Hallo zusammen,

im Laufe des letzten Jahres hat sich bei mir die Fatigue verschlechtert und inzwischen habe ich fast jeden Tag Schmerzen in einem Bein und Fuß sowie eine weiterhin bestehende Fußheberschwäche (die Schmerzen kamen erst im Laufe der letzten 2 Jahre durch Fehlstellung?). Letzteres sind wohl noch die Folgen meines ersten Schubes, bei welchem ich Lähmungen im Bein hatte.

Die Müdigkeit und die Schmerzen schränken mich inzwischen soweit ein, dass ich das Gefühl habe in Teilzeit gehen zu müssen (arbeite aktuell in VZ im Büro), was ich eigentlich nicht möchte, krankgeschrieben war ich deswegen bisher jedoch nicht.

Physiotherapie und Akupunktur haben nur bis zu einem gewissen Grad geholfen, zum Sport schaffe ich es wegen der Müdigkeit und Vollzeitjob kaum.

Jetzt überlege ich eine Reha zu beantragen, mein Arzt befürwortet diese auch.

Mir fällt es jedoch schwer mich zur Antragsstellung zu überwinden:
Zum einen habe ich Angst vor der Reaktion meiner Kollegen/meines AG (die ist doch jung und man sieht der nichts an) und ich rede mir meine Symtome immer klein, obwohl ich es eigentlich nicht mehr aushalte. Gerade wenn ich dann doch Mal an einen Tag ohne Symtome habe, fühle ich mich als würde ich “betrügen” und dass ich mich nicht so anstellen sollte.

Gibt es hier ähnliche Erfahrungen?
Hat Jemand vielleicht ermutigende Worte?

Liebe Grüße und vielen Dank

DU bist das wichtigste.
Und wenn es DIR nicht gut geht dann handle und beantrage das, was DIR gut tut .
Wir sollten aufhören Meinung auf Reaktionen bzw denken andere zu geben es ist DEIN Leben und DEINE Gesundheit und nicht die der anderen !

Ich sag dir Mal eins .Es sind deine schmerzen und dein leid was du mit dir Rum trägst
Zum gewissen Grad auch das der Angehörigen
Aber für alle anderen dreht sich die Welt jeden Tag weiter jeder ist mit seinen sch… Beschäftigt jeden Tag aufs neue und wenn du irgendwann (Gott bewahre) vor schmerzen umkommest beschäftigt sich trotzdem jeder mit seinem sch…

Also warum machst du dir ne Kopf ?
Warum sich rechtfertigen?
Wofür sich ein schlechtes Gewissen einreden?

Du hast nur dieses EINE Leben

Und wenn du etwas brauchst für Deine Gesundheit dann mach es verdammt nochmal!

:slight_smile:

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Hi Intersting_Count988,

alternativ zu einer Reha, könntest du auch in eine MS Klinik gehen, zu einer so genannten “Komplexbehandlung”.

Hier braucht es nur eine Einweisung vom Neuro.

Je nach dem, wo du her kommst, gibt es welche.

Bekannt ist u.a. die Marianne-Strauß-Klinik am Starnbergersee.

Ist halt dann ein “normaler” Krankenhausaufenthalt" und keine Reha…

Grüße
LucyS

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Oder in Asbach, da gehe ich regelmäßig hin.
Ich habe auch körperliche Einschränkungen und eine stark ausgeprägte Fatigue, die mir am meisten zu schaffen macht.
Ich bin an einem Punkt, wo auch meine 25 Stunden die Woche zuviel sind, ich aber meinen Job brauche, nicht nur, weil er mir Spaß macht, sondern auch mein Tor zur Außenwelt ist.
Eine Reha habe ich bis jetzt abgelehnt, weil ich dann länger im Job fehle :grin: werde aber nächstes Jahr eine machen.
Man kann auch in einer Komplextherapie die Arbeitsfähigkeit ansprechen, damit diesbezüglich die Belastbarkeit “geprüft” wird.
Sie läuft über eine sogenannte Akutüberweisung, diese darf nicht älter als 1 Woche sein, aber der Aufenthalt ist planbar.
Mit Neurologen sprechen, Termin in einer Klinik machen und entsprechend vorher die Überweisung holen.
Eine Komplextherapie dauert nicht länger als 16 Tage, einschließlich der Wochenenden.
Da es ein “normaler” Krankenhausaufenthalt ist, sollte man auch nicht das Klinikgelände verlassen, wo aber, in Asbach jedenfalls, ein Auge zugedrückt wird.
Mir tut sie sehr gut, die Therapien sind wie bei einer Reha, aber mit mit mehr Ärztekontakt und Untersuchungen.
Es wird auch mehr Rücksicht auf die Fatigue genommen, ich werde nicht mit Therapien zugeballert, die mich erschöpfen. Habe höchstens 3 jeweils vor- und nachmittags höchstens!
Dabei auch sogenannte freie Zeit fürs Schwimmbad oder Gerätetraining.

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Deine einschränkungen werden nicht besser. Jetzt ist die Zeit die weichen für die Zukunft zu stellen. Rehaantrag. Dann schauen was die Reha sagt. Meist Teilzeit arbeiten. Danach mit Arbeitgeber reden. Die haben oft mehr verständnis als manche denken. Wenn sie an dir interessiert sind werden sie dich auch in teilzeit beschäftigen. Wenn nicht ist er es nicht wert das man dem Job nachweint. Du kannst natürlich noch rumeiern bis gar nichts mehr geht. Aber es geht um dich. Frag dich. Bist du bereit die MS anzunehmen und dazu zu stehen. Bist du in der Lage für dich Entscheidungen zu treffen. Oder möchtest du dich in Zukunft hinter ausreden und lügen verstecken. Ich habe mich als die Zeit dafür war in der Firma geautet. Es war die richtige Entscheidung. Arbeite dort seit 7 Jahren in teilzeit. Seit 5 Jahren im Homeoffice. Alles läuft gut. Entscheide welchen Weg du gehen möchtest.

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Wenn du dir noch REHA zutraust und Neuro den Antrag stellen will, mach es. Wer weiss, was das bei dem aktuellen Sparwahn in ein paar Jahren kostet. Auch heute sind die REHAs nicht gerade geldsorgenfrei.

Auf den Arbeitgeber würde ich nicht achten - wie die Reaktion sein wird, ist nicht vorauszusagen. In REHA würde ich sagen, war ca. 1/3 der Menschen sehr positiv über die Arbeitgeber überrascht. 2/3 erging es wie mir - deine Arbeitskraft ausnutzen und schöne Worte über die Verantwortung in die Luft pusten - gerne und wenn du nicht mehr so kannst, wirst du gandenlos weg geworfen.

Der Hinweis mit der Reduktion der Arbeitszeit ist wichtig, sofern du nicht mehr Vollzeit arbeiten kannst. Sonst wirst du als voll arbeitsfähig angesehen, da man es schlecht begründen könne, wie man Vollzeit gearbeitet hat. Und pass auf, dass du weder den Ärzten noch den Therapeuten etwas privates erzählst, sonst kann es sein, dass du das in grossen Teilen verkehrt in deinem Entlassbericht findest.

Vergiss nict, dass sie dich nicht heilen können und es ausschlieslich um dein “Leistungsvermögen” geht. Zudem sind die Ärzte daran interessiert, dass es im Bericht dir besser als vor der REHA geht. Bitte darum, dass deine Einschränkungen im Entlassbericht auftauchen.

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Hallo zusammen,

vielen Dank für eure sehr hilfreichen Beiträge, Tipps und Worte. Diese haben mich die Tage auch nochmal sehr zum Nachdenken gebracht und mir etwas Mut gemacht. Die Möglichkeit einer Komplextherapie war mir bisher tatsächlich nicht bewusst.

Ich werde die Reha wohl beantragen und werde auch generell mehr versuchen, für mich einzustehen.

Einen schönen Abend

Liebe Grüße

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