@tournesol So zu beobachten wie du ist ja legitim und (vordergründig) plausibel. Aber trotzdem (und das aus einer theoretischen Perspektive) ist nicht endgültig bewiesen, daß dein spezifischer Verlauf wirklich auf das Medikament zurückzuführen ist. Es kann nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, daß andere Faktoren deine Verbesserung bewirkt haben. Denn es gibt keine exakt lebensidentische “tournesol Nummer 2”, an der das hätte getestet werden können, oder, wie es Briga ausdrückt, keine 1:1 Kontrollgruppe.
Ein Beispiel aus meinem Leben. Ich hatte relativ viele Schübe und es gab kaum ein Jahr, in dem ich nicht wenigstens einen Schub hatte, auch wenn er in manchen Jahren nur mild mit vollständiger Rückbildung war. Trotzdem gab es einmal eine Phase von geschlagenen vier Jahren (ich führe Tagebuch), in denen ich komplett schubfrei war. Diese Phase fand ganz unabhängig von irgendwelchen Änderungen der Medikation statt.
Hätte diese Phase zufällig mit einem Wechsel der Medikamentenstrategie zusammengehangen, hätte ich fälschlicherweise geschlussfolgert, die ruhige Phase sei auf das Medikament zurückzuführen. Dem war aber nicht so. Bis heute weiß ich nicht hundertprozentig genau, warum ich die vierjährige schubfreie Phase hatte. Meine persönliche Vermutung ist, daß es vier ruhige und deshalb für meinen Körper störungsfreie Jahre waren und ich deshalb keine Schübe hatte. Aber auch das ist nur eine Vermutung und hundertprozentig sicher kann ich mir nicht sein.
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Deine Werte und Moralvorstellungen gelten für alle nur nicht für dich?