AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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MS und der schwierige Weg die richtige Arbeit zu finden

10.01.2017, 21:52, Kommentare (4)

Ich bin der Oliver bin 43j bin verh.und habe zwei Kinder.

Bei mir wurde vor ca 2 Jahren die Diagnose MS gestellt.

Vor knapp drei Jahren musste ich meinen Beruf aufgeben da ich damals einen Burnout hatte und längere Zeit ausgefallen bin und mir danach auch nicht mehr vorstellen konnte in diesen stressigen Job zurück zu kehren.   

 Wahrscheinlich war das gar kein Burnout sondern eine Überlastung aufgrund der MS, die ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht diagnostiziert war. 

Ich war nun über zwei Jahre lang im Außendienst beschäftigt und hatte in dieser Zeit Drei Schübe die zu längeren Krankheitszeiten geführt haben. 

Meine Diagnose hatte ich sofort nach dem ich diese bekommen habe meinem Arbeitgeber mitgeteilt, doch seit mein Chef das wusste und ich dann längere Zeiten ausfiel würde ich nur noch unterdrückt und man hat den kleinsten Fehler meinerseits dazu benutzt mir Abmahnungen zu geben. Letztendlich wurde ich gekündigt mit fadenscheinigen Begründungen. Da es keine drifdigen Grund gab konnte ich wenigstens eine hohe Abfindung erringen. 

Das Thema Kündigungsschutz und eine Gleichstellung bekommen wenn man vor der Kündigung steht, von wegen. Ich habe kurz nach dem ich meine erste Abmahnung erhielt eine Gleichstellung beantragt, die abgelehnt wurde da ich ja nicht behindert sei und auf die bevorstehende Kündigung wurde gar nicht eingegangen. 

Nun habe ich seit 1 Dez 16 wieder eine Stelle gefunden, ohne beim Bewerbungsgespräch zu erwähnen das ich MS habe. Da ich jetzt bemerkt habe das ich nicht mehr so stressresistent bin mein kurzzeitgedächtnis extrem eingeschränkt ist und mein Gehirn allgemein nicht mehr so leistungsfähig ist wie es schon mal war, habe ich jetzt meinem Chef meine Krankheit mitgeteilt. Geändert hat sich nichts, er meinte nur er will sich das noch eine gewisse Zeit anschauen und dann abwägen wie er mit mir weiter verfährt. Eine leichtere Tätigkeit oder ähnliches kann er mir bei sich leider nicht anbieten. Dazu kommt noch das eine Gleichstellung hier nichts bringen würde da ich eine zwei jährige Probezeit unterschreiben musste.

Ich bin eigentlich total verzweifelt und weis nicht was ich nun aus meiner beruflichen Situation machen soll. Dort wo ich momentan bin wird es auf längere Zeit nichts werden, ich habe zwei Kinder und muss meine Familie ernähren, ich kann keinen Job annehmen bei dem ich nur wenig verdiene, andererseits bin ich nicht mehr so leistungsfähig und laut meinem Arzt sollte ich schnellstmöglich eine Reha machen die ich mir gar nicht leisten kann da Geld Fliesen muss ........
Ich will nicht jammern aber momentan bin ich echt verzweifelt und versuche deshalb jeden Weg um einen Ausweg zu finden. 
Hat jemand vielleicht ähnliche oder gleiche Erfahrungen gemacht ? 
Und hat eventuell jemand einen Rat und oder eine Lösung für mein Problem ? 


Danke jetzt schon für eure Antworten 

Liebe Grüße 
Oliver 


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Kommentare (4)


21.07.2017, 10:33, Marie

Lieber Oliver, eigentlich bin ich per Zufall auf deinem Blog gelandet. Eigentlich habe ich nach Beiträgen und Blogs gesucht die sich mit dem Thema Gleichstellung der Vielfältigkeit im Beruf beschäftigen - ja irgendwie trifft das Thema auch bei dir zu. Das du diese Diagnose erhalten hast und deine alte Firma dich so behandelt hat tut mir aufrichtig leid für dich. Ich finde gerade Menschen mit einer ernt zu nehmenden chronischen Krankheit sollten in Firmen ihren Platz erhalten und gefördert werden. Das ist doch was Deutschland angeblich aus macht. Aber vorhin erst habe ich einen Beitrag über Non Diversity in deutschen Unternehmen gelesen. Da kommt man sich doch vor wie im Mittelalter, als Behinderungen und Krankheiten noch als Hexenwerk verteufelt wurden. Meine Mama hat zwar kein MS, aber sie leidet unter ihrem Haschimoto. Der ähnliche Nebenwirkungen zeigt wie MS. Ihre Belastbarkeit ist total eingeschränkt und Ihre Stress Resistenz ist gleich 0. Aber wenn ich sehe mit wie viel Power sie damit umgeht und auch direkt Ihren Chef hat wissen lassen was los ist - sie hat direkt beantragt nur noch Teilzeit zu arbeiten - bin ich erstaunt. Das du deine Familie ernähren willst und dir sorgen um deren Wohl machst - irgendwer muss das Geld schließlich Heim bringen - kann ich sehr gut verstehen. Ich habe eine Sucht Vergangenheit und durch meine Therapie mit drauf folgendem betreuten Wohnen eine ziemliche Lücke im Lebenslauf. Bei vergangenen Bewerbungsgesprächen habe ich gelernt das es sinnvoll ist direkt die Wahrheit zu sagen, vielleicht kann dir das helfen. Ich weiß ja nicht aus welche Branche du kommst, aber ich suche derzeit über <a href="https://www.t5-karriereportal.de">diese</a>(enthält Link) Seite hier. Dort gibt es auch kleinere Jobangebote und ich habe das Bedürfnis dir ein bisschen positive Energie mit auf den Weg zu geben. Ja MS ist scheiße und nicht jeder Arbeitgeber kommt damit klar, aber ich denke wenn du vielleicht offen in ein Bewerbungsgespräch rein gehst und offen sagst was Sache ist kannst du schon vorher die Reaktionen abschätzen und somit direkt die unpassenden Firmen aussortieren. Ich wünsche dir jedenfalls alles gute auf deinem Weg durchs Leben und das du hoffentlich sehr bald einen Arbeitgeber findest der dich akzeptieren kann wie du bist und dir die Möglichkeit gibt deine Familie zu ernähren. Vielleicht ist dann ja auch sehr bald eine Reha für dich drin. Kopf hoch Deine Marie


17.01.2017, 22:01, fantastic

Hallo, ich habe zwar kein MS aber mein Mann. Er war 38 Jahre jung als die MS diagnostiziert wurde und konnte ab da seinen Beruf nicht mehr ausüben. Aus unserer Erfahrung würde ich Dir empfehlen, dass Du unbedingt einen Rehaantrag machst, mit Deinem Chef sprichst dass es nötig ist eine Reha zu machen und in der Reha offen über Deine Sorgen und Einschränkungen redest. Denn wie arbeitsfähig Du im Entlassbericht eingestuft bist, da hängt es davon ab wieviel Stunden Du täglich arbeiten darfst. Du bist 43 Jahre und hast die ganzen Jahre gearbeitet und gut verdient so wie ich es verstanden habe. Es ist evtl. in Erwägung zu ziehen, dass Du Erwerbsminderungsrente in Teilzeit oder Vollzeit beantragst. Da hilft der Sozialdienst bei der Rehaeinrichtung. Auf alle Fälle würde ich auf der Reha auch den Grad der Behinderung (GdS = Grad der Schädigung) beantragen. Das ist wichtig für Kündigungsschutz, Steuerermäßigung beim Finanzamt und sonst andere Vergünstigungen. Außerdem kriegst Du mit einem GdS besser die Rente durch. Du hast sicherlich auch psychische Probleme durch die Arbeit/MS. Sage das in der Reha offen. Nur so kann Dir geholfen werden. Ich kann übrigens die Kiliani-Klinik in Bad Windsheim empfehlen. Die tut meinem Mann gut. Er geht dort gerne hin. Also, beantrage bitte schnell die Reha, es bringt echt Erfolge. Bei meinem Mann hat die 1. Reha sehr viel gebracht. Vor allem werden da Deine Gesundheit und Sorgen überprüft und Du weißt hinterher wie es mit Dir weitergehen soll. Du kannst Dir beim beantragen der Reha auch die Amsel zur Hilfe nehmen und nach der Reha auch. Was uns auch hilft ist die Mitgliedschaft beim VdK. Da ist auch gleich Rechtsbeistand dabei. Bei meinem Mann lief das so, dass er wegen der MS nicht mehr arbeiten konnte, die Reha machte und in der Reha eine Arbeitsfähigkeit von weniger als 3 Stunden festgestellt wurde. Er hat die 18 Monate Krankenphase gemacht und dann Rente wegen voller Erwerbsminderung beantragt. Diese hat er zuerst für ein Jahr befristet erhalten. Dann haben wir vor Ablauf dieser eine Verlängerung beantragt. Mittlerweile hat mein Mann die Rente unbefristet erhalten. Für Dich wäre das evtl. auch eine Option. So könntest Du für Deine Familie da sein, Dich um Deine Gesundheit kümmern, hättest ein festes Einkommen und darfst bis 450 Euro monatlich, d. h. 4.500 Euro jährlich hinzuverdienen. Ich selber wurde auch krank, habe innerhalb 3 Jahre zwei Rehas gemacht. Nach der letzten Reha sollte mein Arbeitsplatz umorganisiert und mit Hilfsmitteln ausgestattet und eine lange Eingliederung gemacht werden. Eine Umorganisation und Hilfsmittel habe ich vorerst nicht erhalten, da mein Chef sehr unkooperativ war. Da halfen mir meine 30 % GdB auch nichts. Da mein Chef meinte wenn ich nach der Eingliederung noch mal krank werde, dass er dann eine Lösung findet (dass ich gehen muss) beantragte ich eine Gleichstellung. Diese habe ich durch bekommen. Nach der Eingliederung wurde ich wegen der fehlenden Hilfsmittel wieder krank. Da kam pünktlich zu Weihnachten die Kündigung. Ich war Alleinverdienerin, da mein Mann in Rente durch MS war. Vor dem Arbeitsgericht konnte ich die Kündigung aufheben lassen. Seitdem wurde ich nur so schikaniert. Ich habe versucht eine andere Stelle zu finden, leider ohne Erfolg. Das ging 1 Jahr so. Mittlerweile habe ich gekämpft und meine Hilfsmittel von der Rentenversicherung erhalten. Leider zu spät. Mein Arzt riet mir den Job aufzugeben meiner Gesundheit wegen. Für mich fiel eine Welt zusammen. Ich habe mich aufgerafft und durchgekämpft. In den 18 Monaten Krankheitsphase habe ich auf Raten meines Arztes Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (50 %) beantragt. So hätte ich mir eine Teilzeitstelle suchen können und ein Vollzeiteinkommen gehabt. Während der Bearbeitungszeit der Rente musste ich die Rente auf Vollzeit Erwerbsminderung umwandeln. Es hat sage und schreibe 1 Jahr gedauert, bis ich die Rente durch hatte. Diese habe ich nun befristet erhalten. Da werde ich dann vor Fristablauf eine Verlängerung beantragen. Vielleicht konnte ich Dir Mut machen. Irgendwie geht es immer weiter. Es gibt keinen Job der Welt, der es wert ist, seine eigene Gesundheit zu ruinieren. Es dankt Dir niemand und selbst nach 14 Jahren wurde ich nicht einmal würdig verabschiedet. Denk doch mal über einen Rollentausch daheim nach. Du schaust dass Du Rente kriegst, bleibst daheim bei den Kindern und Deine Frau (die hoffentlich gesund ist) sucht sich einen Job. Viele Grüße :-) Ich hoffe, dass Dir das was hilft. Wage die Reha: Viel Glück!


17.01.2017, 09:32, bege

Hi, Oliver. Ich habe deinen Eintrag gelesen. Du steckst ganz schön in der Klemme. Bin selber auch berufstätig. Bei mir wurde die MS 2013 diagnostiziert und ich war danach erleichtert zu wissen was mit mir los war. Im Job merkte ich schon über Jahre das etwas nicht stimmt . die Merkfähigkeit und die Leistungsfähigkeit körperlich ließen immer mehr nach und ich wußte nicht warum. Mir hat es viel gebracht eine REHA zu machen. Die beste Klinik dafür ist der Quellenhof in Bad Wildbad. Klar erst denkt man , daß brauch ich nicht , wird nicht viel bringen. Der Ausfall kann beruflich und familiär ausser Problemen nichts bringen. Ich war also skeptisch und lies mich trotzdem ein diesen neuen Weg zu gehen. Die Mitarbeiter am Quellenhof nehmen sich Zeit für Deine berufliche Situation. Sie testen Deine Leistungsfähigkeit körperlich und geistig , also die kognitive Belastbarkeit. Über die Sozialarbeiter bekommst du Hilfe und Unterstützung bei behördlichen Anträgen. Die Schwerbehinderung wird festgestellt und beantragt, zur finanziellen Unterstützung, wenn keine volle Erwerbstätigkeit mehr geht, wird die Teilerwerbsminderungsrente angeboten. Da wird einem der Druck des Geld verdienens genommen und du bekommst Hilfe vom Staat. Danach ist eine Argumentation gegenüber dem Arbeitgeber viel einfacher. Bei mir war der Arbeitgeber richtig froh zu wissen wie es weiter geht, was zu beachten ist und welche Rechte gelten. Der Stress ist besser geworden und ich gehe jetzt zwar nur noch in Teilzeit arbeiten , habe aber dadurch auch mehr Kraft mein Leben mit Familie, 2 Kinder, Beruf und als Ehefrau zu meiner Zufriedenheit zu leben. Ich wünsche Dir Kraft für einen neuen Schritt. Wir werden die MS nicht mehr los, aber es gibt gut Wege und Hilfen sie anzunehmen und nicht als Feind zu betrachten. Das Leben ist viel zu schön um es nicht auf neuem Weg zu geniessen. Deine Familie wird es dir danken. Viel Glück !!!

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