“Die neue Neurologin meint, dass es kein MS Medikament gibt, dass sich an dem Gewicht anpasst.”
Hallo Sara,
bei den Basistherapien stimmt das schon. Ob du ein Spatz von 44 kg bist oder das Doppelte wiegst, Gehirn und Rückenmark sind deswegen nicht entsprechend kleiner oder größer.
Vom Betaferon werden alle 2 Tage 250 µg gespritzt, 250 Mikrogramm sind ein Viertel eines Milligramms, das ist ein winziges Stückchen von einem Haar oder einem Blatt Papier.
Bei vielen anderen Medikamenten wird die Dosis aber sehr wohl dem Körpergewicht angepasst. Die Pharma-Studien werden meistens an erwachsenen Männern durchgeführt. Frauen und Senioren brauchen oft geringere Dosen. Für Kinder sind viele Medikamente gar nicht zugelassen.
Vom Dexamethason beträgt die Standarddosis 40 mg pro Tag. “Standard” heißt, für den erwachsenen Mann. Bei einer kleinen zarten Frau wie dir würde ich es mit einer Tagesdosis von 24 mg versuchen.
Die Overkill-Dosen in Grammhöhe, wie sie bei der Schubtherapie verabreicht werden, halte ich für gesundheitsschädlichen Irrsinn. Sie gehen auf eine Werbemaßnahme eines Augenarztes aus Florida zurück, der eine Firma zu gründen beabsichtigte, die Studien durchführt.
Dafür behandelte er seine Probanden mit verschiedenen Cortisonen (Prednison und Methylprednisolon) in nicht äquivalenten Dosen und gänzlich unverblindet - nicht bei MS, sondern bei Optikusneuritis. Das war keine Studie, sondern eine Werbeshow.
Vor allem die deutschen Neurologen laufen schafsdumm immer noch dieser Werbung nach und pumpen ihre SchubpatientInnen mit Dosen in Größenordnungen von 1 oder 2 Gramm pro Tag voll. Zigtausend MS-Patienten verdanken dieser “Beckschen Optikusneuritis-Studie” schwere Schäden an Augen und Knochen.
Deswegen rege ich immer wieder dazu an, es mal mit einer geringeren Dosis zu versuchen. Vom Methylprednisolon müssten 200 mg pro Tag ausreichen, die 1000 oder gar 2000 mg sind viel zuviel! Ich wünsche dir, dass du möglichst keine solche Schubtherapie mehr machen musst!
Dir und deiner Familie alles Gute!
Liebe Grüße
Renate