Hallo,

ich habe MS diagnostiziert seit Mai 2024 und bekomme seit über
einem Jahr von meiner Neurologin
Physiotherapie verordnet. Gestern teilte
sie mir mit , ich bekäme keine weitere
Physiotherapie mehr verordnet, da ich ja
keinen Hirnschaden oder neurologische
Ausfälle hätte. ist das so richtig? Die MS
ist ja immer noch da und die
Physiotherapie hilft mir stabil zu bleiben
und neurologische Ausfälle wie
Schwindelattacken auf ein Minimum zu
reduzieren. Habe ich eine Chance auf die
Physiotherapie zu bestehen? Ohne
Physiotherapie würde ich sicherlich
häufiger krankheitsbedingt ausfallen und
das kann ja nicht Sinn der Sache sein.
Ich bin gerade sehr verzweifelt. Selbst zu
zahlen kann ich mir Leider nicht leisten.

In meinen Augen nicht richtig…
Meine Physio schreibt regelmäßig einen Bericht an meine Neurologin, in dem klar festgehalten wird, wo es Stabilität gibt und wo Verschlechterungen.
Gerade bei MS ist es doch wichtig, alles zu tun, was sich positiv auswirkt.
Vielleicht hilft so ein Bericht?

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Oh wow, das ist ja ne bescheuerte Begründung…

Hast du einen guten Hausarzt? Vielleicht bekommst du dort dein Rezept?
Ansonsten Versuche nochmal mit ihr zu reden und schreibe dir vorher gute Argumente auf warum es wichtig und sinnvoll ist weiterzumachen.

Drück dir die Daumen :+1:t2:

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Ich werde den Physio gleich mal ansprechen.Ich verstehe es einfach nicht.

Naja, mein Hausarzt ist zwar gut, bei Physiotherapie stellt der sich leider auch schon mal etwas an. Er ist immer noch der Meinung es ginge von seinem Budget ab und wenn ich sage dass meine Neurologin es nicht mehr verschreibt wird er wahrscheinlich sagen, dass das dann wohl richtig so ist.
Argumentiert hatte ich gestern schon, hat sie aber total abgeblockt, weil ich ja nix hätte

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Von Gemini 1:1 kopiert:

Das ist eine verständliche und frustrierende Situation. Um es kurz zu machen: Die Begründung Ihrer Neurologin ist medizinisch und rechtlich so nicht haltbar, besonders bei einer gesicherten MS-Diagnose.

Multiple Sklerose (MS) gilt per se als chronische neurologische Erkrankung. Die Verordnung von Physiotherapie hängt nicht davon ab, ob ein sichtbarer “Hirnschaden” im Sinne eines Unfalls vorliegt, sondern ob Funktions-, Belastungs- oder Aktivitätsstörungen bestehen, die durch die MS verursacht werden.

Hier sind die Details, basierend auf den aktuellen Heilmittelrichtlinien und Informationen (unter Berücksichtigung von Fachportalen wie betanet.de):

1. MS als “Besonderer Verordnungsbedarf”

Multiple Sklerose (Diagnosegruppe ZN - Erkrankungen des Nervensystems) steht auf der Liste des besonderen Verordnungsbedarfs (ehemals Praxisbesonderheiten).

  • Was das bedeutet: Die Kosten für diese Verordnungen belasten das Regress-Budget Ihrer Ärztin ab einem gewissen Punkt nicht mehr so stark wie bei anderen Patienten, da sie als medizinisch notwendig bei schwerwiegenden Erkrankungen anerkannt sind.
  • Die Voraussetzung: Es müssen behandlungsbedürftige Symptome vorliegen (z. B. Spastik, Koordinationsstörungen, Schwäche, Gleichgewichtsprobleme oder auch Fatigue).

2. Was sind “neurologische Ausfälle”?

Die Aussage, Sie hätten keine “neurologischen Ausfälle”, ist bei einer MS-Diagnose widersprüchlich.

  • Jedes Symptom, das zur Diagnose geführt hat (Sehnerventzündung, Kribbeln, Gangunsicherheit), ist bereits ein neurologischer Ausfall/Defizit.
  • Physiotherapie bei MS dient oft dem Erhalt des Status Quo und der Prävention von Verschlechterungen. Man muss nicht erst gelähmt sein, um Anspruch auf Physiotherapie zu haben.

3. Der Langfristige Heilmittelbedarf (LHM)

Bei MS besteht oft die Möglichkeit, einen Langfristigen Heilmittelbedarf zu bestätigen. Dies ist bei der Diagnose MS (ICD-10 Code: G35) in der Regel unbürokratisch möglich.

  • Die Ärztin kann die Verordnung außerhalb der orientierenden Behandlungsmenge ausstellen.
  • Laut Heilmittelrichtlinie ist MS eine der Diagnosen, bei denen davon ausgegangen wird, dass über einen langen Zeitraum (mindestens ein Jahr) eine Therapie notwendig ist.

Empfohlene Schritte

  • Zweitmeinung einholen: Wenn Ihre Neurologin die Therapie mit einer medizinisch fragwürdigen Begründung verweigert, ist es ratsam, ein spezialisiertes MS-Zentrum oder einen anderen Neurologen aufzusuchen.
  • Symptomtagebuch: Dokumentieren Sie genau, welche Einschränkungen Sie im Alltag spüren (z. B. “Nach 500m Gehen wird das linke Bein schwer” oder “Gleichgewichtsprobleme beim Treppensteigen”). Das sind die medizinischen Begründungen für die Physiotherapie.
  • Heilmittelkatalog: Weisen Sie (vorsichtig) darauf hin, dass MS unter die Diagnosegruppe ZN fällt und somit die Kriterien für eine langfristige Behandlung erfüllt.
  • Betanet & Patientenberatung: Nutzen Sie die Unterlagen von betanet.de zum Thema “Heilmittel” und “Multiple Sklerose”, um sich über Ihre Rechte bei der Hilfsmittel- und Heilmittelversorgung zu informieren.

Wichtiger Hinweis: Ärzte unterliegen Budgetzwängen, aber die Diagnose MS bietet rechtlich sehr viel Spielraum für eine dauerhafte Versorgung. Es scheint hier eher ein Kommunikationsproblem oder eine Fehlinterpretation der Richtlinien seitens der Praxis vorzuliegen.

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Das ist doch bei dir der Fall, oder?

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ja,häufig Schwindel, Probleme beim treppabsteigen z.b.
sie meint aber einfach dann machen sie sport dann wird das schon

Manchmal ist totale “Ehrlichkeit” nicht zu empfehlen…
Gehe ich hier zum Hausarzt und bitte aufgrund meiner MS um eine Physioverordnung ist das kein Problem, aber erzähle ich, das mein Neuro das ablehnt / verweigert ( aus welchen Gründen auch immer ) dann würde hier das auch kein Hausarzt verschreiben, da sich jeder Hausarzt grundsätzlich an die Empfehlung des Facharztes hält, schließlich sollte er es ja besser wissen.

Mir wurde direkt mit der Diagnose eine Physioverordnung in die Hand gedrückt und ich hatte nachgefragt warum, bzw.was es mir bringen soll und mir wurde damals erklärt das es dabei vor allem um Vorsorge, bzw.erhalten des aktuellen Zustandes geht. Abgesehen davon war es zu diesem Zeitpunkt schon schwer überhaupt noch freie Physiotermine zu bekommen, insbesondere wenn es um eine Physio mit Neurofortbildung geht, da waren damals die Wartezeiten schon lange da wir nur wenige hier im Umkreis haben und mein Neuro damals schon meinte " gut wenn sie dann schon jemanden haben, bzw.sie “drin” sind". Für einen Wechsel oder Start der Physio im Bereich Neuro muss man in den Praxen überall auf eine Warteliste und im Schnitt beträgt die Wartezeit mindestens 1 Jahr…

Hast du außer dem Hausarzt noch einen Arzt ( Orthopäden, Schmerztherapeut ) der dich "betreut " und die Rezepte ausstellen könnte ? Bei MS ist das in der Regel kein Problem nach meiner Erfahrung, da das Budget des Arztes nicht belastet wird.

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Die Hausärzte machen das auch nicht so gern. Kenne ich von meinem Vater. Der hat keine MS. Versuch das mal beim Orthopäden.

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Ich finde den Beitrag nicht, ich weiß aber von meiner Krankenkasse das sie auch sowas machen. Beachte das du diesen Betrag rückwirkend erst erhältst.
Sowas wissen die Allerwenigsten…leider

Bonusprogramm mit Geldprämie.

Mein Hausarzt macht das. Die ersten Rezepte waren damals auch von der Neuro (10 km entfernt). Die Hausärztin hat mir von sich aus angeboten, das Rezept KG ZNS mit 24 Einheiten auszustellen, da sie in der ärztlichen Weiterbildung aufgepasst hat und zum einen den Unterschied zwischen KG ZNS und normaler Krankengymnastik kennt und zum anderen weiß, dass sich dieses Rezept nicht auf ihr Budget niederschlägt.

… und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Was hat dein Papa?

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Hallo, er lag eine Woche mit Corona und. Lungenentzündung im Krankenhaus. Es war ein unheimliches Palaver, dass der Hausarzt meinem Vater 6x Physio zum Muskelaufbau verschrieben hat. Das war letztes Jahr im Oktober. Jetzt fahren sie zum Orthopäden. Mein Vater hat sich doch gut erholt, womit eigentlich keiner gerechnet hat. Ich denk mal, ist auch viel Psyche. Der Hausarzt ist eine Niete. Wechseln möchten sie nicht mehr.

Das Fachmagazin des Bundesverbandes selbstständiger Therapeuten. Ab Seite 36 steht ausführlich zu MS in der Physiotherapie

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