Liebe Loehmi
Unsere MS Geschichten sind sich ähnlich nur, dass ich meine Diagnose erst vor 2 Jahren mit 51 bekommen habe. Hatte rückblickend einige Schübe, besonders nach den Geburten. Nur kam kein Arzt der Welt auf die Idee mich mal in die Röhre zu schieben.
Fakt ist, Hormone haben einen starken Einfluss auf die MS und da du mit 46 nun zumindest in der Perimenopause bist, fliesst da bestimmt einiges mit rein.
Als ich meine Diagnose bekam, wollte dieser Arzt auch sofort mit dem Vorschlaghammer drauf hauen und das obwohl er der Meinung war, dass es sich um einen „Begninen“ Verlauf handelt. Meine Meinung ist, dass es diesen Ausdruck gar nicht geben dürfte, MS verläuft immer chronisch egal in welchem Tempo und mit welcher Ausprägung.
Da sich mein ganzes Sein nicht mit dem Gedanken meinen Körper mit solch starken Medikamenten zu torpedieren abfinden konnte, lehnte ich eine Behandlung vorerst ab. Retrospektiv kann ich heute sagen, das der Neurologe „beleidigt“ war, dass ich mich so autonom verhalte und hat mir deutliche Hinweise gegeben dass er gerne auf mich als Patientin verzichten würde. Ich habe ihm (und mir) dann den Gefallen getan und hab mir bei einer MS spezialisierten Neurologin eine Zweitmeinung geholt.
Sie sieht die Dinge ganz anders und respektiert „meinen“ Weg ohne BT. Nach 2 Jahren ist mein MRT stabil, aber der Verlauf ist nun sekundär progredient.
Sie erklärte mir, das nach 20-25 Jahren Erkrankungsdauer und dem einsetzen der Menopause die Schübe aufhören können und dann der PIRA Effekt einsetzen kann.
Da hätte mir Kesimpta, Ocrevus und co auch nicht weitergeholfen. Ich bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden und fühle mich wohl damit.
Und genau darum geht es meines Erachtens, dein Körper, deine Entscheidung.
Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute und lass uns wissen, wie du dich entschieden hast und es dir damit geht. 