In letzter Zeit begnet mir in meinem Umfeld die Aussage “das kenn ich auch” oder “das hab ich auch öfter” immer wieder.

Egal, ob ich davon berichte, dass ich wieder mal was vergessen habe oder ich total erschöpft bin, heißt es “das geht mir auch öfter so”.

Selbst Sensibilitätsstörung hat meine Familie plötzlich, denn bei denen kribbelst auch immer mal wieder in den Beinen 🫣

Kennt ihr das auch? Und wie geht ihr damit um?

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Ohja! Ich könnte im Strahl kotzen…
Mittlerweile sage ich dann gar nichts mehr. Lächle und wechsel das Thema.
Gut ist auch die Aussage: das ist das Alter.

Ich habe mir angewöhnt nur noch den Menschen von meinem scheiß zu erzählen die nicht so blöd antworten…
Verdammt. Eine Person.
Aber zum Glück seid ihr da… :two_hearts:

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Wir sollten nachfragen, ob’s bei ihnen auch 24h anhält. Und wenn ja, mal beim Neuro vorbeischauen :wink:

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Es ist nur eine freundliche Geste von Verständnis und Beistand

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@imuchbetterwhensober Es fühlt sich halt mehr an nach: “Pud’l dich nicht auf: Ich hab das auch. Und jetzt gib Ruh.”

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Gut ist auch das sind die Wechseljahre.

Jeder ist mal kaputt. Ich schwöre mir nicht drüber zu reden aber manchmal rutscht es raus…

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Ich habe die Erfahrung gemacht dass die Menschen oft nicht anders ausdrücken können das sie damit überfordert sind was wir so an Belastungen im Alltag erleben. Niemand der nicht an Fatigue leidet kann sich nur ansatzweise hineinfühlen wie das ist.

Neulich hat mir eine Arzthelferin beim Augenarzt gesagt sie hätte das ja auch und sei so erschöpft… Ich hab mir meinen Teil gedacht und hab nix dazu gesagt.

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Den Vogel hat meine Schwester letzte Woche abgeschossen…

Ich erzähl so davon, dass es egal ist ob ich mich zulange angestrengt unterhalte, Bücher lese, Am PC arbeite etc. - irgendwann ist halt das Nervensystem überlastet…

Da sagt sie: “Ach, das ist also ne Nervenkrankheit, das verstehe ich, das kenn ich auch, dass ich manchmal überlastet bin, wenn ich zu viel mach”.

:see_no_evil:

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll, ich hab meine Diagnose seit 17 Jahren und den ersten Schub vor 32 Jahren… Aber ihre Reaktion kam wirklich, als wenn sie noch nicht wusste, dass ich MS hab.

Ich war so perplex, dass ich nur “Ja, doof…” gesagt und das Thema gewechselt hab.

:partying_face:

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Nein ist es nicht. Es ist gedankenlos und verletzend…

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Apropos gedankenlos:

Fragt mich mein Vater unlängst (bevor ich den Kontakt zu ihm abgebrochen hatte):

“Was nervt dich eigentlich mehr: Die MS oder die Migräne?” [Neusprech für: “Du semperst schon viel…”]

Sag ich zu ihm: "Papa, du hast die Frage falsch gestellt. Du hättest fragen müssen: ‘Was hast du lieber? Migräne oder MS?’ ":wink:

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Ja da fasst du dir verständlicherweise an den Kopf… Hätte mich genauso überfordert… Und ich hätte ebenso perplex das Thema gewechselt.

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Wie schön, dass ich nicht alleine bin :relaxed:
Danke für eure Antworten… dachte schon, ich stell mich an…
gönn ich meinen Umfeld nicht mal sich mit mir und meiner Krankheit zu identifizieren 🫣
also wirklich :joy:

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Ich kenne beide Varianten: Der hilflose Versuch, Beistand ausdrücken zu wollen und ein “Reiss dich halt zusammen, geht uns allen so”

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Ich sage mittlerweile nicht mehr, wie es mir geht, und wenn mir jemand sagt, boah, ich bin so müde heute, antworte ich nur: das habe ich 24/7 und gehe.
Habe zum Glück (auch dadurch) Menschen um mich, die Verständnis haben. Die mir anmerken, wenn es wieder besonders schwer ist.
Viele wollen damit unsere Beschwerden abschwächen, viele meinen, es geht uns besser damit, zu hören, dass es auch “gesunden” so geht. Kann schon Nerven…

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Ja, wenn es sich “lediglich” um Bekannte handelt, Ok - ist doof aber hilft nix, aber bei den engsten Verwandten immer das Gefühl zu haben, dass das, was einen im Leben wahrscheinlich am meisten Energie kostet, nicht wichtig genug ist, um sich wenigstens Eckpunkte zu merken ist echt hart.

Schön finde ich es auch wenn man irgendwem von Dauerhaften Einschränkungen erzählt, und am Ende ein “Gute Besserung” kommt…

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:+1: yep, gaaanz klasse!
In meiner Familie kommt höchstens: wenn ich mir vorstelle, dass es dir täglich so geht wie mir heute… Wahnsinn, wie du damit umgehst!

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Ich würde jetzt nicht so den Unterschied zwischen ‘Gesunden’ und ‘Kranken’ machen.
Wieso sollen Gesunde nicht auch Mal müde und erschöpft sein dürfen?

Ich leide nicht an Fatigue oder in dem Maße an Uthoff wie andere hier, aber trotzdem bin ich öfter erschöpft und müde. Ich hatte auch noch nie eine Depression, aber trotzdem bin ich manchmal traurig und niedergeschlagen. Zählt das dann nicht, weil ich nicht richtig ‘krank’ bin?

Ich finde, man sollte nicht jede Äußerung so streng beurteilen, nur weil sie von einem ‘Gesunden’ kommt, der überhaupt nicht nachfühlen kann, wie es uns ‘Kranken’ geht. Ich finde es sowieso schwer, das Befinden von anderen zu beurteilen. Ich nehme es meistens so, wie er es empfindet und mir schildert.

:rofl: :see_no_evil:

…man soll sich ja nicht über seine Eltern beschweren… aber machmal denk ich, wäre ich bloß das Kind von Akademikern und Pädagogen…

wobei das irgendwie auch ein bisschen schrecklich sein muss, ein Freund von mir ist so ein überbehütetes Pädagogenkind… Vater Oberstudienrat und Mutter Grundschullehrerin mit Arrangement in der örtlichen Kirche etc. - da hat man als Kind bestimmt bei jedem Mist den man baut ein schlechtes Gewissen.

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Oh ja ich trage ja in der Arbeit Maske und dann fragt doch nicht ernsthaft fast jeder was denn mit mir los sei… Und ich habe alles offen kommuniziert das ich MS habe und unter Immunsuppression stehe und deswegen Maske trage… :smiling_imp:

Der Teufel kam sehr raus in dem Moment… Am liebsten hätte ich mir einen Mittelfingerbutton an die Maske geheftet. Die Chefetage hat sich dann entschuldigt für die dumme Nachfrage…

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