wann wird von einem solchen gesprochen?

Prof. Brigitte Wildemann: Bei einem "moderaten" Verlauf sollten weniger als zwei Schübe pro Jahr vorkommen und die Symptome sollten sich nach Behandlung mit Kortison gut zurückbilden. Dennoch würde man unter solchen Umständen unbedingt zu einer Langzeittherapie raten, um die Entzündungsaktivität (Schübe, neue Herde) wirksam zu unterdrücken, da dies in jedem Fall die Langzeitprognose verbessert und dauerhafter Behinderung entgegenwirkt. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Vera: Sehr geehrte Frau Prof. Wildemann, ich bin nach zwei kleine Schübe (Sehnerventzündung und kleine leichte Sensibilitätsstörungen innerhalb von drei Monate letztes Jahr mit MS diagnostiziert worden, entsprechend waren alle diagnostischen Untersuchungen auch alle in Richtung MS hinweisend. Im Moment nehme ich Tecfidera ein (seit 5 Monate die volle Dosis) und vertrage das Medikament eher gut. Positiv dazu zu vermerken ist, dass die MRT-Bilder im Januar keine Aktivität (weder ältere Herde, noch neu aufgetretene) der Krankheit angezeigt haben. Allerdings habe ich Angst um die Zukunft, da man Verläufe und prognostisch nicht einschätzen kann. In dem Sinne habe ich großes Interesse an einer Stammzellentherapie, da ich weiß, dass diese risikoreich aber dennoch gute Erfolge zeigt. Würden Sie dass für so einene Fall wie meinen Stammzellentherapie empfehlen. Ich dachte mir, ich habe überhaupt keine Ausfälle und es kann mehr Sinn machen so eine Therapie durchzuführen, bevor richtige SChäden im Körper begonnen haben. Was ist Ihre Meinung dazu? Vielen Dank und entschuldigen Sie die lange Ausführung.

Prof. Brigitte Wildemann: Die Krankheit scheint mit Tecfidera sehr wirksam behandelt zu sein. Solange dies so bleibt, gibt es gar keinen Grund, stärker oder sogar aggressive Behandlungsformen zu wählen. Die Möglichkeit, die MS mit Stammzellen zu behandeln, liegt noch in weiter Ferne. Dagegen kann man die Stammzelltransplantation, d.h. 1. die Gewinnung der eigenen Stammzellen aus dem Blut, 2. die therapeutische vollständige Unterdrückung der Knochenmarksfunktion mit Chemotherapie, 3. die Rückgabe der eigenen Stammzellen, die dann ein neues Immunsystem aufbauen, bei sehr aggressivem Krankheitsverlauf evtl. in Erwägung ziehen. Heute wird man ein solches Vorgehen nur ausnahmsweise wählen, da sehr viele Optionen zur Verfügung stehen, wenn eine Behandlung, z.B. mit Tecfidera, nicht ausreichen sollte. Zugelassen sind hier Medikamente wie Gilenya, Tysabri und Lemtrada (letzteres unterdrückt, ähnlich wie eine SZ-Transplantation, auch sehr wirksam die Knochenmarksfunktion und trägt zur Neubildung eines "weniger autoaggressiven" Immunsystems bei). Mit besten Grüßen, B. Wildemann

FILOMENA: Ich hatte 1994 zum 1. Mal den Verdacht auf MS wegen eines akuten Lhermitte Zeichens, das mehrere Wochen anhielt. Damals konnte man aber nichts im MRT feststellen. 2009 hatte ich dann 2 Schübe innerhalb von wenigen Wochen. Beim 1. hatte ich nur eine leichte Sensibititätsstörung im rechten Gesichtsbereich. Ca. 4 Wochen später war die gesamte linke Gesichtshälfte einschließl. des Zahnfleisches taub.Danach wurde die MS gesichert festgestellt. Seitdem spritze ich Copaxone. Im Frühjahr 2014 fanden sich im MRT 3 neue kleine Läsionen, die ich aber kaum als Schübe bemerkt habe. Ich habe körperlich sichtbar keine Einschränkungen, aber geistige Einbußen, vor allem, wenn ich nur ein klein wenig in Stress gerate, bin ich zu nichts mehr in der Lage. Seit 2011 habe ich deswegen auch aufgehört zu arbeiten. Im Herbst 2014 hatte ich nochmal ein KontrollMRT, hierbei war nichts Neues zu finden. Könnte es sein, dass trotzdem eine chronische Phase eingetreten ist, denn meine Vergesslichkeit und meine nervlichen Belastungen werden immer schlimmer.

Prof. Brigitte Wildemann: es wäre wichtig zu wissen, wie viele Entzündungsherde in der MRT zu sehen sind. Herde können auch Müdigkeit und Vergesslichkeit hervorrufen, vor allem wenn sie zahlreich sind. Die Tatsache, dass 2014 dreie neue Läsionen vorhanden waren, deutet an, dass die Aktivität der Erkrankung evtl. nicht ausreichend unterdrückt ist und schon noch Entzündung vorhanden ist. Ggf. sollte eine neuropsychologische Testung erfolgen, um zu messen, wie sehr Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigt sind. In Verbindung mit den klinischen und MRT-befunden sollte man dann überlegen, ob ein Wechsel der Therapie ggf. sinnvoll ist. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

ursula: ich welchem fall kann man ihrer meinung nach auf eine basistherapie verzichten? mein neurologe riet mir dazu. (habe keine schübe seit diagnoseschub vor 9 jahren. initial-MRT mit 2 herden. seitdem keine relevante zunahme der herde. keine behinderung. therapie mit copaxone bis vor 2 jahren. tecfidera wg. schwerer lymphopenie nicht vertragen.)

Prof. Brigitte Wildemann: unter diesen Umständen könnte man tatsächlich die Therapie pausieren. In jedem Fall sollte aber zusätzlich ein MRT des Rückenmarks gemacht werden und, nach Absetzen der Behandlung jährlich ein MRT des Gehrins, Mit besten Grüßen, B. Wildeman

Moderator Patricia Fleischmann: @alle: Liebe Chatter, Sie können sich gern in der Plauderecke, 2. Schreibfeld, untereinander austauschen, z.B. über bisherige Erfahrungen mit der Multiplen Sklerose. Das verkürzt auch die Wartezeit bis zur Antwort :-)

Dennis: Hallo sehr geehrte Prof.Brigitte Wildemann zu meiner geschichte ca vor einem Jahr stellte sich bei mir ein starker ohrdruck ein gefolgt von ständigen Unwohlsein. Ich wurde dadraufhin neurolgisch untersucht sprich das ganze Programm MRT,CT. Lumbalp. Alles ohne befund. Ich wurde anschließend entlassen und ca 2 tage später setzte sich starker Tinnitus weiterem ohrdruck ein. Achja zu Ergänzung Alle befunde waren unaufällig bis auf das vep bei einer p 100 Latenz waren wohl links 110-rechts 120 zu sehen. Wäre aber trozdem nicht schlimm wurde mir gesagt. Aufgrund des Tinnituses und ohrdruckes rannte ich von Arzt zu Arzt und es wurde viel auf die Psyche geeschoben die auch sichtlich angeschlagen war. Und so stellten sich ebendfals Depressionen ein (ich nenne es nun mal so) So bekam ich vermehr Probleme mit den Augen sprich Schmerzen und das gefühl nicht richtig mitzukommen. Augenarzt befunde ebendfals unaufällig. Ein paar Wochen Später Setzte sich dann Sarker drehschwindel mit ein und es wurde eine Disfunktion des Gleichgewichtsorgan fesgestelt . Worauf mir dann geraten wurde in Die schwindel Klinik zu gehen. lange rede kurzer sinn verdachts Diagnose Morbus Meniere allerdings a typisch da ein Starker Hörverlust fehlen würde. (setzt sich aber nun nach und nach ein im tiefton Bereich) Warum ich nur in diesem Forum bin und nachhaken möchte ist, DAs sich Momentan ein dauerschwindel eingesetzt hat sprich Es kippt alles zur SSeite und ich sehe das auch so (als ob ein Bild schief hängt) und mir wurde gesagt das wäre wiederrum eher untypisch. Desweiteren verlaufen die Symptome fastb Synchron sprich eingehender hörverlust. und Tinnitus. Gleichgewichtstechnisch is das linke Ohr aber Stärker betroffen. Angst hat mir nun gemacht das sich seit wpchen ein Schlappheitsgefühl da zugesinnt hat was sich anfühlt wie eine dauerschwäche (wie kurz vorm Kreislaufzusammenbruch) . Zu meiner frage ich weis das kann natürlich viele Ursachen haben aber vorweg ist es überhaupt möglich das die ohren (also das Hörorgan und Gleichgewichtsorgan) von einer MS betroffen sein können? oder ist das eher unwarscheinlich. Dann Muss der Vep Befund was negatives heissen oder gibt's auch fälle bei denen das ncihts zu heissen hat. Und 3tens wie warscheinlich könnte dennoch eine Ms sein wenn alle befunde negativ waren. und wann sollte man die Untersuchung ggf wiederholen. Abschließend ich bin 32 und männlich und ich hoffe sie können troz meiner schnellen Schreibweise lesen was ich geschrieben habe. Danke vorweg

Prof. Brigitte Wildemann: für die sichere Diagnose einer MS werden typische Befunde in der MRT und im Nervenwasser (Liquor) verlangt. Wenn diese nicht vorliegen, sind die Beschwerden anderweitig verursacht. Beim VEP gibt es manchmal auch Fehlmessungen, z.B., wenn man kurzsichtig ist und die Brille bei der Untersuchung nicht dabei hatte. Ggf. sollte Sie diese Untersuchung wiederholen lassen. Hörstörungen sind kein Typisches Symptom bei einer MS. Wenn Schwindel vorkommt, liegt die Ursache im Gehirn und ist nicht durch eine Störung im Gleichgewichtsorgan begründet. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Sally: Guten Abend! Ab wann spricht man denn von einem milden bzw. moderaten Verlauf bzw. wie erkenne/merke ich das als Patient? Herzlichen Dank

Prof. Brigitte Wildemann: bei einem milden/moderaten Verlauf sollten weniger als zwei Schübe pro Jahr vorkommen und die Schubsymptome sollten sich jeweils nach Therapie mit Kortison gut zurückbilden. Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - Dennis: jemand da



Allgemein - FILOMENA: hallihallo


Ralph: Hallo Frau Professor, vor 14 Jahren habe ich nach einem Schub mit kribbelnden Füßen, Bauchdecke und danach den Händen inkl. pelzigem Gefühl die Diagnose MS bekommen. Seit dem kein Schub mehr, den ich als solchen wahrgenommen hätte. Spritze seit 2004 Cop. Seit 2010 jedoch erhöht sich am ganzen Körper inkl. Gesichtsmuskulatur, Augenlider, Nacken, seitliche Bauchmuskulatur, Arme, Finger und die Beine bis in die Zehen der Tonus. Zumindest interpretiere ich das als solches, da mein Gehen gefühlt immer steifer wird und ich nach kurzer Zeit Schmerzen habe. Dasselbe in den Armen beim Halten schwererer Gegenstände. Im Gesicht beim Kauen von z.B. Brot (Wangenmuskulatur). Wenn ich länger einen Monitor betrachte, werden die Augenlider immer schwerer (Schlafzimmerblick). Mir wurde immer gesagt aufgrund der wenigen Schübe und keiner bleibenden Ausfälle, dass ich einen milden Verlauf hätte und mir keine Sorgen machen müsste. Bis 2010 habe ich das auch geglaubt, allerdings mit den obigen Symptomen verlässt mich der Glaube daran immer mehr. Wie sehen sie das? Welches Vorgehen macht in Ihren Augen in meiner Situation Sinn? Ernte leider sehr viel Sarkasmus und Zynismus von Seiten der Ärzte, da man bei mir durch die normalen Untersuchungen (Finger auf die Nase, Hüpfen in der Praxis etc. meine Probleme anscheinend nicht objektivieren kann!) cMRT wurde übrigens letztes Jahr gemacht, ohne neue Herde. Vielen Dank

Prof. Brigitte Wildemann: Nach meinem Dafürhalten wäre eine ausführliche neurologische Untersuchung, die auch Tests auf Ermüdbarkeit der Muskulatur (inklusive Augenmuskeln) einschließt, empfehlenswert. Außerdem sollte neben der cMRT auch eine MRT des Rückenmarks vorgenommen werden. Man muss u.a. überprüfen, ob die Symptome langsam fortschreitend durch die MS oder evtl. auch durch eine andere Erkrankung hervorgerufen werden. Ohne genaue Kenntnis des klinischen Befundes und der Befunde in den MRT-Aufnahmen kann ich hier leider nicht präzise Stellung nehmen.

Allgemein - Tomate: huhu



Allgemein - Dennis: heyheyhey



Allgemein - Annie: Hi ☺



Allgemein - Sally: N Abend :-)


liba: Sehr geehrte Frau Prof. Wildemann, ich möchte noch Informationen zu meiner Diagnose geben. Das letzte MRT wurde im Dez.2014 gemacht und zeigt keine Veränderung zu 2012. Trotz hoher Läsionslast sind keine neuen/aktive Herde nachgewiesen. Geben Sie mir jetzt einen anderen Rat ? Vielen Dank Liba

Prof. Brigitte Wildemann: ich beantworte die Frage in Kürze


Allgemein - FILOMENA: wem geht es auch so, dass der Neurologe einen Patientern mit wenig Beschwerden nicht richtig ernstnimmt?



Allgemein - FILOMENA: Komme mir immer so vor, schnell mal alle Reaktionstests und fertig.


Sally: @FILOMENA Was meinst du konkret?


Allgemein - Dennis: habe generell mit nerologen schlechte Erfahrungen gemacht da immer ganz schnell auf die Psyche geschoben wird sollte aber nicht für alle gelten


Dagi: Hallo Frau Fleischmann, Hallo Frau Prof. Wildemann, bei mir wurde vor 2 1/2 Jahren MS diagnostiziert, nachdem ich einen Schub mit starkem Schwindel hatte. Leider ist die Symptomatik nicht ganz verschwunden. Danach hatte ich keine neuen Beschwerden mehr. Vor 20 Jahren als Erstsymptom eine Sehnervenentzündung. Allerdings zeigt jetzt ein neues MRT 3 weitere Läsionen. Kann man hier noch von einer milden MS sprechen?

Prof. Brigitte Wildemann: ja, insgesamt schon. Man muss allerdings berücksichtigen, dass die Dynamik der Erkrankung sich im LZ-Verlauf ändern kann. Man sollte berücksichtigen, wie viele Läsionen insgesamt in Gehirn und Rücknemark nachweisbar sind. Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - Sally: Woher kommt ihr denn so...jemand aus dem Allgäu dabei? :-)


Kirstin: Schönen guten Abend, bekomme seit Ende November Tysabri Infusionen. Kann es sein, dass das eine Depression auslöst?

Prof. Brigitte Wildemann: das ist ungewöhnlich, selten aber wohl möglich. Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - Annie: Ich werde immer schief angeguckt weil ich keine Basistherapie mache. Hab mit 2 Kindern Angst vor Nebenwirkungen und bin unsicher ob es überhaupt etwas bringt


ursula: meines wissens haben die basistherapien nach 15 jahren keinen einfluß auf die langfristige behinderungsprogression und auch nicht auf die die zeitspanne zum eintritt in die progrediente phase. oder gibt es dazu seriöse studiendaten, die ich nicht kenne?

Prof. Brigitte Wildemann: es ist richtig, dass die Effekte auf die langfristige Behinderungsprogression insgesamt nur gering bis moderat ausgeprägt sind. Auf der anderen Seite gibt es valide Daten, die zeigen, dass die Entzündungsaktivität zu Beginn der Erkrankung den langfristig entstehenden Gewebeschaden in Gehirn und Rückenmark wesentlich mitbestimmen. Hierin liegen Überlegungen begründet, die MS anfänglich möglichst stark antientzündlich zu behandeln, um progrdienter Behinderung im LZ-Verlauf möglichst effizient entgegenzuwirken. Nach den Empfehlungen soll die Erkrankung, wenn sie anfänglich sehr aktiv ist, sofort mit den stärkeren Medikamenten behandelt werden.


Allgemein - Annie: Mittelhessen



Allgemein - Dennis: dortmund



Allgemein - FILOMENA: Habe mit Copaxone kaum Probleme, aber ich kann verstehen, dass man darauf nicht erpicht ist



Allgemein - FILOMENA: BAden Württemberg



Allgemein - FILOMENA: Mein Neuro sagt immer, das kann nicht von der MS kommen. Z.B. Kopfschmerzen


kelte: Hallo, ich hatte noch nie Probleme mit Kälte, im Gegenteil, ich habe sie immer sehr gut vertragen. Aber seit dem ersten Schub vor ca. einem Jahr, werden meine Hände und Füße im Laufe des Tages eiskalt und das seit Nov/Dez, sie werden so kalt, dass sie Taub werden. Kann das was mit MS zutun haben? Denn ich empfinde nicht nur so, sie werden tatsächlich eiskalt, wenn ja, wo ist da der Zusammenhang zu den Nerven? Blutwerte sind Ok, Durchblutungsstörungen sind es laut Arzt auch nicht. Wie schätzen sie das ein? Danke!

Prof. Brigitte Wildemann: hierzu müsste ich wissen, ob Sie neben dem Kältegfühl andere Störungen durch die MS haben, die geblieben sind, z.B. Gefühslstörungen oder Lähmungserscheinungen. Entzündungsherde im Rückenmark können mitunter auch Nerven des autonomen Nervensystems betreffen. Die kann Kältemissempfindungen erzeugen. Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - Emil: Hallo aus Niedersachsen :) @Annie: ich mache auch keine Basistherapie - gerade bei einer milden Form ist man ja nicht wirklich willig, sich das anzutun.. Habe meine Ernährung komplett umgestellt auf antientzündlich und glutenfrei. Fahre super damit. Warum sollten denn nur antientzündliche Medikamente helfen und nicht Ernährung? Hat noch jemand Erfahrung damit?



Allgemein - Annie: Ein guter Neuro ist schwer zu finden......ich harte einen der leider umgezogen ist.


Tomate: was heisst das jetzt genau? von 2008-2010 hatte ich immer nur eine Läsion.seit 2014 5 Läsionen aber keine kontrastmittelanreichernde Herde was vielleicht aber auch daran liegt das ich nur 2mal Kontrastmittel erhalten habe.

Prof. Brigitte Wildemann: es ist sehr zu empfehlen, die MRT stets auch nach KM-Gabe durchführen zu lassen. Heute möchte man als optimales Therapieziel Freiheit von KH-Aktivität erreichen, also keine Schübe, keine neuen Läsionen und keine fortschreitende Behinderung. Wenn trotz Langzeittherapie wiederholt neue Herde in der MRT zu sehen sind, kann und sollte man einen Therapiewechsel überlegen. Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - Dagi: Hallo aus Nordhessen! Ich musste meinen Neuro auch wechseln. Nach der Zulassung von Tecfidera und 2 Jahren ohne Basistherapie habe ich mich für Tec entschieden, mein alter Neurologe wollte mir das nicht verschreiben



Allgemein - FILOMENA: @Emil was verstehst du unter antientzündlicher Ernährung?



Allgemein - Dagi: Nehme auch Vitamin D



Allgemein - Emil: Filomena: antientzündlich heisst v.a.: keine tierischen Fette. d.h. kein Fleisch, aber auch keine Milchprodukte / Käse etc. Also vegan. Esse aber Fisch wg. Omega-3.



Allgemein - FILOMENA: Mein behandelnder Neuro ist auch weiter weg verzogen. Ich konnte zwar in der Praxis bleiben, habe aber mit dem Nachfolger irgendwie keinen so guten Draht



Allgemein - FILOMENA: Ah ok. ich esse nämlich für mein Leben gerne Joghurt und Käse. Da müsste ich mich ganz schön umstellen



Allgemein - FILOMENA: Vitamin D nehme ich auch, ich meine, dass ich seitdem weniger Fatique habe, hat das auch jemand bemerkt oder bilde ich mir das ein.



Allgemein - Emil: ich dachte auch, die Ernährungsumstellung fällt mir schwer - ist aber gar nicht so. Es gibt total leckere Soja-Joghurts z.B. mjam. Und man kann ja auch mal Ausnahmen machen ;)


resa: Welche Veränderungen sind nach 10 Jahren Erkrankung noch im Liquor nachweisbar?

Prof. Brigitte Wildemann: auch nach 10 Jahren findet man krankheitstypische Veränderungen, allen voran oligoklonale IgG-Banden nur im Liquor, aber nicht im Blut. Dies belegt den chronischen Entzündungsprozess im zentralen Nervensystem. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Dagi: Können meine Verspannungen im Nacken/Schulter-Bereich doch eher Spastizität aufgrund meiner MS sein? Was kann ich gegen meine Verspannungen machen?

Prof. Brigitte Wildemann: Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich können beispielsweise aufgrund von Spastik-bedingten Fehlhaltungen bedingt sein. Man kann versuchen, die Verspannungen durch manuelle Therapie und Krankengymnastik sowie durch Wärmeanwendungen zu lösen. Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - FILOMENA: Danke für den Tipp mit SojaJoghurt, werde ich gerne mal probieren



Allgemein - Emil: Milch kann man auch gut durch Mandel-, Reis-, Kokos- oder Sojamilch ersetzen. WEnn man erst einmal anfängt herum zu experimentieren macht es sogar Spass



Allgemein - FILOMENA: @Emil. Wie macht sich denn bemerkbar, dass du die Ernährung umgestellt hast? Wie war dein Verlauf vorher und jetzt?


resa: Können kognitive Störungen auch als Schub gedeutet werden?

Prof. Brigitte Wildemann: kognitive Störungen resultieren häufig, wenn zahlreiche entzündliche Herde vorhanden sind. es gibt aber auch (seltener) die Möglichkeit, dass sie Ausdruck eines akuten Schubes sind. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Jenni Joseph: Was versteht man unter milder/moderater Multipler Sklerose???

Prof. Brigitte Wildemann: s. oben


Allgemein - Sanni: Hallo Frau Fleischmann, wird es auch einen Chat für die aktiveren Verläufe geben?


Moderator Patricia Fleischmann: Hallo Sanni. Ja, wir haben am 3.3. einen Chat zu PPMS und 2 Wochen später ist einer für die (hoch-) aktiven Verläufe geplant. Warte noch auf Zusage des Experten, dann stehts auch online.

Allgemein - Sanni: @ Frau Fleischmann: Danke, dass wäre klasse.



Allgemein - Dennis: jemand öffter hier ist ja normal das das mit der antwort immer dauert oder? weis ja nicht wie viele fragen stellen


Moderator Patricia Fleischmann: Hallo Dennis, ein bisschen Geduld bitte noch. Es sind jede Menge Fragen offen. Die kann Prof. Wildemann nicht auf einen Satz beantworten.

Allgemein - Dennis: überhaupt kein Problem war nur noch nie hier verstehe das volkommen



Allgemein - FILOMENA: Hat jemand schon mal was von Atlasprofilax gehört gegen plötzlichen kurzen Schwindel, der vom Nackenbereich ausgehen soll?


peter: Wie beurteilen sie MS ohne Schübe aber in laufe der Zeit immer weitere Symptome/Ausfälle ist hier auch von einer milden MS zum sprechen?

Prof. Brigitte Wildemann: das langsame Fortschreiten von neurologischen Symptomen/Ausfällen spricht gegen das Vorliegen einer schubförmigen Verlaufsform und für eine chronisch progrediente Erkrankungsform. Dies würde man nicht als milde MS bezeichnen. Wichtige Informationen könnten die MRT des Gehirns und des Rückenmarks geben. Je nach klinischen und radiologischen Befunden sollte man das therapeutische Vorgehen festlegen. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

FILOMENA: Kurzer Schwindel, plötzlich und dann gleich wieder weg, soll lt. Neurologe vom Nackenbereich ausgehen. Könnte dies auch durch die MS verursacht werden. Ich gehe regelmäßig zur Osteopathin, aber meine Verspannungen kommen immer wieder.

Prof. Brigitte Wildemann: kurzer Schwindel, der weniger als 24 Stunden andauert, ist kein typisches MS-Symptom, sondern hat sehr wahrscheinlich eine andere Ursache, Mit besten Grüßen, B. Wildemann


Allgemein - Emil: @Filomena: habe seit 15 Jahren komische Sachen ("Reizblase" etc.), Diagnose nach ner Trigeminus-Neuralige erst seit 1 Jahr. Habe sofort die Ernährung umgestellt und noch nichts weiter gehabt. Das kann, muss aber natürlich nicht mit Ernährung zu tun haben. Es gibt sehr viel Literatur dazu (ich fand z.B. MS für Anfänger, Sven Böttcher sehr gut), und man sollte sicher auch alles kritisch bewerten. Aber Ernährung ist etwas was man selber in der Hand hat - es gibt mir das Gefühl, nicht ausgeliefert zu sein sondern etwas beitragen zu können.



Allgemein - Dagi: Atlasprofilax wirkt nicht bei MS bedingtem Schwindel. Bei mir war Akupunktur erfolgreich



Allgemein - FILOMENA: @Dagi, vielen Dank, werde ich mal beim Arzt ansprechen, denn beim Osteopaten bin ich in Dauerbehandlung, tut mir zwar gut, aber die Verspannungen und der Schwindel treten immer wieder auf.


peter: Könnte nach längerer MS- Dauer die Verschlechterung vielleicht zu Stillstand kommen, sprich die Schübe lassen im Alter nach? Gibt es da Erfahrungen oder Studien?

Prof. Brigitte Wildemann: es ist gut bekannt, dass Schübe vor allem zu Beginn der Erkrankung vorkommen und im weiteren Verlauf zahlenmäßig nachlassen. Dagegen kommt es mit zunehmender Dauer der MS häufiger zu stetig fortschreitender neurologischer Behinderung. Dem möchte man durch eine möglichst frühzeitige antientzündliche Dauertherapie unbedingt entgegenwirken. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Moderator Patricia Fleischmann: @alle: Hier steht was zur neuen Einteilung seit 2014 in mild/moderat und (hoch-) aktiv: http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Neues-Stufentherapieschema-zur-Multiplen-Sklerose_5277 Der Hintergrund ist der, dass ja in den vergangenen Jahren einige neue MS-Mittel dazukamen und so die alte Einteilung in Basis- und Eskalationstherapie nicht mehr ausreichte.


Allgemein - Sanni: Eskaltionstherapie hört sich so dramatisch an. Bin froh, dass die Einteilung neu benannt wurde.


Moderator Patricia Fleischmann: @ Sanni: Da pflichte ich bei. Allerdings ist "Eskalieren" ein ganz alltäglicher Begriff in der Medizin. Laienhaft übersetzt heißt es nichts anderes, als dass man von der (besser verträglichen) Standardtherapie wechselt hin zu anderen, stärkeren Mitteln (mit evtl. mehr Nebenwirkungen). Hört sich aber schon krass an.

FILOMENA: Hier noch die fehlenden Angaben:Habe 1 große Läsion und etwa 6-8 kleinere im Kopf und keine im Rückenmark. Bei meiner Reha im Jahr 2011 hatte ich große Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme, aber seit ich nicht mehr arbeite, meine ich dass dies besser ist, auch die Fatique (seit ich Vit. D nehme) meine ich ist besser geworden, also wie vorhin geschrieben, hauptsächlich die Vergesslichkeit. Sollte ich wieder mal eine Reha beantragen, vor allem wg. des Neuropsycholgen.

Prof. Brigitte Wildemann: dies ist in jedem Fall überlegenswert. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

MC: Hallo Fr Fleischmann Ich habe MS seit 2006 Medikationen (betaferon, extavia, copaxone) Alle kontraproduktiv unter diesen Medikamenten sind ständig neue Herde aufgetreten ua im spinalkanal u 13 im Kopf Nach absetzen u nur Enzyme gingen alle Herde im Kopf zurück nur der in der in der hws nicht. Wie würden sie weiter vorgehen bzw differenzial diagnostisch andere Dinge abklären? Borreliose im liquor angeblich negativ (2006)

Prof. Brigitte Wildemann: die Frage lässt sich schwer beantworten. Waren die Herde im Gehirn MS-typisch, gab es ;S-typische Veränderungen im Liquor? Es gibt andere Erkrankungen, die eine MS imitieren können, aber eine andere Ursache haben. Manche dieser Erkrankungen könne sich unter Therapie mit MS-Medikamenten verschlechtern. Sie sollten hier Expertenrat suchen. Mit besten Grüßen B. Wildemann

Moderator Patricia Fleischmann: @MC: Prof. Wildemann heißt unsere Expertin. Ich moderiere nur :-)

Dennis: würde es sinn machen diese Untersuchung zu wiederholen oder kkann man sich auf Liquor und mrt verlassen? und wenn ja in welchem abstand sollte man dies tun.? und abschließend kann man pauschal sagen Innenohr und Gleichgewichtsorgan würde einer solchen Krankheit nicht unterlegen habe ich das richtig verstanden vielen dank vorweg ;) und auch für die Beantwortung der frage

Prof. Brigitte Wildemann: man kann sich gut auf Liquor und MRT verlassen. Falls eine Unsicherheit bestehen bleibt, kann man die Untersuchungen nach 6-12 Monaten wiederholen. Die MS ist eine Erkrankung, die entzündliche Veränderungen im Gehirn und im Rückenmark hervorruft. Bei Schwindel würde man deshalb Entzündungsherde beispielsweise im Kleinhirn oder Hirnstamm erwarten, aber nicht im Gleichgewichtsorgan/Innenohr. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Vera: Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich verstehe, dass man nach einem Versagen der jetzigen Therapie mit Tecfidera (in meinem Fall) eskalieren kann und mir sind, da ich mich erkundigt haben nach den Therapiemöglichketien, die drei eher effektiven Optionen (Tysabri, Gylenia und Lemtrade), bekannt. Allerdings denke ich mir, dass diese nicht sehr lange genommen werden können und ich habe mit 30 noch nicht meine Familienplanung beendet. So überlege ich, was nach dem zweiten (Eskalations-)Medikament dann überhaupt für Optionen sind? Und irgendwie sind insbesondere bei Lemtrada (bspw) bei viele der Patiente neue Autoimmunerkrankungen ziemlich wahrscheinlich und bei Tysabri PML-Risiken etc. Je stärker das Medikament, desto mehr muss ich als Patientin in Kauf nehmen, das unabhängig der Schäden von der MS, mich mehr oder weniger lahm legen kann. Daher bin ich an der Stammzellentherapie, die in Heidelberg auch gut durchgeführt wird, interessiert. Aus meiner Sicht kann ich unter so einer Therapie für eine Zeit lang ausser Gefecht sein, aber dafür danach mein Leben lang eher von der Krankheit vermeintlich 'befreit'. Ich verstehe, dass das natürlich von Ärzten erst verschrieben und bejat werden muss. Jedoch hat man als Patient nicht nur von der Krankheit Angst, aber auch von begleitenden Krankheiten, die die MS-Medikamenten auch auslösen könnten. Ist es nicht ein Stück weit berechtigt, dass ich als Patientin die Möglichkeit bekomme Stammzellentherapie bevor Komplikation durch die MS bekomme? Im Endeffekt kann, so weit ich weiss, die Stammzellentherapie bei Sekundärprogrediente Verläufe auch wenig positiv beeinflussen. Kann man da die Therapie nicht sinnvollerweise im Frühstadium der Krankheit durchführen? Herzliche Grüße

Prof. Brigitte Wildemann: auch eine SZ-Transplantation hat nicht unerhebliche Risiken. Man kann heute sehr gut Risiken, die mit den verfügbaren Medikamenten, einschätzen und, gemeinsam mit den Patienten, die am besten geeignete Therapie auswählen. Eine SZ-Therapie ist nicht zugelassen für die Behandlung der MS, weshalb man ein solches Vorgehen sehr gut bei den Krankenkassen begründen muss, damit die Kosten übernommen werden. Nur bei sehr hoher Krankheitsaktivität und guten Argumenten, warum die zugelassenen Substanzen nicht infrage kommen, hat man eine Chance auf Erfolg. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Dennis: un PS vep wurde wieder holt mit gleichem Ergebnis. danke nochmal :)

Prof. Brigitte Wildemann: allein aufgrund eines nicht ganz normalen Befundes Im VEP eine MS festzustellen ist nicht zulässig, es handelt sich hierbei um eine ergänzende Information. Entscheidender für die Sicherung der Diagnose sind krankheitstypische Veränderungen im MRT und im Liquor. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Dennis: eins noch das muss auch nicht gepostet werden. zu meiner frage Ich wollte dadrauf hinaus das sich ja von der erst symptomatic bis jetzt immer mehr symtpome eingeschlichen haben (gleichgewicht erholt sich nicht mehr,benommenheit,dauerchlappheit Augen etc)die auch gegen eine Meniere Krankheit sprechen. worauf mir geraten wurde nochmal ein MRT zu machen. Und meine frage bezogs sich drauf abwann den überhaupt ein Änderung zu sehen wäre es ist ja gerade mal 8 Monate her.(das aber nur als Ergänzung) Danke :)

Prof. Brigitte Wildemann: wenn die Symptome durch eine MS verurscht sind, dann sollten in jedem Fall in einer Kontroll-MRT typische Veränderungen zu sehen sein, auch nach 8 Monaten. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Kati: Hallo Frau Wildemann, ich nehme Copaxone seit 6 Monaten. Diagnose seit 6 Monaten Das Kontroll-MRT zeigt 3 neue Läsionen (Hirnstamm, Brücke, Medulla oblongata). Insgesamt habe ich rund 29 Läsionen. Mein Neurologe rät mir zu Tysabri. Sollte ich nicht lieber erst ein anderes Basismedikament ausprobieren? Mein Arzt meint, dass sei ihm eigentlich zu riskant. Viele Grüße Kati

Prof. Brigitte Wildemann: das sind sehr viele Herde. Man müsste wissen, wie oft Sie Schubsymptome hatte und wie schwer diese waren. Obwohl man Copaxone mindestens 4 Monate Zeit geben muss, bis das Medikament die volle Wirksamkeit entfaltet, sollte man einen Wechsel auf ein stärkeres Medikament evtl. in Erwägung ziehen. Für einen sinnvollen Rat, sind mehr Informationen notwendig. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

MC: Sorry sorry ich Hatte es danach bemerkt wollte den Chat aber nicht zumüllen

Prof. Brigitte Wildemann: Nicht so schlimm. Nur sehen die andern Chatter die Frage an sie dann nicht.

peter: Welches therapeutische Vorgehen gibt es für chronisch progrediente Erkrankungsform?

Prof. Brigitte Wildemann: Leider sind die Möglichkeiten sehr begrenzt. Man kann zyklische Kortisonpulstherapien, z.B. alle 3 Monate 3x1g Urbason in Erwägung ziehen oder als individuellen Heilversuch Mitoxantron (nur für die sekundär chronische progrediente Verlaufsform zugelassen). Derzeit beginnt eine klinische Studie, die die Wirksamkeit von Laquinimod gegenüber Plazebo bei primär progredienter MS überprüft (ARPEGGIO-Studie). Heidelberg ist hier als Studienzentrum nicht beteiligt. Mit besten Grüßen, B. Wildemann

Moderator Patricia Fleischmann: @ Vera: Wichtig ist auch zu unterscheiden zwischen seriöser und nicht seriöser Stammzelltherapie. Hier eine Meldung dazu: www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Das-Geschaeft-mit-der-Stammzelltherapie_3795 Mehr Infos zu laufenden Studien in der AMSEL.DE-Suche, Stichwort "stammzelltherapie"

Moderator Patricia Fleischmann: @ Peter: Am 3.3. haben wir einen Chat zum Thema PPMS / progressiver Verlauf der Multiplen Sklerose. Da gibt es sicher sehr ausführliche Informationen.


Allgemein - Annie: Hat hier jemand noch weitere Autoimmunerkrankungen? Ich bin doppelt gesegnet und habe noch Diabetes. Schon fast 20 Jahre.


Moderator Patricia Fleischmann: @alle: Liebe Chatter, so ein Chat ist immer ein Wagnis: Einerseits wollen Sie gern genaue Auskunft, andererseits sind konkrete Ratschläge in diesem Medium nur bedingt möglich. Ein Neurologe in der Praxis kann viel mehr befragen, mehr untersuchen, die Bilder selbst anschauen etc. Außerdem kennt er Sie und Ihren Verlauf in der Regel schon länger. Bitte haben Sie Verständnis, dass die Antworten unserer Expertin den Besuch beim Neurologen nicht ersetzen können und dass manchmal auf diesem virtuellen Weg auch gar kein Rat möglich ist.


Allgemein - Vera: Sehr geehrte Frau Fleischman, herzlichen Dank für den Hinweis. Ich werde mich dann bei Amsel über die Berichte zur seriösen und unseriösen Stammzelltherapie noch informieren. Hoffentlich kommt diese Zukungt bald zu uns ;).


Dennis: vielen dank für die antwort...schönen abend noch

Prof. Brigitte Wildemann: Gern geschehen.


Allgemein - Annie: Bekommt Ihr das Vit D auf Rezept oder müsst Ihr es auch selbst zahlen?



Allgemein - Kirstin: Hallo Annie, Vitamin D musst du selbst kaufen


Moderator Patricia Fleischmann: @Vera: Die Forscher weltweit sind da dran. Es bleibt allerdings fraglich, ob eine Stammzelltherapie je zu den risikoarmen Therapien gehören wird, siehe auch unser letzter Bericht zu aktuellen Studienergebnissen: http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Zwischenergebnisse-aus-Stammzellstudie_5678


Allgemein - MC:



Allgemein - Vera: @annie: ich bestelle entweder aus UK oder Holland hochdosierte Vit d3. In Deutschland haben die Ärzte weniger Einsicht, was hohe Serumspiegeln von Vit D3 angeht und verschreiben nur bedingt bei normale Werte. Daher kannst du versuchen es auch von der EU ausserhalb Deutschland zu beziehen, was auch gegebenenfalls deutlich günstiger ist.



Allgemein - Annie:


Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, das wars für heute - bereits halb 9 ! Wir danken für Ihre Fragen und Ihr Interesse am AMSEL-Chat. Ganz großer DANK geht ach an Prof. Brigitte Wildemann für Ihr Engagement heute. Am 17.3. ist kein Chat - der nächste zum schleichenden Verlauf dann am 3.3. - Allem noch einen schönen restlichen Abend !


Allgemein - Kirstin: @annie: leider nein



Allgemein - Kirstin: @annie: bestelle mir Vitamin D immer über eine Internetapotheke. Da ist es dann auch etwas günstiger. ;-)




Allgemein - Vera: Ja, vielen Dank Frau Prof. Wildemann für diese Gelegenheit und einen schönen Feierabend für Sie! ;)

Redaktion: AMSEL e.V., 03.02.2015