Hallo zusammen,

ich bin 29 Jahre alt und habe im Januar den starken Verdacht geäußert bekommen auf MS. Die MRTs haben es bisher bestätigt. Die Lumbalpunktion steht noch aus. Nicht, dass das Ganze ja eh schon sehr überfordernd ist, habe ich jetzt von näheren Bekannten und auch von Fremden mit MS gehört, dass alle einen Impfmarathon hinter sich haben.

Ich bin durchgeimpft, was die Kinderkrankheiten angeht. Keine Ahnung, ob man die auffrischen müsste. Tetanus ist 11 Jahre her. Da wäre es nötig. Windpocken hatte ich. Hepatitis B und Zecken sind auch vorhanden, aber keine Ahnung, wie alt. Wobei ich mit Zecken weniger Kontakt habe.

Grippe und COVID habe ich nicht. Ich habe mich damals aus persönlichen Gründen dagegen entschieden, nicht weil ich ein Impfskeptiker bin. Aber ich habe da für mich persönlich kein gutes Bauchgefühl, was die Impfungen nicht verallgemeinert schlecht heißen soll.

Ich möchte keine Debatte für Impfungen. In den letzten Threads war das immer eine Diskussion. Ich möchte lediglich eure Erfahrungen zu Impfungen hören. Ich selber kenne jemanden, der durch eine Impfung einen schweren Schub hatte, seitdem sich der Verlauf deutlich verschlechtert hat, unter anderem ist er jetzt dran, einen Rollstuhl zu nutzen.

Was mir natürlich nicht gerade hilft bei der Entscheidung, den Marathon zu starten.

Kann man denn überhaupt die Therapien rein theoretisch starten, ohne Impfungen?

Vielen Dank schon mal für den Austausch eurer Erfahrungen 🫶🏼

Ja, kann man !

Es gibt Therapien unter denen Impfungen schlechter bis garnicht ansprechen, daher wird für diese Therapien empfohlen vorab die Impfungen aufzufrischen oder durchzuführen, aber auch das ist nur eine Empfehlung und letzten Endes gehört dein Körper dir. Es gibt aber auch weitere Therapien wo es diese Empfehlung nicht gibt, bzw. eine Impfung auch unter Therapie problemlos möglich wäre, sofern du diese wünschst. Grundsätzlich wird bei MS lediglich von Lebendimpfstoffen abgeraten, da diese einen Schub auslösen können. Ich selbst habe meine MS durch eine FSME Impfung ausgelöst

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Ich habe mich vor der Therapie impfen lassen und hatte keinerlei Probleme.
Mir fehlten insgesamt 5 Impfungen, die aber generell empfohlen werden.
Am schlimmsten ist für mich die Tetanus Impfung, da kann ich meinen Arm 1 bis 2 Tage nicht gebrauchen

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Es hängt stark davon ab, für welches Medikament sich bei dir entschieden wird. Bei vielen braucht man keinen Impf-Marathon.
Ich habe gerade erst mit Kesimpta angefangen und dafür soll man vorher impfen.
Windpocken hatte ich als Kind, Tetanus, MMR, 3x Covid Impfungen ect hatte ich schon…
Nun sollte ich noch:
Influenza, Pneumokokken, FSME, Gürtelrose, HPV, Hepatitis B

Gürtelrose und HPV sind in meinem Alter eigentlich Selbstzahler, aber weil mein Neurologe ein Schreiben für die Notwendigkeit aufgesetzt hat, übernimmt das auch die Kasse.
Aktuell fehlen mir noch die letzten Dosen für Gürtelrose, FSME und HPV. Aber weil meine MS aktuell so aktiv ist und ich überall schon “angeimpft” bin, haben wir entschieden Kesimpta zu starten und nicht weiter zu warten. Die Impfantwort ist dann vielleicht nicht mehr ganz so stark. Ist halt Abwägungssache der persönlichen Situation. Lebendimpfstoffe müssen aber vorher abgeschlossen sein.
Wenn du zu starke Bedenken wegen der ganzen Impfungen hast gibt es aber wie gesagt auch einige andere Medikamente. Lies dich am besten mal in die aktuell gängisten mit ihren Wirkweisen und Stärken und Schwächen ein und besprich die dann mit deinem Neurologen was bei dir in Frage kommen könnte :slight_smile:

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Bei immunsuppressiven MS Therapien wird empfohlen, alle anstehenden Impfungen vorher zu machen, weil sie unter der Therapie möglicherweise nicht mehr (so gut) wirken und man durch die Immunsuppression anfälliger für Infektionskrankheiten sein kann.

Ob dein Neurologe auf den empfohlenen Impfungen vor Beginn einer Therapie besteht, müsstest du mit ihm/ihr besprechen.
Meine Neurologin hat keinen Wert auf Impfungen gelegt, sie wollte, dass ich zeitnah mit der Therapie beginne.

Ich habe mich auch unter der Therapie mehrmals problemlos impfen lassen und habe das eine Mal, als ich die Antikörper habe bestimmen lassen (Corona) einen hohen Wert erreicht.
Das ist alles individuell, besprich es, wenn eine medikamentöse MS Therapie ansteht, mit deinen Ärzten.

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Der Tetanus-Impfschutz aus der Kindheit hält, nach bereits länger bekannten, wissenschaftlichen Erkenntnissen, ein Leben lang an. Auffrischungen unnötig (sagt selbst die WHO). Wird trotzdem nach wie vor oft empfohlen. Viele Ärzte informieren sich nicht und Impfungen sind halt auch eine lukrative Cash Cow…

Bin 47, hatte die letzte Tetanus in meiner Jugend, mache seit zwei Jahren eine Anti-CD20-Therapie. Hatte in den letzten Jahren zweimal tiefe, sturzbedingte Schürfwunden mit starken Verschmutzungen durch Asphaltstaub, aber keinen Wundstarrkrampf bekommen. Das wird mir auch nie passieren, da im Kindesalter voll durchgeimpft und sogar einmal (überflüssig) zu Jugendzeiten gegen Tetanus nachgeimpft.

Ja, vor Beginn einer Immuntherapie steht i. d. R. ein Impfmarathon an. “Müssen” tut man aber nicht. Sind Impfempfehlungen, keine Verpflichtungen. Bin seit meiner Jugend gegen nichts mehr geimpft und startete meine Immuntherapie (zur Nachahmung nicht unbedingt empfohlen, darf jeder selbst entscheiden). Wollte potentielle Schübe durch Impfungen vermeiden und keine Zeit verlieren, sondern möglichst sofort der MS entgegensteuern.

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Die STIKO empfiehlt Tetanus Auffrischung alle 10 Jahre.

Bei einer Verletzung ist eine sofortige Impfung notwendig (Postexpositionsprophylaxe).

Vor dem Start einer Immuntherapie wurde mir ärztlicher Seits empfohlen die Titer zu analysieren, welcher Schutz noch vorhanden ist, um nicht unnötig zu impfen.

Totimpfstoffe können lt. Therapieprotokoll geimpft werden. Lebendimpfstoffe nur vor Beginn der Therapie.

Aber diesbezüglich sollte der Tharapiearzt darauf hinweisen.

Das ist laut WHO und mehrerer, aktueller Studien überholt. Siehe u. a. den verlinkten Artikel oben. Die STIKO wäre gut beraten, ihre Empfehlung endlich mal der WHO-Empfehlung von 2017 anzupassen, nicht mehr gegen Tetanus nachzuimpfen, da nachweislich überflüssig.

Postexpositionsprophylaxe ist nur bei Ungeimpften nötig, ansonsten ebenfalls völlig nutz- und sinnlos.

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RKI - Schutzimpfung gegen Tetanus - Schutzimpfung gegen Tetanus: Häufig gestellte Fragen und Antworten RKI - Schutzimpfung gegen Tetanus - Schutzimpfung gegen Tetanus: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Stand 22.01.2026

PEP ist kein „Allheilmittel“, aber in echten Risikosituationen medizinisch sehr sinnvoll und kann schwere oder sogar tödliche Erkrankungen verhindern.

Ist aber halt, trotz RKI-Empfehlung, nachweislich unnötig. STIKO empfiehlt es auch immer noch. Ändert nichts daran, dass das Tetanus-Boostern durch mittlerweile mehrere Studien belegt überflüssig ist. Die WHO weist bereits 9 Jahre darauf hin und empfielt den Tetanus-Booster ausdrücklich nicht mehr.

Wenn du aber schon vollen Impfschutz hast, bringt die PEP überhaupt nichts mehr zusätzlich, weshalb es eben nur bei Ungeimpften angezeigt ist. Ungeimpft gegen Tetanus wäre eine Risikosituation.

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Danke, habe ich, aber der “Muskelkater” war höllisch

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Das ist die Hauptsache, wenn es nicht mehr schmerzt

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Bitte um den Nachweis wo das ersichtlich ist.

Ich glaube, hier wird ein wichtiger Punkt übersehen:

Bei Tetanus schützt nicht nur das Immun-Gedächtnis, sondern vor allem ein ausreichend hoher Antikörperspiegel gegen das Toxin von Clostridium tetani.

Diese Antikörper sinken mit der Zeit. Das ist keine Meinung, sondern serologisch messbar.

Anders als bei vielen Infektionskrankheiten reicht es bei Tetanus nicht, dass das Immunsystem später reagiert – das Nervengift wirkt sehr schnell. Wenn beim Kontakt nicht schon genug Antikörper vorhanden sind, kann die Erkrankung bereits einsetzen, bevor das Gedächtnis reagiert.

Die 10-Jahres-Auffrischung wird daher nicht „aus Gewohnheit“ empfohlen, sondern weil Studien zeigen, dass der Schutz bei manchen Menschen vorher unter den empfohlenen Schwellenwert fällt.

Dass Tetanus heute selten ist, liegt an der Impfung – nicht daran, dass die Krankheit harmlos oder verschwunden wäre.

Ich kann nicht von sinnlos sprechen da ich den Impfeffekt nicht beweisen kann.
Muss jeder selber entscheiden.

VG

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Das hat sogar mein damaliger Neuro gesagt, nachdem er mal mein altes Impfheft gecheckt hatte. Ich glaub, das war das Beste, woran ich mich aus dieser Neuro-Zeit erinnere. In der jungen Erwachsenenzeit hatte ich noch eine Auffrischung, danach kam gleich MS und seitdem nix mehr aufgefrischt. Wunden seitdem reichlich, auch richtig dreckige, die erstmal dreckig bleiben mussten, bis zur Rückkehr daheim.

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Ich hatte vor meiner damaligen B-Zell-Therapie auch keine Impfung, keine einzige… Das ist allerdings schon eine ganze Weile her. Bei mir hatte das keine negativen Folgen, d.h. ich hatte keine außergewöhnlich schweren und/oder problematischen Infektionen.

Bei mir hat damals bei Beginn der Therapie niemand nach Impfungen gefragt. Ich weiß allerdings von Berichten hier aus dem Forum, daß manche Ambulanzen oder Krankenhäuser das Abarbeiten von mehr oder weniger großen Impflisten zur Bedingung für einen Therapiebeginn machen (bei den B-Zell-depletierenden Medikamenten). Wenn man in diesem Fall keine Impfung möchte, hat man ein Problem… :thinking: Aber vielleicht lassen die Ärzte auch mit sich reden. Muss man ausprobieren.

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sorry, da stellt sich mir die Frage des medizinischen Vertrauens. Ich vertraue auf Kesimpta welches das Immunsystem supprimiert und im Gegensatz zweifle ich die Impfung an. Genauso könnte man meinen durch den jahrelangen Impfdefizit ist die MS ausgebrochen.

Auslegungs und Einstellungssache.

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Ob STIKO, RKI, WHO oder wie sie alle auch heißen, jeder Mensch reagiert sehr individuell auf Impfungen und unsere Familie läßt grundsätzlich erst den Titter/Antikörper vor einer Auffrischung testen. Meine Mutter reagiert sehr schlecht bis garnicht auf Impfungen, nach drei Covid Impfungen kaum Antikörper, Tetanus musste nach 2 Jahren wieder aufgefrischt werden, Hepatitis in den letzten 10 Jahren bereits dreimal. Bei mir das krasse Gegenteil, nach 30 Jahren Hepatitis noch voller Impfschutz, Tetanus nach 15 Jahren noch top und nach drei Covid Impfungen musste ich sogar nochmal Blut abgeben, da das Labor den Antikörperwert nicht glauben konnte, so hoch war er. Auch eine Masernimpfung hat bei mir ausgereicht. Ich reagiere immer mit einem vollen bunten Strauß an Nebenwirkungen auf die Impfungen und meist auch allergische Reaktionen, meine Mutter merkt nix…

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Versteh mich nicht falsch. Ich vertraue auf die Medizin. Ich bin nur überfordert mit der neuen Situation und habe so viele Fragezeichen im Kopf, dass mich einfach die Erfahrungen anderer interessiert. Falls du das gemeint hast :slight_smile: