Ich hab zwischendurch mal freundlich angerufen und gefragt, ob alles eingegangen ist und für die Verlängerung der EMR brauchte ich das Datum, wann ich den Verschlimmerungsantrag gestellt habe. So hab ich mich charmant ins Gedächtnis gerufen :innocent:

Vielleicht bekomme ich ja vom Versorgungsamt eine gute Nachricht zu Weihnachten.

Wenn ich den drohe, hab ich eher Sorge, dass die mir dann nicht mehr besonders wohlgesonnen sind :grimacing: gerade da die ja Ermessensspielraum haben, wie hoch der GdB ausfällt.
Bisher bin ich immer mit meiner freundlichen Art weitergekommen. So ne Klage wäre mir viel zu stressig 🫣

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GdB und EMR sind aber zweierlei. Einmal Rentenversicherung und dann das Versorgungsamt. Und das du damit Nachteile erleidet solltest du nicht in Erwägung ziehen. Eher wenn du dich nicht wehrst

Es geht mehr um die Aussicht auf eine ebensolche Klage. Allein das wird dem Sachbearbeiter ausreichend Tröpfchen auf die Stirn zaubern, da er nämlich seinem Dienstherren in diesem Falle Rechenschaft schuldig ist, weshalb es überhaupt dazu kam

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Und deshalb bin ich nicht mehr im VdK, der taugt hier null.
Ich hab dafür eine Rechtsschutz Versicherung. Und ne tolle Anwältin.
Aber der GdB ging bei mir mit neurologischer Unterstützung super durch.

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Ich bin weiterhin drin, obwohl ich ihn wohl nie konsultieren werde. Trotzdem halte ich ihn für nützlich :slight_smile:

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Natürlich sind das zwei verschiedene Sachen :face_with_hand_over_mouth: das ist klar :woman_shrugging::smile:
aber für den Antrag auf Verlängerung der Erwerbsminderungsrente möchte die Rentenversicherung wissen, ob du einen GdB hast oder ob ein entsprechender Antrag läuft (und wenn ja, ab wann).
Somit hatte ich einen guten Grund beim Versorgungsamt anzurufen ohne dabei unhöflich Druck zu machen, da ich nicht mehr genau wusste, wann ich den Antrag beim Versorgungsamt gestellt hatte.

Ich glaube, jeder/jede sollte es so angehen, wie man sich am wohlsten fühlt und was einem selbst entspricht. So bleibt man sich selbst treu, ist authentisch und hat nicht so viel Stress (das mag die MS ja gar nicht 🫣)
Weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist zu drohen. Wahrscheinlich bei dem einen so und bei dem anderen so :woman_shrugging:

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Richtig. Ich kann aber nicht überall Mitglied sein, nur weil ich die Arbeit gut finde.

zum Behindertenausweis wurde hier mehrmals geschrieben - einfach suchen.

Aus meiner Erfahrung ist der richtige Weg - VDK-Mitgliedschaft (oder einen ähnlichen Sozialverband), Antrag auf GdB beim Landratsamt stellen, REHA mit Schwerpunkt MS machen und Bericht der REHA nachreichen. Widerspruch, sofern nötig, über VDK. Bei den beschriebenen Symptomen dürfte GdB 60 oder mehr drin sein.

EM-Rente - wenn du normaler Arbeitnehmer bei DRV bist und nicht Arzt, Beamter usw. geht der Weg über mehrere REHAs… Die Anforderung gar keinen ausgedachten Job irgendwo in Deutschland ausüben zu können, ist extrem hoch. Aber es gibt noch die Arbeitsmarktrente oder zumindest die halbe EM-Rente.

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Vielen Dank an alle, das gibt mir einen guten Überblick.

Ich denke, ich sollte mich erst mal für einen der beiden in diesem Jahr “ausprobierten” Neurologen entscheiden und dann daran arbeiten, daß die Arztberichte auch die aktuelle Situation beschreiben. Der Neurologe sollte beurteilen können, ob und wann ein GdB von 50 % realistisch ist.
Sollte das bis zum Alter von 62 klappen, kann ich Antrag auf volle EM Rente und Rente für Schwerbehinderte (mit Abzug) stellen (Tipp der Rentenversicherung).
Wenn EM nicht klappt oder zu viel Kampf erfordert, habe ich die Rente für Schwerbehinderte.
Falls beides nicht funktioniert, steht immer die Möglichkeit der vorzeitigen Rente für langjährige Versicherte ab 63.

Die Alternative wäre Reha und Antrag Teil EM Rente.

Gibt es die noch?
Check mal den Rentenrechner

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Ich hatte Anfang der Woche ein Gespräch mit der DRV, da gab es sie noch.
Aber stimmt schon, wer weiß, wie lange noch… :roll_eyes:

Liebe Paula,

ich weiß nicht, ob das bei dir noch aktuell ist.
Wichtig erscheint mir, dass du mit deinen Ärzten wirklich an einem Strang ziehst.
Wenn du immer unzufrieden bist mit dem was die schreiben, seid ihr irgendwie nicht richtig auf einer Linie.
Ich habe letztes Jahr GdB 100 rückwirkend ab 2023 (Nachprüfung in 2 Jahren) bekommen. Zuvor GdB 50 unbefristet obwohl meine Gehstrecke uneingeschränkt ist. Ich bekomme seit diesem Monat volle EM-Rente. Allerdings habe ich auch noch andere Diagnosen.
Wichtig ist, dass die Ärzte wissen, was du erreichen möchtest und warum.
Wenn der Arzt versteht, dass der GdB z.B. wichtig ist, weil du dann Kündigungsschutz hast oder extra Urlaub, den du aufgrund der Fatigue dringend brauchst, wird der dir schon helfen wollen.
Noch ein Punkt: Fatigue und kognitive Probleme werden häufig stärker bei den Einschränkungen berücksichtigt als zum Beispiel Gehstrecke. Aus diesem Grund haben mir die Klinikärzte einen EDSS von 4.0 gegeben bei uneingeschränkter Gehstrecke.
Viel Erfolg
Arthemis

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Hallo Arthemis,
das sehe ich auch so, für den Antrag brauche ich Unterstützung vom Neurologen.
Leider ist das im Moment so nicht gegeben, da ich nicht mehr zu meinem anfänglichen Arzt gehen will. Im letzten Jahr war ich bei zwei verschiedenen und muß mich jetzt entscheiden, mit welchem ich weiter machen will.
Mit PPMS ohne Medikamente geht man auch seltener, weil es ja recht wenig zu besprechen gibt.
Klar zu sagen was man erreichen will ist eine gute Idee. Ich tue mich da ein wenig schwer, denke, es wirkt sehr arbeitsscheu, wenn man gerne 50 % GdB hätte, damit die Möglichkeit
auf Schwerbehindertenrente in ein paar Jahren besteht.
Ich komme mir auch vor, als würde ich jammern, wenn ich Fatigue, Reizüberflutung und die Probleme mit Uhthoff beschreibe, beweisen kann ich es ja nicht.

Vielleicht sollte ich für den Arzt in Ruhe alles aufschreiben.

Viele Grüße
Paula

Liebe Paula,

es ist total verständlich, dass du nicht als arbeitsscheu gelten willst…Abee du erreichst absolut nichts, wenn du den Ärzten kein Futter gibst, damit die etwas dokumentieren können.
Wir MS-ler sind ja such Meister darin Workarounds zu finden für unsere Einschränkungen. Und ich gefalle mir auch besser in der Roll zu sagen “eigentlich kann ich alles machen”. Aber wir machen uns oft etwas vor, weil wir uns a die Einschränkungen gewöhnt haben.
Als ich mich auf BU und EM Rente vorbereiten musste, habe ich angefangen meine Symptome zu dokumentieren: Es sind über 20. Die meisten fallen in keiner neurologischen Untersuchung auf. Ich habe dann begonnen bei jedem Arzttermin vorher alles zu notieren, was ich ansprechen will, welche Symptome, welche Einschränkungen/ Verschlechterungen.
Googele mal oder frag ChatGPT nach MS Symptomen und beantworte, welche du kennst.
Sag doch einfach deinem Arzt, dass du Sorge hast im Job das Pensum nicht zu schaffen und gekündigt zu werden. Mit einem GdB von 50 hättest du zumindest besseren Kündigungsschutz. Das verstehen Ärzte. Du musst ihnen aber helfen, das zu dokumentieren.
Wieso musst du dich für einen Arzt entscheiden. Du kannst ja auch zu beiden gehen und schauen, wer die besseren Arztbriefe schreibt. Oder sind die in einer Praxis?

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Lieber Arthemis,

ganz genau, ich kann auch alles machen. :grin: Normalerweise vertuscht man seine Defizite eher, vor anderen und auch vor sich selbst.
Da die unsichtbaren Begleiterscheinungen der MS nicht mit Untersuchungen abgedeckt werden können, fühle ich mich nicht wohl damit, beim Arzt das alles vorzubringen, hat beim letzten Termin anscheinend auch nicht viel genutzt.
Du hast hier wichtige Punkte angesprochen und ich will das beim nächsten Termin auch so machen: Erst mal Zielsetzung ansprechen, dann durch die Liste gehen und die lasse ich dann beim Arzt, damit hoffentlich alles in den Arztbrief kommt, wenn er das so mittragen kann/will.
Wobei die Reizüberflutung bisher noch nie als Symptom beachtet wurde.

Ein wenig schwierig finde ich auch, daß ich keine Vorstellung habe, wann 50 % GdB zutreffend ist. Gut, müßte der Neurologe beurteilen können?

Vielen Dank für deine Hilfe! Mal sehen, wie’s läuft.

Liebe Grüße

Paula

Hey Paula,
ich habe GdB 50 unbefristet. Natürlich kann ich alles machen. Ich bin schon ein großes Mädchen. :grin::v:.
Aber eben nur mit dem Belastungsniveau von 50 % gegenüber einer gesunden Person mit meinem Alter und meinen Fähigkeiten.
Also, z. b. nicht mehr solange am Stück lesen oder so schnell Texte verarbeiten. Nicht mehr auf die Arbeit gehen und danach die gleiche Schicht an Stunden in die Hausarbeit schieben. Nicht mehr 2 KM zu Fuß wohin laufen und danach noch im Mehrfamilienhaus ins DG sprinten.

Ich arbeite mit Zusatzurlaub und 30 Std die Woche. Nach der Arbeit gibt’s ne Pause und ich liege 1 Stunde. :sunglasses:. Damit ich danach noch etwas privaten Alltag schaffe. Hätte ich früher nie gemacht.
Überleg einfach was deine Grenzen, Einschränkungen sind und schreib das regelmäßig auf und teste aus.
Dann wäre vielleicht der Weg über eine Reha und Feststellung der Arbeitsfähigkeit dort ein Weg.
Der GdB ist unabhängig von EMR zu beantragen und wichtig für die Ausstattung auf der Arbeit oder ggf. auch Umschulungen oder Ausgleichsgelder für den AG, wenn er dich weiterbeschäftigt.
Bringt eigentlich nur Vorteile. Und du lernst für dich selber einzustehen.

Jedes Hilfsmittel erkennbar zu benutzen kostet Überwindung, aber es hilft mir ja zur Lebensqualität und Lebensbewältigung.

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@Paula , mich hat deine Beschreibung von Reizüberflutung nicht losgelassen.
Achtung, jetzt kommt ein KI Text von mir😋

kognitive einschränkungen ms

Kognitive Einschränkungen bei Multipler Sklerose (MS) sind häufig, treten oft früh auf und betreffen bis zu zwei Drittel der Patienten, meist als unsichtbare Symptome.
Typisch sind verlangsamte Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeitsdefizite, Gedächtnisprobleme sowie Störungen exekutiver Funktionen (Planung, Multitasking).
Sie hängen mit Läsionen im Zentralnervensystem zusammen, sind aber durch Training, Strategien und Diagnose behandelbar.

Häufige kognitive Symptome bei MS:

Verlangsamte Informationsverarbeitung: Das Gehirn braucht länger, um Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten.

Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen: Schwierigkeiten, sich über längere Zeit zu fokussieren oder Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

Gedächtnisprobleme: Insbesondere das Kurzzeitgedächtnis und das Abrufen von Informationen (episodisches Gedächtnis) sind oft betroffen.

Exekutive Funktionen: Probleme bei der Planung, Handlungsplanung, Entscheidungsfindung und beim Multitasking (z.B. Telefonieren und Kochen gleichzeitig).

Wortfindungsstörungen: Schwierigkeiten, passende Begriffe schnell zu finden.

Umgang und Hilfen im Alltag:
Strukturierung: Listen, Kalender, Erinnerungs-Apps und Tagebücher nutzen.
Pausen: Regelmäßige Pausen einplanen, um Reizüberflutung und Müdigkeit (Fatigue) entgegenzuwirken.
Ruhige Umgebung: Ablenkungen minimieren, um die Konzentration zu fördern.
Kognitives Training: Gehirnjogging, Rätsel oder das Erlernen neuer Fähigkeiten (z. B. Sprachen, Instrumente) können helfen, die Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Ergänzung von mir: vielleicht findest du dich in einigen Beschreibungen wieder und ja es sind Beeinträchtigungen die dich als Mensch mit MS " behindern ". Für den GdB darfst du ruhig übertreiben! :kissing_heart:

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Die kognitiven Einschränkungen haben auch ihre positiven Seiten: Mir ist es schon öfter passiert, daß ich was erledigen wollte, war aber schon gemacht. :grin:
Es waren teilweise Dinge, die nicht in ein paar Minuten erledigt sind, sondern länger dauern. Das ist schon ein bißchen erschreckend.
Wenn ich einen Schriftkram erledige oder Informationen einhole, halte ich die Details schriftlich fest, weil ich ein paar Monate später nicht mehr zusammenkriege, wie es ganz genau war. Das fällt also auch unter “kann doch alles”. :wink:
Fürs Versorgungsamt aufschreiben kann ich es, aber ohne entsprechenden Arztbericht wird das sicher nicht berücksichtigt?

Schwieriger für mich ist die Reizüberlastung im Alltag. Ich habe diese Woche gelesen, bei Erschöpfung könnten die Umweltreize nicht mehr genügend gefiltert werden.
In einem anderen Beitrag haben wir das mal diskutiert, einige hier haben das Problem.
Zum Beispiel viele Leute in einem Raum, Gerüche, Geräusche - das geht eine Weile, dann wird es mir zu viel und ich muß mich aus der Situation rausnehmen.
Es geht mir am besten, wenn ich einen Teil vom Tag alleine bin in reizarmer Umgebung, daheim oder draußen.
Ich habe das schon mal bei einem Neurologen drauf angesprochen, hat er aber nicht als MS spezifisch aufgefaßt.

Wenn ich das alles für das Versorgungsamt aufschreibe, es nicht bewertet wird, ist es doch “verbraucht”? Beim nächsten Antrag kann ich nicht wieder damit kommen, weil da nur noch Verschlechterungen rein und auch bewertet werden dürfen?

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@Paula Ich verstehe dich, ich arbeite inzwischen in reizarmer Umgebung, in der Verwaltung.weiße Wände, Jalousien halb runter, Licht aus. Und aufschreiben müssen wir sowieso Alles, PC und E-Mails.
Was du beschreibst, kennen wir hier ja zu genüge. Ich habe eben ein Umfeld dass sich draufeinlässt. Ich habe auch die Heizung vier Grad kälter, als alle anderen. Meine Kollegin im Büro konnte sich mir anpassen :pray:, wir sind ruhiger, wacher und fröhlicher, als die anderen Büros.
Für den Neurologen/ GdB fällt das alles unter Auswirkungen der Fatique. Wenn die Reizüberflutung zu groß ist, dann schlägt die kognitive Fatique eben zu. Je besser du deine Mechanismen kennst, die positiven wie die negativen, je schwerer kann es jemand wiederlegen.
Natürlich gehört auch eine gute Schlafqualität dazu.
Auf der Reha könnten eben genau die Überreizauslöser dokumentiert werden.
Weil, wenn ich z. B. am kippen bin, dann sieht und merkt das jeder!
Von hochrot bis käseweiß, oder schweißnass bis zittrig. Wenn du dich nicht mehr versteckst, vertuscht oder kompensierst, dann kann sich dein Umfeld darauf einstellen. Ich sage, wenn das Bein krampft und ich deswegen nicht zur Toilette aufstehen kann oder andere Schmerzen da sind. Wenn wir kommunizieren, dann ist das eine Stärke und keine Schwäche. Die Menschen, die sich für dich interessieren, die helfen dir dann oder erinnern dich an deine Pausen.
Die anderen kannst du aussortieren. Ein Umfeld, in dem du dich verstecken musst, kann nicht das Beste in dir zutage fördern und lässt dich kränker zurück.

Du kannst dein eigenes Glück und Gefühl nur selber wahrnehmen und anfangen dir nicht mehr über die Interpretation der anderen Menschen noch mehr Gedanken zu machen.

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Das hast du superschön geschrieben! :two_hearts:

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