Ich bin durch die Erkrankung dankbarer geworden. Und, auch wenn das jetzt vielleicht kitschig klingt, demütiger.
Dankbarer, weil: Vor der Erkrankung habe ich vieles als selbstverständlich genommen und gar nicht so geschätzt. Sogar im Gegenteil, durch ein perfektionistisches Streben wollte ich immer mehr und mehr. Die Krankheit hat mir gezeigt, wie schnell das alles vorbei sein kann (zum Beispiel durch einen schweren Schub). Nun habe ich gelernt, auch diese Dinge sehr zu schätzen, die früher für mich selbstverständlich waren. Ich freue mich auch über kleinere Dinge, dIe ich früher gar nicht so wahrgenommen habe.
Demütiger, weil: Ich habe gesehen, wie schnell alles vorbei sein kann, wenn einen ein Schicksalsschlag ereilt.
Ansonsten finde ich mich in manchem wieder, was @Daisy und @damncrazydude schrieben:
Habe mehr zu mir selbst gefunden, weiß mehr, was mir wirklich Freude bereitet, mehr bei sich selbst angekommen sein, die Prioritäten haben sich verschoben, Glück bedeutet nicht, VIEL zu erreichen, keinen Krieg (mit dem Körper) führen, die Situation annehmen, wie sie ist.
Vielleicht hätte ich mich auch ohne Erkrankung in diese Richtung entwickelt, wegen zunehmender Lebenserfahrung und zunehmendem Alter. Da mich aber die Erkrankung streckenweise schwer gebeutelt hatte und ich schwere Stöße hinnehmen musste, bin ich sicher, daß die Erkrankung ein wesentlicher Impuls war.



)- mentale/emotionale Belastungen/Herausforderungen sind wohl mein ärgster ME.CFS-Feind.

