Weil das mein erster Beitrag im neuen Jahr ist, darf ich euch allen - apropos “zeitverzögert” -nachträglich ein frohes, neues Jahr wünschen!

Die Frage, die ich hier gleich stellen werde, richtet sich vor allem an diejenigen unter euch, die KEIN Immunsuppressivum konsumieren.

Kämpfen eure MS-bedingt hyperaktiven Immunsysteme ähnlich erbittert gegen einen Infekt, wenn ihr euch denn einen eingefangen habt, wie meines?

Bestes Beispiel für das eigenartige Phänomen, das ich versuche zu beschreiben, ist eine grassierende Grippewelle (wie jetzt gerade (u.a.) in Wien): Rundherum sind alle krank. Ich fühle auch, dass etwas nicht stimmt (auf MS-assoziierte “Beschwerden” wollen wir in diesem Zusammenhang nicht weiter eingehen):

Es fühlt sich an, als ob der Fieberthermometer sehr bald etwas Spektakuläres anzeigen würde: Aber weit gefehlt! 37,3 ist das höchste der Gefühle! Sämtliche “Symptome” sind nur sehr latent ausgeprägt. Schnupfen im Ansatz könnte man dazu sagen (irritierenderweise ohne verstopfte Nase und ohne lästiges Herumgerotzel). Alles fühlt sich merkwürdig schaumgebremst an, wie die Andeutung einer Verkühlung. Das einzig wirklich manifeste Symptom ist diese Appetitlosigkeit.

Wochenlang kann sich dieser fegefeurige Zustand teils erstrecken. Bis die Virenlast schließlich doch zu drückend wird, der Thermometer die erwartbaren 38° anzeigt und der Spuk nach einer weiteren Woche zu Ende geht.

Kann damit jemand etwas anfangen? Kennt von euch noch jemand dieses zögerliche Krankwerden?

Danke, dir auch ein gutes Neues!

Also meine Truppe hat da irgendwie ne anderre Strategie. Nachts gings los mit bissel Gehüstel und Räuspern, rasant war die Truppe dann voll im Einsatz und heizte den Vieren bei 39,4°C ordentlich ein. Genauso abrupt gabs dann einen Temperatursturz. Leider komme ich mir grade so vor als würde ich mitsamt den Viren auf dem Schlachtfeld liegen, aber noch lebe ich und schaffe es, mit viel Anstrengung und im Schneckentempo, mich von einem Zimmer ins andere zu schleppen.
Letztes Jahr um die Zeit verlief das ähnlich. :thinking:

Nach zögerlichem Ausbruch hört sich das bei dir nicht an, wenn du mir diese Ferndiagnose gestatten willst :wink:

39,4? Ach du meine Güte! Kostest du das aus (im Sinne von: Setzt du auf den virenschädigenden Effekt des Fiebers) oder nimmst du was Fiebersenkendes (zu Letzterem würde ich ja tendieren, denn mit über 39° würde ich einen Bauchfleck nach dem anderen hinlegen)?

Gute Besserung wünsch ich dir auf alle Fälle!

Vor meiner Diagnose, also auch vor jeglichem MS-Medikament hatte ich meine Ein-Tages-Infekte. Einen Tag lang hatte ich den Eindruck krank zu werden und dann war es auch schon wieder vorbei. Richtig krank geworden bin ich jahrelang nicht. Aggro-Immun machts möglich.

Also ja, ich seh das durchaus als Waffe des Immunsystems gegen den Eindringling. Ein Fiebersenker würde meine eigene Truppe entwaffnen.
So ganz geheuer ist mir das natürlich auch nicht, zumal mich das im letzten Jahr tatsächlich kurz weggebeamt hat.

Ahnungslose Zungen würden jetzt vielleicht erwidern: “Es ist nicht alles schlecht an MS”.

Wir wissen es besser und würden so etwas Dummes nie sagen…

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“Die Dosis macht das Gift” (oder so ähnlich).

Wenn das (grundsätzlich nützliche) Fieber zu hoch raufgeht, muss/sollte/darf man ihm Einhalt gebieten.

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Das einzige gute an MS ist das es einen zwingt das was der eigne Körper noch kann zu Wertschätzen , genießen und versuchen zu erhalten , ein mindset das zumindest ich bis zur Diagnose nicht hatte ,eher im Gegenteil muss ich sogar zugeben ,Versuche jetzt bewusster zu leben und wie gesagt wertschätzender meinem Körper gegenüber zu sein

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Klar, darf man. :wink:

Doch, das kenne ich so ähnlich. Nehme keine MS Medikamente. Gerade vor wenigen Wochen fing es an, Niesen ohne Ende, das sichere Gefühl, da kommt sie die Erkältung um dann am nächsten Morgen mit diesem komischen, ich bin total reduziert und irgendwie fiebrig Gefühl aufzuwachen.
Dieses zog sich über eine Woche hin, nie schnupfen bekommen, keine Halsschmerzen nur höhere Basistemperatur (hab normalerweise unter 36 Grad) und die paar wenigen Grad machen mich schier unbeweglich. Uthoff kickt total ein und sonst ist da nichts „handfestes“

Wenn ich dann aber die Grippe (besonders Covid) erwische, dann kniet mein Immunsystem danieder und ich bin handlungsfähig, genau wie bei dir liebe Bluna.

Das Hulk-Immunsystem ist das einzige positive, dass ich dieser Krankheit abgewinnen kann.

Dir liebe Bluna ganz gute und rasche Genesung und allen anderen; bleibt gesund!

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Steckt also doch “der Hulk” dahinter😉

So “praktisch” unser (übertrieben gut funktionierendes) Immunsystem bisweilen sein mag: Was mir buchstäblich auf die Nerven geht, ist die aufwändige Interpretationsarbeit, die ich tagtäglich zu leisten habe, um un- manchmal auch überdeutliche Zeichen sinnvoll auszulegen… Wie eben jetzt gerade.

Sei’s drum: Ich danke dir sehr für deinen Beitrag!
Alles Gute dir!
LG Parichehr

PS: Wie schade, dass du nicht in der “Geheimsprache” zu mir/uns sprichst! Mit dem Kognitionstraining (“so nebenbei”), also der (notwendigen) “Rückübersetzung ins Hochdeutsche”, bist du, glaube ich, gar nicht so falsch gelegen😉

Bei mir laufen Infekte auch genau so ab.
Ich behaupte, Idi Amin und seine marodierende Söldnertruppen verstecken sich in meinem Immunsystem.

Anders lässt sich das kaum erklären.
Ich nehme übrigens Ocrevus :face_with_monocle:

Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, dass die Gabe von Immunsuppressiva nichts am “hysterischen” Verhalten des körpereigenen Immunsystems ändert. Spannend…

Ich verstehe ehrlich gesagt gar nicht so recht, worum es dir in diesem Thread geht. Muss allerdings dazusagen, dass ich das Immunsystem bei MSlern nicht unbedingt und einheitlich als hyperaktiv und als hysterisch ansehe.denn dieses System baut sich mmn. von Kindheit an und stetig aus und wird ja auch unterschiedlich behandelt. Ob es nun besser ist, wenn es ewig nicht aus dem Quark kommt oder ob es gleich der Meinung ist, Feind niedermetzeln, bis da kein Gras mehr wächst, darüber kann man ja streiten. Das Immunsystem ist so komplex, da spielt doch viel mehr rein als ob jemand eine BT macht oder nicht. Das Alter, die Umgebung, die Vierenlast, sonstige Bedingungen, konnte es sich gesund aufbauen, wie durchgeimpft sind die Leute usw. Je nach dem entwickelt es sich da und reagiert. :thinking:

Nur, um Missverständnissen vorzubeugen: Weder wollte ich ein dezitiert therapieloses Grüppchen für Anschauungszwecke zusammentrommeln noch sind Jux und Tollerei die Triebfedern der ursprünglichen Idee.

Ich selbst nehme seit 20 Jahren das Interferon Avonex als BT. Angetrieben hat mich die Frage, wie sich Infekte im Anfangsstadium der Erkrankung (Verkühlung, grippaler Infekt u.Ä.) bei anderen ForistInnen verhalten. Ob der Zeitpunkt des Ausbruchs ähnlich zögerlich vonstatten geht (wie bei mir) oder eben nicht. Die Erfahrungsberichte von ForistInnen, die an sich selbst eine Eskalationstherapie vornehmen lassen, habe ich für meinen persönlichen Erkenntnisgewinn als weniger aussagekräftig erachtet, weil die immunsupprimierende Wirkung einer E.therapie das MS-typische “Hulk”-Gebaren der hauseigenen Kampfmaschinerie beeinträchtigen bzw. verfälschen würde, so meine Annahme.

@Parichehr
Ich nehme an, diese Antwort galt mir?
Kannst du mir das „ausdeutschen“ ich verstehe nicht, was du mir damit sagen möchtest…:pray:

Liebe Zaira!

So sorry, ich hatte eigentlich konkret dir antworten wollen, was anscheinend nicht funktioniert hat…

Meine offenbar zu kryptischen Andeutungen hätten eine Aufforderung an dich sein sollen, doch gerne wieder einmal auf Schwyzerdeutsch zu antworten, was - wie du selbst irgendwann gesagt hast - eine willkommene challenge für alle hochdeutschen Zungen sein könnte, wenn es um die Rückübersetzung ins gewohnte Hochdeutsch geht (Stichwort: “Kognitionstraining”).

LG Parichehr

Woran genau machst du denn ein Hulk(?)-Gebaren der hauseigenen Kampfmaschinerie fest? :thinking: Wie sollte ein Immunsystem deiner Meineung nach denn reagieren, wenn Vieren am Start sind?

erst mal mit neuen Zöllen!

[duck und weg]

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Ich hatte vor der MS nicht so eine Reaktion auf Infekte. Bei mir hat sich da definitiv etwas verändert.
Aber da das Immunsystem ja auch keine statische Geschichte ist, kann man da keinen kausalen Zusammenhang erkennen