Also wenn ich eure Erfahrungen und Meinungen mal Zusammenfassen darf ist es doch schon individuell was angenehm oder zu viel angesehen wird wobei gleich ungefragt Hingreifen ein no Go ist und Hilfsangebote durchaus positiv gesehen werden.
Das manchen ihr Hilfsmittel wie ein Teil ihres Körpers gefühlt ist kann ich übrigends auch total nachvollziehen. Das habe ich bei mir auch bemerkt. Ich gebe meine - je nachdem welches ich gerade nutze- auch ungern aus der Hand und mag es überhaupt nicht wenn da ungefragt irgendwas mit gemacht wird. Selbst von der eigenen Familie nicht.
Habt ihr denn das gefuhl es gibt genug Hilfsangebote im Alltag von anderen Menschen? Oder würdet ihr euch mehr soziales Verhalten insgesamt wünschen?
Ich war bis dato selbstständig ,so langsam bröckelt es und ich kann das nicht aufrechterhalten merke ich. Ich erlebe schon immer wieder auch hilfsbereite Menschen ,oft bin ich erstaunt wie viele junge Menschen ,von denen ich es in dem Moment gar nicht gedacht hätte, gerade locker auf einen reagieren und sich hilfsbereit zeigen.
Habt einen schönen Tag

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Ich erlebe viele Hilfsangebote, egal, ob von Fremden oder Freunden/Familie. Ich bin positiv überrascht, wie viele gucken, ob Hilfe nötig ist und auch anbieten, gerade von jüngeren. Die meisten handeln auch nach “erst fragen”, und ich bemerke bei mir ein Umdenken. Je freundlicher ich, anfangs gefühlt gezwungen, darauf reagiere, um so besser kann ich es akzeptieren und annehmen.

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Ohne dass ich darum gebeten habe, quasi über mich herüber, mir zu helfen, den Rollator ins Auto oder aus ihm herauszuwuchten, mag ich genauso ungern wie ungebetene Ratschläge zu erhalten.
Was mir dann meist einfällt, ich mir abe
r in der Regel verkneife :
" Ratschläge sind auch Schläge "

Bei unerbetener Rollator Hilfe sage ich meist: " danke, geht schon, muss ich ja sonst auch alleine hinkriegen, steht ja nicht immer jemand zur Hilfe daneben… Ist zudem mein Muskelaufbau Training"

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Gerade fällt mir das Kontrastprogramm zum thread ein:
Mein MS-Herzensmensch fiel mitten in der Stadt bei Schnee um. Obwohl Schwarz gekleidet und damit gut sichtbar, stiegen etliche Menschen einfach über ihn hinweg. Das war schon hart.

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Davor habe ich aber auch Angst, ich denke, bei kleinen Dingen ist es kein Problem, weil schnell,

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Uff :worried: Aber er hat Hilfe bekommen?
Ich kannte mal jemanden, der an einer Bushaltestelle einen epileptischen Anfall bekommen und mit dem Gesicht im Matsch gelandet ist. Er ist erstickt, weil er zulange so lag :pensive:

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Oha, was habt ihr denn für Horrorgeschichten heute… :flushed:

Sorry :see_no_evil: Die meisten MEnschen sind ja hilfsbereit, wie schon festgestellt wurde :slight_smile:

Also ich darf berichten, daß ich gerade in prekären Situationen immer Hilfe erhalten habe. Ich bin früher oft kreislaufbedingt auf der Straße oder in Verkehrsmitteln umgefallen - in einer immer hektischen Großstadt wie Berlin. Es halfen sofort immer mehrere unbekannte Leute. Einmal, an einer Straßenbahnhaltestelle, bei über 30 Grad, zückte gar eine anwesende Familie kurzerhand ihre gekühlten Getränkepäckchen und legte sie mir an den Kopf. Während andere meine Tochter anriefen, die in der Nähe wohnte.
Ich muss sagen, diese Erlebnisse haben MIR geholfen, im Notfall anfängliche Scham beim Hilfe anbieten überwinden.

Auch wenn ich oft über die Mitmenschen rumtuttere - diese Erlebnisse, selbst zu helfen und Hilfe von gänzlich Fremden zu erhalten, gehören mit zu den erwärmendsten, die ich je hatte. Und meist ist´s so - bleibt erst einer stehen, greifen auch andere zu. Liegt man erstmal auf der Nase, ist´s natürlich eher schwierig, aber ich denke, geht man mit freundlichem Gesicht durch die Welt, wird einem auch meist geholfen - und ja, gerade von jungen Menschen.

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Ich habe ja schon geschrieben, daß es mich nervt, wenn mich andere übermäßig betütteln wollen. Auch wenn es gut gemeint ist. Aber um auch noch einmal die andere Seite zu benennen:

Neulich beim Unterwegs-Sein mit Rollstuhl und Bus habe ich mich über spontane Hilfe in zwei Fällen sehr gefreut. Es war eine blöde Situation an der Bushaltestelle: Zwei Busse nebeneinander, längere Autoschlange, die alle vorbei wollten. Also Verkehrschaos. In dieser Situation ist mir eine Frau beigesprungen, indem sie dem Busfahrer vorne Bescheid gesagt hat. Und eine andere hat mir beim Einstieg in den Bus geholfen, während der Busfahrer meinen Rollstuhl (ohne Insasse) in den Bus geschoben hat, weil die Rampe für mich zu steil war, um selbst mit dem Rollstuhl hineinzufahren oder ihn hineinzuschieben. Den Einstieg in den Bus schaffe ich normalerweise selbst, aber an dem Tag benötigte ich eine kleine Unterstützung, da aus einem bestimmten Grund mein linkes Bein nicht so wollte wie ich. Da war ich über die Hilfe der Frau beim Einstieg sehr dankbar.

Ohne diese zwei Frauen hätte ich einen Bus später nehmen müssen…

Für meinem Fall kann ich resümieren, daß ich ausreichend Hilfsangebote im Alltag erlebe, wenn ich mit dem Rollstuhl unterwegs bin. Allerdings gestalte ich meine Touren immer so, daß ich sie auch selbstständig schaffen kann. Ich möchte nicht dumm dastehen, weil just in diesem Moment, wo ich Hilfe bräuchte, niemand da ist, der helfen kann oder mag. Diese Sicherheit ist für mich wichtig, denn ich möchte unnötigen Stress vermeiden.

Ich finde es toll, wie viele hilfsbereite Menschen ich erlebe. So daß ich ein Bild einer Gesellschaft, in der jeder nur an sich denkt und nicht nach links oder rechts schaut, in meinem Alltag, wenn ich mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs bin, nicht wiederfinden kann.

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Ich kenne das auch, dass es ganz mies ist.
Ich bin mal im Museum an einem kack Treppenlift für den Rolli an der Kante nach hinten weggerollt und lag auf dem Rücken samt Rolli. (Falls ihr das mal seht oder selbst erlebt: im Aktivrolli ist das nicht schlimm, da tut man sich nicht mal weh :wink:)

Reaktionen waren

  • schnell mit den Kindern weg, die grade noch neugierig herumstanden
  • drei Leute, die unkoordiniert an meinen Armen zerren (bis ich sagen, sie sollen das lassen)
  • eine alte Schachtel die dabeihat stand und auf Nachfrage zugab, dass Sie zuschauen will.

Ansonsten erlebe ich auch, dass junge Leute erst fragen, ob sie helfen sollen.
Allerdings hat mir diese Generation auch schon ein nicht so nett gemeintes Krüppel hinterher gerufen.
Da ich das für mich verwende hat es nicht wie gewünscht eingeschlagen, fand aber interessant, dass das anscheinend immer noch ein Schimpfwort in den Köpfen ist

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Ich kann mich auch nicht über mangelnde Hilfsbereitschaft beklagen, z.B. als ich vor 2 Jahren in der Stadt gestolpert und auf den Kopf gefallen bin oder als ich mit einem Freund im Kino war und der mit dem Rolli die Kurve zu schwungvoll genommen hat und umgekippt ist.
Oft sind es junge Menschen und oft mit sicht- und hörbarem Mitgrationshintergrund, die helfen.
Sie bieten mir auch oft einen Sitzplatz in Öffis an, den ich gern annehme.

Wenn ich selbst geholfen habe, z.B. als mir im Hauptbahnhof ein Junge aufgefallen ist, der allein war und geweint hat, war es so, dass wenn erst Mal jemand hingegangen ist, mehrere andere dazugekommen und sich gekümmert haben. Eine(r) muss die Initiative ergreifen.
Bei mir ist es umgekehrt, wenn ich sehe, dass schon andere helfen, die oft auch besser geeignet sind als ich, halte ich mich raus.

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Also ich sag mal so, die meisten Menschen sind doch sehr hilfsbereit. Die Arzthelferin von meinem Hausarzt , wohnt mir direkt gegenüber. Sie hat mir auch schon mal eine Impfung zu Hause gegeben und Blut abgenommen. Sie hat das übrigens selber vorgeschlagen . Doch es ist immer noch sehr schwierig für mich, die Hilfe anzunehmen. Leider muss ich mich damit arrangieren. Ich habe immer sehr selbstständig gelebt, bin auch immer arbeiten gegangen. Ich muss dazu sagen, ich habe die MS Diagnose erst 21 bekommen, da war ich 49 Jahre alt. Bei der Diagnose , war meine MS noch mild . Doch das hat sich leider danach geändert. Der Schub im Jahr 22 hat mich komplett fertig gemacht.

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…das tue ich auch - raushalten statt im Weg zu stehen.

Letztens, offensichtlich ein Mann mitten auf der Straße gestürzt, hab ich im Auto nur kurz die Scheibe runtergefahren, die bereits Umstehenden gefragt, ob noch etwas benötigt wird (Decke, Wasser, Telefon…). Nach Signalisieren, daß alles schon läuft, einfach die Straße nicht weiter blockiert, sondern weiter.

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Ich weiß ja nicht, wie dein Unfall im einzelnen verlaufen ist. Aber daß das so harmlos ist, kann ich dir nicht so ganz glauben.

Ich selbst bin mit meinem Rollstuhl noch nicht nach hinten gekippt und auf den Rücken gefallen. Ich erinnere mich aber an einen Forenbericht einer Foristin im Sallys-MS-Cafe, die im Rollstuhl nach hinten gekippt und auf den Rücken gefallen war. Sie hatte, so weit ich mich erinnere, Schmerzen und eine üble Kopfverletzung…

Sauerei. Diese jugendlichen Hirnis :grimacing: Ich habe auch schon überlegt, was ich sage, wenn ich das erleben sollte. Vielleicht so etwas wie folgendes, je nach Situation und Menschenschlag:

Pass auf/passen Sie auf, was du sagst/Sie sagen… Das kann dir/Ihnen im Leben auch noch passieren (oder so ähnlich). Oder: Das letzte Wort ist auch in Ihrem Leben noch nicht gesprochen.

Einmal habe ich so etwas ähnliches jemandem im Bus gesagt, der mich etwas genervt hatte. Die Reaktion war so ähnlich wie: Nein, mir passiert so etwas wahrscheinlich nicht. Na ja, wenn er unbedingt meint, egal :woman_shrugging:

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Doch, mir ist da gar nichts passiert. Ich habe reflexartig an den Greifreifen nach hinten gezogen und bin ganz langsam weggekippt.

Wenn man dann noch kippeln kann (konnte ich da noch nicht), geht das glimpflich ab.

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Oh, das ist aber heftig! Unterlassene Hilfeleistung fällt mir da nur ein. Denn es gibt schon Situationen wo jeder meiner Meinung nach helfen MUSS. Ein Mensch der umfällt z.b.
Ich verstehe dass man sich bei einer vielleicht stark alkoholisierten Person dann vielleicht nicht traut aber dann kann man ja immer noch die Polizei anrufen! Einfach übersehen und weitergehen ist schon krass

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Oh wie krass! Da wird einem ja Angst und bang! Der arme Mensch!

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Das war super :+1:

Können leider nur die wenigsten. Verallgemeinern würde ich deine Geschichte nicht. Am besten nicht nach hinten kippen, so kann einem einiges erspart bleiben :wink:

PS

Leute gibt es, unglaublich… :roll_eyes:

PPS War vorhin im Getränkemarkt und habe Flaschen hinten in meinen Rollstuhl verladen. Geschlagene drei ! Mal in etwa zehn Minuten wurde ich von verschiedenen (fremden) Leuten gefragt, ob sie mir helfen können. Dreimal habe ich mich sehr freundlich bedankt und gesagt, daß ich das schaffe. Langsam gelingt mir das sehr freundliche Antworten. Ist doch auch irgendwie nett, daß viele so hilfsbereit sind :+1:

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Da hast du sicher recht :+1:t3:

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