Der leicht demente Vater einer Freundin von mir fährt nach zwei Schlaganfällen trotz ärztlichen Verbots weiter Auto. Er hält sich für einen sicheren Fahrer und lässt sich da nicht reinreden.

So jemand ist eine Gefahr für den Straßenverkehr. Für meine Freundin ist es ein echter Gewissenskonflikt, ob sie der Führerscheinstelle einen Hinweis gibt. Wäre das dann Denunziation oder verantwortungsbewusstes Handeln? Sie bringt es nicht über Herz. Aber wie wird sie sich fühlen, wenn ihr Vater einen schweren Unfall verursacht?

Die Ärzte des Vaters sind an die Schweigepflicht gebunden, von denen darf und wird keiner die Führerscheinstelle informieren.

In solchen Fällen entfällt übrigens der Versicherungsschutz. Bei einem Unfall kann die Versicherung alle medizinischen Unterlagen des Verursachers anfordern. Kommt auf diese Weise heraus, dass er trotz ärztlichen Verbots gefahren ist, haftet er für alle Schäden selbst. Was möglichen Schwerverletzten oder gar Toten kein Trost sein wird.

Okay, der ist vielleicht geschmacklos:
Es wird ein sicherer Unfall mit schweren Blechschaden, laut Versicherung tragen sie sowas nicht. :smiley:

Definitiv letzteres - er hat ein ärztliches Verbot, da liegt die Sache anders und es ist im Zweifel auch das Leben anderer Menschen, welches in Gefahr ist.

Egoistisch und ignorant von dem Mann.

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Auf jeden Fall!

Ich denke auch, dass man in solchen Fällen die ärztliche Schweigepflicht aufheben sollte.

Ich wollte mit diesem Beispiel aber vor allem darauf hinweisen, dass die Fahrerlaubnisbehörde (so heißt das offiziell) eine wichtige Aufgabe der Gefahrenabwehr erfüllt. Und nicht geschaffen wurde, um Autofahrer zu schikanieren. Auch wenn es sich im Einzelfall so anfühlen mag.

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Da gibt es ja immer Beispiele für und wider.

Gibt ältere Leute, die ohne Brille schlechter sehen als ich (im Alltag trage ich sie meist nicht) und bei denen steht’s nicht im Führerschein…

Gerade da wäre ich grundsätzlich für eine Nachprüfung (Sehtest und dann Brille ab in den Führerschein), aber nicht aufgrund einer Diagnose.

Ist MS nun eine schwere Krankheit die nach Gesetz definiert das Führen eines Fahrzeuges verbietet? Prinzipiell definitiv nicht denke ich. Die Untersuchungen beim Neuro geben Aufschluss über vorhandene Paresen.
Wenn junge Leute bei der Führerschein Beantragung im Fragebogen, antworten müssen, ob eine schwere Krankheit vorliegt, wird es natürlich schwierig mit dem Gesetz nicht in Konflikt zu geraten. Welche Gutachten nun durchgeführt werden ist fraglich. Schwere Medikamenteneinnahme wie es im Gesetzestext steht, ist das führen von Maschinen und führen von Fahrzeugen untersagt oder Verboten. Es gibt auch schwere Medikamente die Einfluss auf die körperliche Reaktion haben.

Tja, weißt du was, ich kann das Zögern deiner Freundin verstehen.

Ich glaube den Gewissenskonflikt hätten beinahe Alle… aber es ist schon fragwürdig, wie man nach mehreren Schlaganfällen und ärztlichem Fahrverbot so egoistisch sein kann… Kann das zwar auch irgendwie verstehen, dass man seine Mobilität nicht gern einschränken will, aber man sollte nicht immer zuerst an sich denken.

Leider ist egoistisches Handeln weit verbreitet in dieser Gesellschaft…

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Zunächst würde ich mit der Person reden, gucken was es für Lösungen gibt. Problem in der Generation ist ja gerne, dass die fitte Ehefrau nicht fahren kann.
Vielleicht auch durchrechnen, dass die drei nötigen Fahrten auch mit dem Taxi nicht unendlich teuer sind und Busse auch nicht so fürchterlich.
Ansonsten Kinder & Angehörige fahren lassen, Lebensmittelpunkt zentraler gestalten. Einiges davon muss ich jetzt demnächst für meinen Vater klären…

Bin echt froh, dass das ansonsten bei unseren Eltern alles halbwegs schon zutrifft.

Ich denke, jemand mit einer beginnenden Demenz nach 2 Schlaganfällen hat nicht die Einsichtsfähigkeit,dass man ihm Egoismus vorwerfen könnte. Er sieht nur, dass er mit der Abgabe des Führerscheins einen großen Teil seiner verbliebenen Selbständigkeit verlieren würde, was ja vor allem auf dem Land auch zutrifft und nicht, dass er evtl. eine Gefahr für andere darstellt.

Das ist eine schwierige Situation für Angehörige.

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Bei uns hat mal jemand eine zeitlang in der regionalen Zeitung nach einem Chauffeur gesucht. Das Fahrzeug stellte der Suchende. Finde ich eine klasse Idee. Ich glaub, das ziehe ich auch in Erwägung, wenns soweit ist.

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hm, von angehender Demenz hatte ich nichts mitbekommen, dass wäre natürlich ein gutes Argument für Uneinsichtigkeit… aber Alle aus meinem Umfeld, die bereits einen Schlaganfall hatten und therapiert wurden, wissen schon was sie tun… ob auf dem Land hin oder her, es geht darum potenziell andere Menschen in Gefahr zu bringen, in meinen Augen…

Edit… Ups, jetzt hab ich’s auch gelesen - war mir entgangen mit der leichten Demenz

War im Briefkasten schauen ob was kam von der Führerscheinstelle - nee nichts :thinking:trampel - will wissen ob das reicht von meiner Neurologin

Hab ich gefunden:
Autofahren mit MS: Sicher im Straßenverkehr | Mein Alltag mit MS.

Von Amsel ist das.

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Genau so! Ich würde auch erwarten, dass andere Menschen nicht mit 40C Fieber und WickMediNait intus fahren.

Halte uns gerne auf dem laufenden - ich denke das interessiert hier viele.

Inzwischen ist etwas mehr als 1 Woche vergangen → noch nichts von der Führerscheinstelle gekommen :thinking:trampel trampel → das nervt

Tja, so ist das mit den Behörden in Deutschland. Das dauert… und dauert…

Du wirst nach einer Woche schon ungeduldig? Deine Erwartungen sind völlig unrealistisch, und das wäre in jedem Land der Welt so. Rechne mal lieber in Monaten statt in Wochen.

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Boaaaahhh das find ich arg und fies :sob: Ich bin grad etwas sprachlos.

Kauf das trotzdem.
Du hast ja deinen Führerschein und deine Ärzte auf deiner Seite.

Das wird schon wern!

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Ja, jetzt ist jetzt. Und warum solltest du dich von einer Gelegenheit abhalten lassen, nur weil jemandem nicht gefällt, dass du einen Führerschein hast? Sollte dann je alles an dem Fall gegen dich laufen, kannst du dann erneut entscheiden, was zu tun ist.

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