AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

felida

Brain Fog


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die zeit zerrinnt zwischen den fingern

19.04.2016, 11:42, Kommentare (3)

ich habe ja nicht wenig zeit. dank der teilrente, kann ich nachmittags meine zeit mit dem verbringen, was mir wichtig ist oder gut tut. nur ... ich kann mich einfach zu nichts aufraffen. wenn ich denke, was ich noch alles tun wollte, lernen, erleben ... ich schaffe nichts. und das liegt nicht nur am geldmangel - so üppig ist die rente ja nicht. das liegt auch an dieser fatigue!

 

ich habe dann das gefühl, die "noch verbleibende" zeit reicht nicht! sie reicht kaum für das, was getan werden muss. also nicht mal für die pflicht. für die kür bleibt einfach nichts mehr über.

und wenn ich mal fünf Minuten hab, oder zehn ... dann döse ich vor mich hin. und ärgere mich anschließen. ich wollte mal soviel machen. so vieles noch lernen .. und ich schaffe es nicht! der gedanke daran zieht einen dann noch mehr runter.

und manchmal denke ich: leute, habt ihr Probleme! schaut euch mal um in der welt und lernt, ein klein bißchen dankbar zu sein. ... aber auch da kann ich nichts tun. geschweige denn helfen. es ist alles irgendwie sinnlos. manchmal kommen auch so Gedanken, was ist, wenn ich dann nicht mehr bin. juckt das jemanden? denkt noch einer daran, dass ich mal da war, mal gelebt hab? glaub kaum. aber so geht es den allermeisten. wenn man nicht gerade am grab eines früheren bekannten vorbeikommt, gilt auch hier: aus den augen - aus dem sinn!

so hatte ich mir mein leben nicht vorgestellt! ganz ehrlich: vielen geht es viel schlimmen, viele haben existentielle Probleme. aber irgendwie ...

 


Kommentare (3)


11.05.2016, 15:14, stephan

hmm, echt krass deine aussagen. ich als frischling, diagnose dez. '13, bin voll ausgebremst worden. dieser leistungsverlust, kraftverlust und gewisse probleme beim konzentrieren und strukturiert planen. ich dachte schon. und jetzt?? 20 jahre berufstätik, verheiratet und 2011 grad gebaut, gute kombi!! aber, für mich gab es die frage: aufgeben?, nicht. ich sagte mir: ich sage wo es lang geht und nicht die MS, basta!! mittlerweile hat es sich etwas relativiert, aber ich mache mit meiner frau alles mit meiner geschwindigkeit. derr marion gebe ich recht: das schöne, keine ironie, schläfchen am mittag, bewirkt sehr oft wahre wunder und bringt mich gut durch den tag. manchmal freu ich mich echt drauf, es hilft auch im kopf. es lässt mich vieles entspannter erledigen. so, viel geschrieben! hätte mehr zu sagen, bring ich hier aber nicht unter!


20.04.2016, 10:20, Daniela Adomeit

Ja genau, die Erwartungen an sich selbst herunterschrauben. Das nimmt den Druck mit der Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen aber mit der Zeit lernt man das ganz gut. Und eine feste Tagesstruktur ist wichtig bei Fatique. Am besten am Anfang erst mal schriftlich alles festhalten. Und nachdem wir dann gestorben sind, haben wir genug Ruhe. Lehnen uns auf unsere Wolke zurück und genießen die Show... ;)


20.04.2016, 09:34, Marion

Das Gefühl mit der Zeit kenne ich. Mir hat geholfen, die Erwartungen an mich selbst herunterzuschrauben und feste Zeiten für Nickerchen einzuplanen. Und dann eines nach dem anderen angehen. Gedanken über die Zeit nach meinem Ableben, was sozusagen von mir bleibt, unterlasse ich ganz. Kopf hoch! Wie gehen denn andere Blogger und Leser damit um?


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