Super, sehr nett von dir.
MIR brauchst du nicht zu danken.
Für diese Art mutiger Selbstlosigkeit bin ich viel zu feige 
Ich danke DIR, Daisy!
Liebe @Parichehr , ich weiß das du meinen Sarkasmus verstanden hast.
Es ist etwas überheblich, alle Menschen mit MS die ihre Hoffnung in Medikamente setzen, als Versuchskaninchen der Pharmaindustrie zu bezeichnen.
Ich respektiere dich und dein Feuer für etwas zu kämpfen, was du für richtig empfindest.
Deine Ironie und deinen Sarkasmus mag ich sehr. Nur bitte bedenke das manche Menschen hier im Forum von deiner sehr starken Meinung verunsichert werden.
Jeder kann, darf und soll selber entscheiden was für ihn der machbare Weg ist. Ohne das Gefühl zu haben von anderen Menschen mit MS belächelt oder sogar verachtet zu werden.
Wie schon in vielen anderen Threads festgestellt wurde, gibt es nicht den einen goldenen Weg.

Liebe Daisy!
Dass meine Dankesbezeigungen missverstanden werden würden, war anzunehmen.
Und doch habe ich alles genau so gemeint, wie ich es geschrieben habe. Wort für Wort.
Jeder, der/die sich diese unausgegorenen Medikamente (“Nebenwirkung” PML? Wtf?!?) verabreichen lässt, ist in meinen Augen einE Held*in und verdient meinen Dank und meinen Respekt!
Immerhin profitiere auch ich à la longue von eurer Courage…
Das Risiko ist meiner Meinung nach überschaubar.
Ich mache es nicht für dich, sondern für mich. Dafür brauche ich keine Dankesbezeugungen.
Irgendwann ist es zu spät, dass du davon profitieren könntest.
Dass ich Nutznießerin deiner Erfahrungen bin/sein werde, lässt sich nicht verhindern 
Es sei denn, mich überfährt morgen der Autobus. Aber das würdest du mir doch sicher nicht wünschen… 
Für wie dämlich hältst Du eigentlich andere Betroffene, dass sie sich nicht mit Grundsätzlichem zu ihrer Erkrankung beschäftigen?
Language…
Die Inanspruchnahme dieser Medikamente (in dieser Form) ist für mich das reinste Hasardieren und klingt tatsächlich nicht nach einer ausgiebigen Auseinendersetzung oder Abwägung der Risiken und Nebenwirkungen…
Dann lass es.
Muss Dich ja mächtig beschäftigen, das Thema…
Meist sagt Geschriebenes über den Verfasser mehr als über die Adressaten.
Das wissen wir inzwischen. Es zwingt dich keiner, die Medikamente zu nehmen.
Du musst nicht jede meiner Lebensäußerungen immer exklusiv auf dich beziehen. Du bist bloß ein Teil des Forums, weißt du?
Da gibt es große Unterschiede.
Wer ganz frisch mit der Diagnose kommt und erstmal nur mit der Sicht des Arztes konfrontiert war, ist möglicherweise erstmal voll geplättet und hat viele Fragezeichen vor sich.
Dann kommt er/sie in ein Forum wo “hard & early” der Schwerpunkt ist.
Dann kommen vielfältige Information, kommen verschiedene Wege und Ansätze mit denen dann die Auseinandersetzung mit der Diagnose beginnen kann.
Jede(r) ist eingeladen nach reichlicher Prüfung den eigenen Weg zu gehen.
Das steht nirgends.
Mehr habe ich nicht beizutragen.
Das ist nicht korrekt:
- In einer frühen placebokontrollierten Phase-II-Studie (MIRROR) zeigte sich eine statistisch signifikante 65-prozentige Reduktion neuer Kontrastmittel-anreichernder Läsionen im MRT gegenüber Placebo (p < 0,001). Bei Dosierungen ab 30 mg wurden für einen späteren Zeitraum sogar Reduktionen von über 90 % gegenüber Placebo ermittelt. Eine noch frühere Studie mit der intravenösen Formulierung zeigte eine Reduktion der MRT-Läsionsaktivität um bis zu 96 % gegenüber Placebo. NeurologyNeurology
- In den entscheidenden Zulassungsstudien (Phase III, ASCLEPIOS I und II) wurde kein Placebo mehr verwendet, sondern das bereits zugelassene MS-Medikament Teriflunomid (Aubagio®) als Vergleichssubstanz – ein Placebo-Arm wäre aus ethischen Gründen bei einer bereits gut behandelbaren Erkrankung problematisch gewesen. Gegenüber Teriflunomid zeigte Ofatumumab eine signifikante Reduktion der jährlichen Schubrate um 51 bzw. 59 Prozent (p < 0,001 in beiden Studien). Ms-patientenhandbuchPharmazeutische Zeitung
Schubrate: unbehandelt vs. Vergleichstherapie vs. Kesimpta
Schübe pro Patient pro Jahr
| Kategorie | Serie 1 |
|---|---|
| Unbehandelt (natürlicher Verlauf, initial) | 1,8 |
| Baseline vor Studieneinschluss (ASCLEPIOS) | 1,2 |
| Teriflunomid (ASCLEPIOS I/II, Mittel) | 0,24 |
| Kesimpta (ASCLEPIOS I/II, Mittel) | 0,11 |
Wichtige Einordnung zu diesem Chart: Diese vier Werte stammen aus unterschiedlichen Quellen und Zeiträumen – das ist kein sauberer Kopf-an-Kopf-Vergleich, sondern nur eine grobe Größenordnung:
- Die “1,8” ist ein historischer Naturverlaufswert aus älteren Kohortenstudien (Weinshenker/Ebers), keine Vergleichsgruppe aus derselben Studie.
- Die “1,2” ist die (cite index=“25-1”>durchschnittliche jährliche Schubrate der ASCLEPIOS-Teilnehmer im Jahr vor Studieneinschluss – also bei denselben Patienten, aber ohne die Studienmedikation. Das ist eher ein Vorher-Nachher-Wert als ein echter unbehandelt-Vergleich, weil hier auch “Regression zur Mitte” eine Rolle spielt (Patienten werden oft gerade nach einer aktiven Phase in Studien eingeschlossen).
- Teriflunomid und Kesimpta sind die tatsächlichen randomisierten Studienarme.
Indirekte Placebo-Vergleiche: Aus älteren, placebokontrollierten Zulassungsstudien anderer MS-Medikamente lässt sich die Größenordnung “wirksame Therapie vs. echtes Placebo” abschätzen: (cite index=“33-1”>Teriflunomid selbst zeigte gegenüber Placebo eine Reduktion der jährlichen Schubrate um etwa 35 Prozent. Da Kesimpta gegenüber Teriflunomid nochmals eine um 50–59 % niedrigere Schubrate erreicht, lässt sich hochrechnen, dass der Effekt von Kesimpta gegenüber echtem Placebo bzw. keiner Behandlung deutlich größer ist als die 51–59 % gegenüber Teriflunomid – realistisch schätzen Neurologen den Effekt gegenüber unbehandeltem Verlauf auf grob 70–85 % Schubratenreduktion, auch wenn dazu keine direkte RCT-Zahl existiert.
Kurz zusammengefasst: Ohne Therapie ist bei aktiver MS mit deutlich häufigeren Schüben und einem erheblichen Risiko für bleibende Behinderung im Verlauf der Jahre zu rechnen. Kesimpta senkt die Schubrate im Vergleich zu unbehandeltem bzw. gering wirksam behandeltem Verlauf sehr deutlich – das ist auch der Grund, warum eine frühe, wirksame Therapie bei aktiver MS heute leitliniengemäß empfohlen wird, statt abzuwarten.
Quellen:
Hier sind alle Quellen, die ich in diesem Gespräch verwendet habe, gruppiert nach Thema:
Fachinformation & offizielle Zulassungsunterlagen
- EMA Fachinformation Kesimpta: https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/kesimpta-epar-product-information_de.pdf
- Schweizer BAG, Kesimpta Neuaufnahme 2021: https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/h9jBfQNbNt-T/kesimpta-neuaufnahme-01-06-2021.pdf
- Schweizer BAG, Kesimpta Neuaufnahme 2024: https://www.bag.admin.ch/dam/de/sd-web/bQ0QxcY5TcPN/kesimpta-neuaufnahme-01-06-2024.pdf
- Patientenaufklärung Ofatumumab (März 2025): https://ms-qualitaetshandbuch.de/wp-content/uploads/2025/03/KKN_2507_WEB_patientenaufklaerung_ofatumumab.pdf
ASCLEPIOS I/II (Phase-III-Zulassungsstudien) & Folgestudien
- Originalpublikation NEJM: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1917246
- Novartis-Zusammenfassung der Ergebnisse: https://novartis.gcs-web.com/static-files/b348af15-9445-41fe-aadd-b044302d35a6
- AkdÄ-Bewertung Ofatumumab: https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimitteltherapie/WA/Archiv/Ofatumumab.pdf
- Pharmazeutische Zeitung, Ofatumumab vs. Teriflunomid: Ofatumumab versus Teriflunomid bei Multipler Sklerose
- Arzneimitteltherapie (AMT), Ofatumumab vs. Teriflunomid: Ofatumumab versus Teriflunomid bei der Prophylaxe der schubförmigen multiplen Sklerose - 11 - 2020 - Heftarchiv - AMT
- ALITHIOS-Verlängerungsstudie (4-Jahres-Daten): Efficacy and safety of four-year ofatumumab treatment in relapsing multiple sclerosis: The ALITHIOS open-label extension - PMC
- Springer, NfL als Prädiktor: NfL als Prädiktor der Krankheitsaktivität bei MS? | DNP – Die Neurologie & Psychiatrie | Springer Nature Link
Placebokontrollierte Phase-II-Studie MIRROR
- Neurology, Subcutaneous ofatumumab in RRMS: https://www.neurology.org/doi/10.1212/WNL.0000000000005516
- Neurology, MIRROR-Studien-Abstract: https://www.neurology.org/doi/10.1212/WNL.82.10_supplement.S23.006
- Arzneimitteltherapie, MRT-Läsionen: Subkutanes Ofatumumab verringert Zahl neuer Entmarkungsherde im MRT - 10 - 2018 - Heftarchiv - AMT
- Multiple Sclerosis News Today: Subcutaneous Ofatumumab an Effective RRMS Therapy at Low Doses
Allgemeine Übersichten zu Kesimpta/Ofatumumab
- Pharmazeutische Zeitung, Wirkstoff-Steckbrief: Ofatumumab|Kesimpta®|51|2021 | PZ – Pharmazeutische Zeitung
- DMSG, Ofatumumab (Kesimpta): Ofatumumab (Kesimpta®) | DMSG
- MS-Patientenhandbuch, Ofatumumab: Ofatumumab | MS-Patientenhandbuch
- Apotheke Adhoc, neue Wirksamkeitsdaten: Kesimpta: Neue Daten zur Wirksamkeit von MS-Mittel | APOTHEKE ADHOC
Natürlicher Verlauf & Placebo-Vergleiche allgemein
- DGN-Leitlinie Diagnostik und Therapie der MS: https://www.dgn.org/wp-content/uploads/2020/10/030-050l_S2e_Multiple_Sklerose_Diagnostik_Therapie_2014-08_verlaengert.pdf
- DMSG-Archiv, DGN-Leitlinien: https://www.dmsg.de/dokumentearchiv/leitlinien_der_dgn.pdf
- Springer CME, “MS schreitet heute langsamer voran”: Multiple Sklerose schreitet heute langsamer voran | CME | Springer Nature Link
- Deutsches Ärzteblatt, “MS: Der Beginn einer neuen Ära”: Multiple Sklerose: Der Beginn einer neuen Ära – Deutsches Ärzteblatt
Kurzum: Kesimpta ist kein Wundermittel, aber die Wirkung ist gut belegt. Die Wirkung mit einem Placebo zu vergleichen, ist falsch. Die Infos habe ich von Claude, man kann das aber auch eigenständig recherchieren.
Meine Ansicht: “Hit hard & early” ist ein sehr guter Ansatz, warum abwarten bis man ausreichend Behinderungen beisammen hat? Ich beneide die jungen Menschen, die nicht unseren Weg gehen müssen.
Jeder muss die Entscheidung selbst abwägen, aber das ist individuell. Es ist ratsam, auf Neuologen zu hören, als auf irgendwelche Leute in einem Forum. Freuen wir uns doch einfach, dass es diese Entwicklungen gibt. BTW, eine Chemotherapie/Immuntherapie bei einer Krebserkrankung führt auch nicht immer zu einem Erfolg - Sollte man sie deswegen lieber bleiben lassen?