Hallo zusammen,
als Lektorin ist es mein Job, nicht nur Rechtschreibfehler zu korrigieren, sondern auch inhaltliche Fehler. Es dauert nur 40 Jahre von 1997 bis 2037, nicht 50. Von 2018 bis 2037 vergehen noch 19 Jahre.
Im Jahr 2037 wäre ich 83. Da fast alle meiner bereits verstorbenen Blutsverwandten dieses Alter nicht erreicht haben (drei meiner Großeltern wurden nicht mal 70), bin ich dann mit großer Wahrscheinlichkeit in einer Urne, in dem Grab, in dem bereits die Urnen meiner Eltern beigesetzt sind.
Bis dahin unterscheidet die Medizin verschiedene Subtypen der MS ebenso selbstverständlich, wie sie schon heute verschiedene Subtypen des Krebses unterscheidet. Kein Mensch käme heute noch auf die Idee, zu behaupten, dass Brustkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs dieselbe Ursache haben.
Schon seit zehn Jahren weiß man, dass mindestens ein Subtyp der MS keine Autoimmunerkrankung ist (https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/multiple_sklerose/article/501573/ms-nicht-immer-liegts-immunsystem.html ). Wer heute noch die obsolete Frage stellt: “Ist die MS eine Autoimmunerkrankung?”, hat den Fortschritt der MS-Forschung verschlafen.
Die Pharma lehnt die Subtypisierung ab, da sie möglichst allen MS-PatientInnen ihre genialen -mabs andrehen und damit fette Gewinne einstreichen will. Aber auch im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbands sitzen inzwischen Mitglieder, die sich für die Subtypisierung aussprechen, z.B. die Profs Aktas und Brück.
Die Zeit der Betonköpfe läuft ab. Schon in seiner Diss. schrieb Prof. Aktas (Jahrgang 1972):
“In Anbetracht der histopathologischen und klinischen Varianten der MS, die es eigentlich verbieten, von der Multiplen Sklerose als klar definierter pathologischer Entität zu sprechen (Lucchinetti et al., 1996), wäre der Einsatz eines heterogenen, mit zahlreichen Enzephalitogenen kreuzreaktiven Substanzgemisches wie Copolymer-1 als vielversprechende therapeutische Option zu verstehen. Letztlich muß über die ausstehende immunologische Subtypisierung der Multiplen Sklerose versucht werden, sich dem Fernziel einer antigenspezifischen, die individuelle Immunität des Patienten berücksichtigenden Therapie zu nähern.”
Quelle: Aktas, Orhan: “Einfluß von Copolymer-1 auf die Apoptoserate und die Zytokinsynthese von Lymphozyten bei Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose in stabiler Krankheitsphase und bei gesunden Individuen”. Diss., Bochum 1999, Seite 76.
Unter den Subtypen halte ich auch eine MS durch Intoxikation, vom Quecksilber bis zum “Genussgift”, für möglich. 2037 erreicht Prof. Aktas das Pensionsalter; ich hoffe, bis dahin ist das “Fernziel einer antigenspezifischen, die individuelle Immunität des Patienten berücksichtigenden Therapie” erreicht, auch wenn ich das nicht mehr erleben werde.
Liebe Grüße
Renate