Hatte vor 6 Jahren einen Schub, damals wurde die Diagnose gestellt. Bekam Cortison über 5 Tage, das war das letzte was ich bekam. Der Neurologe schlug dann Copaxone vor, jedoch überzeugt hat er mich nicht davon, also ließ ich es. Nun nach 6 Jahren bemerkte ich eine leichte Verschlechterung beim Gehen. Die Gehstrecke wurde kürzer, die Erschöpfungszeiten immer kürzer. Als ich jetzt meinen Neurologen (einen anderen) fragte ob es für mich noch eine Therapie geben würde, meinte dieser Tysabri, jedoch sagte mir gleich dazu, dass dies noch nicht lang genug erforscht ist. Es kam so rüber, als ob er mir sagen wollte , dass bringt auch nichts mehr, die Pharmaindustrie will ja nur verdienen. Im Moment nehme ich noch Baclofen gegen die Spasmen und wenn ich nicht lang stehen und laufen muss gehst mir ganz gut, außer bei Hitze natürlich schlechter. Was soll ich tun. Ich bin irgendwie ratlos wenn ich lese, dass fast jeder eine Therapie macht.

Viele Grüße

Hallo Mely

Heißt das, du hattest seither keinen Schub mehr?
Wenn sich die Gehstrecke und Erschöpfungszeiten verkürzt haben, würde das ohne Schub ja auf eine progrediente Verlaufsform hindeuten. Dafür ist Tysabri aber nicht zugelassen.

Grüße
Pit

Hallo Mely,

Wie mein Vorredner erwähnt hat, Tysabri ist ein Medikament gg schubförmige MS. Unter der Vorraussetzung, dass du eine schubförmige MS hast, gibt es doch mehrere Medikamente, die als Basistherapie in Frage kommen. So wie ich das verstanden habe, hast du in all dieser Zeit nicht wirklich eine Basistherapie gemacht und weisst nichts über deren Verträglichkeit und Wirksamkeit in deinem Fall.
Was Tysabri angeht, wird dieses Medikament stark mediatisiert. Ich habe es selber zwei Jahre genommen. Es ist ein sehr wirksames Medikament, welches vielen Leuten gut hilft. Das momentan diskutierte PML Risiko ist ein zu beachtender Faktor für Therapiedauer und Einzelfallentscheidung, spielt aber in den ersten zwei Behandlungsjahren eine sehr untergeordnete Rolle.
Mein Fazit ist also einfach: Zunächst solltest du einen MS kundigen Neurologen konsultieren. Dieser kann dann deine MS Diagnose präzisieren und dir mögliche Behandlungsmethoden erläutern. Ohne Basistherapie solltest du jedenfalls nicht mehr bleiben.

Viele Grüsse,

LaLeLu

Hallo

Das weiß ich ja nicht. Hatte ich einen Schub. Ich habe es nie richtig gemerkt. Auf dem MRT waren neue Herde hinzugekommen, jedoch dass ich auf einmal Ausfälle hatte war nicht der Fall. Irgendwie ging alles langsam. Die Gehstrecke wurde von Jahr zu Jahr kürzer und erschwerlicher. Also wenn jemand mich fragt ob ich Schübe habe sage ich immer nein, eher schleichend. In meinem Arztbericht stand mal chronisch progredient.
Was heißt das.
Gruß Mely

Hallo Mely,

nur jeder siebte bis zehnte Herd verursacht auch einen Schub, d.h. Symptome und Ausfälle. Wenn im MRT neue Herde hinzugekommen sind, ist aber die Entzündung auf jeden Fall aktiv.

Ich würde die Krankheitsaktivität nicht an der Schubhäufigkeit festmachen. Die kann auch täuschen. Ob man einen Schub hat oder nicht, hängt davon ab, wo eine Läsion sitzt. Die MRT-Bilder können aussehen wie ein Sternhimmel, und man merkt erst mal noch nichts davon. Andererseits reicht es, wenn die MS einen Zufallstreffer an der richtigen Stelle landet, um einen in den Rolli zu befördern.

Aber auch Herde, die keinen Schub verursachen, können Schäden hinterlassen, die einen Behinderungsfortschritt bewirken ("-fortschritt", was für eine unpassende Bezeichnung, in diesem Zusammenhang!), zumal MS-bedingte Behinderungen ja nicht nur in Mobilitätseinschränkungen bestehen, sondern auch in anderen, z.B. in Fatigue und Konzentrationsstörungen.

Ich finde die Unterscheidung zwischen “schubförmig” und “progredient” ohnehin nicht sehr hilfreich, zumal sie sich oft nicht genau treffen lässt. Stattdessen würde ich lieber unterscheiden zwischen entzündlicher MS und neurodegenerativer MS. Die entzündliche lässt sich mit entzündungshemmenden Medikamenten beeinflussen, die neurodegenerative nicht oder fast nicht. Die meisten MS-Erkrankungen, die schubförmig beginnen, werden nach 10 - 20 Jahren progredient.

Wenn bei dir im Kernspin Herde sind und neue hinzugekommen sind, dann ist deine MS (noch) entzündlich aktiv, und du solltest die Chance nutzen, diese entzündliche Aktivität zu drosseln, solange du noch gehen kannst. Es wundert mich aber etwas, dass du gleich mit einer Eskalationstherapie anfangen sollst, wo du noch keine Basistherapie gemacht hast.

Tysabri ist nur etwas für schubförmige MS mit hoher entzündlicher Aktivität, bei Therapieversagen unter einer Basistherapie. Und die Risiken sind auch nicht ohne - PML kann tödlich verlaufen. Ich würde es erst mal mit einem Interferon versuchen.

Liebe Grüße!
Renate

Hallo Renate

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ist es denn nach 6 Jahren nicht zu spät. Ich habe mal wo gelesen, dass man diese Therapie gleich von Anfang machen soll. Kann man denn z. B. Betaferon auch nur alle 3 Tage spritzen. Ich habe eine Anneigung jeden Tag mich zu spritzen. Bringt es denn überhaupt was wenn sich der Körper streubt gegen die Injektionen. ???

Gruß Melanie

Hallo Renate

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ist es denn nach 6 Jahren nicht zu spät. Ich habe mal wo gelesen, dass man diese Therapie gleich von Anfang machen soll. Kann man denn z. B. Betaferon auch nur alle 3 Tage spritzen. Ich habe eine Anneigung jeden Tag mich zu spritzen. Bringt es denn überhaupt was wenn sich der Körper streubt gegen die Injektionen. ???

Gruß Melanie

Hallo Melanie,

nach 6 Jahren ist es zwar spät, aber solange noch entzündliche Aktivität vorhanden ist, ist es noch nicht ZU spät. Vor allem dann nicht, solange man noch gehen kann.

Schließlich haben viele von uns die Diagnose erst nach vielen Jahren MS bekommen, und wann ihre MS eigentlich begonnen hat, wissen sie selbst nicht. Sie wurden in die Bandscheiben- oder Hypochonder-Schublade gesteckt, oder es war einfach “das Alter” (“du sitzt zuviel”, “kauf dir ne neue Brille”), und sie mussten jahrelang mit ihren Symptomen von Arzt zu Arzt ziehen, bis mal ein gescheiter Orthopäde oder Augendoc auf die Idee kam, sie zum Neuro weiterzuschicken. (Ich geriet an einen solchen Orthopäden - Vivat!)

Natürlich ist es besser, möglichst früh mit einer Basistherapie anzufangen, solange noch nicht viel kaputt gegangen ist. Stell dir vor, die Zerstörungen, die die MS bewirkt, sind sowas wie Rost am Auto.

Besser wäre es, Rost von Anfang an zu bekämpfen und seiner Entstehung vorzubeugen, denn wo er mal Substanz zerstört hat, wächst kein Blech mehr nach. Aber auch wenn er schon da ist, kann es noch sinnvoll sein, ihn zu behandeln, anstatt tatenlos zuzusehen, wie er weiter und weiter frisst, denn mit einer Behandlung kann man den Verfall wenigstens noch eine Weile aufhalten.

Als ich meine Diagnose bekam, war ich schon bei EDSS 6 - ich war da schon 50, und wer denkt bei meinem Alter noch an MS. Wo man doch ständig zu lesen bekommt, MS sei eine Krankheit “junger Erwachsener”, und in den üblichen Fallgeschichtchen spielen meist “junge Frauen” die Hauptrolle (z.B. “Nina”), die dann womöglich auch noch aus Liebeskummer den ersten Schub erleiden. Wie romantisch, wie weltfremd …

Manchmal habe ich den Eindruck, die Erfinder solcher Geschichtchen können sich ältere MS-Patientinnen und Patienten überhaupt nicht vorstellen. Aber schau mal in ein Forum wie MS-life, wo man beim Posten sein Alter angeben kann (nicht muss), da gibt es jede Menge MS’ler und -innen, die die 40 und 50 schon überschritten haben, und viele haben erwachsene Kinder und sind längst aus dem Alter raus, wo man spätpubertäre Gefühlskrisen durchmacht, die dann Schübe auslösen, weil es sich im Roman oder in der Klinik-Soap so gut macht.

Ich bekam die ersten Symptome mit Ende 40, und die Diagnose mit 50, und da ich einen Schub hatte und kontrastmittelaufnehmende Läsionen, habe ich gleich mit Betaferon angefangen (das hatte ich mir ausgesucht, bevor ich zur Diagnose in die Klinik ging).

Natürlich kann man Betaferon auch alle 3 Tage spritzen, oder alle 3 Wochen, oder gleich ins Klo (schade um die 120 Euro pro Spritze). Aber wenn es was nützen soll, muss man es alle 2 Tage unter die Haut spritzen. Wie oft man ein Medi einnehmen muss, kann man sich nicht einfach aussuchen. Es hängt davon ab, wie schnell der Organismus es verarbeitet und abbaut.

Um einen optimalen Wirkstoffspiegel aufrechtzuerhalten, sind das bei Betaferon eben 2 Tage. Jeden Tag gespritzt wird Copaxone. Rebif dreimal in der Woche (“sonntags nie!”), und Avonex einmal in der Woche intramuskulär.

Lass dir von Nebenwirkungs-Horrorgeschichten nicht bange machen. Es funktioniert wie mit allen Nachrichten: Nur eine schlechte Nachricht ist auch eine - eine gute Nachricht nicht. Darum wird nur Negatives berichtet, aber das ist nicht repräsentativ, auch wenn es so aussieht. “Heute 213 Briefträger von Hunden angefallen”, steht z. B. in der Zeitung. So bekommt man den Eindruck, dieser Beruf gehe zwangsläufig mit Bisswunden einher - aber das stimmt nicht!

Alte Apothekerweisheit: Die meisten Nebenwirkungen eines Medikaments treten nach der Lektüre der Packungsbeilage auf. Das gilt auch für die MS-Basistherapien. In Laienliteratur, Beipackzetteln und Webforen steht, was alles an Nebenwirkungen sein kann, auch wenn es noch so selten ist, und nur bei 1 Promille der Anwender aufgetreten ist. Die Abertausende von Briefträgern, die nicht gebissen werden, und die Abertausende von BT-Anwendern, deren Lebensqualität durch die Spritzerei nicht eingeschränkt ist, stehen nicht drin, und darum übersieht man sie.

Keine Nebenwirkung einer Basistherapie ist so schlimm wie die Folgen einer unbehandelten MS. Selbst bei Avonex gibt es viele Anwender, die es fast ohne Beschwerden spritzen. Außerdem wird es bald Tabletten geben. Und bis dahin wäre es schon sinnvoll, eine weitere Verschlechterung aufzuhalten, oder es wenigstens zu versuchen. In 10 Jahren sagen zu müssen: “Hätte ich doch …!” ist auch nicht gerade etwas, was man sich wünscht.

Ich wünsche dir, dass du keine Entscheidung triffst, die du später mal bereust.
Alles Gute und LG!
Renate

Hallo!

Warum bist Du eigentlich nicht schon vor 6 Jahren mit einer Therapie angefangen?

Also soweit ich weiß bekommt man Tysabri, wie die anderen schon schreiben, erst nach Therapieversachen oder bei sehr schlechtem Verlauf.

Nehme jetzt seit etwas über einem Jahr Copaxone. Und ich muss sagen, dass tägliche Spritzen gehört für mich mittlerweile dazu wie Zähne putzen. Habe vor 1 1/2 Jahre mit Avonex angefangen. Musste wegen 10fach erhöhter Leberwerte sofort abbrechen. Zudem ging die Nadel bis in den Muskel. Zar nur 1 x die Woche aber es war der Horror. Dann lieber täglich mit kaum Nebenwirkungen und nur unter die Haut.

LG, Nadine

Hey,
ich konnte vor ca. drei Jahren plötzlich immer schlechter laufen, nach drei
Monaten wurde die MS diagnostiziert. Mein damaliger Neurologe hat mir auch von einem direkten Therapiebeginn abgeraten, angeblich seien dazu zwei Schübe notwendig. Unter der Cortisonstoßtherapie sind die Symptome nicht wirklich zurückgegangen, mit der Zeit wurde das Gehen schwieriger. Seit etwas über einem Jahr habe ich einen Rolli und spritze Betaferon (jetzt Extavia), da mich zunehmend verunsichert hat, dass mir alle Menschen um mich herum, außer meinem Neurologen, zu einer Basistherapie geraten haben. Ich habe also den Neuro gewechselt.
Vor drei Monaten hatte ich den zweiten Schub, konnte kaum noch laufen, das hat sich aber gut zurückgebildet. Ich war also über zwei Jahre schubfrei. Im Krankenhaus hat man jetzt gesagt, ich sei relativ jung und der Verlauf relativ aggressiv (weil die Symptome geblieben sind), falls im nächsten halben Jahr Krankheitsaktivität zu erkennen ist, sollte man über Natalizumab (Tysabri) nachdenken.

Man macht das wenn die Basistherapien nicht anschlagen (was man in deinem Fall ja nicht sagen kann) oder wenn dein Verlauf als ungewöhnlich aggressiv eingestuft wird - frag danach mal deine Ärzte!

Hallo Toni,
meines Wissens nach wird Tysabri verabreicht , wenn ein Schub den anderen folgt dh.
in diesem Sinne eine hohe Aktivität der MS da ist.
Wenn eine BT “versagt” kann evtl.mit Mitoxandron geholfen werden.Danach ist sogar
eine BT wieder möglich.
Alles Gute und viele Grüße Klaus65

Habe seit 2002 MS und bin nun 26 Jahre.
Bekam als Therapie Copaxone daraufhin waren zu viele Schübe aufgetreten woraufhin ich Rebif 44 bekam das gleiche Spiel umstellung auf Avonex.
Hatte unter Avonex bereits 4 Schübe die letzen 2 sind nah beienander.Hatte im September einen und seit Oktober einen.Und lt.meinem letzten Kh-aufenthalt wurde über Tysabri gesprochen.
Weiß nicht was ich machen soll man hört darüber soviel negatives.
Würde mich über positive Antworten freuen.

Grüße Carina