Tja, ich glaube Ärzten im Allgemeinen nicht mehr so leicht. Meine Erfahrungen haben mich einfach sehr skeptisch gemacht.
Bei mir haben die ersten Untersuchungen und Tests 2009 in einer neurologischen Praxis stattgefunden. Mir wurde ziemlich schnell mitgeteilt, dass ich MS habe und ich sofort die Einwilligung für eine Basistherapie unterschreiben solle. Was MS überhaupt bedeutet, welche Möglichkeiten es gibt oder was die Therapie bewirken soll, wurde mir überhaupt nicht erklärt. Ich habe deshalb abgelehnt.
2013 bekam ich Probleme mit dem Bein. Im Spital erhielt ich direkt eine Kortisontherapie. Auch dort wurde darauf bestanden, dass ich mit einer Basistherapie beginne. Als ich fragte, um wie viel Prozent diese den Krankheitsverlauf überhaupt verzögern könne, wurde mir gesagt: etwa 30 %. Das hat mich nicht überzeugt, deshalb habe ich erneut abgelehnt.
Anschliessend habe ich mir im MS-Zentrum eine zweite Meinung eingeholt. Ich wollte, dass sämtliche Untersuchungen nochmals durchgeführt werden, um ganz sicher zu sein. Der Arzt schaute sich meine Akten nur wenige Minuten an und erklärte mir, die Diagnose sei eindeutig. Er sehe keinen Sinn darin, die Untersuchungen zu wiederholen. Stattdessen sagte er mir, ich müsse sofort mit der Therapie beginnen, sonst würde ich im Rollstuhl landen. Nach fünf Minuten war das Gespräch beendet.
Bis jetzt ging es mir insgesamt gut. Dazwischen hatte ich sogar zwei Schwangerschaften.
Im Februar dieses Jahres bekam ich eine ungewöhnliche Mundtrockenheit. Ich ging wieder zur Neurologin, die meinte, das habe nichts mit der MS zu tun. Das MRT und die Untersuchungen waren unauffällig.
Inzwischen habe ich mich entschieden, doch mit Kesimpta zu beginnen. Vor ein paar Wochen habe ich die notwendigen Auffrischungsimpfungen abgeschlossen. Allerdings scheint die Hepatitis-B-Impfung bei mir nicht richtig anzuschlagen. Seit der letzten Impfung habe ich Beschwerden wie Verspannungen, Krämpfe und Taubheitsgefühle in allen Gliedern. Trotzdem zeigte auch das MRT im Mai keinerlei Verschlechterung.
Da frage ich mich natürlich, was ich davon halten soll.
Ich habe dann darum gebeten, einen Termin für die erste Kesimpta-Spritze zu vereinbaren. Die Neurologin meinte jedoch, das sei nicht nötig – es gebe genügend YouTube-Videos.
Deshalb sehe ich heute vieles kritisch und hinterfrage Aussagen und Empfehlungen, bevor ich eine Entscheidung treffe.