AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Ich mag nicht mehr...

20.01.2012, 20:29, Kommentare (6)

Ich hatte heute den Termin beim Neurologen. Ich war froh so schnell noch einen bekommen zu haben, dachte ehrlich gesagt nicht das es so schnell klappt. :)

Tja, jetzt gehts mir schlecht... Spastik an den Beinen hat er zum Glück ausgeschlossen, an einen neuen Schub hat er gar nicht gedacht (nur das es evtl. ein nachdruck vom alten ist) und hat mich dann etwas verwirrt.

Mit was? Er hat mir was von einer Reha gesagt, dass man da des mit den Beinen gut anpacken kann. (Spezial Klinik für MSler) Er hat gesagt das es auch was mit der Psyche zutun haben könnte usw. usf. Letztendlich hat er mir Dopamin für meine RLS verschrieben (das glaubt er erklärt meine unruhigen Beine - hoffe es hilft!!!!) und "Glücklich-mach"-Tabletten weil er wie gesagt denkt es könnte auch was mit der Psyche zutun haben.

Außerdem hat er mich gefragt ob ich über den Tag müde bin. Antwort: Ja. Ob ich nach dem Aufstehen müde bin. Antwort: Ja. Schlaf ich viel. Antwort: Ja.

Meine Mama ist tagsüber arbeiten. Er hat sie aber auch gefragt, nur anders. Gähnt die Laura viel über Tags (sie ist arbeiten). Antwort: Nein. Schläft sie viel. Antwort: Nein. (Wie soll sie das auch sehen wenn sie arbeiten ist?!)

Letztendlich hatten Ihre Antworten mehr Gewicht. Nur ist meine Mama da nicht so sensibel. Sie wollte mich wieder arbeiten schicken, in meinem Zustand. Als er dann sagte ich soll noch daheim bleiben meinte sie: "Ja so seh ich des auch!" Manchmal frag ich mich echt ob ich i-wo falsch gelandet bin.

Natürlich bin ich etwas down. Aber wer würde mir das verübeln. Ich hab am 21. Dez 11 meine Diagnose bekommen, und seitdem gehts nicht wirklich aufwärts. Und ich bin wieder eine Woche krankgeschrieben, kann mich kaum bewegen. Jeder Schritt wird zur herausforderung. Ich schreib jetzt jede Woche Schulaufgaben, ich schreib im Mai Prüfungen. ICH KANN NICHT MEHR. Aber deswegen gleich meine Stimmung beeinflussen? Ich hab ehrlich gesagt Angst bzw. zu viel Respekt davor. Auch meine Family rät mir davon ab. (Sie sagen aber auch das es sich als Außenstehender leicht sagt, sie wissen ja auch nicht was in mir vorgeht.)

Es ist einfach soooo scheiße schwer. Ich weiß nicht was ich machen soll. Reha kam für mich nicht in frage, das ist mir 4 nummern zu groß. Ich hab ja kindischer Weise fast mit einem Wundermittel gehofft das meine Beine wieder funktionstüchtig macht.

Jetzt sitz ich wieder hier, meine Augen werden vor dem PC Bildschirm im Minutentakt schlechter (Sehnerventzündung die immer noch nicht weg ist) und was hab ich heut gemacht? Mich vom Bett ins Bad zur Couch zum Arzt zur Couch und später zurück ins Bad und Bett geschleppt. Amen. Mir fällt langsam die Decke auf den Kopf. Ich soll mich täglich 2x 30 Minuten draußen bewegen... -.- Ich hab probleme von der Couch aufzustehen und mir die Schuhe anzuziehen, danach bin ich bedient. :(

Ich mag einfach nicht mehr. Will endlich wieder normal gehen können.

Sorry, musste ich einfach loswerden.

- Laura

Ps.: Ich find meinen neuen Neuro nach wie vor klasse, nur hat er mich eben verwirrt, es war mir zu viel aufeinmal.

Pps: Danke für die Kommis beim letzten Post, haben mir sehr geholfen. ♥

Kommentare (6)


03.02.2012, 13:29, Vero

Hi, ich hab auch MS ziemlich jung bekommen und lebe nun schon 8 Jahre damit. Am Anfang war es scheiße, aber mit der Zeit wurde es immer besser. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass meine Lebensqualität durch die MS nicht gesunken ist. Das Leben ist halt nur anders geworden. Vorher war ich ziemlich auf meinen Beruf fixiert. Nun arbeite ich nur halbtags und führe ein relativ stressfreies Leben mit viel Zeit für meine Freunde und Interessen. Ehrlich gesagt beneiden mich einige darum :-). Ich hab zwar weniger Geld, aber dafür andere Dinge, die man mit Geld gar nicht kaufen kann. Z.B. \\\"leiste\\\" ich mir ein Zweitstudium in meiner restlichen Zeit, das ich mir frei einteile und mir vielleicht ermöglicht, noch mal in einen anderen stressfreieren Beruf zu wechseln. Durch die MS gehe ich bewusster mit mir selber um und denke viel mehr darüber nach, was mir wirklich wichtig ist. Aber ich kenne natürlich auch die vielen trüben Stunden, in denen man sich grämt... Wenn andere in meinem Alter wieder Party machen und ich zu Hause abhänge, weil ich meinen regelmäßigen Schlaf brauche. Dafür bin ich dann aber am nächsten Tag früh fit und kann in der Wintersonne spazierengehen. Wie auch immer! Du schaffst das schon. Alles Liebe und toitoitoi, Vero


22.01.2012, 22:06, Laura

Erstmal viel Dank für die Antworten. In Gefahr das meine Stimmung so richtig in den Keller geht seh ich nicht. Ich hab die Krankheit immerhin schon realisiert zum akzeptieren kommts auch noch. :) Ich geh jeden morgen spatzieren im Moment (haben auch einen Hund) nur hab ich dann keine Standaicherheit mehr. Unser Hun zieht gern und somit bin ich gestern auch schon am Boden gelegen. Ja heulen und reden sind wirklich kleine wundermittel... :) Morgen bin ich wieder beim Neurologen da werd ich einfach sagen das er mich mit der Reha etwas überrollt hat. Danke nochmal - Laura


22.01.2012, 15:37, lupocane

Wer vor kurzer Zeit einen Schub hatte oder gar noch dessen Nachwirkungen (??) spührt, ist natürlich wenig belastbar, häufig müde und stimmungsmäßig nicht gerade auf Wolke 7. Fatigue (also besonders starke Erschöpfungszustände) spielt bei MS auch oft mit. Da hilft vor allem Schonung, bis die Kraft wieder da ist. Eine Reha könnte den nötigen Schonraum geben. Dort wirst du nicht ständig mit den Ansprüchen der Familie oder des Arbeitgebers belastet, die von dir zu schnell erwarten, dass du wieder funktionierst. Wenn du im Mai Prüfung hast, wäre ein baldiger Termin vielleicht ganz sinnvoll. Dann könntest du rechtzeitig wieder fit werden.

Wenn du erst im letzten Dezember die Diagnose bekommen hast, ist es doch ganz normal, dass deine Stimmung ziemlich mies ist. Medikamentös kann man das sicher aufhellen, aber der Umstand, dass die Situation erst mal ganz schön scheiße ist, ändern die Medikamente auch nicht. Sie können sicher eine Überbrückung sein, falls du in Gefahr bist, ganz tief zu fallen. Fühlst du dich so? - Nach meiner Diagnose vor über 10 Jahren habe ich Untersützung bei einer Psychologin gesucht. Dies hat mir geholfen, mich mit meiner neuen Situation auseinanderzusetzen und neue Perspektiven aufzubauen.

Alles Gute!

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