Hochdosiertes Kortison ist seit Jahrzehnten Standardtherapie für akute MS-Schübe.

Wer es ablehnt und versäumt kann schwere und fortreichende Schäden durch die verursachende Immunaktivität erleiden.

Das Ziel ist nicht, den Schub sofort zu stoppen oder jede Verschlechterung zu verhindern, sondern die Entzündung zu dämpfen und die Erholung zu beschleunigen.

Nicht jeder Patient spricht gleich gut darauf an. Manche merken eine deutliche Besserung, andere kaum einen Unterschied.

Es kommt vor, dass ein Schub trotz laufender Kortisontherapie zunächst weiter fortschreitet. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Kortison „nichts gebracht“ hat.

Die Grundlage ist, dass hochdosiertes Kortison die Standardbehandlung akuter MS-Schübe ist und in Studien gezeigt wurde, dass es die Rückbildung von Schubsymptomen beschleunigen kann.

Der Verlauf ohne Kortison lässt sich im Einzelfall meist gar nicht beurteilen.

Die große Studie zur Behandlung der akuten Optikusneuritis (häufig erste Manifestation einer MS) zeigte Wirksamkeit bei der Vergabe von oMP und ivMP.

Wer die Studie lesen will muss sie suchen, alles auf den Silbertablett zu Präsentieren ist aufgrund der Kommentare irrelevant.

Du bist ja ein wahrer Komiker der sich ständig in einem Kranken Forum verirrt.

Nein, warum?

2 „Gefällt mir“

Deine Behauptung ist gewagt. Dann wäre ja der von mir schon zitierte Neurologe Sievers ein verantwortungsloser Spinner und auch in den aktuellsten Leitlinien würde Müll geredet, wenn sie dort schreiben:

“Nicht belegt werden konnte, dass neue Schübe oder eine Zunahme der Langzeitbehinderung verhindert werden.” (Zur Wirkung der Kortisonstoßtherapie)

Wenn du die Studie kennst, wäre es schon sehr hilfreich und auch seriös, wenn du sie nennen könntest. Ich nenne auch immer die Quellen, wenn sie mir bekannt sind. Wie zum Beispiel die Aussage von Neurologe Sievers bei leben-mit-ms.de oder die aktualisierten Leitlinien hier im Thread. Nur wenn wir die Studie kennen, können wir darüber diskutieren.

2 „Gefällt mir“

Ach Andy,
1992 ist lang vorbei und die Welt hat sich weitergedreht.

Die wichtigsten Kritikpunkte an der Beckschen Studie im Detail

  • Kein langfristiger Nutzen für das Sehvermögen: Die Studie zeigte, dass Kortison die Erholung zwar beschleunigt, aber keinen Einfluss auf das endgültige Sehvermögen nach 6 bis 12 Monaten hat. Die meisten Patienten erholen sich ohnehin von selbst gut. [1, 2]
  • Gefahr durch alleinige Tablettentherapie: Ein zentrales Ergebnis war, dass die Behandlung mit oralem Kortison (Prednisolon) in niedriger Dosierung das Risiko für neue Schübe (Rezidive) sogar erhöht. Daher wird diese Therapieform heute in der Regel als fehlerhaft kritisiert und abgelehnt. [1, 2, 3]
  • Veraltete MS-Klassifikation: Das MS-Risiko (Konversionsrate) wurde im ONTT ohne den heutigen Standard (modifizierte McDonald-Kriterien,) und ohne die heute routinemäßige MRT-Diagnostik ermittelt. Aus heutiger Sicht ist die Prognose der Multiplen Sklerose durch moderne Therapien stark verändert. [1]
  • Atypische Formen fielen durch das Raster: Die Studie fokussierte sich primär auf typische, demyelinisierende Optikusneuritiden. Atypische und heute besser verstandene Erkrankungen wie NMOSD (Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen) oder MOGAD waren nicht Teil der ursprünglichen ONTT-Kohorte, weshalb die Studienergebnisse bei schweren oder beidseitigen Verläufen nur begrenzt anwendbar sind. [1]
  • Fehlender Fokus auf Kontrastsehen: Das ONTT maß vor allem die Standard-Sehschärfe. Neuere Forschungen und die Leitlinien der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) weisen darauf hin, dass die Kontrast- und Farbwahrnehmung, welche im ONTT eine untergeordnete Rolle spielte, der bessere Parameter zur Messung von Dauerschäden ist. [1, 2, 3]

Der Link zu der Studie
https://www.aao.org/eyenet/article/ontt-long-term-optic-neuritis-study-finished
This article is from July/August 2008 and may contain outdated material.

Es empfiehlt sich dringend, auch folgenden Beitrag
“Autoimmunerkrankungen des Auges”
von der jährlichen Tagung des Berliner Immunologie Seminars (BIS) (2009) zu lesen.
Die Auswirkungen auf den Sehnerv sind nicht zu unterschätzen.
(PDF von der Charite)

Funfact:
Renate_S, langjähriges Forenmitglied hier, selbsternannte Cortisonspezialistin, berichtete gerne,
"dass das Problem ist, dass speziell die (deutsche) Neurobranche sich mit ihrer stümperhaften Anwendung zweier nebenwirkungsreicher Cortisone auf eine “Studie” stützt, die 1992 von einem Augenarzt in Florida namens Roy W. Beck als Werbemaßnahme für eine Firma veranstaltet wurde, die er im Jahr darauf gründete, das Jaeb Center for Health Research (JCHR) in Tampa, Florida.

2 „Gefällt mir“

Da hast Du wohl am meisten Erfahrung mit Provisionen.
Ein Cortisonpräparat ist vom Kostenfaktor vergleichbar mit einer IBU Packung.

Ja, ich war im Verkauf tätig.
Da ist das üblich,
Basisgehalt,
Umsatzprovision,
Prämien bei Erreichen der Umsatzziele.

Ich war allerdings nie für die Pharma tätig, sondern für ein Familienunternehmen mit Verbrauchsartikeln.

1 „Gefällt mir“

Die Menge machts.

Die meisten meiner Verkaufsartikel lagen um die 20/25 ct.
Wenn du dann aber Kunden hast, die da 50.000, 100.000, oder ein mehrfaches davon bestellen, wird es ertragreich. Meine drei wichtigsten Kunden hatte ca.400.000, 500.000 und 600.000 Jahresverbrauch.

Kortison ist ein gewaltiger Wachstumsmarkt

Mordor Intelligence Research & Advisory. (2026 , January). Kortikosteroide-Markt – Größen- und Marktanteilsanalyse – Wachstumstrends und Prognose (2026 – 2031). Mordor Intelligence. Retrieved June 2, 2026, from Kortikosteroide-Markt – Größe, Trends & Marktanteil – 2026 – 2031

Das hat nix mit Komik zu tun, es sollte nur versinnbildlichen, dass es unterschiedliche Glaubensrichtungen gibt.

Grad eben haben mich wieder mal die Zeugen Jehovas unterbrochen.
Funfact: Die wollten mit mir nicht über den Glauben an das hochheilige Kortison sprechen. Es gibt scheinbar noch andere wichtige Dinge im Leben der Menschen.

Hat mich jetzt mal interessiert: Was kostet eigentlich eine Kortisonstoßtherapie?

Laut ChatGpt kostet die häufig verwendete intravenöse Gabe von 1000 mg Methylprednisolon, also eine 1000-mg-Durchstechflasche in Deutschland typischerweise etwa 40–65 € Apothekenverkaufspreis, je nach Hersteller und Packungsgröße. Größere Packungen sind oft günstiger.

Für eine typische Stoßtherapie mit 1000 mg täglich über 3–5 Tage ergeben sich nach ChatGpt Medikamentenkosten von grob 120–320 €. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für Infusion, ärztliche Überwachung und Klinik-/Praxisleistungen. Und, das füge ich noch hinzu, der Magenschutz, der mit kleinem Posten auch noch zu berechnen ist.

2 „Gefällt mir“

@Andy345 das ist dann doch einiges mehr als IBU :wink:

Und wenn es stationär verabreicht wird, kommt noch einmal ordentlich was hinzu. Die Unterbringung im Krankenhaus schlägt gut zu Buche.

1 „Gefällt mir“

ja, in der Tat.

IBU 400 akut-1A gibts grad ein Angebot: 10 St. für 95 ct.
Aber ToGo,
:warning::x::bed: nicht stationär. :slight_smile:

Und keiner ist bisher geheilt, Beweise für einen positiven Langzeiteffekt von Kortison gibt es auch nicht. Komisch.

So funktioniert Wissenschaftlicher Diskurs nicht.

5 „Gefällt mir“

Kosten und Krankenhausaufenthalt:

In welcher Welt ihr lebt weis ich nicht um sich über Krankenhauskosten Gedanken zu machen wenn es um die wichtige Patienten Versorgung geht.

Gut dass Ärzte entscheiden was wie wann behandelt werden muss.

Eine Cotisonstosstherapie hatte ich beim Neurologen, wobei ich die Packs selber besorgen musste, war kein Spaziergang. Aber kein KH, also Kosten gespart.

Ja, da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich.

Im wilden Westen haben Menschen der Überlieferung nach ja auch Heilung durch Snakeoil erhofft und dafür Geld ausgegeben …

Und es gab Quacksalber die Quecksilber rezeptierten …

und es gab schon den Zapper …

.
.
.
may be continued

Es gibt Hinweise darauf, dass Multiple Sklerose schon in der Antike bekannt war. Historische Dokumente beschreiben Fälle von Personen mit Symptomen, die denen der MS ähneln. Die genaue Diagnose war jedoch schwierig, da die medizinische Wissenschaft damals noch nicht fortgeschritten war.

2 „Gefällt mir“

Aber auch nicht der Preis vom IBU

FALSCH!
Die Ärzte sprechen Empfehlungen aus.

Und dann kommt es auf die Glaubensrichtung an.

Entscheiden tut der Patient!
MEIN Körper,
MEINE Entscheidung!!

6 „Gefällt mir“

Bist du mit dem Auto zur Apotheke?

2 „Gefällt mir“

Über die Wirkung von Kortison wurde vor einigen Tagen im Thread MS Schub mit oder ohne Kortison diskutiert, auch mit einigen Quellen und ich fürchte, zu neuen Erkenntnissen wird man hier auch nicht kommen.
Es gibt nur wenige Studien und stichhaltige Daten zur Wirkung von Kortison bei MS.
Studien zu einem Langzeitvergleich mit oder ohne Kortison sind wohl nur schwer durchzuführen.