Liebe Community,

ich wende mich an euch da ich ein kleines Problem habe.
Letztes Jahr Ende August habe ich meine Diagnose MS erhalten und war daraufhin 8 Wochen krank geschrieben. Leider hatte ich innerhalb von 2 Monaten 2 Kortisonsstoßtherapien und eine Blutwäsche.Sehr schnell bin ich aber wieder ins Arbeitsleben eingetreten, da ich als 100% alleinerziehende Mutter und nur einem Teilzeitjob mit niedriger Bezahlung sonst nicht überlebe (Danke Krankengeld :frowning: meine Ärzte wollten mich alle länger krank schreiben).

Ich bin dann dieses Jahr im März in eine Anschlussheilbehandlung gegangen, diese dauerte 4 Wochen.
Als ich dann wieder kam, bekam ich direkt einen Tag bevor ich wieder zu meiner Arbeit angetreten bin einen Brief vom Zfsb, dass mein Arbeitgeber die Kündigung einreichen wollte. Die Aussagen von Ihnen war auch echt heftig, sei so oft krank, durch meine Behinderung nicht einsatzfähig, würde nur Fehler machen, mein Arbeitgeber leide an Burn-out und verkraftet es nicht mit mir zu arbeiten. Dies stimmt so garnicht. Die Krankheitstage mussten sie ja auch einreichen, da sah man, dass ich ausser die 8 Wochen in 2025 (die notwendig waren!!) nicht groß gefehlt habe. Ich glaube es waren 7 Tage krank (bei uns immer mit AU vom Arzt) und 3 Tage Kinderkrank. Ich fand es auch toll, dass die Chefs erst 4 Wochen später auf mich zugegangen sind - kein piep vorher und ich tat so als wüsste ich nicht was da läuft…

Nun ja das Zfsb hat alles geprüft und die Kündigung abgelehnt. Meine Ärzte meinten ich sei immernoch einsetzbar, getestet wurde ich in der Schmieder Klinik ebenso und da schnitt ich sehr hoch ab bei der Testung für die Rente.
Jetzt habe ich halt “zufällig” gesehen, dass mein Arbeitgeber einen Anwalt eingeschalten hat um sich zu informieren, wie sie mich loswerden. Es wurde wieder groß gejammert, dass man nicht weiß ob ich wieder ausfalle und wie oben genannt ich so untragbar sei. Ich selber habe direkt beim Schreiben des Zfsb einen Anwalt eingeschaltet.

Welche Chancen haben sie? Ganz ehrlich ich würde selber gehen nach allem was war, leider finde ich in meinem offiziellen Beruf hier am Bodensee einfach nichts.

Kann mir jemand Infos geben?
Ich wäre so dankbar!!

Liebe Grüße,

Mimi

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Liebe Mimi, oh je, dass sind ja Nachrichten. Zum Glück hast du schon einen Anwalt.
Ich entnehme den Angaben, dass du schon einen GdB hast und als schwerbehindert gemeldet bist in deiner Firma?
Hast du die SBV eingeschaltet?
Was ist dein Beruf, Ausbildung bzw. als was möchtest du denn arbeiten?
Die Reha, Schmider Klinik hat dich eigentlich zur Wiedereingliederung entlassen, nicht zu 100% belastbar, oder?
Hast du eine Einschätzung zur EU Rente erhalten?

Ich würde mich aufgrund des laufenden Verfahrens umgehend wieder krank melden. Das Vertrauensverhältnis ist eh schon gestört.
Schreibe mir gerne eine PN

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Hallo Mimi,

ich habe sehr Ähnliches erlebt. Das Wichtigste hast du aus meiner Erfahrung schon gemacht und zwar einen Anwalt beauftragt.

Ich wollte auch keinen Handschlag mehr für das Unternehmen machen. Vor der Diagnose viel gegeben und weit gekommen. Nach der Diagnose und der Frage, wie es mit mir weitergeht, sprichwörtlich fallengelassen worden.

Ich habe meinem Anwalt damals gesagt: “Machen Sie es unangenehm und teuer für die Firma.”

Der Rechtsanwalt meinte, dass der Kündigungsschutz oft überschätzt wird.

LG
cran

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Ja, die Erfahrung machte ich damals vor vielen Jahren nach meiner Krebserkrankung auch, leider. Damals hatte ich noch keine MS.
Die Diakonie hat mich rausgekickt, trotz damals schon GdB 50, trotz Unterstützung zusätzlichen Anlaufstellen wie Treffpunkt oder Lebenshilfe, die versucht haben mit einem Arbeitgeber zu sprechen, deren Antwort die wollen sie nicht. Ich bekam Anrufe, wann ich kündigen würde und ich würde anderen Leuten den Arbeitsplatz wegnehmen, ihre Antwort sie sind nicht mehr so einsetzbar wie früher, dass war vor über 18 Jahren.
Später lernte ich jemanden kennen der meinte zu mir, ich war früher dafür da solche Leute wie dich loszuwerden.
Wenn der Arbeitgeber angibt das er keine Anstellung behindertengerecht hat, können sie dich raussetzen. Leider hatte ich damals auch noch dazu einen schlechten Anwalt.

Liebe Grüße

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Hallo,

also ich geh mal eben deine Fragen durch:

Ich entnehme den Angaben, dass du schon einen GdB hast und als schwerbehindert gemeldet bist in deiner Firma?
Ja, bei Einstellung hatte ich durch mein Meningeom in der Schwangerschaft GdB 30, dieser wurde rückwirkend ab September 25 auf 50 erhöht

Hast du die SBV eingeschaltet?
Was ist das denn?

Was ist dein Beruf, Ausbildung bzw. als was möchtest du denn arbeiten?
Die Reha, Schmider Klinik hat dich eigentlich zur Wiedereingliederung entlassen, nicht zu 100% belastbar, oder?
Ich bin Kauffrau im Gesundheitswesen, arbeite seit fast 4 Jahren in einer Schreinerei als Kaufmännische Angestellte

Hast du eine Einschätzung zur EU Rente erhalten?
Wie im Text steht, wurde ich in der Schmieder Klinik getestet und war zu “gut”. Was ich bis heute nicht verstehe. Schade auch, dass nichts körperliches da mit rein kommt.

Ich würde mich aufgrund des laufenden Verfahrens umgehend wieder krank melden. Das Vertrauensverhältnis ist eh schon gestört.
Wenn ich das mache, falle ich wieder ins Krankengeld und habe weniger als ein Brügergeldempfänger :frowning: Das war der Grund warum ich auch so schnell wieder zur Arbeit bin

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Hallo cran,

ich würde auch ganz ehrlich ohne Abfindung das Feld nicht verlassen - nur bei meinen 4 Jahren Betriebzugehörigkeit kriegst ja kaum was.
Wie genau meinte dein Anwalt das denn? Ich muss noch soviel lernen.

Gruß Mimi

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Ich hab zwar nichts Schlaues zum Thema beizutragen, da können die anderen besser helfen aber meine Fresse… was für ein Arschloch!! :angry: Nutz bloß alles aus was dir rechtlich zusteht!
Ich drück die Daumen, vielleicht tut sich ja doch irgendwo eine schönere Stelle auf :crossed_fingers:

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Der Kündigungsschutz bei Schwerbehinderung bzw. Gleichstellung hat Grenzen.

Es macht es dem Arbeitgeber nur schwerer.

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Ein gaaaaaaaanz kleines bisschen.
Wen der Arbeitgeber los werden will, den kriegt er los.

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Ich wollte es nicht so direkt sagen, aber ja, so sehe ich es auch.

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Ich hab ja keinen beim Namen genannt, hab nicht Caritas, AWO oder gar BMW geschrieben … :sob:

Ich meinte damit “wen der Arbeitgeber loswerden will, den kriegt er los.”

Sehe ich genauso, ganz egal welcher Arbeitgeber.

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Krankengeld vom Jobcenter aufstocken lassen: Geht das? Krankengeld vom Jobcenter aufstocken lassen: Geht das?

Liebe Mimi,

überwinde dich und beantrage alle Hilfen, die es gibt ggf. Wohngeld, Soforthilfe/ Familienhilfe der sozialen Beratungsstelle der Kommune. Das sing ggf dann Träger wie Caritas, Kirche, Diakonie, höre dich um. Due haben ein Budget um bei Alleinerziehenden zur Überbrückung zu Helfen, bis die staatlichen Gelder kommen.
Ggf auch ein vorübergehender Anspruch auf die Tafel.
Der Link oben bedeutet auch Arbeit.
Die du aber als eine kaufmännische Person schaffst. Beantrage eine Aufstockung zum Krankengeld. Ggf kannst du auch einen höheren Unterhaltsvorschuss für die Kinder für die Dauer der Krankschreibung bekommen, da dein Haushaltseinkommen ja geringer ist.

Ggf kannst du einen Antrag auf Teilerwerbsunfähigkeitsrente stellen, das verschafft dir nochmal Zeit.
Oder gehe ggf aktiv auf Jobsuche aus der Krankschreibung heraus. Als Sachbearbeiterin Kliniken, Arztpraxen für Abrechnung, Arbeitsagentur selber, öffentliche Arbeitgeber etc.

Viel Erfolg und starke Nerven.

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