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Die Pusteblume
12.08.2008, 12:13, Kommentare (16)
Er klopfte sich den Sand vom Körper. Am besten wäre es sich kurz zu duschen, aber erst musste er noch die mit den verspiegelten Gläsern anmachen und sich so den Abend sichern. Nachdem er sich ein paar Mal gestreckt, gedreht und seine Muskeln hatte spielen lassen, vor allem aber die zwei entscheidenden Punkte für seine
Mannschaft beim Beachvolley heruntergeschlagen hatte, war die Verspiegelte planmäβig ins Netz gegangen. Der Rest war Routinearbeit gewesen und bei einer Lemonsoda am Kiosk hatte er feststellen können, eine ohne Vorurteile an Land gezogen zu haben.
Die Nummer, die sie dann zusammen im Bett hinlegten, war einwandfrei gewesen und lieβ sie glauben, es 'mal miteinander ausprobieren zu können. Bald darauf bekam er eine gute Stelle bei Goldax und sie begann ihre Karriere als freelance bei. Sparkle & Co und da beider liebster Sport das Karriereklettern war brachten sie es binnen
kurzem zu führenden Stellungen und viel Geld. Sie bedauerten es sehr, so wenig Zeit füreinander übrig zu haben, deshalb schrieben sie sich mehrmals am Tag zärtliche mails und führten ausführliche nächtliche Telefongespräche voller zärtlicher Worte. Dann wurden die Pausen zwischen den Anrufen länger und die Telefongespräche
kürzer und als der gemeinsam geplante Urlaub wegen unaufschiebbarer Termine ins Wasser fiel, stritten sie sich heftig by phone und um den Frust aushalten zu können, trösteten sich beide mit aufregenden one-night shows.
Eines Tages jedoch wollte er sie dringend sprechen, aber sie war telephonisch
nirgends zu erreichen. Also schickte er ihr eine mit Ausrufezeichen versehene Mail, in der er sie bat, wo immer sie auch sei, doch bitte schnell nach Hause zu kommen. Das geschah just in der Woche, in der sie mit José zusammen war und wahrlich an nichts anderes denken wollte. Als sie dann doch, vom schlechten Gewissen geplagt,
anrief, hörte er sich so kleinlaut und weinerlich an und stammelte so widersinniges Zeug, dass sie es sofort bereute ihn angerufen zu haben und schnell wieder zu José ins Bett schlüpfte.
In Josés Armen träumte sie dann, mit einem Mann gemeinsam durch ein Feld voller
stacheliger Maiglöckchen zu laufen, an denen der Mann sich blutig kratzte, während sie, von einem Heiβluftballon getragen und mit einer Pusteblume in der Hand, neben ihm schwebte und ihn neckte, was den Mann gewaltig ärgerte und sie ungemein amüsierte. Wütend fing der Mann daraufhin an lautstark zu fluchen. Als Antwort lieβ
sie ein wenig Heiβluft ab, um noch etwas höher zu fliegen. Das wüste Spiel dauerte bis sie laut lachend hinter den Wolken verschwunden war.
Als sie aufwachte, hatte sie das bestimmte Gefühl, dass das wahre Leben erst jetzt begonnen hatte.
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Kommentare (16)
23.08.2008, 04:12, lupocane
Geschliffen zu Geschliffen, Ungeschliffen zu Ungeschliffen. Eine Mischung müsste man gemeinsam gebären - wie Fruttero und Lucchentini.
19.08.2008, 23:23, renate
Probier es einfach mal ungeschliffen. Vielleicht wird es ein neues Genre. :-)
19.08.2008, 18:39, lupocane
Das Schöne an Deinen Geschichten, Renate, ist, dass sie mich einladen, sie weiterzuspinnen. - Allerdings fehlt mir die geschliffene Sprache.
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