Ich klinke mich mal hier ein.
Ja, du hast recht: aktueller Forschungsstand ist, dass auch kleine und kleinste Mengen Alkohol schädlich sind.
Ich will (und kann) allerdings kein gesundheitlich perfektes Leben führen. Dann hätte ich z.B. keinen Bürojob ausüben dürfen mit stundenlangem Sitzen. Hat mich aber inhaltlich befriedigt, weil ich da - zumindest teilweise - meine Fähigkeiten entfalten konnte. Oder ich müsste jetzt aus der badischen Rheinebene z.B. nach Hamburg ziehen, weil gerade in diesem Sommer das Leben hier - und gerade für mich als MS-Kranken - aufgrund der Hitze sicherlich lebensverkürzend war und ist. Ich fühle mich aber (grundsätzlich) wohl hier und habe hier mein soziales Umfeld.
Oder man dürfte/sollte nicht Motorradfahren. Man kann auf andere Art mit viel geringerem Risiko von A nach B kommen. Oder man sollte nicht bergsteigen oder drachenfliegen oder … Alles viel zu gefährlich. Man sollte überhaupt nicht professionell Sport betreiben → Verletzungs- und Verschleiss-Gefahr zu groß.
Und so gäbe es viele Beispiele. Das Leben ist immer ein Kompromiss. Ich würde niemals rauchen (und habe nie geraucht), weil Rauchen auf einem anderen Level gesundheitsgefährdend ist als Weintrinken (zumindest bei meinem Weinkonsum).
Ich denke, so kann man das stehen lassen. Ja, Alkohol ist grundsätzlich schädlich und ein Nervengift. Aber man kann bewusst Vor- und Nachteile abwägen und sich für eine für einen persönlich akzeptable Menge entscheiden.