Guten Morgen

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an meinen Thread von Mitte März -18 Jahre Schubfrei. Ich habe mich letzten Endes für Kesimpta entschieden, die Therapie beginnt im Juli, Impfplan läuft, soweit so gut.

Meine Hand entwickelt sich sehr gut - Funktion zu 80% wieder hergestellt. Es mangelt noch an Kraft und irgendwie fühlt sich alles noch sehr verkrampft an. Das wird bestimmt noch.

Leider trat vor ca. 3 Wochen noch eine unglaubliche Kraftlosigkeit in den Beinen auf. Ich konnte keine 5 Minuten mehr stehen. Hier hatte ich jedoch den Verdacht, dass dies an einem neuen Medikament (Psychiatrisch) lag.

Meinem Neuro sagte ich dies auch so. Also sollte ich das mit meinem Psychiater klären - leider ist da kein ran kommen. Ich habe nun das Medikament langsam wieder abgesetzt und es wurde tatsächlich besser mit den Beinen. Leider nur auf der rechten Seite.

Wie gesagt weiß keiner ob es nicht vielleicht doch mit dem Schub zusammen hängt. Im MRT waren Herde ersichtlich, welche für eine Störung in den Beinen sprechen würde, jedoch waren diese zu Beginn nicht betroffen. Ich weiß nicht ob sich ein Schub auch so entwickeln kann. Mehrere unterschiedliche Funktionsstörungen hintereinander bzw. fast parallel verlaufend?

Ich habe mit meinem Neuro bisher nicht nochmal gesprochen. Da der Termin zum Beginn der Basistherapie bereits steht und die Impfungen laufen, wäre eine erneute Gabe von Kortison eher nicht zu empfehlen.
Die letzte Impfung wäre für Umsonst gewesen und die zukünftigen, sowie der Beginn mit Kesimpta würden sehr weit verschoben werden müssen. Was meint ihr?
Lieber auf die Zukunft blicken und die Basistherapie nicht “gefährden” oder die aktuellen Symptome mehr in den Vordergrund stellen?

Meine letzten Schübe liegen 18 Jahre zurück, ich erinnere mich fast garnicht mehr. Ich bin jetzt die 7. Woche AU geschrieben und habe immer noch nicht das Gefühl wieder auf Arbeit gehen zu können. Ich würde es höchstens schaffen eine halbe Stunde zu stehen. Minijob im Einzelhandel (3x4h). Kassentätigkeit wird auch noch nichts, da die Hand sich noch schwer tut. Wie lange dauern bei euch denn die Schübe?

Habe das Gefühl das mein AG etwas Druck macht. Wir haben letzte Woche telefoniert und er frug wie es denn perspektivisch für die Zukunft aussieht. Ich konnte ihm das nicht wirklich beantworten denn ich weiß es ja selbst nicht. Ich sagte ihm das dass keiner einschätzen kann und ich weiterhin hoffe das alles bald wieder normal funktionieren wird. Er meinte nur das ich zukünftig eher bescheid sagen soll wenn ich ausfalle. Meine Hausärztin schreibt mich von Beginn an immer Montags für 2 Wochen krank und dann melde ich mich auch gleich auf Arbeit.
Ich habe ihm am Anfang des Schubes, als ich ins KH bin mitgeteilt, dass er mich erstmal nicht einplanen sollte da ich nicht weiß wann ich wieder kommen kann und das ich mich melde sobald es wieder geht. Das hat er von Anfang an ignoriert und trägt mich weiter schön in die Dienstpläne ein. Ich finde das ua. auch für die Kollegen nicht schön aber mir fehlt irgendwie der Mut wirklich das auszusprechen was ich denke. Allg. habe ich etwas Angst wegen einer Kündigung. Er hat zwar jetzt keine Kosten mehr für mich aber Sorgen macht man sich natürlich dennoch wie das alles hier weiter geht.

Wie war/ist euer beruflicher Weg seit der Diagnose?

Ich wohne in einer Kleinstadt, bin nicht mobil. Die Verbindungen mit den Öffentlichen ist eine Qual. Alles sehr umständlich (umsteigen), zeitaufwendig und vor allem teuer geworden.
Deswegen liebe ich meinen kleinen Job und möchte ihn nicht verlieren, außer es geht wirklich irgendwann gesundheitlich garnicht mehr.

Ich wünsche euch eine schöne Woche und es tut mir leid dass es schon wieder soooo lang geworden ist. Verzeiht

Liebe Grüße

Hallo May,
mit deinem Arbeitgeber kann ich nicht viel helfen. Ich bin bereits in Rente und der Chef der Mini-Stelle die ich trotzdem hatte, ist zum Glück verständnisvoll und geduldig.

Ich kann dir nur sagen, dass mein Schub mit der Zeit tatsächlich mehr Symptome bekommen hat. Wo ist denn deine aktuelle Läsion/Schub?
Ich kam im August ins KH mit Gleichgewichtsstörung, Empfindungsstörung und massiver Beinschwäche. Nach Diagnose dann 3x 1000 mg Kortison bekommen und entlassen.
Die Symptome waren aber nicht wirklich besser.
Im September sogar schlimmer geworden und neue dazu bekommen. Inklusive Funktionsverlust der Hände, die im August noch überhaupt nicht betroffen waren. Wieder Krankenhaus, 5x 2000mg Kortison bekommen. Laut MRT war es kein neuer Schub, der alte war einfach noch aktiv. Bei mir war es der Hirnstamm, der so heftig und lange geschädigt hat.
Mir wurde vom Chefarzt gesagt, dass die erneute Kortison Stoßtherapie einen Start von Kesimpta nicht beeinflusst.

Hallo

Das Kortison beeinflusst die Kesimpta Therapie nicht, das stimmt.
Aber es beeinflusst leider die Impfungen welche ich vor Beginn mit Kesimpta durchführen lassen muss. Insgesamt sind es 7 Impfungen wovon ich aller 2-3 Wochen eine erhalte.
Zwei habe ich bereits geschafft.

Wenn ich jetzt nochmal Kortison erhalten würde, wäre die letzte Impfung für Umsonst gewesen und es würden mindestens 5 Wochen vergehen, bis ich die noch nötigen Impfungen fortsetzen könnte. Was folglich dann nochmal ca. 4 Monate Wartezeit ,bis Kesimpta Start, bedeuten würde. Wäre dann also erst der September.

Wo die Herde genau sitzen kann ich dir leider nicht schreiben. Auch im Befund stehen leider keine genaue Areale mehr. Man hat mir im KH gesagt, dass eine größere aktive Läsion im Kopf, passend zum Schub in der rechten Hand, sitzt.

Weitere Herde sind auch sichtbar in der HWK und BWK, auch die Wirbelkörper sind genannt aber diese waren wohl nicht so “aktiv leuchtend und groß”. Was sich ja geändert haben könnte.

Wie geht es dir denn jetzt? Alle “Schubsymptome” vom August wieder weg?

LG

Mh, ich hab während des Impfmarathons auch nochmal 2 Kortison Infusionen bekommen aufgrund allergischer Reaktionen auf Medikamente. Meinen Neurologen scheint das nicht beeinflusst zu haben. Wir haben im Februar mit Kesimpta gestartet, weil meine MS so heftig zugeschlagen hat. War eine Abwägungssache welche Priorität schwerer wiegt.

Nein, leider erhole ich mich immer noch vom Schub. Aber wenigstens wird es im Schneckentempo alles langsam besser. Hatte zwischendurch schon die Hoffnung verloren, weil über Monate fast nur flachliegen ging.
Ich drück dir die Daumen, dass du dich schnell erholst.
Hab auch schon gelesen, das Kortison wenn überhaupt nur sofort wirkt und nicht Wochen später. Würde bei mir erklären warum außer Schwindel bei jeder Bewegung gar nichts durch die Infusionen zurück gegangen ist. Bei dir wäre es wohl auch schon recht spät glaub ich. Da muss der Körper wohl eh alleine durch :crossed_fingers:

Ich kann ja auch nur davon ausgehen, was ich im Internet so finde. Da steht das unter Kortison kein optimaler Schutz von Impfungen aufgebaut werden kann, zumindest bei solch hohen Dosen welche wir erhalten bei Schüben.

Solch Nutzen/Risiko Abwägungen finde ich furchtbar aber das ist im Grunde ja bei allen Medikamenten so. Nur sind die Konsequenzen in unserem Fall oft schlimmer. Schwierig

Richtig, das habe ich auch bereits gelesen was das verspätete nutzen von Kortison anbelangt.
Aber mein Neuro wollte erst die Abklärung mit dem anderen Facharzt. Durch die schlechte Nutzung der Beine, brauchte ich aber einen Fahrer und musste warten bis dieser Zeit hatte um in die Akutsprechstunde zu fahren. Dort wurde ich 2x abgewiesen, trotz Bestandspatientin und Überweisung + halbe Stunde vor Praxisöffnung da und und und.
Es konnte also nicht geklärt werden und nun ist es wohl zu lange her bzw. muss ich für mich entscheiden was aktuell besser ist. Und ich tendiere zur Verfolgung der Impfungen um mit der Kesimptatherapie zu starten - also Zukunftsorientierter.

Ja, dein Verlauf würde dann auch dafür sprechen, dass die 2. Kortisontherapie nicht wirklich erfolgreich war.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und das es weiterhin nach und nach noch besser wird. Auch wenn es manchmal wirklich schwer ist, die Hoffnung dürfen wir nicht verlieren.