AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

Daniela Adomeit

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Beitrag einer Freundin- Reisen mit Basistherapie

11.06.2012, 10:54, Kommentare (0)

Hallo, heute gibt es meine Erfahrungen zu Reisen mit einem schubverhindernden Medikament zu lesen. Ich habe zwischen 2004 und 2011 eine Basistherapie gespritzt, die jeden Tag subkutan injiziert werden muss und gekühlt aufzubewahren ist.

Meine Erfahrung zu Reisen damit ist: alles geht, wenn es gut geplant ist.

 

Das fängt schon damit an, dass man im Vorfeld darauf achtet, dass man genügend Spritzen für die geplante Reisezeit daheim hat. Und ich habe immer darauf geachtet, auch eine Sicherheitsreserve einzuplanen, denn bei Flugreisen kann man nicht ausschließen, dass ein Streik die geplante Reisezeit

unfreiwillig verlängert. Auch für die Zeit nach dem Urlaub lagen bei mir immer noch ein paar Spritzen im Kühlschrank, damit nicht am ersten Tag nach der Heimkehr die große Hektik beginnt.

 

Bei einer Reise innerhalb Deutschlands (mit dem Auto) hatte ich keine Schwierigkeiten: die Spritzen wurden mit tiefgekühlten Kühl Akkus in der Kühltasche verstaut und am Ferienort in den Kühlschrank des Appartements gepackt. Wenn aber im gebuchten Hotel keine Minibar im Zimmer ist, muss man schon überlegen, ob die Spritzen in einem frei zugänglichen Kühlschrank für alle verstaut werden dürfen. Auch in einem kanarischen Landhotel sollte man vorher geklärt haben, ob es eine Kühlmöglichkeit gibt. Bei mir stand glücklicherweise ein Weinkühlschrank im Foyer, in dem ich meine Spritzen lagern durfte.

 

Einige Urlaubsarten, die ich früher machen konnte, kamen für mich mit der Basistherapie nicht mehr in Frage: mit dem Zelt auf den Campingplatz zu fahren oder in einfachen Unterkünften zu übernachten, in denen niemand etwas zu einer Kühlmöglichkeit der Spritzen sagen kann. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Vermieter gern behilflich sind, soweit sie nur können - man muss nur den Mut aufbringen, zu fragen.

 

Meine weiteste Reise führte mich nach Japan. Dabei stellte sich heraus, dass die Einfuhr von Gütern in das Land streng reglementiert ist. Ich habe mich also mit dem japanischen Konsulat in Verbindung gesetzt, um eine Bescheinigung zu erhalten, dass es sich bei den mitgeführten Spritzen um ein für mich persönlich notwendiges Medikament handelt. Die ganze Sache nahm schon einige Wochen in Anspruch, die japanischen Zeichen auf der Erlaubnis kann ich auch nicht lesen, aber ich will ja nicht am Zoll damit scheitern, mutmaßliche Drogen zu schmuggeln. Also: frühzeitig planen!

 

Bei den Flugreisen innerhalb Europas (und auf die kanarischen Inseln) habe ich mich auf die Seite im Tagebuch des Herstellers verlassen, auf der mir mein Arzt mit Stempel und Unterschrift bestätigte, dass es sich hier um ein für mich notwendiges Medikament handelte. Diese Seite ist auf Deutsch und auf Englisch (vielleicht auch auf Französisch, das weiß ich nicht mehr) schon vorbereitet im Tagebuch vorhanden.

 

Wichtig war für mich, die Spritzen immer im Handgepäck zu haben, damit sie mir nicht fehlen, falls das Gepäck verloren geht. Auf meinen Flugreisen hat die Kühlung durch Kühltasche und vorher eingefrorene Kühl Akkus immer ausgereicht. Nur auf der Japan-Reise hatte ich ein kleines Problem, da man mir vorher gesagt hatte, ich könne die Spitzen während des langen Flugs sicher in den Bordkühlschrank legen. Dies wurde mit aber vom Bordpersonal auf Grund der Hygiene-Bestimmungen verwehrt. Ich bekam zwei Plastikbeutel mit Eiswürfeln, die natürlich innerhalb der 12h Flugzeit dahinschmolzen.

So kam ich in Tokio mit einer nassen Kühltasche an, in der die Umverpackung der Spritzen komplett durchweicht war. Ich habe die Spritzen trotzdem verwendet und keinen Nachteil gespürt.

 

Insgesamt habe ich bei meinen ganzen Urlauben mit Basistherapie keinen Schub erlitten und bin auch nicht häufig kontrolliert worden. Falls Flug- oder Bodenpersonal solche Kontrollen gemacht hätten, wäre ich sicher gewesen, alle notwendigen Vorbereitungen getroffen zu haben und mit den Bescheinigungen beweisen zu können, dass ich mit den Spritzen reisen durfte.

 

Viele Grüße

 


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