Geht es euch auch ab und an mal, das ihr am liebsten eure MS Therapie abbrechen würdet ?

Ich kann es mir aktuell nicht erklären warum es gerade bei mir zu diesen Gedanken/ Wunsch kommt. Zu Beginn der MS hatte ich diese Gedanken auch schon, allerdings war die Situation damals eine andere- Plegridy mit vielen Nebenwirkungen “ertragen”, aber ein Schub nach dem anderen gehabt, da war ich natürlich entsprechend gefrustet und habe ich mich gefragt warum/weshalb/wieso sollte ich mir das länger antun.

Gut, jetzt 12 Jahre später ist die Ausgangslage anders, mit Tysabri ein Medikament gefunden was recht gut funktioniert, vertrage es ohne Probleme, aber trotzdem hätte ich gerne meinen Termin heute geschwärzt. Im Inneren wünsche ich mir einfach mal “Ferien” von der MS und allem was dazu gehört, was natürlich unrealistisch ist, die Erkrankung ist nun mal da, aber warum auch immer- es fällt mir aktuell sehr schwer mit den Infusionen, heute auch wieder eine Überweisung für MRT Schädel bekommen, nicht wegen eines Verdachts o.ä., sondern lediglich das verpflichtende zum Ausschluss einer PML, ohne Medikament wäre mir der Termin auch erspart geblieben.

Kennt ihr solche Gedanken ? Was hilft/motiviert euch weiter bei der Stange zu bleiben ? Habt ihr abgebrochen und es betreut ?

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Ja, ich kenne diese Gedanken. Bei mir ist es die Ungewissheit ob Ocrevus bei mir überhaupt einen nutzen bringt.
Und gerade jetzt im Sommer bei dieser unerträglichen Hitze werden die Gedanken schwerer. …

Ich habe entschieden noch dabei zu bleiben. Im Oktober die nächste subkutane Gabe und dann mal sehen…

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Ich bin , zumindest in den ersten Jahren auch als hochaktiv eingestuft worden und war daher auch dankbar, daß ich JCV negativ war und bisher auch immer noch bin und mir so diese Therapie überhaupt offen stand.

Ich vermute aktuell das meine Therapiemüdigkeit wohl auf Zweifel zu meiner Verlaufsform basieren könnte. Laut den letzten ganzen MRT’S der letzten Jahren bin ich stabil, keine Veränderungen zu sehen, die Realität allerdings ist eine andere, gefühlt bin ich eben nicht stabil, alles wird irgendwie schlechter, Gangfähigkeit, Gleichgewicht, Gedächtnis, Belastbarkeit, Fatigue, Spastik…in meinem Inneren passt da was nicht zusammen, bzw.meine Gedanken kreisen darum, daß ich eventuell schon in eine progrediente Form gewechselt sein könnte und dann wäre Tysabri nicht das richtige für mich und vermutlich ist das die Ursache meiner Zerissenheit.

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Mir hilft bei der Stange zu bleiben, wenn das Medikament die erhoffte Wirkung zeigt ohne schwere Nebenwirkungen.

Tecfidera habe ich nach 4,5 Jahren abgesetzt und ein halbes Jahr danach einen Schub bekommen.
Ich habe das Absetzen nicht bereut, dadurch wusste ich, was Sache ist und bekomme seither Ocrevus.

Was sagt der Neurologe dazu?
Ich würde immer auf mein “Bauchgefühl” hören.
Ich bin allerdings ohne Therapie und bleibe es, solange es nichts gibt, wo ich innerlich dahinter stehe.

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Hey, was du beschreibst, dass ist provokant gesagt, bei jedem incl. Nur bei manchen mit hoher Progression, die dann benannt werden kann und bei vielen anderen mit ganz geringer Progression, die dann vergleichbar mit dem Alterungsprozess ist. Dann heißt es einfach alles top. Und dann noch individuelle Zustände dazwischen.

Dein Medikament scheint dich vor Schüben zu schützen oder eben dein geändertes Verhalten.
Für die schleichenden Prozesse müssen wir leider unser Leben anpassen, sonst geht’s nur noch schneller rückwärts.
Alles Gute.

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Die Gedanken kenne ich schon, die “Fortschritte” sind sehr überschaubar. Oft geht es einem dreckig und jetzt bei der Wärme geht es noch schlechter. Physio habe ich jetzt z.B. mehrere Wochen pausiert. Allerdings weiss ich, dass ohne regelmäßige Therapiesitzungen mir schlechter geht. Das merke ich vor allem bei Logo, da ich dort ca. halbes Jahr Pause machen darf. Zudem bei dem Sparzwang im Gesundheitswesen würde ich sagen, dass so lange der Arzt gewillt ist dir ein Rezept auszustellen, sollte man das Rezept auch nehmen. Ansonsten heisst es womöglich, dass du aufgehört hast, da dir ja viel besser geht, dass du es nicht mehr nötig hast und das kostet z.B. ein paar Punkte im Pflegegradgutachten wenn eine Neuprüfung anberaumt wird.

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Ich hatte ihn schon mal vor einiger Zeit angesprochen, bzw. meine Gedanken bzgl. Verlaufsformen geäußert, eine wirklich klare Antwort habe ich leider nicht erhalten, ich hatte den Eindruck das er das selbst nicht mit Sicherheit sagen kann und dann einfach dann nach dem Motto " never change a runnning system " mir weiter zu Tysabri geraten hatte.

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Dann ist es vielleicht an der Zeit mal eine andere Meinung einzuholen?
Es ist schwierig für Dich und Du hast Deine Erfahrungen. Bist lang in der Praxis und da baut man Vertrauen auf. Doch es geht um Dich und Deine Erkrankung.
Gibt es eine MS Ambulanz, die für Dich erreichbar ist?
Ich bin aller Jahre in der LMU zur Verlaufskontrolle und parallel bei einer guten Neurologin.
Und mein vielleicht Vorteil, fast 39 Jahre in der Pflege gearbeitet.

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Den Gedanken von @Konny finde ich gut, eine zweite Meinung einzuholen.
Das ist zwar für den Moment dann noch wieder einen Termin mehr, aber sollte wirklich ein Wechsel von Tysabri auf ein anderes Medikament anstehen, muss ja auch die Übergangsphase entsprechend gestaltet werden.

Diese Allgegenwärtigkeit der Krankheit und die vielen damit verbundenen Termine sind natürlich wirklich ätzend und stressig. Aber wahrscheinlich ist es schon so, dass dir Tysabri zumindest Lähmungen erspart hat. Der schleichende Abwärtstrend ist nicht schön, aber wahrscheinlich ist er einfach als Zugabe ohnehin mit dabei, solange die Ursache nicht klar ist und die Kettenreaktion insgesamt nicht gestoppt werden kann.

Eigentlich ein guter Rat, aber genau das ist ( sogar auf Wunsch meines Neuros ) schon geschehen. Mein Neuro hatte um eine zweite Meinung/ Beurteilung gebeten, da ich trotz Tysabri in den ersten Jahren noch viele Schübe hatte ( diese klar aufgrund der Symptome als Schub diagnostiziert, aber MRT war “sauber”) , auf der Überweisung zu einem Professor, der hier in der Gegend als der Spezialist schlechthin galt, stand sinngemäß " Zweitmeinung bzgl. Diagnose und Medikament ". Ich war den ganzen Tag in der Klinik, es wurden viele Tests, Messungen und Untersuchungen durchgeführt, als Abschluss dann das Gespräch mit dem Professor, der ertsmal sehr erstaunt über die Überweisung war, da er meinen Neuro kannte und meinte das sei ein Top Neurologe und er nicht versteht warum er mich überhaupt zu ihm überwiesen hatte. Fazit des Termins, es ist definitiv MS, in seinen Augen hochaktiv und damit auch der dringende Rat bei Tysabri zu bleiben, da es das potenteste Mittel sei, bei einem positiven JCV Test würde er sogar ernsthaft in Erwägung ziehen weiter bei Tysabri zu bleiben, da seiner Meinung nach kein anderes Mittel in meinem Fall die nötige Wirksamkeit hätte, zumindest hat er schon viele sehr heftige Rebound Effekte gesehen nach einem Wechsel. Ich hatte auch nachgefragt wie er meine Verlaufsform/ MS Form einschätzen würde und er hat klar gesagt, das er das tatsächlich nicht genau sagen kann, er schloss nicht aus, das ich eventuell schon in einer progredienten Form bin, konnte das aber nicht wirklich sicher sagen und meinte nur, daß er für mich nur Tysabri als wirksames Medikament sieht und sobald das Wort progredient in den Unterlagen steht wäre es auch automatisch das aus von Tysabri, da es für diese Verlaufsform nicht zugelasse sei. Auf die Frage welche Alternativen es den gäbe, falls ich wirklich progredient sein sollte oder der JCV Test positiv ausfallen würde ( bei positiven Test gibt mein Neiro grundsätzlich kein Tysabri mehr und auch ich würde das aufgrund der langen Anwendungsdauer und dem damit steigenden PML Risiko auch nicht mehr nehmen wollen ) war seine Antwort lediglich " gibt es nicht in ihrem Fall ".
Er erzählte dann noch von einigen Studien an der er und die Klinik mit beteiligt waren und die Erfahrungen die er daraus sammeln konnte und erklärte mir dann ziemlich genau und detailliert warum er von den meisten Medikamenten auf dem Markt nicht überzeugt ist und ich bin im Grunde nach 8h Klinik genau so schlau wie vorher nach Hause gegangen. Die einzigen Erkenntnisse, bzw. Meinungen des Spezialisten : ich habe einen Top Neuro und Tysabri ist das non Plus ultra ( zumindest bei mir, aber vom Gefühl her generell in seinen Augen das beste bei MS ) .

Wurde ja auch hier erwähnt das ich Tysabri auch als Spritze bekommen könnte- das ist mir bekannt, aber zum einen bin ich nach wie vor am zweifeln, ob das genauso gut wirken kann wie i.v.und zum anderen bringt mir das eventuell nur mehr Probleme , da man das ja nach Einführung auch irgendwann selbst machen muss und ich habe bereits sehr viel Erfahrungen mit Spritzen sammeln dürfen und weiß, daß ich das nicht mit einer “normalen” Spitze kann. Ich schaffe selbst das spritzen nur mit einem Pen/ Autoinjektor. Mein Neuro hatte mir zwar mal angeboten, das die Praxis das auch dauerhaft bei mir machen würde, aber bin mir unsicher, ob das Angebot auch wirklich längerfristig gehalten werden kann und nicht dann auf einmal aus Kostengründen die KK oder die Praxis einen Rückzieher machen. Das Thema kam auch gestern bei meinem Termin nochmal auf, da mittlerweile es schon sehr schwer bis fast unmöglich ist einen Zugang zu legen, die Gefäße sind einfach sehr schlecht und sehr vernarbt nach den Jahren.

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Ich weiß zwar nicht, wie lange deine Diagnose her ist, wie lange du Tysabri nimmst, beziehungsweise wie bestimmt wurde, dass du eine hochaktive MS hast aber - ausgehend von dem was hier steht - solltest du eine mögliche Umstellung (sofern du glaubst, eine solche machen zu müssen) genau vorher planen.

Es deutet vieles daraufhin, dass in deinem Fall ein plötzliches Absetzen zu einem starken Rebound führen könnte. Will heißen Sachen wie therapiefreie Übergangszeiten genau planen bzw. überlegen, prophylaktisch Cortison zu nehmen in der Übergangszeit.

Generell besteht bei Vielen, die Eskalationstherapien längerfristig nutzen, die Hoffnung auf eine allmähliche „Beruhigung“ des Immunsystems. Wann und wie man das feststellt, sollte mit entsprechenden Biomarkern eruiert werden. In der Regel geht bei allen eine Phase höherer Entzündungsaktivität irgendwann zu Ende.

Für die Zeit danach gibt es offenbar mittlerweile effektive Therapien wie Cladribin, die zwar nicht sehr stark bei hochentzündlichen Verläufen wirken, aber ohne Umstände wie z.B. intravenöse Verabreichung dennoch insgesamt für einen stabilen Verlauf mit vergleichbar wenig verzeichneten NW über eine längere Zeit hinweg sorgen.

Wann und mit welchen Therapien man so eine Langfristplanung macht, ist natürlich individuell. Bei einer chronischen Krankheit wie dieser ist es aber sinnvoll, langfristig zu denken und nicht zu impulsiv aus dem Gefühl heraus zu entscheiden.

Gegen Progression gibt es halt noch nichts. Das muss man in der Deutlichkeit leider sagen.

Bei mir wirkt Ocrevus gegen die Progression, aber leider nicht bei jedem.

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also du hattest mal merkliche Progression und seit ocrevus ist es weniger?

Ich hatte vorher mit Tecfidera keine Schübe, aber eine langsame laufende Verschlechterung, seit ca. 4,5 Jahren mit Ocrevus spüre ich keine Verschlechterung mehr.

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das ist ja super

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Das ist eine sehr schwierige Situation für Dich.
Wie lang liegt das zurück?
Was eben ungut an der Situation ist, ist die Überweisung Deines Neurologen zu seinem ihm bekannten Neurologen/ Zentrum.
Wenn ich das richtig lese, hast Du mit (vielleicht)Progredienz keinen Anspruch auf Tysabri mehr. Bei Absetzen/ Umstellung droht man mit der Aussage eines Rebound effekt.
Also… Umstellung auf Spritzen und nichts von der Progredienz erwähnen…
Ist schwierig. Das tut mir leid.

Die Kurzfassung: 12 Jahre Tysabri, 6 Monate zuvor Diagnose bekommen und Interferon gespritzt, in diesen ersten 6 Monaten seit Diagnose unter Interferon 4 Schübe ( alle im MRT nachweisbar ) , da kam die Einstufung Hochaktiv und sofortige dringender Appell durch den Neuro zu eskalieren, Vorschlag war Gilenya, hatte mich aber dagegen entschieden ( aus verschiedenen Gründen ) und selbst Tysabri vorgeschlagen und der Neuro akzeptiert. Unter Tysabri in den ersten Jahren auch immer 2 Schübe pro Jahr, daher weiterhin immer als "Hochaktiv " eingestuft. Dann wurde es ruhiger und mal ein Schub im Jahr, mal keiner, die letzten zwei drei Jahren eine kontinuierlich Verschlechterung, aber kein Schub, zumindest MRT’S sind alle “sauber” , bzw.nix neues dazu gekommen und auch keine Symptome die eine Schub vermuten lassen.

Auf was bezieht sich deine Frage " wie lange liegt das zurück ?