Mein letzter Schub war vor acht Jahren. Seitdem gehe ich einmal die Woche zur Krankengymnastik. Damals ging es vor allem darum, durch die Übungen die Rückbildung zu unterstützen. So ganz ist das nicht gelungen, allerdings war nach einigen Wochen eine deutliche Verbesserung im Gangbild erreicht. Wie es sich ohne die Gymnastik entwickelt hätte, weiß ich natürlich nicht.

Seit einigen Jahren bemerke ich eine schleichende Verschlechterung ohne Schub. Kann man dieser Verschlechterung mit der KG entgegenwirken? Ich hoffe es. Sicher scheint mir, dass es nichts bringt, nur einmal in der Woche was zu machen. Ich sehe es eher so, dass ich in der KG ein Programm entwickele, dass ich zuhause regelmäßig durchführe.

Seit über einem Jahr bemerke ich keine Verschlechterungen mehr. Andererseits bekomme ich aber zunehmend orthopädische Probleme, die eine mittelbare Folge der MS-Probleme sind. Bestimmte Muskeln verkrampfen durch Überbeanspruchung, da andere Muskeln wegen der MS-Schäden nicht mehr richtig mitmachen. Gegen die daraus entstehenden Schmerzen helfen mir vor allem Dehnungsübungen.

Nicht zuletzt: Durch die regelmäßige Bewegung bin ich insgesamt so gelenkig, dass ich einen möglichen Sturz vielleicht besser abfedern könnte. Das ist doch auch schon was.

Wunder sollte man jedenfalls nicht erwarten. Aber Linderung schon.

Was erwartet und was erreicht ihr durch Krankengymnastik?

Ich würde erwarten, dass entsprechend trainierte Muskelgruppen durchaus deutliche Vorteile bringen.

Andererseits läßt sich die Nervenleitfähigkeit wohl leider nicht trainieren, also wer viel sieht und schaut, kann dadurch seine Sehfähigkeit und eventuelle Schäden am Sehnerv wohl kaum lindern.

Untrainierte Muskeln sind sicher ein veränderbares Gebiet, Nervenschäden eher nicht.

Trotzdem würde ich sehr gerne viel mehr Bewegung und “Sport” treiben. (Das gerade wieder intensiver aufgenommene Schach zählt da nur bedingt). Alleine, ich schaffe es nicht, woran auch immer es liegt. Bei mir zu Hause steht ein Motomed eher verwaist,…

Teilweise weil ich zu frustriert bin, teilweise zu platt, teilweise zu faul, schlicht zu doof?

Ich würde sagen, vor 13 Jahren oder so war ich noch recht sportlich, inzwischen vermeide ich Bewegung zunehmend, das kann auf Dauer nicht gut sein, und nun mit meiner aktuellen Pflegerenten, Altersplanung…

Ich glaube, ich werde beim nächsten Neurotermin um ein KG Rezept mit Hausbesuch bitten, bzw. jetzt gleich mal rumtelefonieren… oder Montag. (Ist gerade niemand da bei Versuch I) Vielleicht hilft einE AntreiberIn ja.

Vor vielen Jahren war ich einmal bei der Physio, zweimal Reha, (da war Physio sehr wichtig), zudem war ich halt auch mal mit einer Physiotherapeutin/ Osteo verheiratet, aber war da schon eher resistent.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Hi Barocke,

bei mir geht es bei der KG einmal um mein Gleichgewicht und die Spastiken in den Beinen.

Ohne die KG bekomme ich die Spatik in den Beinen ohne Medikamente nicht in den Griff.

Und die Medikamente haben bei mir leider solche Nebenwirkungen, dass mir die Spastik teilweise sogar lieber ist.

Grüße
Lucy

Hallo Stefan,

nicht so viel überlegen, einfach machen. Das verwaiste Motomed wartet auf dich.

“Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht.” Goethe

» Bei mir zu Hause steht ein Motomed eher verwaist,…

Das kann typisch sein. Jedenfalls ist es bei mir ähnlich. Beim Fernsehschauen ‘fahre’ ich fast jeden Tag 10 km. Wobei das ein passives Durchbewegen ist. 1km fahre ich dabei manchmal aktiv - ein Anfang.

Hallo (stefan),

die Hausbesuch-Verordnungen haben den unsagbaren Vorteil, der/die TherapeutIn kommt nach Hause.Ich entziehe mich nur durch nicht Hereinlassen.Das mache ich vielleicht 1x, maximal 2x,
und das war’s(Teilweise weil ich zu frustriert bin, teilweise zu platt, teilweise zu faul, schlicht zu doof).
Ich für mich behaupte, das ein bißchen Bewegung besser ist als Nichts.
Gibt es für das verwaiste Motomed keinen Computeranschluß?
Mit der entsprechenden software könnte z.B.die Tour de France, eine Schwarzwaldtour oder eine Stadtrundfahrt-sogar Venedig geht-getreten werden.
Gut, nach anfänglicher Euphorie kann keine software noch so schön sein,wenn Frust,Plätte,Faulheit=Doofheit wieder siegen.
chessbase ist doch schon mal ein Anfang.

Ich habe heute morgen mit der Physiotherapeutin telefoniert:

Hausbesuche sind nicht so ganz einfach (das ist für Praxen nicht so einfach) und nur eher zwischen 12 und 14 Uhr möglich, und zudem, wenn ich arbeite, dann ist da echt wenig Kraft über.

Ich bräuchte eher zur Motivation jemand, der mal vier Wochen lang täglich kommt, ein Programm mit mir entwickelt, quasi eine eigene Reha, und ich bin dann auf Urlaub oder krank geschrieben.

Ich habe nun erfahren, das ist möglich. Es gibt Rezepte mit Hausbesuch und 4-5 mal die Woche, und wenn ich das rechtzeitig ansage, ist es wohl auch zu planen. Die Praxis ist nicht weit weg von mir, und ich brauche schon eine Hilfe bei mir zuhause, sonst ist quasi ja schon der Weg dorthin und zurück fast zuviel an Training.

Der Motomed steht direkt vor dem Fernseher, an Programm mangelt es da nicht, eher an Motivation.

Für jemand, der kaum Laufen kann, gehe ich immerhin noch täglich auf Arbeit und meist auch wieder nach Hause. Es wird eber zunhmend schwerer trotz Parkplakette und eigenem Parkplatz direkt vor der Tür.

Chessbase und all dieses exakte, quasi wissenschaftliche Spiel, das gefällt mir schon lange nicht mehr, ist mir zu “perfekt”. Deshalb eher 3-5 Minuten Partien mit Leuten von überall auf dieser Welt. SocialChess heißt die App, und in nichtmal 2 Monaten hab ich schon ca 1200 Partien gespielt. Das erstaunt mich selbst, weiß gar nicht, woher die Zeit kam (oder ging ;-))