Aus gegebenem Anlass:

Mit dem Ratschlag “Treibt so viel Sport wie irgend möglich” habe ich mich - nach Auffassung so mancher Forist*innen offenbar zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Dass man über spezielle Diäten, Kortison, BT, ET usw. usf. geteilter Meinung sein kann, ist klar.

Aber dass die Empfehlung, vermehrt Sport zu treiben als fast anstößig empfunden wird, hat mich denn doch etwas verwundert.

“Schonung!” war gestern. “Kampf dem inneren Schweinehund!” ist heute. Liege ich damit so falsch?

“MS und Sport” soll damit zum Thema gemacht werden. Ich freue mich auf eure Beiträge!

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Hit hard and early!!! :wink:

Ich war noch nie so der große Sportler, bewege mich aber gern:

Use it or loose it!

PS: zu Schubzeiten ist Ruhe angesagt.

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Bis auf die persönliche Faulheit wüsste ich jetzt auch keinen Grund sich nicht auszulasten…

Überlastung ist natürlich :poop:

Man muss ja keinen Extremsport machen, oft reicht ja regelmäßiges Spazierengehen, Radfahren, sonstwas um halbwegs fit zu bleiben…

Ich hatte schon oft genug Zeiten, wo ich nicht mehr konnte wie ich wollte - daher ist es mir umso wichtiger so wenig wie möglich abzubauen, was Kraft und Ausdauer angeht. Wenn die Routine erstmal zur Angewohnheit wird, geht’s auch automatisch einfacher finde ich…

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Also ich kann mich täglich entscheiden: mache ich Sport oder die Hausarbeit die anfällt, waschen putzen kochen nach beiden bin ich fertig…

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Da bin ich ganz deiner Meinung – niemand sollte sich ins Sofa zurückziehen und auf Besserung warten.

Aber „Kampf dem inneren Schweinehund!" ist eben nicht dasselbe wie „Treibt so viel Sport wie irgend möglich."

MS ist eine ausgesprochen heterogene Erkrankung. Je nachdem, wo die entzündlichen Läsionen lokalisiert sind, brauchen Menschen mit MS sehr unterschiedliche Ansätze. Wer beispielsweise Läsionen im Bereich des autonomen Nervensystems hat, riskiert mit einem gutgemeinten Hochintensitäts- oder Intervalltraining ein Übertrainingssyndrom – das Gegenteil von dem, was beabsichtigt war.

Deshalb ist ein individuelles Pacing – also ein bewusstes Energiemanagement, das die eigenen Grenzen ernst nimmt, ohne sie zu zementieren – für viele der sinnvollere Kompass als eine pauschale Maximierungsempfehlung. Der Schweinehund darf ruhig verlieren, aber der Körper sollte dabei mitreden dürfen.

Weil ich mehrmals selber in verschiedenen Rehas im Übertraining landete, weiss ich, dass auch die beste Physiotherapeuten oder Ärzte keine Ahnung hatten, wo meine Grenzen liegen und nur ich diese bestimmen bzw. herausfinden kann. Das ist eine der schwierigsten Aufgaben, weil alle eine Meinung dazu haben inklusive dem familiären Umfeld. Und häufig endet es in subtilen Schuldzuweisungen in der Form “mir ginge es besser wenn ich dies und jenes täte”.

Es ist eine anspruchsvolle Gratwanderung, seine persönlichen Grenzen zu finden, zu akzeptieren und schlussendlich selbstbewusst durchzusetzen.

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Nach Auffassung der gängigen Meinung zählt auch die Haus und/ oder Gartenarbeit zu Bewegung und Sport. Es ist halt alltagsbezogene Umsetzung der Übungen, auch als Ergotherapie.
Dann könntest du am jeweils -nicht Hausarbeitstag- gerne ggf. ein Ausdauer- oder Krafttraining Empfehlung:
Jeden Tag etwas an Bewegung für 30 min.

An den Wochenenden gehe ich innerlich alle Wege und Flure im Haus ab und lasse mir die Kaffeetasse an das Sofa reichen. Hat doch mein Gottesgeschenk es tatsächlich schon gewagt, mir diese leer zu reichen. :grin:
Da schaust, wie schnell ich hoch war, ein Glück habe ich den Weg dank des mentalen Trainings schnell gefunden.
:muscle:Spaß dabei, never give up. :hugs:

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Bewegungstraining und Sport halte auch ich für einen der wichtigsten Therapiebausteine. Bewegungsintensive und anstrengende Arbeiten im Haushalt zählen für mich auch zum Bewegungstraining (nicht gerade zum Sport, aber zum Bewegungstraining).

Für mich gilt: Bewegungstraining und Sport so viel wie möglich, aber die persönlichen Grenzen des Körpers nicht überschreiten. Und diese Grenzen sind sehr individuell und zudem noch tagesformabhängig. Wenn ich meine persönliche Grenze überschreite, kommt die Rache, und das kann im worst case bei mir sogar ein Schub sein. Die persönliche Grenze einzuhalten ist tatsächlich eine Gratwanderung, die nicht immer leicht ist. Die persönliche Grenze einhalten erfordert bei mir genauso viel Disziplin wie den Schweinehund zu überwinden.

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ist mir durch CFS bekannt - und obwohl ich schon vor etwa 30 Jahren die Diagnose bekam (hieß damals anders) hab ich alles ignoriert und bin einfach drübergebrettert nach dem Motto “Aufgeben gibt es nicht! The show must go on!”
Aber wie wäre eine Pacingstrategie damals machbar gewesen für die berufstätige Alleinerziehende ohne Hilfe von Familie o.ä. mit gehandicapten Kind? hätte ich das Kind solange in der TK-Truhe einfrieren sollen? :dizzy_face::cold_face:

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Ich gehe 2x wöchentlich ins fitnessstudio und trainiere an einem Milonzirkel. Dann gehe ich an den anderen Tagen ca 3,5 km spazieren. Bei gutem Wetter fahre ich Rad. Das aber erst alles seit ich nicht mehr arbeite, bin
Seit letzter Jahr in Rente .
Mir bekommt dieser Mix sehr gut.
Alles Gute für euch.

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Hallo MO37!

Um gleich einleitend das dem Thread zugrunde liegende Missverständnis aufzugreifen:

“So viel Sport wie irgend möglich” ist das verkürzte Zitat dessen, was die Forist*in, die hier namenlos bleiben soll, in weiterer Folge problematisiert hat.

Geschrieben hatte ich im thread “MS & U30 - wer ist noch dabei?” ursprünglich: “Versucht im Rahmen eurer Möglichkeiten so sportlich wie nur irgend möglich zu sein!”

Im Rahmen eurer Möglichkeiten(!)

Ich kann an meinem Ratschlag immer noch nichts Verwerfliches entdecken. Auch steht er in keinem Widerspruch zu dem, was du (oder auch die anderen) sagst (sagen)… Oder etwa doch? :wink:

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Ich war im Februar märz zur Reha. Seitdem schaffe ich es kaum mit stöcken in der Wohnung. Vor der Reha konnte ich wenigstens noch 20m bis zum Auto laufen . Aktuell nicht möglich. Das geht jetzt schon so 7 Wochen. Wenn ich sowas dem Arzt erzähle da schalten die ab . Wollen die nicht hören. Zerstört ihr Weltbild. Seit 9 Wochen total geschwollene füße. Komme nicht in die Schuhe. War deshalb auch noch nicht beim Hausarzt. Solange ich sitze ist das Wohlbefinden durch die Reha gut. Aber sowie ich aufstehe schlägt die MS erbarmungslos zurück und sagt dir wer Chef im körper ist. Versuche jetzt langsam mit gezielter Elektrostimulation mich wieder aufzupeppeln. Immer vorsichtig nicht zu viel das der schlafende bär nicht aufwacht .Reha ist für mich tabu. Der einzige der weiß was mir gut tut bin ich. Denn ich lebe mit meinem körper. Durch die Reha weiß ich auf jeden Fall was absolutes Gift für mich ist. Hoffe ich erhole mich irgendwann noch Mal. Das ich wieder die Wohnung verlassen kann

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@minifratze Überforderung ist beinahe genauso schlecht wie die Unterforderung. Um einen klugen Mann zu zitieren: “Die Dosis macht das Gift.”

Da du dich auf mich beziehst und es dir so wichtig zu sein scheint, schreibe ich doch etwas dazu.

Von ‘verwerflich’ war bei mir nie die Rede und es ging mir auch gar nicht Mal so sehr um den Sport, sondern um allgemeine Ratschläge, was ich oder man unbedingt machen soll, zumal in diesem u 30 Thread gar nicht nach Ratschlägen gefragt wurde.
Vielleicht bin ich zu empfindlich, aber ich habe eine Aversion dagegen.

Es kann gern jeder so viel Sport machen, wie er möchte und ja, solange er dabei nicht ständig über seine Grenzen geht, ist es sicher gesund, kann man ja auch überall nachlesen.

Trotzdem mache ich keinen Sport, genauso wenig wie ich Wert auf Latein lege. Ich gebe auch keinen Ratschlag das zu machen, was ich mache und auf mich positive Effekte hat.

Ich hoffe, dadurch fühlt sich jetzt nicht wieder jemand getroffen.

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Es war schon nicht viel aber es war das falsche. Betrifft nur das linke kranke Bein. Oberkörper war alles gut.und hat mir gut getan. Wei den anderen war das noch gut so. Die saßen auch im Rollstuhl. Ich merke das immer wieder . Meine MS ist ein besonderst heimtückisches Exemplar da kommt man mit Stand Lösungen nicht weiter. Bin da auch immer noch am umdenken.

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Andy345 hat letzthin geschrieben "gerade wer MS bereits 10 Jahre und länger hat, der kann sehr viel Erfahrungen und Tipps an “MS -Frischlingen” weitergeben in Sachen:

Lebensweisen
Ernährung
Sport
Bewegung
uvm."

Es war das Posting von Andy345, das mich auf den Plan gerufen hat. Ich wollte mit meinem Aufruf, sportliche Betätigungen nicht zu vernachlässigen, niemandem zu nahe treten.

Gleichzeitig solltest du, liebe Tournesol, nicht alles, was du hier im Forum vorfindest (Sport, Latein etc…) automatisch auf dich beziehen und maximal persönlich nehmen😉

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Schon wieder gibst du einen Ratschlag, was ich ‘sollte’.
Ich bin allergisch dagegen.

Ich schreibe mal meine Sichtweise dazu, diese ist etwas anders.

Ich mag solche spontanen persönlichen Empfehlungen, von langjährig Betroffenen und von weniger lange betroffenen ebenso. Ich spüre bei diesen spontanen Empfehlungen, daß sie “von Herzen” kommen und daß sie ein Anliegen sind. Ich kann diese Empfehlungen wohlwollend für mich prüfen und im besten Fall bekomme ich einen wichtigen Impuls. Wenn die Empfehlung bei mir nicht andockt, dann halt nicht. Vielleicht freut sich der Nächste darüber.

Bei mir hat die Empfehlung von @Parichehr dazu geführt, daß ich gestern Abend noch eine kleine Einheit “Bewegungsübungen mit Musik” eingebaut habe. Hat sehr gut getan. Solche Impulse können auch für “alte Hasen” wichtig sein, weil sie im Alltag mitunter verloren gehen.

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Kleine Anmerkung:
Konzentrationstraining gerade Fremdsprachen lernen, könnte entsprechende Hirnareale zur Aktivität fördern.
Ob es zur Remyelinisierung reicht ist fraglich.

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Ab 30 verliert man ca. 1% Muskelmasse pro Jahr. Wer da nicht aktiv Muskeltraining betreibt sieht mit 40+ aus wie ein nasser Sack und fuehlt sich auch so.

Mit MS ist es noch einmal wichtiger, insbesonde wenn man eine Fussheberschwaeche hat. Natuerlich alles Rahmen des Machbaren. 2x30 Minuten Krafttraining in der Woche in der reicht fuer den Anfang vollkommen aus.

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Mit deinen - verzeih - übergriffigen Wortmeldungen lässt du mir leider keine andere Wahl, als dir diese Art Ratschläge zu geben.

Ganz generell: “Kumm a weng owa” - wie wir in Wien sagen würden😉