Hallo Hallo,

Ich habe meine MS-Diagnose seit ich 23 bin. Heute bin ich 44. In diesen über 20 Jahren hatte ich mehrere Schübe, aber sie galten immer als „leicht“.
Sehstörungen, Gangunsicherheit, Kribbeln über die komplette rechte Körperseite, dieses typische Zickzack-Gehen, Schwindel, zeitweise Sprachausfälle.
Nach Schüben, vor allem bei Stress, fängt meine rechte Körperseite an zu brennen. Fatigue begleitet mich immer wieder, mal leise, mal sehr präsent.

Medikamente.
Vor vielen Jahren kurz Tecfidera, aber die Flushs waren für mich kaum auszuhalten. Dieses Glühen, die innere Unruhe, das Spannungsgefühl. Damals habe ich im Krankenhaus gearbeitet, mit viel Patientenkontakt, und irgendwann war mein Maß einfach voll. Ich habe aufgehört.
Stattdessen habe ich versucht, über Ernährung und Lebensstil Einfluss zu nehmen.
Jahrelang kein Fleisch, bewusster leben, mehr auf Warnzeichen achten.

Sieben Jahre war dann Ruhe. Keine neuen Schübe. 1 Pseudoschub war dabei.
Und jetzt diese Woche plötzlich, ein neuer.
Woher kam der denn?
Gut, die letzten Monate war Stress hoch 1000., aber ich hatte Urlaub 3 Wochen.
Ruhe und Entspannung.
Eine Woche gearbeitet und mein Körper denkt sich: “Attackeeeeee!!”
Anfangs dachte ich wirklich, ich hätte mir im Schlaf nur einen Nerv eingeklemmt.
Linker Arm wie eingeschlafen und die
Hand komplett unfähig etwas zu fühlen, starkes Kribbeln.
Das MRT hat mir dann ziemlich klar gezeigt, dass es etwas anderes ist: neue Läsionen im Kopf und in der HWS.

Aktuell mache ich eine Cortison-Stoßtherapie. In dem Zusammenhang war ich bei einem neuen Neurologen. Das Gespräch hat mich mehr verunsichert als beruhigt. Er war fassungslos darüber, dass ich keine verlaufsmodifizierende Therapie nehme. Für ihn ist klar: Tecfidera sei zu schwach, komme nicht mehr infrage. Seine Empfehlung ist Briumvi, zwei Infusionen, dazu Impfungen gegen Meningokokken und Pneumokokken, Immunsuppression, höhere Infektanfälligkeit, langfristige Risiken. Ach Brustmrebs gab es auch als Nebenwirkung. Unwahrscheinlich aber muss man ja sagen.
Mir ist bewusst, dass all das Teil einer ehrlichen Aufklärung ist. Ich weiß, dass diese Dinge gesagt werden müssen.

Was mich aber beschäftigt, ist die Art. Es fühlte sich sehr drängend an. Kaum Raum für meine Geschichte, meine Gründe, meinen bisherigen Verlauf. Eher ein „Das muss jetzt sofort so gemacht werden undzwar jetzt oder nie, sonst ist alles zu spät… “.
Und ich habe gemerkt, wie ich innerlich wieder still wurde.

Am Montag und Dienstag gehe ich wieder zur nächsten Cortison-Infusion. Und ich weiß noch nicht, wie ich das Gespräch führen soll. Wie man Nein sagt, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Wie man ernst genommen wird, wenn man nicht sofort allem zustimmt.

Deshalb meine Fragen an euch:
Kennt ihr ähnliche Erfahrungen mit sehr bestimmenden Empfehlungen?
Welche Alternativen zu Tecfidera gibt es, die weniger aggressiv sind?
Und wie habt ihr gelernt, für euch zu sprechen, gerade dann, wenn man sich klein fühlt?

Danke fürs Lesen. Es tut gut, das hier endlich einmal auszusprechen.

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Versuche einerseits ehrlich und andererseits aber auch dankbar zu sein: Z.b. ich bin froh, dass Sie mir so potente (und teure) Medikamente verschreiben wollen. Ich fühle mich aber damit nicht ganz wohl (Impfungen etc., Krebs…).

Am besten Fragen stellen und vorher aufschreiben:

Gibt es noch andere Alternativen?
Käme auch Stufe 2 (Mavenclad, Gilenya) in Frage?
Warum genau Briumvi, was ist der Vorteil gegenüber zb Mavenclad, Gilenya, Kesimpta, Ponvory…
Welche Impfungen sind bei welchem Medikament Pflicht?

Zur Not Zweitmeinung oder MS Ambulanz. Wenn es in nächster Zeit (d.h. 1-2 Monate) Termine gibt (was ja anscheinend grad eher schwierig ist).

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Hallo San
Willkommen!

Da hattest du wirklich lange Ruhe. Vielleicht kommt die Aktivität von den Hormonen, ich nehme an, du bist biologisch weiblich? Ansonsten ist das jetzt eigentlich erstmal nicht ganz so wichtig woher und warum.

Mein erster Gedanke ist, nimm jemanden der dich stärkt, mit.
Besprich deine Bedenken mit demjenigen.
Wechsle den Neurologen, nicht alle drängen so sehr.
Mach dir ganz bewusst, was du zu riskieren bereit bist. Lass dich dazu von der unabhängigen Patientenberatung beraten.
Die sind wirklich super.
Und: hör weiter so tolle Musik :smiling_face_with_three_hearts:

Hallo San

willkommen hier im Forum.

nur kurz ein paar Gedanken (von mir, einem 55 Jährigen mit Diagnose in 2003) nach dem Querlesen deines Posts:

  • meine Erfahrung mit echten Stresssituationen (mit echt meine ich z.B. Beziehungsstress oder Todesfall) ist, dass die wie eine Kortisonstosstherapie wirken, das heisst solange der Stress da ist geht es meinen MS Symptomen besser. Der gefährliche Zeitpunkt für mich war dann jeweils die Erholungsphase, also die Zeit nach der Stresssituation. Ich erkläre mir das mit dem erhöhten Cortisol während des Stress.
  • wenn deine Verschlechterungen die Folge von Schüben sind, dann macht eine medikamentöse Therapie durchaus Sinn, bei aktiven Läsionen in der HWS um so mehr.
  • Medikamente würde ich mit Fachleuten, also Ärzten diskutieren. Und wenn du ein ungutes Gefühl mit deinem Neurologen hast, dann suchst du dir einen neuen.
  • dein Eindruck von sich “klein” fühlen kann ich bestätigen, leider hatten bei mir die ganzen “warmherzigen Zuhörer” aus der Naturheilecke keine bessere Lösung als die “sich kurz fassenden” Schulmediziner

Ich wünsche dir viel Kraft beim Entscheiden.

LG
MO

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Liebe Loreley,

vielen Dank für deine Antwort und die konkreten Gedanken. Deinen Hinweis, ehrlich zu sein und gleichzeitig wertschätzend zu bleiben, finde ich wirklich gut. Das hilft mir, innerlich ruhiger in so ein Gespräch zu gehen und nicht direkt in eine Abwehrhaltung zu rutschen.

Bei mir ist es gerade so, dass sich eine starke Immunsuppression wie bei Briumvi für mich nicht stimmig anfühlt. Nicht aus Unwissen, sondern weil ich mich am Wochenende sehr intensiv damit beschäftigt habe. Ich bin dankbar, dass es diese Medikamente gibt und dass Ärzt:innen heute so viele Möglichkeiten haben, aber für meinen Körper passt dieser Weg im Moment einfach nicht.

Was mich dabei beschäftigt: Rein theoretisch hätte ich dann ja fast 20 Jahre lang durchgehend Medikamente nehmen müssen. Und ich frage mich ehrlich, ob es mir damit wirklich besser gegangen wäre. Ich habe ein sehr gutes Immunsystem, war in all den Jahren wenig krank und habe kaum Infekte gehabt. Die Vorstellung, das Immunsystem gezielt stark herunterzufahren und vorher noch Impfungen „auf Vorrat“ zum Schutz zu bekommen, fühlt sich für mich persönlich nicht richtig an.

Ich habe trotzdem die Sorge, im Arztgespräch wieder stark gedrängt zu werden, obwohl meine Entscheidung eigentlich klar ist. Eine Zweitmeinung hole ich mir diese Woche auf jeden Fall. Parallel denke ich auch grundsätzlich darüber nach, ob und wann Medikamente für mich sinnvoll sind. Mir ist klar, dass sie Schübe nicht komplett verhindern, sondern eher reduzieren können, und dass es hier immer um Abwägungen geht.

Was mich noch interessieren würde, wenn du magst: Wie sind deine eigenen Erfahrungen mit Therapien? Hast du etwas gefunden, das sich für dich gut und richtig angefühlt hat? Und kennst du eventuell auch Therapien, die weniger stark ins Immunsystem eingreifen und für dich eher infrage gekommen wären?

Danke dir nochmal für deinen Input und deine ruhige Art zu antworten.

Liebe Grüße
San

PS: Was ist anscheinend schwierig im Moment??

So wird es gern empfohlen.

Ich mag das auch nicht.
Bin im 27. Jahr OHNE

NEIN heißt NEIN.

Dein Körper,
Deine Entscheidung!

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Hallo Paule,

vielen Dank für deine ruhige und hilfreiche Antwort. Deinen Gedanken, jemanden mitzunehmen, der einen stärkt, finde ich wirklich gut. Das mache ich in solchen Situationen auch sonst, wenn es sich ergibt, und nehme das für die nächsten Gespräche bewusst mit.

Und zu dem Punkt mit den Hormonen: Ja, ich bin weiblich und habe in den letzten Monaten tatsächlich eine deutlich veränderte Menstruation bemerkt. Deshalb interessiert mich deine Einschätzung dazu. Was ist dein Stand zu diesem Thema? Hast du selbst Erfahrungen gemacht oder Wissen dazu, wie hormonelle Veränderungen sich auf MS auswirken können? Wird so etwas eher stärker, schwächer, ist es oft einmalig oder eher ein längerer Prozess?

Falls du dazu etwas gelesen hast, das du seriös und hilfreich fandest, freue ich mich auch über Hinweise oder Empfehlungen.

Danke dir nochmal für deinen Input. Und ja, die Musik höre ich auf jeden Fall weiter :blush:

Viele Grüße
San

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Hallo MO,

vielen Dank für deine Antwort und dafür, dass du deine Erfahrung so offen teilst. Das mit dem Stress und der Erholungsphase danach hat bei mir sofort angedockt. Ich kenne das sehr gut. Mein Alltag ist oft dauerhaft fordernd, und gerade in Urlauben oder direkt danach habe ich schon öfter gemerkt, dass mein Körper plötzlich „kippt“. Deine Erklärung mit dem Cortisol ergibt für mich absolut Sinn.

Was mich noch interessiert, ist dein Punkt mit den Läsionen in der HWS. Ich hatte dort vor ein paar Jahren schon einmal eine leichte Auffälligkeit und jetzt wieder. Mich würde wirklich interessieren, wie du das aus deiner Erfahrung einordnest. Was genau war für dich der Moment, an dem sich durch solche Befunde die Bewertung verändert hat?

Und ganz grundsätzlich würde mich dein persönlicher Weg interessieren: Wie ist dein aktueller Stand mit Therapie? Nimmst du Medikamente, und wenn ja, was hat sich dadurch für dich tatsächlich verändert? Oder kennst du auch Menschen, die bewusst keine Medikamente nehmen, und wie ist es denen ergangen?

Danke dir für deinen realistischen, klaren Blick. Das hilft mir sehr bei meiner eigenen Einordnung.

Viele Grüße
San

Hallo Shitman,

danke dir für deinen klaren und ehrlichen Beitrag. Das hat mir gutgetan zu lesen, vor allem dieses „NEIN heißt NEIN“. Genau dieses Gefühl von Selbstbestimmung fehlte mir im ärztlichen Gespräch am Freitag.

Mich würde dein Weg wirklich interessieren, wenn du magst. Wie viele Schübe hattest du in den Jahren? Waren die eher leicht oder auch mal stärker? Und wie gehst du im Alltag damit um – machst du bewusst etwas, um zu kompensieren, oder hast du eher gelernt, deinem Körper Raum zu geben und ihn machen zu lassen?

Was mir gerade ehrlich Angst macht, ist weniger die MS selbst als die Situation mit dem Arzt. Dieses Gefühl von „entweder du machst das jetzt so oder hast halt Pech“ oder dass man sich schlecht fühlen soll, wenn man nicht sofort zustimmt. Gleichzeitig denke ich mir: Ich habe über viele Jahre ein sehr stabiles Immunsystem gehabt, war wenig krank – und dann soll ich es absichtlich massiv runterfahren, mit allen Risiken, und trotzdem sind Schübe nicht ausgeschlossen. Meine Schübe waren bisher eher nicht heftig, jetzt ist es zwar in der HWS, was natürlich erschreckt, aber trotzdem frage ich mich, wie andere das erleben.

Hattest du auch Läsionen im Rückenmark oder in der HWS? Und wie bist du damit innerlich umgegangen?

Danke dir für deine Offenheit. Das gibt mir gerade Rückhalt.

Viele Grüße
San

Hallo San,
Willkommen hier. Echt Klasse das der Verlauf relativ mild war und jetzt sich doch etwas heftig sich meldet. Das tut mir leid.
Als ich 2006/2007 MS Diagnose aufgedrückt bekam stellte mich das KH Vivantes sofort auf Betaferon ein und parallel dazu die Korti-Stoßtherapie und hatte es dadurch wohl gut vertragen. Ich hatte einige Läsionen im Kopf und HWS C2-C6 mit Läsionen bestückt ( sagte immer meine Minigolfanlage).
Nach fast 15 Jahren hatte ich gewechselt weil ich in den letzten 7 Jahren doch 5 Schübe hatte die aber durch das Betaferon gemildert wurden. Die Neuro meinte wechseln auf Vumerity - getan hab es auch recht gut vertragen aber nach 2 Jahren bekam ich eine Gürtelrose (NW) und Lungenkrebs bekommen. Was das verursacht hatte weiß ich nicht. :woman_shrugging:
Aber lass Dir auch einfach alle Therapien mit Vor - und Nachteilen erklären und dann kannst Du ja sagen:
„Ich muss alles überdenken und überschlafen - dann abwägen was zu mir passt und wo dein Bauchgefühl sagt ja!“ wenn Du noch nicht bereit bist sagste das eben - auch ein Nein muss akzeptiert werden vom Neuro.
Mir verschreibt man nichts weil ich Ü60 bin und weil ich gerade erst Krebs hatte.
Aber damals sagte der Professor vom Vivantes als eine Art vorbeugende Therapie bei Symptomen hilft manchmal 5 Tage lang ein Asperin einnehmen- das mache ich schon relativ lange und komme damit super zurecht.
Um die Wette renne ich nicht mehr aber meine Gehstrecke ist noch recht gut - manchmal etwas mit Gleichgewichtstörung ( ohne Schnapsi) - muss nun ohne Medis gehen.
Alles Gute und eine gute Besserung für dich :bouquet::four_leaf_clover::bouquet:

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Bei mir kamen mit den ersten menopausalen Symptomen die ersten MS Anzeichen.

Nach der Menopause kamen keine Schübe mehr.
Das ist aber wirklich nur mein persönlicher Verlauf und das muss gar nix heißen.

Viele Frauen mit MS erleben aber auch während der Schwangerschaft eine Veränderung. Also einen Zusammenhang kann man wohl nicht ausschließen.

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Liebe Sonnenblume64,

vielen Dank für deine liebe und offene Nachricht. Die hat mich wirklich berührt. Dein Weg und wie du ihn beschreibst, mit so viel Humor und Klarheit trotz allem, macht mir Mut. Deine „Minigolfanlage“ hat mir ehrlich gesagt ein kleines Lächeln geschenkt, auch wenn das Thema an sich natürlich ernst ist.

Es tut mir leid zu lesen, was du in den letzten Jahren zusätzlich durchmachen musstest. Umso beeindruckender finde ich, wie ruhig und reflektiert du damit umgehst. Deine Haltung, sich alles erklären zu lassen, zu überdenken und dann auf das eigene Bauchgefühl zu hören, spricht mir sehr aus dem Herzen. Genau da stehe ich gerade.

Danke auch für den Hinweis, dass ein Nein akzeptiert werden muss. Das zu lesen tut gut, weil man sich im Arztgespräch manchmal klein und unter Druck gesetzt fühlt. Deine Erfahrung zeigt mir, dass es trotzdem Wege gibt, seinen eigenen zu gehen.

Ich wünsche dir von Herzen weiterhin stabile Tage, gute Balance und möglichst viele Momente, in denen der Körper einfach mitmacht. Danke, dass du deine Geschichte geteilt hast. Das bedeutet mir gerade viel.

Alles Gute für dich
San

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Gerne :pray::smiling_face_with_three_hearts: den Humor darf man nie verlieren.

Wie nannte ich meine Krebs OP -oh man die hatten mich wie ein Brötchen aufgeschnitten! :sweat_smile:
Du machst das gut :+1:! Wäge ab!:four_leaf_clover::four_leaf_clover::four_leaf_clover:

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Hallo San!

Lass dich bitte nicht unter Druck setzen! Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Meine Neuro ist genauso: “Wie Sie wollen… In ein paar Jahren werden Sie im Rollstuhl sitzen.” Oder: “Seien Sie vorsichtig, sonst hat sich das, mit dem Lesen schlauer Bücher…”

Sie ist eine richtige Pute. Wenn sie gut drauf ist, besprechen wir manchmal unsere aktuelle Lektüre, wenn sie schlecht drauf ist, also die Pharmavertreterin in ihr zu sehr die Oberhand gewinnt, dann kann ich mir eben solche Sachen anhören wie das mit den “schlauen Büchern, die ich bald nicht mehr imstande sein werde zu lesen” (wenn ich nicht sofort dieses oder jenes Medikament anfange zu nehmen). Ich wehre mich seit Jahren gegen diese unmögliche Art der Gesprächsführung.

Wart jetzt mal die Wirkung der Corti-Stoßtherapie ab. Ich bin fast sicher, dass es nach 2 Wochen schon wieder ganz anders ausschauen wird. Und dann lies dir - gern hier im Forum - die diversen Erfahrungsberichte der einzelnen ForistInnen durch, die mit ihren Eskalationstherapien bzw. den damit verbundenen NW gar nicht glücklich sind.

Alles Gute dir!

LG Parichehr

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Falls du eine Frau bist, solltest du deinen Hormonstatus bestimmen lassen bzw. Tagebuch über deine Syptome führen. Vielleicht bist du in der Peri-Menopause. Sollte dem so sein, solltest du über HRT nachdenken. Neurologen haben dieses “Weiberthema” so gut wie nie auf dem Schirm, dabei haben die Hormone einen unglaublich starken Einfluss auf einen MS-Verlauf.

Edit: Ich habe den Thread erst jetzt ganz gelesen. Du bist eine Frau und bist daher mit 40+ in der Gefahrenzone. Ich werde mich auch bald testen lassen, auch wenn ich noch keine Symptome in Richtung Peri habe.

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Hallo Parichehr,

du hast mir gerade echt Kraft gemacht 🩷 Ich finde es total wohltuend zu merken, dass es Menschen gibt, die ähnlich denken wie ich. Das fühlt sich weniger allein an, auch wenn ich den Kontakt zu MS-Menschen lange eher gemieden habe, genau wegen dieser Dauerthemen. Umso schöner, hier so eine Resonanz zu erleben.

Eine neugierige Frage hätte ich noch :blush: Warum bist du eigentlich noch bei dieser „Pute“ geblieben :chicken::wink: und nicht zu jemand anderem gewechselt? Und wie geht es dir aktuell gesundheitlich, bist du eingestellt, und wenn ja womit? Nur aus ehrlichem Interesse.

Danke dir nochmal, das hat mir gerade richtig gutgetan.
LG

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Hallo FujurFujur,

vielen Dank für deinen Hinweis – das ist wirklich eine richtig gute Idee. Ich bin sehr dankbar dafür, weil ich das Thema Hormone bisher gar nicht so auf dem Schirm hatte, gerade im Zusammenhang mit MS. Dein Beitrag hat bei mir gerade einiges angestoßen.

Ich überlege tatsächlich, meinen Hormonstatus beim Frauenarzt bestimmen zu lassen und zu schauen, ob man dort unterstützend etwas machen kann. Allein das Wissen darüber scheint mir schon wichtig zu sein.

Danke dir fürs Teilen deiner Gedanken, das hat mir gerade sehr geholfen.

LG

Hi San,

sobald ein Arzt nur einen Wirkstoff oder eine Wirkstoffgruppe vorschlägt, sollte man eh etwas hellhörig werden.

Und schnell starten wirst du wegen den Impfungen eh nicht können… Gürtelrose wird übrigens auch empfohlen.

Stiko Empfehlung bei Immunsuppression.

Mich wollen die Neurologen immer auf Mavenclad oder Kesimpta umstellen, ohwohl ich von Rituximab einen sekundären Immundefekt habe.
Die Immumolgen schütteln dabei nur den Kopf.

Dann kam wieder Tysabri ins Spiel, ich habe aber zwei positive JCV Test aus 2014, dennen wird aber heute nicht mehr geglaubt, weil die nur in Arztbrichten stehen und kein Laborauszug mehr vorhanden ist…
Ich hatte 2022 dann einen negativen Test, hab gesagt, dass ich dem nicht traue, dann wurde nochmal Blut abgenommen (hab zu dem Zeitpunkt noch IvIg bekommen)… Werte nicht bestimmbar, Probe mangelhaft… mehr war leider nicht in Erfahrung zu bringen.
Nun soll nochmal ein Test gemacht werden, obwohl ich schon gesagt habe, die beiden posiviten Tests sind vorhanden und somit kommt die Therapie für mich nicht in frage… aber das wollen Neuros aber anscheinend nicht hören.

Ich lass die dann einfach reden und sage dann meistens, das mein Bauchgefühl sagt, dass die Therapie nichts für mich ist, aber ich denke nochmal darüber nach.

Grüße
LucyS

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Liebe Lucy,

dein Beitrag hat mich wirklich erreicht. Nicht auf dieser theoretischen Ebene, sondern da, wo man merkt, dass jemand aus Erfahrung spricht und nicht aus einem Lehrbuch heraus. Danke dafür.

Was mir besonders geholfen hat, war deine Klarheit. Dieses ruhige Benennen von Grenzen ohne Drama, ohne Rechtfertigung. Einfach zu sagen: Mein Bauchgefühl sagt nein und das reicht. Das hat bei mir richtig etwas gelöst, weil ich gemerkt habe, dass genau das mein innerer Konflikt ist. Nicht die Krankheit an sich, sondern der Druck von außen, der entsteht, wenn man nicht sofort mitgeht.

Deine Schilderung zu Rituximab und dem sekundären Immundefekt hat mir nochmal sehr deutlich gemacht, dass starke Therapien eben nicht nur starke Wirkung haben, sondern auch einen echten Preis. Das liest man so selten in dieser Nüchternheit. Dafür bin ich dir sehr dankbar.

Wenn du magst, hätte ich ein paar ehrliche Fragen an dich. Nicht aus Neugier, sondern weil es mir hilft, meinen eigenen Weg besser einzuordnen.

Wie lebst du heute mit der Entscheidung, bestimmte Therapien klar abzulehnen. Fühlst du dich medizinisch ausreichend begleitet oder eher in einer dauernden Abwehrhaltung gegenüber Vorschlägen.

Gab es einen Moment, in dem du dachtest, vielleicht hätte ich doch früher anders entscheiden sollen oder bist du im Rückblick stimmig mit deinem Weg.

Und was hilft dir ganz konkret, ruhig zu bleiben, wenn Ärztinnen oder Ärzte deine Grenzen nicht ernst nehmen und weiter argumentieren.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast zu schreiben. Dein Beitrag war für mich kein Ratschlag, sondern Rückhalt. Und das ist gerade viel wert.

Herzliche Grüße
San

Hallo San, ich antworte mal nur auf deine Fragen an mich, so wie ich sie verstanden habe (hab den Rest des Threads noch nicht lesen können).

Meine Erfahrung mit MS und Medikamenten ist:
Erstens MS ist keine Akutkrankheit, du musst dich nicht innerhalb von Tagen oder Wochen für ein Medikament entscheiden - nimm dir die Zeit die du brauchst, egal ob du Druck von Außen spürst (innerhalb der nächsten 2-3 Monate würde ich persönlich aber schon spätestens eine Entscheidung treffen).

Zweitens: Dass MS eine äußerst variable Krankheit ist. Dass dein Immunsystem jetzt 7 Jahre lang stabil war, heißt nicht dass es das nach diesem Schub die nächsten Jahre wieder so sein wird.

Es kann sein, dass du gerade in einer recht aktiven Phase bist, wo dir Medikamente gut helfen können, um dann wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen.
Ich sag es dir ehrlich, ich würde in deiner Situation schon eine medikamentöse Therapie starten!

Welche genau solltest du entscheiden :wink: Und es sind nicht bei allen MS Medikamenten dieselben Impfungen Pflicht. Lies dir in Ruhe alle Vor- und Nachteile der Medikamenten durch. Schau vielleicht auch, wie gut sich der aktuelle Schub zurück bildet. Bei guter Rückbildung kann man m.E. auf jeden Fall auch Kategorie 2 überlegen.
Nimm was du für dich vertreten kannst - ein wenig Überwindung ist ein neues Medikament immer. Aber es sollte sich nicht alles in dir sträuben. Du findest sicher etwas Passendes für dich.

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