AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

chen-man

dies&das


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14.10.2015, 00:52, Kommentare (7)

AMSEL  vor wenigen Stunden:
http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/Reduziert-Minocyclin-Multiple-Sklerose-Risiko-bei-CIS_6095

(Das Fragezeichen in der Überschrift dürfte eine Konzession an notorische Zweifler sein.)
Die Studie aus Kanada ist MEHR als "dies&das", aber ich werde sicherlich auf die "Weiterungen" zurückkommen.

2 interessante Absätze am Anfang:

"Oft wird ein CIS nicht gleich behandelt, sondern Arzt und Patient warten, bis ein zweiter Schub passiert ist. Sicherheitsbedenken bei den zugelassenen oralen Therapien und auch der hohe Preis der MS-Medikamente können - je nach Deckung durch das Gesundheitssystem - eine Rolle dabei spielen.

Minocyclin ist ein orales Antibiotikum, es ist günstig und fast überall auch als Generikum erhältlich. Präklinische Vorstudien ergaben, dass es bei Multipler Sklerose möglicherweise als zusätzliche oder auch als alleinige Therapie nützen könnte."

?Präklinische Studien? Definition?
Es gab Pilotstudien am MENSCHEN, das würde ich nicht "präklinisch" nennen...
Hier wird also Minocyclin als ALLEINIGE MS-Therapie nicht ausgeschlossen - das ist fast schon "revolutionär".

Noch besser: Auch das SEHR ähnliche Doxycyclin ist bei MS hochwirksam - und dazu besser verträglich als Minocyclin: letzteres macht oft schwindelig, zumal in der Dosierung 2x 100 mg pro Tag.
Für Doxy gilt das nicht - und Doxy hat auch noch ein deutliche besseres Langzeit-Sicherheitsprofil (nach Auswertungen sehr umfangreicher Daten von Akne-Patienten aus Australien vor Jahren).

Doxycyclin kennt und verschreibt eigentlich jeder Hausarzt: Den AMSEL- und den folgenden Artikel ausdrucken und mitnehmen...

ÄrzteZeitung bereits vor 5 Tagen - und ohne Fragezeichen:
"Kongress in Barcelona: Aknemittel bremst MS aus
[09.10.2015] Das Antibiotikum Minocyclin verzögert bei Patienten mit einem ersten Krankheitsschub den Übergang in eine Multiple Sklerose. Das zeigt eine aktuelle Studie, die jetzt beim MS-Kongress in Barcelona vorgestellt wurde. "
http://www.aerztezeitung.de/...6155&pid=887306

So, jetzt erst einmal "veröffentlichen" = einstellen, bevor ich die Krise kriege...

Leute, das ist ein Freudentag, vielleicht der Anfang einer "neuen Zeit" in der MS-Therapie - wir werden sehen...
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Ich habe schon viel (vor allem) zu Doxycyclin geschrieben, zu möglichen / wahrscheinlichen Wirkmechanismen.

Ich selbst nehme es seit fast 2 Jahrzehnten (bei einem Anfangszustand, den man heute evtl. als CIS bezeichnen würde):
Weil ich eine ununterbrochene Dauereinnahme nicht für nötig, eher für nachteilig halte (vom Doxy-Nachschub und der Abwasserbelastung ganz abgesehen), habe ich nach einer anfänglichen "Standard-Therapie" von 3x 100 mg/d über 17 Tage (50 Stück) eine "Puls-Therapie" entwickelt (ich war rund 4 Jahrzehnte als Mediziner in der Uni-Pharmakologie, also "vom Fach"). Dabei gehe ich davon aus, daß bereits ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Spirochäten / Borrelien IN den MS-Herden im ZNS gefunden wurden, dazu die Übertragung dieser ursächlichen Infektion durch Zecken (1922 veröffentlicht).

1962 faßte Prof. Gabriel Steiner (1883-1965) seine über Jahrzehnte erarbeiteten Forschungsergebnisse in einem dünnen Buch zusammen, das auf den Seiten des SPRINGER-Wissenschaftsverlags in erheblichen Teilen eingesehen (und auch erworben) werden kann:
http://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-642-87571-7

Doxycyclin ist Mittel der 1.Wahl bei Borreliose, auch Neuroborreliose (etwa in Schweden). Minocyclin spielt nur bei "Außenseitern" eine Rolle - die Studienlage spricht völlig eindeutig für Doxycyclin, das bereits seit ca. 1/2 Jahrhundert in jeder Apotheke verfügbar ist und zig-millionenfach rund um die Welt eingesetzt wurde und wird. Ein nennenswertes Resistenzproblem gibt es meines Wissens nicht (kein Zusammenhang mit MRSA...), und Spirochäten sind so empfindlich wie je.

Die "Puls-Therapie" geht auf einen Vorschlag der früheren LMU-Professorin Vera Preac-Mursic zurück:
Borrelien wachsen sehr langsam. Es gibt keine ausreiichende Antikörperbildung, so daß bei bestehender Infektion jederzeit eine weitere erfolgen kann. Frau Preac-Mursic schlug vor, die jeweils empfindlichen Borrelien kurz "anzuschlagen" und so das Immunsystem beim Aufräumen des "Schlachtfeldes" zu "trainieren".

Ich setze das so um, daß ich einen ziemlich hochdosierten "Puls" von nur 2 Tagen mache (300-100-100-100-100-100 mg im Abstand von jeweils ca. 8 Stunden), und dann eine LANGE Pause von 3-4 Wochen. So nehme ich pro Jahr nur grob 100 x 100mg für derzeit ca. 35 Euro ein (Generikum) - nur etwa 15% der Menge wie bei der Studie in Kanada.
Sofern man sich während der Einnahme nicht starker Sonnen- / UV-Strahlung aussetzt, gibt es eigentlich keine unerwünschten Wirkungen - Einnahme zu den Mahlzeiten wirken möglichen leichten Magenirritationen entgegen. (Nicht für jüngere Kinder geeignet; Einnahme mit genügend Flüssigkeit bei aufrechtem Oberkörper, siehe auch Beipackzettel.)

Doxycyclin ist untoxisch, es sind 7-800  mg/d über längere Zeit verwendet worden, Vergiftung ist praktisch unmöglich - geschädigt werden recht selektiv empfindliche Erreger wie die Borrelien, nicht der "Wirt" / Mensch.
Höhere Dosierung ist nach der Studienlage sowohl bei Neuroborreliose als auch bei MS NICHT nötig und sinnvoll.

Leichtere Personen als ich (ca. 90 kg) können den "Puls" auch mit 200-100-100-100 im Abstand von ca. 12 Stunden machen, das Puls-Intervall mag jeder selbst finden; eine Bekannte hat über inzwischen 2 Jahre ein Intervall von ca. 2 Wochen mit der niedrigeren Dosierung (500 mg pro "Puls") gewählt, so daß sie pro Jahr in etwa soviel einnimmt  wie ich. Eine "Pilzproblematik" wie (selten) bei Dauereinnahme ist bei den "Pulsen" ausgeschlossen - und die Umwelt dankt es durch drastisch verminderte Belastung des Abwassers im Vergleich zur Dauereinnahme (wie bei der Studie in Kanada oder bei Akne, über Monate.)

Durch mein frühzeitiges Eingreifen in den Krankheitsprozess ist es bei mir nie zu einer typischen RR-MS gekommen. Ich habe selten minimale Symptome (etwa Muskelzuckungen, Flimmerskotom...) - vor allem aber sind meine kognitiven Probleme - Konzentration, Gedächtnis - vom Anfang in den 90er Jahren verschwunden, ich bin gewissermaßen "jünger" als älter geworden...

Das möchte ich allen wünschen - und "eine Welt ohne MS".


Kommentare (7)


05.11.2015, 07:26, chen-man

Ja, nach meinem Kenntnisstand unbedingt: Es wird immer klarer, daß "redoxaktives" Eisen im ZNS DER oder zumindest EIN zentraler Faktor für die Neurodegeneration ist. Das hat schon der einstige Harvard-Prof. Randall B. Lauffer in 3 Büchern 1991-93 so gesehen, und seither ist mit Hochfeld-MRT an Lebenden das Eisen im ZNS "meßbar" geworden: Spielt schon beim CIS = Frühform der MS eine Rolle (aus dem Gedächnis: Neuroradiologe Rohit Bakshi...), inzwischen viele Arbeiten, auch Übersichten, aber alles auf Englisch (noch ein Name: LeVine). DMSG macht bisher die Augen fest zu... - Ich habe dazu hier im Blog einiges geschrieben, aber wo? Suchen auch in UFo = Ursachenforschung...(wohl über "Meine Blogs" oben in der Leiste zu erreichen.


04.11.2015, 12:20, Moritz

Hallo chen-man! Mich interessiert das Thema Eisenspeicherung im Körper. Wegen meiner durch die MS verursachten kognitiven Probleme achte ich auf einen hohen Eisenkonsum. Mich haben die Erkenntnisse der neueren Demenzforschung dazu gebracht, die Patienten nun viel Rübensirup verordnet (esse ich nun am Morgen und Abend). Ist von einem hohem Eisenkonsum bei MS abzuraten? Gruß Moritz


04.11.2015, 11:33, Moritz

Hallo chen-man! Mich interessiert das Thema Eisenspeicherung im Körper. Wegen meiner durch die MS verursachten kognitiven Probleme achte ich auf einen hohen Eisenkonsum. Mich haben die Erkenntnisse der neueren Demenzforschung dazu gebracht, die Patienten nun viel Rübensirup verordnet (esse ich nun am Morgen und Abend). Ist von einem hohem Eisenkonsum bei MS abzuraten? Gruß Moritz

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