Frage mal ins blaue hinein.

Wer von euch kennt auch, dass Emotionen nicht wie früher steuerbar sind.
Also sowohl im aggressiven Verhalten, als auch bei emotionalen Geschichten, dass schnell die Tränen kommen.
Wenn ich mich kurz zusammen nehme, ist alles wie weggeblasen.

Mir ist eigentlich klar, dass das mit den Stellen der „Einschläge“ zu tun hat.
Aber wie geht ihr damit um?

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Na ja, aggressiv würde ich das nicht nennen bei mir, aber ich rege mich schnell auf und bin wütend. Dann ist das dann halt so. Vor einigen Monaten war ein Herr von der Caritas zum Beratungsgespräch da. Da flossen die Tränen auf einmal. Weil die letzten Monate so sch…waren. Ist dann halt so. Es ging dann wieder. Tränen kann ich gar nicht stoppen. Wut kommt drauf an. :slightly_smiling_face:

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Ich bin schneller betroffen von kleinen Ungerechtigkeiten, hatte schon immer einen großen Gerechtigkeitssinn, aber jetzt regt mich das schneller auf - und auch was Du auf der anderen Seite beschreibst, dass man schneller traurig wird, kenne ich auch von mir - bin mir aber unsicher ob das die Ms oder auch das fortschreitende Alter ist…

Ich würde es mit ‘allgemein sensibler’ beschreiben.

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Interessant, ich danke euch für die Antworten.

@Sunny_Yellow , es ging mir nicht um Ratschläge. Ich bin ganz fein damit.

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Ich merke das an mir auch, das ich ungeheuer sensibel geworden bin, bin aber auch unsicher inwieweit das an der MS liegt. Ein wenig sensibel war ich schon immer und die Umstände sind, sowohl intern als auch extern, ja nicht besser geworden.

Ich denke aber schon, das die Leute um mich rum auch ummer rücksichtloser werden. Durcheinanderreden, den anderen nicht zu Wort kommen lassen, dann plappert noch der Fenseher dazwischen, da kann ich mittlerweile aus der Haut fahren.
Ungerechtigkeiten springen mich regelrecht an, wenn ich irgendwelche Medien anmache, gab es zwar schon immer, aber irgendwie nicht in dieser frechen Unverblümtheit von heute.

Alleine beim einkaufen kommt es mir so vor, als würde einem jeder nur noch rücksichtlos vor die Füße laufen, die Menschen haben keine Zeit mehr, obwohl ihnen nichts wegläuft und jeder glotzt nur noch auf sein Handy.

Mit mir mach das durchaus was und ich neige bestimmt auch dazu dann bei Kleinigkeiten gleich überzureagieren und weitgehend Unschuldige mit anzuschnauzen, weil es mir einfach manchmal bis dorthinaus steht.

Das ich eine blöde Krankheit habe, mit der Perspektive komme ich mittlerweile ganz gut zurecht, wenn Ärzte mich aber nicht ernst nehmen oder über meinen Kopf hinweg bestimmen wollen oder Angehörige auch nach der dritten Erklärung nicht kapieren wollen, was MS jetzt genau bedeutet, dann bin ich schnell auf 180. Ich weiß es wird nicht besser werden, ich werde damit leben müssen, aber bitte seid doch da draußen dann wenigstens so nett und legt mir nicht noch weitere Steine in den Weg.

Genauso schnell beruhige ich mich aber auch wieder. Eine freundlich lächelnde Kassiererin ist in der Regel genug, um mich wieder runterzubringen. Ein kurzes Gespräch mit einem völlig fremden, irgendwo online in einer Kommentarspalte, über ein Franchise das wir beide mögen, und ich meine manchmal, das ich die positive Energie, die Fans einer bestimmten Sache verbindet, in der Luft schwingen fühle.

Nicht nur die negativen, auch die postiven Erlebnisse scheinen gesteigert zu sein und ich kann mich sehr leicht an Kleinigkeiten, wie einem leckeren Essen oder einer witzigen Bemerkung, erfeuen. Teilweise höre ich in solchen Situationen noch eine ganze Weile in mich hinein, lausche dem kurzen Glück hinterher und zehre davon.

Sonne vs. Dunkelheit kann da auch noch viel ausmachen.

Wenn ich zu depressiv bin, zwinge ich mich entweder dazu, mich mit etwas zu beschäftigen was ich mag, weil ich weiß das mich das schnell wieder ablenkt, oder, wenn ich alleine bin, suhle ich mich auch mal so richtig egoistisch im Selbstmitleid über die Ungerechtigkeit der Welt und heule mich so richtig aus. Am nächsten Tag geht’s dann wieder besser.

Wer mich kennt, sieht es mir mittlerweile, denke ich, nach, die guten Begegnungen nehme ich dankbar mit und der Rest kann mich dann auch einfach mal gepflegt gerne haben.

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Nach meinem letzten Schlaganfall war ich ganz oft leicht in Tränen. Anfangs weniger aus Traurigkeit, sondern mehr aus Rührung, was man von mir nicht so gewohnt war.
Das steigerte sich dann noch durch äußere Ereignisse.
Ich habe es so hingenommen, wie es war, habe allerdings zunehmend Theater-konzertbesuche gemieden weil es mir unangenehm war, vor versammelter Mannschaft laut vor mich hin zu schluchzen.

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Moin, gutes Thema!
Ich bemerke auch Veränderungen an mir. Und bei mir hat es was mit MS zu tun.
Es fällt mir zunehmend schwerer in Gesprächen richtig einzuschätzen was mein gegenüber von mir erwartet. Es kam schon oft zu Situation die mich ratlos, verärgert oder traurig gemacht haben.
Wenn ich wütend werde, kommen mir superschnell die Tränen. Zu Beginn der Diagnose, habe ich mich oft unverstanden und angegriffen gefühlt.

Nun versuche ich nicht gleich zu antworten und wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich es richtig wahrgenommen habe, frage ich nach.
Und ich ziehe mich in Gesprächen mehr zurück. Bin dann mehr Zuhörer und beobachte.
Leider habe ich meine Mimik nicht so gut im Griff und es ist dann ein bisschen wie ein Stummfilm mit Untertiteln :laughing:

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Interessant… Ich bin viel ungeduldiger geworden, könnte dann aus der Haut fahren, wenn etwas nicht klappt, wie es soll, und ich habe viel näher am Wasser gebaut, egal, ob positiv oder negativ. So wie bei einer wunderschönen Postkarte, die ich bekam :wink: bei der ich denken musste, wie mein Leben, aber es ist doch ein Licht da!
Ich fühl mich emotional schneller aus der Bahn geworfen

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Das trifft es sehr gut! Arbeite jeden Tag daran ruhiger und gelassener zu werden… :wink:
Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Das sage ich mir oft…

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Ich sage immer gerne, verschwendete Energie, aber es ist zunehmend schwerer geworden

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Wenn ich das Ganze hier lese, kommen mir ja schon wieder die Tränen. Das macht mich dann ganz furchtbar wütend, weil ich meine Emotionen nicht im Griff hab. Ich weiß, das hört sich total bescheuert an.
Ich fange ganz leicht an zu weinen, auch bei Sachen die mich gar nicht betreffen.
Je nach Situation sag ich lieber nicht das, was ich mir gerade denke. Weil ich dann weinen muss. Das Thema muss mich gar nicht betreffen. Ich mir dann nen Kopf drüber mache, was sich mein Gegenüber denkt, wieso weint sie jetzt! Und das macht mich wütend und ich fühle mich hilflos!
Probleme die ich nicht lösen kann, kann ich nicht gut!
Hört sich auch wieder seltsam an, trifft es aber genau.
Grüsse

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Ich möchte mit euch mein Bild ( vorm inneren Auge) teilen. Habe ich als Erkenntnis aus meiner Psychotherapie mitgenommen…

Mein Leben ist wie ein Segelboot auf hoher See. Und ich bin die Kapitänin.
Manchmal ist das Meer ganz ruhig und ich segel sanft im Wind dahin, bin dankbar und glücklich.
Dann gibt es Zeiten mit stürmigen Böhen und ich muss das Ruder etwas fester halten um nicht vom Kurs ab zukommen, dann erinnere ich mich an all das, was ich schon erlebt/überlebt habe und vertraue auf meine Stärke.
Wenn der Sturm so richtig tobt, lasse ich das Ruder los und hole die segel ein. Dann hilft mir loslassen und das Vertrauen darauf, jeder Sturm geht vorbei.
Wenn dann das Meer wieder ruhiger wird, freue ich mich nicht aufgegeben zu haben.

Emotionen sind wichtig und richtig. Sie helfen uns Erlebnisse einzuordnen und können die Seele reinigen.
Wichtig ist, immer einmal mehr aufzustehen als hinzufallen :hugs:

So, genug gelabert… :grin:

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Es kommt mir vieles sehr bekannt vor🥰

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Kann ich mir vorstellen. Das ist ja dann auch peinlich im Theater.

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Geht mir ebenso.

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Ja, manchmal reicht es ja schon, wenn ich irgendwas in den Nachrichten sehe, was mich traurig macht. Das wird ja leider immer schlimmer. Oder bestimmte Lieder höre. Da kommen ein paar Tränen. Ich glaube, das verstehen die meisten aus der Familie bzw. auch Freunde nicht. Also das versuche ich, dann wirklich immer zu unterdrücken, wenn ich nicht alleine bin. Zumindest in diesen Fällen.

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Ich danke euch herzlich!

Es scheint vielen so zu gehen, wie ich es auch an mir erlebe.
Ganz schnell Tränen, wenn ich nur ein bisschen emotional angesprochen bin. Ich kann das, und das ist eben völlig anders als wenn ich z.B. aus Trauer weinen muss.
Ich kann quasi von einer Sekunde auf die andere stoppen, sofern ich die Situation mit „Verstand“ betrachte.

Beim wütend werden geht das nicht so gut, das fühlt sich aber auch eher befreiend an.
Nicht sicher, ob das zusammen hängt. Mir ist in der Hinsicht inzwischen einfach viel mehr egal und ich lasse mir nichts gefallen.

@Norea0 bei Musik und Kunst zu weinen zeugt meiner Meinung nach nur von einem Menschen der emotional berührbar ist. Das sollte nie peinlich sein.
Ich war vor einigen Jahren mal in Romeo und Julia in einer Aufführung von Sascha Waltz.
Die Aktien für Taschentücher sind durch die Decke gegangen. Vor mir einige Menschen und ich haben so rumgeschluchtzt, darüber grinse ich heute noch. Das kann auch verbinden!

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Ein Neurologe hat das bei mir mal als Affektinkontinenz bezeichnet.
Ein anderer Neurologe hat dann gemeint: vergessen sie dieses Wort!
So gehen die Meinungen auseinander!

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Klingt auch eher nach „Sprachdiarrhoe“

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So (“Affektinkontinenz”)
nannte meine erste Neuropsychologin das auch- mit der ihr eigenen Leichtigkeit und Augenzwinkern.:wink:

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