Das kenne ich auch. Es reicht oft schon, nur an alte Zeiten zu denken, die nicht wieder kommen werden. Freunde und Verwandte, die nicht mehr am Leben sind, oder alt geworden und zurück gezogen, unbeschwerte Kinder- und Jugendtage und schon eine typische Wohnungseinrichtung aus dieser Zeit, in einer alten Serie kann mich in diesen Zustand bringen.
Ich versuche es dann immer aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: Vielleicht bin es gar nicht ich, mit der etwas nicht stimmt. Vielleicht sind es die, die emotional von all dem, was um sie herum passiert, so gar nicht berührt zu sein scheinen, eigentlich die, die man mal bedauern müsste. 
Ich habe mir auch schon wiederholt gefragt, ob Antidepressiva vielleicht etwas helfen könnten, denke mir am Ende aber jedesmal: " Nein, das bist du, das gehört zu dir, sei froh das du so intensiv mitfühlen kannst, im Gegensatz zu den ganzen abgestumpften Smartphone-Zombies da draussen, die schon nichts mehr berühren kann. "
Vielleicht irgendwann mal, wenn es noch stärker wird, aber noch nicht jetzt.


