Nachdem die letzte Flaschenpost von meiner Freundin Karo völlig zurecht als äußert schwach eingeschätzt wurde und aus gegebenen Anläßen ein neuer Versuch:
Gestern auf Arbeit; mein neuer Kollege https://www.kiwi-verlag.de/autor/ibraimo-alberto/1657/ improvisiert mit drei Jungs (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zwischen 14 und 17) ein Boxtraining, ich sitze dabei und staune über so viel Kraft, Power, Beweglichkeit,werde auch traurig, bin selbst schon froh, wenn ich es unbeschadet wieder nach Hause schaffe ohne zu stürzen oder andere Probleme.
Im Fahrstuhl denke ich, ich, (wir?) kämpfe(n) einen ganz anderen Kampf, vielfach geht es längst ums schiere Überleben. Woher noch die Kraft nehmen, um weiterzumachen? Oftmals klammere ich mich an jeden Strohhalm, ringe um Kraft, Motivation, Momente, die mich zurück zu mir selbst führen, die mir Mut machen wieder aufzustehen, (mich hochziehen zu lassen). Anderen hier mag es teilweise möglicherweise ähnlich gehen, wie anders entsprechende Spekulationen hier werten?! - gerade hat Sascha30 hier eine Nachricht gepostet, seine Telefonnummer hinterlassen, bislang hat Niemand bei ihm angerufen. Tief in uns, sind wir uns vielleicht alle sehr ähnlich, gleich. Niemand, manchmal bin ich gar stolz darauf, dieser niemand zu sein. Mir hat das sehr viel Kraft gegeben, eine kurze Begegnung, das gefundene Bild vom von mir vermutete Sohn von Sascha im Cockpit eines Flugzeugs ein mich tragender Moment.
Ob und was ich mal im letzten Jahrtausend studiert habe, was ich von Beruf bin, wo ich mich berufen fühle - ich glaube, ich sollte, nein! ehrlicherweise ich kann es mir gar nicht mehr leisten, zwischenBeruf und Leben zu unterscheiden. Ich bin das, was mich gerade ausmacht, was mir o hoffentlich Kraft gibt, was mich noch am Leben hält, und sind es nun Begegnungen, Gespräche auf Arbeit, wo ich mich hin und wieder als hilfreich erleben darf, gefragt werde oder privat - ich glaube, die Unterschiede verschwimmen zunehmens. Dann wieder eine Partie Schach…
Ich kämpfe zunehmend ums Überleben, ich mag immer wieder auch Scheitern, hinfallen, nicht hoch kommen, keine Ideen oder Kraft haben auch das ist noch Leben, auch traurig, aber nichtgänzlichohne Hoffnung.
Stefan
Scheitern - die ausgedrückte Verzweiflung oder Bescheidenheit eines Künstlers, nicht gottgleich etwas Lebendiges schaffen zu können, siehe Vanitas (sagt Wiki)
