AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Lebensstil - einst und jetzt

01.07.2015, 00:40, Kommentare (4)

Ich bin in den 50ern in einer 3-Generationen-Familie aufgewachsen, in der ein großer Gemüse-, Beeren- und auch Blumengarten einfach dazugehörte, anfangs von meinem Opa gemanagt, einem ehemaligen Lehrer aus Pommernland, später in Kassel "ausgebombt", wie man damals sagte.

Wenn im Herbst einige Weißkohlköpfe geerntet waren, wurde der Krauthobel und -Stampfer hervorgeholt und ein großer Steinguttopf in der Speisekammer gefüllt, dann oben mit einem Tuch abgedeckt: Das gab irgendwann Sauerkraut, ganz von alleine (wenn ich das richtig in Erinnerung und nichts Wichtiges vergessen habe).

Jahrzehnte später sah ich billige Kohlköpfe im Angebot, konnte mich nicht bremsen - und dann kam eine gottesfürchtige und menschenfreundliche Bauersfrau zu Hilfe, Mutter einer Kollegin, die mich mit einigen handlichen Behältnissen mit Weiß- und Rotkohl-Gemüse beglückte. Im sonst meist leeren Gefrierfach des Kühlschranks im Sozialraum des Instituts eingefroren gab das beispielsweise über Weihnachten eine angenehme Bereicherung meines Speiseplans, wenn alle anderen ihren Weihnachtsurlaub in den jeweiligen Familien oder sonstwo verbrachten.

Auch das ist "Geschichte". Irgendwann entdeckte ich im Kühlregal im Supermarkt Kilopackungen von Weißkrautsalat: Kohl gilt als sehr gesund ("sekundäre Pflanzenstoffe"), also her damit. So komme ich nun zu (relativ) frischem ungekochten Kohl, ziemlich sauer, den ich mit Brot esse (wie überhaupt meine Ernährung recht einfach und vor allem zeitsparend ist). Und das zu jeder Jahreszeit - Herz was willst du mehr.
Höre ich jemand über "Industriefraß" oder dergleichen lästern? Ja, die Wegwerf-Behältnisse sind nicht ok, aber zum Krauthobel, Steinguttopf oder alternativ zum Kochtopf, Gefrierfach führt für mich absehbar kein Weg zurück.
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Nun noch einige Überlegungen zu Konservierungsmethoden, gewissermaßen als Bildungsangebot.
Beim Sauerkraut ist es die von Bakterien gebildete Milchsäure. (Die spielt auch auf unserer Haut - "Säureschutzmantel" - und in der Scheide eine wichtige Rolle: hält nämlich andere Mikroorganismen in Schach.)
Sauerkraut aus der Dose schmeckt mir nicht - mir ist der sauere Kohlsalat viel lieber. (Da ist sicherlich auch etwas Zucker zugesetzt, was mich aber nicht stört.)

Ein ähnliches Konservierungsprinzip durch einen saueren pH-Wert ist Essig(säure): von Bakterien aus Alkohol umgewandelt und beispielsweise zum Haltbarmachen von Gurken verwendet.

Und dann natürlich Alkohol, produziert von Hefe(pilzen). In Zeiten, als Wasser oft mit gefährlichen Krankheitserregern belastet war, war Bier ein relativ sicheres Getränk (wenn man nicht gerade eine Anlage zur Alkoholsucht hat). Nach dem deutschen Reinheitsgebot darf da nichts anderes als Alkohol und - je nach Biersorte - noch Hefe drin sein (abgesehen vom Malz am Anfang und vom Hopfen).

Es geht aber auch anders. In Afrika (ebenso aus Jordanien berichtet...) kam man früh auf eine Art des Hirsebiers, in dem sich neben Alkohol auch Tetrazyklin in nennenswerten Mengen befindet, gebildet von Streptomyces-Bakterien, die im Boden zu finden sind. Der Herstellungsprozess ist wohl recht kompliziert, mit altem und frischem Brot...
Als Mediziner mache ich mir Gedanken über das in diesem Hirsebier enthaltene Tetrazyklin: ob das Essigsäurebakterien hemmt und so das Sauerwerden verhindert? Ich weiß es (noch) nicht.

Möglicherweise schützt Tetrazyklin vor Malaria, ein RIESEN-Problem u.a. in Afrika, Millionen Tote in den Tropen rund um die Welt.
Vor einigen Jahren erst scheint man gemerkt zu haben, daß sich die Malaria-Erreger (Plasmodien: kernhaltige Einzeller / Protozoen, die sich u.a. in den roten Blutkörperchen mit dem zu ihrer Vermehrung benötigten Eisen versorgen) mit einigen seit langem bekannten Antibiotika wie Doxycyclin sehr gut bekämpfen lassen. Doxycyclin ist heute ein gebräuchliches "Malaria-Mittel", ein Segen angesichts der zunehmenden Resistenzen der Plasmodien.

Die Sache mit dem Tetrazyklin im Hirsebier scheint durch Zufall ans Licht gekommen zu sein, nämlich ans UV-Licht. US-Anthropologen untersuchten ca. 1500 Jahre alte Knochen von einem Friedhof in Nubien, südlich von Ägypten. Eine Mitarbeiteren schaltete zufällig das UV-Licht am Mikroskop ein - und bemerkte grünes Leuchten, Fluoreszens im Knochen.
Großes Erstaunen, dann Klärungsbemühungen, wie sich das in der Wissenschaft gehört. Es liegt in den Knochen das vor, was man bei Kindern durch eine sogenannte Kontraindikation von Tetrazyklin(en) vermeiden will, nämlich eine Einlagerung in wachsendes Knochengewebe, was bei Zähnen zu einer gelblichen Verfärbung führt.

Dieses eingelagerte Tetrazyklin ist sehr stabil, auch nach Jahrtausenden (in Nubien oder Jordanien) immer noch in den Knochen gebunden.
In den Labors eines Tetrazyklin-Herstellers wurden solche Knochen extrahiert und nachgewiesen, daß es sich wirklich um Tetrazyklin handelt.

Wer hätte das gedacht: sogenannte Antibiotika bereits vor Jahrtausenden nutzbar gemacht (natürlich ohne damals die genauen Zusammenhänge zu verstehen)?
Im alten China soll pulverisiertes verschimmeltes Holz zur Behandlung von Hautinfektionen verwendet worden sein: also ein Naturheilmittel. (Ich ziehe solchem Schimmel-Dreck definierte Reinsubstanzen vor.)
Sollten die alten Nubier / Nuba - und keineswegs nur sie - eine Methode des "unsauberen" Bierbrauens gehabt haben, bei der ein wirksames Antiinfektivum (heute: "Breitspektrum-Antibiotikum") entstand?

Haben die Nuba (in die die Fotografin Leni Riefenstahl sich im Alter "verliebte": herrliche Bilder von glücklichen "Naturmenschen"...) sich bereits "in grauer Vorzeit" mit ihrem Bier vor allerlei Infektionen, gar Malaria geschützt? (Das scheint bisher nicht weiter untersucht worden zu sein, allerdings habe ich zuletzt vor einigen Jahren recherchiert.)

Was ist los mit heutigen Industriezeitalter-Menschen, die sich - das Denken durch Propaganda vergiftet - über Antibiotika erregen (abartige Bezeichnung: das sind gewissermaßen "Pro-BIOtika", die uns Menschen vor Feinden, Krankheitserregern schützen, auf Englisch neutral auch "antimicrobials" genannt)? Aufgehetzte, die nicht unterscheiden / differenzieren in dem ungeheuer komplexen Gewebe von Erregern, Symbionten und Mitteln und Wegen, für uns gefährliche Mikroorganismen zu treffen, ohne die guten, nützlichen zu vernichten. Das ist eine "Kunst", die die wenigsten Ärzte durchschauen, noch weniger Journalisten oder "Otto Normalverbraucher"...

Merkwürdig: ich fühle mich (bei meinem derzeitigem Wissenstand) dem Lebensstil der alten Nubier verbundener als dem, was "Professoren" oder "Autoren" wie ein gewisser SvenB uns heute wortreich als "Lifestyle-Medizin" verkaufen wollen.
Für mich ist Tetrazyklin ursprünglich ein natürlich entstandenes ?Konservierungsmittel im Hirsebier bestimmter Brauart, welches vermutlich Vorteile für die Konsumenten dieses Bieres hatte (ähnlich wie die Inhaltsstoffe von Zwiebeln, Knoblauch, die auch antimikrobiell wirken sollen, ähnlich auch wie Milchsäure und lebende Milchsäurebakterien, heute verkaufsfördernd als "Probiotika" bezeichnet).

Und wenn dann das "Probiotikum" Tetrazyklin, isoliert und gereinigt, durch geringe chemische Veränderung etwa zum Doxycyclin optimiert wird, wird es um so wertvoller: in sehr viel geringerer Dosierung antimikrobiell hochwirksam, und zwar auch im ZNS (wo Tetrazyklin nicht hingelangt) gegen empfindliche Erreger, beispielweise gegen durch Zecken übertragene Borrelien, die sich - unbehandelt - über Jahrzehnte im Nervensystem einnisten und dort fürchterlichen Schaden anrichten können und anrichten.
Näheres wird in kommenden Jahren und Jahrzehnten hoffentlich bis in die Zeitungen und sonstigen Medien, in Schulbücher und den Unterricht - und letztlich in die Köpfe - vordringen.
Alkohol im Hirn macht (in größeren Mengen) dumm. Doxycyclin kann nicht ganz selten das Gegenteil bewirken, indem es das "Oberstübchen" von ungebetenen Gästen befreit, die das Denkvermögen und Gedächtnis beeinträchtigen.

Für eine Welt ohne MS!

Kommentare (4)


01.07.2015, 22:15, chen-man

Nein, dazu braucht es schon die Streptomyces-Bodenbakterien. Ob wir die in uns ansiedeln könnten? Eher nicht. Damit es gleich das geniale Doxy gibt, müßten die wohl gentechnisch noch etwas modifiziert werden (davon verstehe ich allerdings nichts). Und mit denen in der ?Maische dann eben (Hirse-)Bier brauen... Aber wer weiß, was da sonst noch entsteht? Gesund? (Wie alt wurden / ?werden die Nuba, die dieses Bier tranken / ?trinken?) Fragen über Fragen. Ich jedenfalls beabsichtige, mit Doxy aus / in Kapseln oder Tabletten gesund mindestens 90 zu werden, eher älter, mit klarem Kopf. --- Meine Durchschnittskosten der letzten ca. 15 Jahre dafür lagen bei etwa 11 Cent/Tag. Davon kauft sich die Apothekerin einen Porsche, ein rotes Kabrio-Modell für die Vitrine, als Erinnerung an irre Jugendträume...


01.07.2015, 19:04, edss

Sei gewarnt chen-man, das verbissene Festhalten an einer Botschaft, selbst wenn sie richtig und froh ist, ist für den Boten nicht sehr entspannend. (Wir gedenken des ersten Marathon-Läufers.) Es bedeutet Stress und der wiederum ist ungesund.
Aber danke für deinen Aufsatz. Frau Dr. Wahls, die Göttin aus Amerika, empfiehlt michsauer eingelegte und schwefelhaltige Lebensmittel. Könnte es denn sein, dass die Chemiefabrik Körper deine Antibiotika selber herstellt? Dann würde sich der Einkauf von Mittelchen gegen Akne im Internet erübrigen. Fragen über Fragen!


01.07.2015, 16:20, chen-man

Sei gewarnt, edss: ich schrecke vor nichts zurück, um meine überhörte "Botschaft" zu verbreiten. Aber alles, was ich "an den Haaren herbeigezogen" verbreite, ist nicht meiner Phantasie entsprungen, sondern aus (halbwegs) wissenschaftlicher Literatur entnommen, natürlich nicht wörtlich. -- Ich wollte seit jungen Jahren mal nach Afrika, hat nicht geklappt. So hole ich es durch Lektüre nach, ist billiger und weniger riskant.

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