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Mutmach-Geschichten

21.12.05 - DMSG-Bundesverband und Frieling-Verlag ehrten Gewinner des Wettbewerbs "Krankheitsbewältigung durch Schreiben".

Die eigene Situation anderen mitzuteilen, ist echte Hilfe zur Selbsthilfe. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und der Frieling-Verlag Berlin haben mit dem gemeinsam initiierten Literaturwettbewerb "Krankheitsbewältigung durch Schreiben" dieser Tatsache ein großartiges Forum gegeben“, erklärte Helga Kühn-Mengel, alte und neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, anlässlich der Preisverleihung in diesem Wettbewerb am 9. Dezember im Kleisthaus in Berlin.

Aus über 150 Einsendungen hatte die mit Helga Kühn-Mengel, Dr. Edeltraud Faßhauer, Vorsitzende des Bundespatientenbeirates und Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der DMSG, Wissenschaftsjournalistin Dr. Adelheid Müller-Lissner (Der Tagesspiegel), Feuilletonredakteurin Dr. Irmtraud Gutschke (Neues Deutschland), Cheflektorin Kathrin Kowarsch (Frieling-Verlag) und Frieling-Verleger Dr. Johann-Friedrich Huffmann prominent besetzte Jury drei Gewinnertexte herausgefiltert, sowie neun weitere Beiträge in die engere Wahl genommen.
Die Geschichten der Gewinnerinnen „Mein noch immer“ von Petra Hechler aus Darmstadt/Hessen, „Der Eindringling“ von Birgit Bernhard aus München/Bayern und „Paukenschlag mitten ins Leben“ von Brigitte Schlegel aus Osterberg/Bayern werden in der Frieling-Anthologie „Die großen Themen unserer Zeit – Autoren im Dialog“ veröffentlicht.

Doch auch die neun Autorinnen und Autoren, deren Erzählungen die Jury einen großen sowohl literarischen als auch therapeutischen Wert bescheinigte, gingen nicht leer aus. Die Texte „Wenn du deine Mutter sterben siehst“, Dominik Blacha, Stuttgart/Baden-Württemberg, „Papa will immer den Piraten spielen“, Dr. Simon Gensichen, Rotenburg/Niedersachsen, „Von Freixenet, Drum, Rollen und Nicole“, Gerhard Terwort, Münster/NRW, „Niemandem zur Last fallen“, Dr. Doris Rüb, München/Bayern, „MS- so`n Mist und was ist jetzt mit meinen Schuhen?“, Andrea Windhausen, Bergheim/NRW, „Meine Ängste fallen aufs Papier“, Anita Hermeling, Lindern /Niedersachsen, „Die Kraft des Schreibens“, Connie Ruoff, Wiesbaden/Hessen, „Lebensgeschichte – Lebensgedichte, Gedankenwanderung zwischen Sein und Schein“, Monika Krenn, Perlesreut/Bayern und „Leben mit einer Krankheit – eine kritische Bestandsaufnahme meines Hier und Jetzt“, Maximillian Heerlen, London/England werden in einer eigenen Broschüre publiziert.

Übereinstimmend lobten die Jurymitglieder die hohe literarische und therapeutische Qualität der prämierten Geschichten und stellten insbesondere deren Mutmachcharakter heraus.

In ihrer Grußbotschaft anlässlich der Preisverleihung wandte sich die Bundesgeschäftsführerin der DMSG, Dorothea Pitschnau-Michel, die von Frau Dr. Edeltraut Faßhauer vertreten wurde, direkt an die Ausgezeichneten: „Sie werden heute nicht nur für ihr literarisches Talent ausgezeichnet, sondern vor allem auch dafür, dass Sie beweisen, wie man eine Gabe nutzen kann, sich selbst, aber auch anderen bei der Bewältigung des Lebens mit MS zu helfen. Und so persönlich und individuell Ihre Geschichten auch sind, so unterschiedlich, je nach Temperament, sie auch erzählt sind, eines ist allen eigen, es sind Geschichten, die Mut machen, sich nicht aufzugeben, Geschichten, die dokumentieren, es ist mein Leben und nicht das der Krankheit“.

Frieling–Verleger Dr. Johann-Friedrich Huffmann beschrieb in seiner Ansprache noch einmal die Motivation für die Wettbewerbsaktion und hob auch deren gesellschaftlichen Stellenwert hervor: „Freischreiben entlastet die Psyche der Betroffenen, gleichzeitig eröffnet sich auch ein tiefer Einblick in die Erfahrungswelt MS-Erkrankter und fördert dadurch Verständnis und ein besseres Miteinander. Die literarisch-künstlerische Qualität tut ihr Übriges, um die Leser für das spezifische Erleben MS-Erkrankter zu sensibilisieren.“

Viel Beifall für die Autorinnen gab es beim Verlesen der drei Gewinnertexte. Hier zeigte sich sehr eindrucksvoll, wie stark authentisch erzählte Schicksale zu wirken vermögen. Beim gemütlichen Beisammensein im Anschluss an die offizielle Preisverleihung mangelte es dann auch nicht an Gesprächsstoff, die Anwesenden nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch, knüpften Verbindungen und freuten sich über so manch wertvolle Tipps, die insbesondere die Jurymitglieder gerne weitergaben.

Redaktion: AMSEL e.V., 21.12.2005