Hallo Tina!
Freut mich, wenn ich helfen kann.
Öle und Fette werden normalerweise im Magen emulgiert und im Dünndarm aufgenommen. CBD und Cannabinoide im Allgemeinen sind auch fettlöslich und werden über diesen Weg aufgenommen. Aber ich informier mal, warum es die „unter die Zunge tropfen“- Empfehlung gibt. Vielleicht weil es auch antibakteriell und entzündungshemmend wirkt.
Kohlenhydrate werden (teilweise) bereits im Mund gespalten und aufgenommen (Brot lange im Mund kauen, dann wird’s süß, weil die Stärke im Mund schon zu Glucose abgebaut und resorbiert werden kann).
Bei Sativex ist THC/CBD in Alkohol gelöst, was wahrscheinlich die Aufnahme beschleunigt, weil es als Lösungsmittel dient. Deshalb wirkt es etwas schneller und es wird eventuell mehr über die Mundschleimhaut aufgenommen.
Zum Ausschleichen von Pregabalin kann ich nichts sagen. Das müsstest du mit einem Arzt besprechen. Bei Herzproblemen muss man auch bei THC achtsam sein.
CBD ist manchmal schmerzlindernd. Es wird meist aus anderen Gründen genommen, hilft aber auch ab und zu bei Schmerzen. THC ist eher für eine Schmerzlinderung verantwortlich. Manchmal benötigt man auch weniger Schmerzmittel, wenn man gleichzeitig THC oder CBD einnimmt.
Positive Erfahrungswerte gibt es viele, aber wenige große offizielle Studien.
Die meisten Vorbehalte von Ärzten gibt es gegen die Cannabis-Blüten. Bei Extrakten (ölige oder alkoholische Lösung) oder Sativex schaut es normal schon besser aus. Die sind standardisiert und immer gleich und einfach zu dosieren und einzunehmen. Man könnte mit Sativex beginnen, um erstmal zu schaun, wie du THC und CBD verträgst und ob es die gewünschte Wirkung hat. Wenn von medizinischem Cannabis die Rede ist, assoziieren das viele nur mit Cannabis-Blüten.
Beim Vaporisieren bzw. Verdampfen der Blüten tritt eine schnelle Wirkung ein und kann bei Ungeübten schnell zur Überdosierung führen. Dann haben wir den „Rauschzustand“, den man aber in der medizinischen Anwendung ja gerade nicht will. Das ist wahrscheinlich ein weiterer Grund warum Ärzte keine Blüten anwenden wollen.
Extrakte gelangen nicht so schnell ins Blut und erreichen auch nicht so eine hohe Konzentration, wie beim Inhalieren. Die Wirkung hält aber länger an.
Blüten haben ein Kiffer-Stigmata. Sie haben auch kein konstantes einheitliches Wirkstoffprofil. Es ist immer gewissen natürlichen Schwankungen unterworfen und das wollen viele Ärzte nicht. Die wollen ihre Pille mit den exakten Inhaltsstoffen, was auch nachvollziehbar ist und auch Vorteile hat.
Cannabis auf dem Schwarzmarkt birgt viele Risiken. Du kennst den THC-Gehalt nicht, nicht mal die Sorte. Zudem gibt es Verunreinigungen, Schimmel und diverse Streckmittel, die gesundheitsschädlich sind.
„Psychische Störungen“ sind meistens die Folge von Überdosierung. Wenn man ganz langsam anfängt bis die ersten unangenehmen Wirkungen auftreten, sollte man die richtige Dosis finden. Dazu muss man aber den THC-Gehalt kennen. Und dann hat der CBD- und Terpen-Gehalt auch noch Einfluss auf die Wirkung.
Die Frage ist doch: haben diese Leute psychische Störungen, weil sie Cannabis nehmen oder nehmen sie Cannabis, weil sie eine psychische Störung behandeln wollen?
Na denn, fertig machen zur Schlacht!
LG
El