im Grunde hast Du vollkommen recht und ich glaube das ist ein allgemeines Problem der Persönlichkeitsfindung in einem System das Alkohol normalisiert hat.
Aber ich denke es muss nicht zu einem suchtmäßigen Verlangen kommen, die subtile Abhängigkeit fängt meist schon da an, wo man denkt, dass es einem gut tut.
Warum denn? ich denke genau aus den Gründen aus denen nachher handfeste Süchte entstehen.
So wie man sich einredet, dass man gern Kuchen isst, weil es so lecker ist, aber wenn man den Suchtstoff Zucker weglässt ist auch der Kuchen auf einmal gar nicht mehr so lecker - das blendet man gern aus.
Hi damncrazydude,
ich denke, die Grenzen zwischen harmlosem gelegentlichen Konsum von Genussmitteln und später Abhängigkeit oder sogar Sucht sind fließend. Und so kann man in eine Abhängigkeit geraten, ohne daß man es merkt.
Die Situation von Jugendlichen ist eine besondere und die lasse ich jetzt mal außen vor. Und bleibe bei “uns” Erwachsenen. Wir erwachsenen Konsumenten sind beim Konsum von Genussmitteln in die Eigenverantwortung entlassen. Wir können selbst entscheiden, was uns (angeblich) gut tut. Und wir können sogar bewusst eine Sucht zulassen wie zum Beispiel die nicht wenigen Raucher, die sagen, sie wüssten, daß das Rauchen für sie schädlich sein, sie rauchen aber trotzdem.
Zum Glück sind die verschiedenen Genussmittel bei uns nicht verboten: Süßwaren, Alkohol, Kaffee und Co., Nikotin. Jeder von uns hat die Aufgabe, den eigenen Genussmittelkonsum zu überprüfen und zu reflektieren und bei drohender oder schon eingetroffener Abhängigkeit die Reißleine zu ziehen. So wie jede und jeder selbstverantwortlich zum Beispiel auch mit Stress umgehen muss oder mit “toxischen” Beziehungen. So manchem, der in einer toxischen Beziehung steckt, ist das lange Zeit vielleicht gar nicht bewusst.
Langer Rede kurzer Sinn: Es ist unsere Aufgabe, eigenverantwortlich zu entscheiden. Und wir müssen die Konsequenzen unserer Entscheidungen tragen. Inklusive der gesundheitlichen Risiken, die damit verbunden sind.
Wie ernährst du dich denn, nur von gesunden Sachen?
Allmählich gewinne ich den Eindruck, du willst einem alles, was schmeckt vermiesen, weil eine Sucht dahinter stecken könnte.
Bei Kuchenrezepten kann man oft den Zucker reduzieren, aber wenn man ihn ganz weglässt, schmeckt der Kuchen nicht mehr. Ich weiß nicht, ob Ersatzsüssungsmittel wirklich gesünder sind und das spielt für mich auch keine Rolle, da ich mich nicht hauptsächlich von Kuchen ernähre.
Ich esse Kuchen und trinke Alkohol nicht, weil ich denke, dass es mir gut tut, sondern weil es mir schmeckt und in den Mengen, die ich konsumiere und was ich sonst noch so esse und trinke, glaube ich nicht, dass mir das schadet.
Das liegt an den Geschmacks Knospen auf der Zunge. Diese entwickeln sich mit der Zeit und mit dem vielfältigen Angebot von unterschiedlichen Speisen. Aber natürlich prägt die Angewohnheit zu essen die Vorlieben.
Die Vorliebe für Süss ist evolutionär von Vorteil, weil sie ein angeborener Auslösemechanismus ist, der Individuen zu reifen, kalorienreichen Früchten lenkt.
Leider wird diese evolutionäre Prägung von der Lebensmittelindustrie schamlos ausgenutzt, mit den bekannten Folgen.
Bis ins 19. Jahrhundert war Zucker ein teures Luxus- und Arzneigut und wurde u.a. in der Apotheke verkauft. Der moderne Mensch mit seinem im Kern noch steinzeitlich verdrahteten Gehirn ist der heutigen Zuckerflut (ein klassisches Beispiel für ein evolutionäres Mismatch) ausgeliefert.
Gestern Abend besuchten wir ein griechisches Lokal. Ich dachte mir, zu dem reichhaltigen Essen passt etwas Wein sehr gut. Leider kann man dort kein Achtel bestellen (das machen sie aus irgendwelchen Gründen nicht). Da der Rotwein dort zum Essen sehr gut schmeckt, bestellte ich mir dann eben ein ganzes Glas (ein Viertel) und habe das auch bis zum Ende genossen. Danach wurde als Gruß des Hauses noch ein Ouzo angeboten, dem ich ebenfalls nicht widerstehen konnte.
Und die Wirkung? Bezüglich der Wirkung habe ich an das oben zitierte Posting gedacht. Dasselbe bei mir: Mein Laufen danach am gestrigen Abend war ziemlich bescheiden. Und auch heute morgen habe ich nicht die gewohnte Energie. Der fehlende Energieschwung könnte zwar auch Zufall sein, an Zufall glaube ich aber eher nicht.
Mein Fazit zur Trinkmenge: Ich muss wirklich meine Grenzen beachten. Ein Achtel ist für mich okay. Das vertrage ich gut, tut mir gut und hilft bei der Verdauung. Bei einem Achtel geht zur Not auch noch ein Ouzo Bei diesem Achtel muss es aber bleiben. Bei größeren Mengen spüre ich (leider) immer wieder, daß sie für mich nicht förderlich sind.
Hallo Mia, vielleicht kannst du es auch mal mit einem Achtel versuchen.
Ein gutes Glas Wein ist für mich ein Achtel Das schmeckt mir und ich empfinde es als wohltuend. Nur größere Mengen spüre ich mittlerweile leider negativ.
Das griech. Lokal gehört auch zu meinen liebsten Lokalen. Mir geht es auch am nächsten Tag nicht so dolle. Das Energie Defizit ist deutlich zu spüren, so gut es geht blende ich die Erfahrungen aus, sonst kann man sich gar nichts mehr gönnen.
Es muss auch nicht am Wein liegen.
Kommt auch auf die Speisen darauf an was den Defizit auslöst, ich vermute das reichliche Fleisch, was aber sehr gut mundet.
VG
Mir sind die üblichen Portionen in Gaststätten zu groß. Gestern gab es nach einer Beerdigung gleich 2 Schweineschnitzel auf dem Teller.
Üblicherweise bestell ich mittlerweile kleine Portion oder nen Seniorenteller.
@Andy345 Ich hatte gestern kein Fleisch. Es war ein kalter Vorspeisenteller mit Tarama, Zaiziki, weißen Bohnen in Tomatensoße, scharfe Schafkäsecreme, cremiger Auberginensalat, gefüllte Weinblätter (ich liebe griechische Vorspeisen), ergänzt mit einigen hausgemachten Pommes Frites (haben wir dazubestellt). Dazu helles geröstetes Brot.
Ein gutes Bifteki oder Gyros esse ich aber auch mal ganz gerne.
Ich denke, gestern war es bei mir hauptsächlich der Alkohol. Ein ziemlich großes Glas Wein und dann noch der Ouzo, das bin ich nicht gewöhnt.
Aber meine Güte, dann bin ich halt am nächsten Tag mal etwas müde. Davon geht die Welt nicht unter. Ist ja nur gelegentlich und eher selten. Der Mensch ist keine Maschine, die jeden Tag tipptopp funktionieren muss. Das Leben darf auch nicht vergessen werden wie du ja auch schreibst:
Ich bin gerade im Urlaub und habe gestern fast eine Flasche Wein getrunken. Niedergestreckt hat mich allerdings der Burger (1000 Kalorien) sowie die versalzenen Pommes. Immerhin werde ich diese Woche keine Probleme mit Verstopfung haben. LOL. Frischer Knoblauch verursacht bei mir einen Blutdruckabfall, das letzte Mal musste ich einen Krankenwagen rufen. Morgen schlafe ich ordentlich aus. Das war ein kurzer Urlaub und sehr anstrengend (ich bin gestern 7 Stunden gelaufen) aber jede Minute wert.
Wow! 7 Stunden bin ich schon vor der MS Diagnose nicht gelaufen …und fast 1 Flasche Wein, bei mir verstärken sich schon nach einem "Achtele’ die Gleichgewichtsstörungen…
Weiterhin schönen Urlaub!