Ich (35, wbl.) bin seit 8 Jahren an MS erkrankt (leichte Gehbehinderung, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen) . Da ich häufig die Erfahrung gemacht habe, dass über MS falsche Kenntnisse kursieren, vermeide ich es, in Fitnessstudios usw. auch nur irgendeinem über die Krankheit zu berichten. Das mit den Fitnessstudios habe ich zwischenzeitlich abgebrochen, da ich dort die Erfahrung gemacht habe, das ich nie einen Partner bei Paarübungen gefunden habe, oder die Trainer mir geraten haben, doch lieber den Rückentrainings-oder Yogakurs zu besuchen. Ich bin echt frustriert, denn ich möchte auch Sport machen, bei dem ich mich auspowern kann. Wie haltet Ihr es? Gebt Ihr vorher den Trainern Bescheid. Ich habe dann Angst, dass man dann den “Behindertenbonus” bekommt und nicht mehr richtig motiviert wird bzw., wenn man die Übungen falsch ausführt vielleicht nicht korrigiert wird? Ich freue mich auf Eure Erfahrungen?
Ich würde dir raten es deinen trainern zu sagen und sie auch darauf hinweisen das du richtig gefordert werden willst. Schlieslich tut es dir ja letzendlich gut wenn du dich richtig auspauerst. Das solltest du deinen trainern erklären, und sie aufklären falls sie das nicht wissen. Somit können die trainer auch besser auf dich eingehen. Und wenn sie das nicht verstehen dann such dir nen anderes Fitnessstudio. Aber wenn die trainer nicht bescheidwissen, wissen sie auch nicht wie sie bei dir handeln sollen und geben dir dann so ratschläge wie du sie geschildert hast.
Vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde es woanders noch mal neu versuchen.
Hallo, ich bin auch in einem Fitnesscenter und die MA denen ichs gesagt habe was los ist wissen es aber kein anderer. ich nutze keine präventionskurse sondern gehe nur meinen zirkel der vorher mit einem Physiotherapeuten besprochen wurde und ich eingewiesen bin.rede auch nie über meine erkrankung weil ich einfach angst habe das sich leute abwenden von mir 
Hallo Efeu,
vielen Dank für Deine Antwort. Da haben wir wohl ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn du auch nicht über deine Erkankung redest. Kennst du meinen Lieblingssatz von anderen Leuten: Da muß man sich eben mal ein bißchen zusammenreißen. Als wenn wir das nicht schon dauernd tun würden. Ich glaube so langsam, meine Fatigue kommt nur vom ständigen zusammenreißen. Kann ja auch ganz schön anstrengend sein. Viele Grüße von Halma
Hallo Ihr,
ich gehe offen mit meiner Erkrankung um - läßt sich auch nicht verbergen. Die Trainer wissen Bescheid, weil sie dann entsprechend mein Trainingsprogramm anpassen oder einfach auch mal sagen sorry aber das ist nixfür Dich. Da die meisten Physios sind kennen sie auch Übungen für MSler kennen.
Was die anderen Trainierenden betrifft, so stehe ich nicht mit ihnen in Konkurrenz. wenn ich meinen km oder mehr auf dem Laufband geschafft habe kann ich für mich zufrieden runter gehen, wenn jemand auf dem Nachbarband irritiert schaut so ist das sein Problem…
Nur weil ich schwerbehindert bin ist mein Wert nicht geringer als der derjenigen, die bis zum Abwinken rennen oä…
Ok ich hatte dieses Auftreten wohl nicht immer aber ich habe es gelernt indem ich an mir gearbeitet habe. Im Übrigen kann ich Euch beruhigen, die Leute reagieren eher mit Respekt. Wir haben etliche mit Rolli (Querschnitt) soll man die dafür blöd anschauen? Ältere Mitglieder?
Es kommt darauf an worüber man sich definiert. Jeder von uns ist eine Persönlichkeit mit MS. Sollten wir nicht lieber die Betonung auf die Persönlichkeit setzen als auf die MS?
Gleichzeitig sollten wir lernen auf unseren Körper zu hören er kann sich verdammt fies rächen wenn man ihn ignoriert. Die MS limitiert unsere Kräfte, was nicht heißt daß wir jede Grenze kampflos anerkennen müssen… Aber wenn dann zusammen mit dem Körper kämpfen nicht entgegen ihm. Auch Nicht-Betroffene haben unterschiedliche Tagesformen…
Bei dieser Erkrankung muß man schlichtweg lernen miten eigenen und den Ansprüchen anderer entspannt umzugehen. Das ist ein Prozess, es gelingt nicht immer aber immer öfter. Nicht die anderen sind wichtig ihr seid wichtig. Änderung der Prioritäten. Simplify your life, bemüht Euch um einen entspannteren Umgang mit Euch selbst und der Erkrankung das ist eine Wertsteigerung für Euch selbst und Euer Umfeld.
Ich war früher selbst Ei Workaholic und Perfektionistin auf allen Gebieten. Wenn ich einen miesen Tag habe lebe ich nach einem Bergsteigerspruch: Was Du morgen kannst besorgen verschiebe nicht auf heute.
Viele Grüße
Idefix