Propionsäure ist ein natürliches Stoffwechselprodukt eines gesunden Darmmikrobioms und senkt den Spiegel an proentzündlichen Th17 und Th1 Zellen im Blut. Weshalb sollte man dadurch einen Schub bekommen können? Ein solcher Zusammenhang erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht.

In einer dt. Studie senkte die Supplementierung von Propionsäure die Schubrate zusätzlich zu einer laufenden Immuntherapie (u. a. Amsel berichtete). Im Darmmikrobiom von MS-Erkrankten fehlen oft Bifidobacteria oder Propionibacteria, die Propionsäure produzeren. Dazu gibt es seit Jahren international Studien. Das Darmmikrobiom der meisten, wenn nicht sogar aller MS-Betroffenen ist gestört. Ich supplementiere exakt die Menge Propionsäure, die Prof. Dr. Aiden Haghikia empfiehlt und die er sogar selbst einnimmt, um MS vorzubeugen. 1000 mg Natriumpropionat täglich.

Bei MS-Patienten hat Prof. Haghikia nicht nur einen Mangel an Propionsäure festgestellt. In ihrem Darm fand sich eine regelrechte Bakterienflaute. Gibt man den Betroffenen jedoch Propionsäure als Nahrungsergänzung, steigt bereits nach 14 Tagen die Zahl der regulatorischen, antientzündlichen Immunzellen deutlich an. „Das Ergebnis unserer Studien zeigt: Wir können mit relativ einfachen Maßnahmen Einfluss nehmen“, erklärt Aiden Haghikia. Nach Abschluss der Studien nehmen bundesweit bereits rund 3000 Patienten das Nahrungsergänzungsmittel ein. „Die Substanz wird gut vertragen, und wir sehen durchgehend gute Ergebnisse. Die positiven Effekte der MS-Basistherapie liegen bei 30 Prozent; die positiven Effekte einer zusätzlichen Behandlung mit Propionsäure zwischen 30 und 50 Prozent.“

Quelle: Im Fokus Gesunde Darmflora - Katholisches Klinikum Bochum

Ich kann mir da keinen Zusammenhang vorstellen. Zeitlicher Zusammenhang muss nicht kausalen Zusammenhang bedeuten, es kann einfach nur Zufall sein. An mir selbst stelle ich keine negativen Effekte durch Propionsäure fest. Ich supplementiere nun volle zwei Jahre und meine MS gibt nach wie vor völlige Ruhe. Habe NEDA-3-Status = No Evidence of Disease Activity. Keine Schübe, keine Progression, keine Krankheitsaktivität im MRT.

Mein Darmmikrobiom wird nicht (mehr) kontrolliert. Während der Studie 2024 wurden Stuhlproben genommen. Ich supplementiere einfach täglich 1000 mg Natriumpropionat, 2x 8 g Inulin (diesen Ballaststoff supplementieren auch viele nicht an MS Erkrankte, da bei unserer westlichen Ernährungsform Ballaststoffe allgemein viel zu kurz kommen) und eine magensaftresistente Kapsel eines Synbiotikums (Prä- und Probiotikum in einem) mit 20 Milliarden KbE.

Trotzdem, hast du aktuelle Werte diesbezüglich VON DIR und nicht einer Studie?

Jede MS, oder jeder Patient dahinter muss anders betrachtet werden. Individuell betrachtet werden. Das einzige was alle gemeinsam haben, westliche Ernährung sei Dank: Ein massives Omega-3-6-9 Ungleichgewicht. Beim Vitamin D Frage ich mich oft ob die Deutsche Genkultur anders ist als im Rest der Welt. Hier 30 nnmol absolut super! Im Nachbarland <60, verrückt?!(Rassismus Excellenz.)

Darüber stolpere ich immer wieder, dass das ungünstige Verhältnis von gesättigten und ungesättigten Fetten sogar ursächlich für die Entwicklung einer MS angesehen wird.

Inwieweit besteht hier ein Zusamnenhang zwischen (sagen wir mal) Omega3-Index und Mikrobiom?

Nein, habe ich nicht. Sehe dazu auch keinen Grund das überwachen zu lassen. Die Dosierungen meiner Supplemente sind alle moderat. Inulin nehmen andere das Doppelte jeden Tag, Probiotikum hatte ich während der Studie ein halbes Jahr lang eines mit 900 Milliarden KbE täglich eingenommen, jetzt sind es gerade mal noch 20 Milliarden KbE und von der kurzkettigen Fettsäure Propionsäure supplementiere ich nur 1 Gramm am Tag (genau genommen nur 0,78 g, da aus 1 g Natriumpropionat im Darm 0,78 g Propionsäure und 0,22 g Natrium werden).

Man soll am Tag bis zu 80 g Fett über die Nahrung zuführen, was sind da schon 0,78 g Propionsäure? Professor Haghikia spricht für “alle Patienten” von “durchgehend guten Ergebnissen”. Sieht nicht so aus als gäbe es da individuell große Unterschiede. Wir reden hier von einem nur sehr geringfügig dosierten Nahrungsergänzungsmittel, nicht von einer hochwirksamen MS-Immuntherapie.

Selbstverständlich kann man sein Darmmikrobiom auf eigene Kosten regelmäßig überwachen lassen (zahlt die Kasse nicht), wenn man das möchte, aber ich halte das für rausgeschmissenes Geld und glaube nicht, dass das irgendjemand tut, der Propionsäure supplementiert. Mir reichen die Untersuchungen beim Neuro alle 3 Monate, das MRT 1x jährlich und ggf. ab und an einmal ermittelte sNfL um die Aktivität meiner MS zu beurteilen. So lange da alles im grünen Bereich bleibt, nehme ich meine Supplemente einfach weiter wie gehabt.

1 „Gefällt mir“

Also ist das ein Rauchmelder, kein Brandschutzkonzept. Wenn dein sNfL steigt, ist der Schaden bereits passiert. Für einen Selbstversuch der aktiv reparieren soll brauchst du Marker die Veränderungen zeigen bevor der Schaden eintritt.

Die Propionsäure ist ein Brandschutzkonzept. Die soll ja Schäden verhindern. Eine Unterstützung meiner Immuntherapie. Genau wie die Supplementierung von Prä- und Probiotika, Omega-3 und Vitamin D. Alles um den Krankheitsverlauf möglichst positiv zu beeinflussen und Schäden durch MS zu minimieren.

Die angedachte Remyelinisierung mittels NAG und CDP-Cholin ist ein Reperaturversuch. Mit welchem Marker ich das überprüfen soll, ist mir unklar. Siehe weiter oben. Falls man es im MRT sieht, ist es gut, falls nicht, keine Ahnung. Werde demnächst mit meinem Neuro darüber sprechen.

Ich glaube nicht, dass meine sNfL aufgrund der Supplementierung von Propionsäure steigen oder überhaupt steigen können. Würden die sNfL steigen, sobald ich Propionsäure supplementiere und wieder fallen, sobald ich nicht mehr supplementiere und wäre das reproduzierbar, also ein zufälliges Zusammentreffen der Ereignisse auszuschließen, würde ich keine Propionsäure mehr supplementieren. Das wollte ich damit sagen.

Im Moment supplementiere ich Propionsäure zwei Jahre und es sind keine Anzeichen erkennbar, dass mir das schaden würde, eher im Gegenteil.

Neromodulation gab es mal ein kostenloses Angebot in der Marianne Strauß Klinik, hier am Starnberger See. Unter SozoBrain findet man Informationen. Ich bin am Laptop nicht fähig, Dinge zu verlinken und will es vielleicht auch nicht.
Die ganze Neuromodulation ist sehr teuer und wird natürlich nicht anerkannt. Ich verfolge das nur ab und an.

Cosmo, Dein Thema ist toll. Danke für´s Teilen. Ich glaub, ich fang wieder mit Propionsäure an.

2 „Gefällt mir“

Hallo, NAG hilft mir nicht, und Polysialinsäure bekommt man nicht als Nahrungsergänzungsmittel.

2 „Gefällt mir“

Interessant. Wie hoch hattest du NAG dosiert und wie lang genommen?

Habe NAG mehrmals ausprobiert aber ohne irgendwelche Effekte.

Einmal nahm ich 4 Monate lang 3x700mg pro Tag.

Ist so ein Ding was bei Mäusen wirkt aber nicht bei mir :sweat_smile:. Die angebrochenen Dosen liegen noch in meiner Medi-Schublade und sind mittlerweile abgelaufen :grimacing:

3 „Gefällt mir“

Dito… mehrere Monate und Veränderung nicht spürbar… haben glaube ich viele 2023 probiert, ein ganz paar hatten Erfolge. Interessanter wäre ob die, die 2023 Erfolge hatten, dabei geblieben sind und immer noch drauf schwören…

2 „Gefällt mir“